Euer metallischer Lebenslauf

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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Eike » Samstag 9. Oktober 2010, 15:02

Hellyeah, das müssen interessante Zeiten gewesen sein. '83 hörte ich noch Rolf Zuckowskis Vogelhochzeit.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Blackleather » Donnerstag 14. Oktober 2010, 02:14

also wenn ich mich recht erinnere,dann waren meine ersten berührungspunkte mit härterer musik,als ich suzi quatro damals mal im fernsehen sah.da war ich höchstens 8 jahre alt.war natürlich noch kein metal.aber wir reden hier von den 70 er jahren.als dann das erste mal judas priest hörte,war dass natürlich ne ganz andere liega.ja,und so ging es dann immer schritt für schritt weiter.damals sprach auch noch niemand von heavy metal.höchstens von heavy rock.aber mein absolutes einstiegsalbum war women and children first von van halen.klingt für heutige maßstäbe natürlich nicht bretthart,aber damals gab es nichts vergleichbares.und auf einmal entstanden so nach und nach immer mehr bands,die dann auch immer härter spielten.mein einschneidentstes erlebnis hatte ich 83,als im zdf,heute unvorstellbar,ein konzertmitschnitt aus der dortmunder westfalenhalle gesendet wurde.ich saß wie gebannt vor der glotze.soviele nieten an nem menschlichen körper hatte ich bis dahin noch nicht gesehen wie bei rob halford.ab da war es dann endgültig um mich geschehen.ich mutierte zum metaller.
ich konnte mir ein grinsen immer nicht verbeißen,wenn die girls in meiner klasse von solch illustren popikonen schmärmten,von denen bis heute doch schon n paar verbuddelt sind.
leider war ich in meiner klasse der einzige,der auf metal stand.
hat mich aber nicht davon abgehalten,meinen einsamen weg zu gehen.der hielt erst mal bis zur lehre an.



mit beginn meiner lehre als schlosser,logisch,hatte was mit stahl zu tun,lernte ich dann n paar gleichgesinnte in anderen klassen kennen.einer von denen,mit dem war ich später sogar noch zusammen bei der NVA.und selbst heute,über 20 jahre später haben wir noch kontakt,obwohl wir mittlerweile über 400 km voneinander weg wohnen.jedenfalls war während unserer lehrzeit der ,,stern,, in bitterfeld immer die metalhochburg schlechthin.für heutige verhältnisse unvorstellbare massen an metallern standen schon stunden vorm einlass und feierten party.obwohl gewiss war,dass nicht alle rein kommen werden.nach so einem event war natürlich anschließend der bitterfelder bahnhof randvoll gefüllt nur mit chrom und schwarzem leder.unvorstellbar in der heutigen zeit,wo jeder 18 jährige gleich mit 18 n auto hat.dass hat damals aber auch unser gemeinschaftsgefühl mitgeprägt.heute kommt jeder allein zum konzert,naja,vielleicht noch mit 2 kumpels,um dann gleich nach m konzert wieder allein in der nacht zu verschwinden.
mit meiner einberufung ging natürlich erst mal meine matte flöten.zu der zeit gabs keinen zivildienst,wo man sich vorm friseur drücken konnte.die ersten wochen dort war natürlich nicht an metal zu denken.da hieß es erst mal marschieren lernen und anderen militärischen kram.aber im laufe der nächsten monate bin ich dann zu meinem ersten konzert in uniform gekommen.sah bestimmt total bekloppt aus,mit kurzen haaren in uniform zu headbangen,war mir aber in dem moment völlig egal.zu der zeit gab es keine zeitschriften,wo man sich über die nächsten konzerte informieren konnte.aber im rundfunk gab es die metalstunde,wo einige wenige konzerttermine durchgesagt wurden.die schwierigkeit bestand eigentlich dann nur noch darin,genau an diesem tag dann auch ausgang zu bekommen.war nicht so wie heute alles so locker mit dienstschluss.wir waren vom tag der einberufung bis zum tag der entlassung im dienst.und von daher gab es ausgang nur,wenn es die gefechtsbereitschaft auch zuließ.
so vergingen 3 jahre in uniform.und dort habe ich meinen grundstein gelegt für meinen heutigen metalshop.da habe ich dann nach dienstschluss meine lederjacke in unzähligen stunden mit hand abgesteppt.
damals wußte ich natürlich noch nicht,dass ich dass mal eines tages beruflich machen werde.aber dazu später mehr.jetzt ist es wieder reichlich spät.fortsetzung folgt,wenn denn wieder interesse bestehen sollte.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 14. Oktober 2010, 09:16

Ja, Interesse besteht - liest sich spannend!

Nebenbei - zu den wenigen Konzerten, zu denen ich bin, bin ich mit einer Ausnahme immer per Zug gefahren - ich kenne das also schon noch, mit vielen jungen Metalern am Bahnhof zu stehen. Sicher sinds aber weniger als früher.

Und: Ich hab mit 22 immer noch kein Auto, werde mir die nächsten 3 oder 4 Jahre auch keins leisten können und kann gut ohne leben :grins:
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Blackleather » Montag 1. November 2010, 03:46

also wenn ich mich recht erinnere,dann waren meine ersten berührungspunkte mit härterer musik,als ich suzi quatro damals mal im fernsehen sah.da war ich höchstens 8 jahre alt.war natürlich noch kein metal.aber wir reden hier von den 70 er jahren.als dann das erste mal judas priest hörte,war dass natürlich ne ganz andere liega.ja,und so ging es dann immer schritt für schritt weiter.damals sprach auch noch niemand von heavy metal.höchstens von heavy rock.aber mein absolutes einstiegsalbum war women and children first von van halen.klingt für heutige maßstäbe natürlich nicht bretthart,aber damals gab es nichts vergleichbares.und auf einmal entstanden so nach und nach immer mehr bands,die dann auch immer härter spielten.mein einschneidentstes erlebnis hatte ich 83,als im zdf,heute unvorstellbar,ein konzertmitschnitt aus der dortmunder westfalenhalle gesendet wurde.ich saß wie gebannt vor der glotze.soviele nieten an nem menschlichen körper hatte ich bis dahin noch nicht gesehen wie bei rob halford.ab da war es dann endgültig um mich geschehen.ich mutierte zum metaller.
ich konnte mir ein grinsen immer nicht verbeißen,wenn die girls in meiner klasse von solch illustren popikonen schmärmten,von denen bis heute doch schon n paar verbuddelt sind.
leider war ich in meiner klasse der einzige,der auf metal stand.
hat mich aber nicht davon abgehalten,meinen einsamen weg zu gehen.der hielt erst mal bis zur lehre an.


mit beginn meiner lehre als schlosser,logisch,hatte was mit stahl zu tun,lernte ich dann n paar gleichgesinnte in anderen klassen kennen.einer von denen,mit dem war ich später sogar noch zusammen bei der NVA.und selbst heute,über 20 jahre später haben wir noch kontakt,obwohl wir mittlerweile über 400 km voneinander weg wohnen.jedenfalls war während unserer lehrzeit der ,,stern,, in bitterfeld immer die metalhochburg schlechthin.für heutige verhältnisse unvorstellbare massen an metallern standen schon stunden vorm einlass und feierten party.obwohl gewiss war,dass nicht alle rein kommen werden.nach so einem event war natürlich anschließend der bitterfelder bahnhof randvoll gefüllt nur mit chrom und schwarzem leder.unvorstellbar in der heutigen zeit,wo jeder 18 jährige gleich mit 18 n auto hat.dass hat damals aber auch unser gemeinschaftsgefühl mitgeprägt.heute kommt jeder allein zum konzert,naja,vielleicht noch mit 2 kumpels,um dann gleich nach m konzert wieder allein in der nacht zu verschwinden.
mit meiner einberufung ging natürlich erst mal meine matte flöten.zu der zeit gabs keinen zivildienst,wo man sich vorm friseur drücken konnte.die ersten wochen dort war natürlich nicht an metal zu denken.da hieß es erst mal marschieren lernen und anderen militärischen kram.aber im laufe der nächsten monate bin ich dann zu meinem ersten konzert in uniform gekommen.sah bestimmt total bekloppt aus,mit kurzen haaren in uniform zu headbangen,war mir aber in dem moment völlig egal.zu der zeit gab es keine zeitschriften,wo man sich über die nächsten konzerte informieren konnte.aber im rundfunk gab es die metalstunde,wo einige wenige konzerttermine durchgesagt wurden.die schwierigkeit bestand eigentlich dann nur noch darin,genau an diesem tag dann auch ausgang zu bekommen.war nicht so wie heute alles so locker mit dienstschluss.wir waren vom tag der einberufung bis zum tag der entlassung im dienst.und von daher gab es ausgang nur,wenn es die gefechtsbereitschaft auch zuließ.
so vergingen 3 jahre in uniform.und dort habe ich meinen grundstein gelegt für meinen heutigen metalshop.da habe ich dann nach dienstschluss meine lederjacke in unzähligen stunden mit hand abgesteppt.
damals wußte ich natürlich noch nicht,dass ich dass mal eines tages beruflich machen werde.aber dazu später mehr.jetzt ist es wieder reichlich spät.fortsetzung folgt,wenn denn wieder interesse bestehen sollte.


so,jetzt ist mal wieder zeit,die fortsetzung zu schreiben.
ich setzte mich also nach dienstschluss auf mein bett,nahm nadel und faden zur hand und nähte innen in der lederjacke schaumgummi ein.schließlich sollte die jacke ein unikat werden.
nach meiner entlassung aus dem wehrdienst war nun gerade die wende da und meine metalkumpels waren in alle winde versträut.zu meinem leidwesen hat sich auch noch meine metalbraut von mir verabschiedet.die armeezeit war wohl doch etwas zuviel für ihre treue.na jedenfalls lernte ich ein jahr später meine nächste metalbraut über eine annonce im rock hard kennen.als sie mich in ihren freundeskreis einführte,waren diese natürlich durch die bank weg alles metaller.das problem war nur,dass im laufe der jahre unsere metalclique immer kurzhaariger und damit einher unmetallischer wurde.irgendwie verloren viele der kumpels das interesse an metal.war natürlich ein schleichender prozess.aber leider offensichtlich.so wurden die metalpartys,die wir im schönen thüringen feierten seltener.und später versiegten diese partys ganz.ist natürlich ätzend so etwas.aber menschen verändern sich,und manche kehren halt dem metal den rücken.aber wie der zufall so spielt,traf ich auf der strasse eines tages einen typen aus alten bitterfelder ,,stern,, zeiten.und der erzählte mir von nem konzert in der festung bitterfeld.ich guckte ihn ungläubig an,weil eine echte mittelalterfestung gibt es doch in bitterfeld nicht.er erklärte mir,dass der club so heißt.ok,also auf zum konzert.und dieses erlebniss vor 10 jahren hat mein leben wieder einmal nachhaltig beeinflusst.ich komme jedenfalls rein in den club,bezahle meinen eintritt,schaue mich um,und - bin zuhause.langhaarige lederjackenträger soweit das auge reicht.ich war angekommen.
als ich dann später noch mitbekam,dass der veranstalter ein metalclub ist,war es um mich geschehen.da wollte ich unbedingt mitmachen.das problem war damals nur,als fremder kommt man nicht so leicht in eine eingeschworene gemeinschaft.für diesen gang habe ich vom ersten konzert bis zur mitgliedschaft 3 jahre gebraucht.aber der weg hatte sich gelohnt.der club ist wie eine zweite familie.heute sind wir ein verein und niemand braucht mehr 3 jahre anwartschaft in kauf zu nehmen.aber für mich war es auch eine lehrzeit.
so,fortsetzung folgt,wenn wieder interesse besteht.sind ja noch 10 jahre mit dem club abzuarbeiten und mein weg zum gewerbe.
für heute ist aber erst mal reichlich spät.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon IridiumKaiju » Montag 9. Februar 2015, 15:51

Mein powermetallischer Lebenslauf

Tja, dann fange ich mal an.

1. Die 80er

In den 80ern habe ich - wie wohl jeder damals ;-) - "Jump" von Van Halen und "The Final Countdown" von Europe gehört. Letzteres war auch eine gewisse Zeit mein Lieblingslied. Ansonsten habe ich daaaaaamals aber eher SynthiePop (z. B. Sandra, Stefanie, Laura Brannigan, Pet Shop Boys) und Schlager gehört. Tja, insgesamt war das ja schon Mainstream-Mucke.


2. Die 90er

Während meiner Teenie-Zeit hing ich total an der Eurodance-Nadel. Ehrlich, ich war förmlich süchtig nach diesem zuckersüßen Stoff. So schnell wie die Lieder totgedudelt waren, mussten auch schon neue her. Als sich die Eurodance-Bewegung in der 2. Hälfte der 90er langsam aber stetig totlief, habe ich dann Eurorap (Lieblingsband "Down Low"; Bella Stella von Highland fand ich auch schön), Pop-Sängerinnen (z. B. Celin Dion, Madonna, Maggie Reilly), 80er-Jahre-Pop, Mike Oldfield und ein wenig Metal (Men'O'War, Blind Guardian, Gravedigger) gehört. Wobei der Metal vor allem als Soundtrack beim Rollenspiel zum Einsatz kam.


3. Das Jahr 2000

Ja, in diesem Jahr hat es mich erwischt! Per Zufall lief bei einem Kumpel Nightwish. Er wollte die Musik schnell wegschalten, da er dachte, dass Metal mit Operngesang bestimmt nicht mein Geschmack sein kann, aber weit gefehlt. Ich fand's geil. Habe mir dann auch gleich den Wishmaster gekauft.


4. Die 2000er

In den frühen 2000ern habe ich dann hauptsächlich Nightwish, Within Temptation, Leaves Eyes und Evanescance gehört. Zunächst wollte ich nur Metal mit Frauenstimme hören. Ausnahmen waren die bereits genannten Bands. 2002 war ich dann auf meinem ersten Metal-Konzert: Men'O'War. Growling mochte ich zunächst gar nicht, dann schon, aber nur im Wechsel mit einer süßlichen oder opernhaften Frauenstimme.

Die Trennung von Nightwish und Tarja hat mich dann schon mitgenommen, damals habe ich auch befürchtet, dass NW damit sterben.


5. Die 2010er

In den letzten Jahren habe ich dann hauptsächlich Metal gehört. Dabei bin ich auch sehr breit aufgestellt. Von Heavy Metal. Symphonic Metal, Death Metal und anderen Stilen bin ich sehr aufgeschlossen. Auch Growling mag in inzwischen. Hin und wieder höre ich auch nochmal Mainstream-Radiosender, aber ich würde mir keinen Mainstreampop oder Mainstream-Sampler (z. B. Bravo Hits) mehr kaufen. Das ist eben aktuelle Musik. Man kann sie hören, man kann dazu tanzen, man kann sie im Hintergrund dudeln lassen, aber sie überlebt sich auch sehr schnell. Metal hingegen ist zeitlos!


So, das war jetzt mal so ganz grob mein powermetallischer Lebenslauf. Lieblingsbands sowie besuchte Alben habe ich mal ausgeklammert.
"wie Tom seiner Überzeugung Ausdruck verlieh, 'dass dieser Mord das Werk von Aktivisten war'. Ich hätte ihn ja zu gern gefragt, wie er es geschafft habe, so schonungslos die Möglichkeit auszuräumen, dass dieser Mord das Werk von Passivisten sei"
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 9. Februar 2015, 16:18

Ganz ehrlich - und das ist gar nicht böse gemeint: ich hätte dich eher auf einen frühen Neunziger Jahrgang geschätzt als einen späten Siebziger oder frühen Achtziger Jahrgang. Was sicher an deiner Vorliebe für diese Kaiju-Dinger liegt. Andererseits waren natürlich die ganzen Godzilla-Filme in der Zeit (und etwas früher), von daher ist es gar nicht so abwegig. Egal, interessant mal ein wenig Hintergrund über dich zu erfahren.
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Eike » Montag 9. Februar 2015, 17:56

Auf jeden!
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon IridiumKaiju » Dienstag 10. Februar 2015, 09:50

Die ganzen Kaiju-Filme liefen ja in den 90ern rauf und runter. Da war ich ein Teenie.

Wobei ich die neueren Kaiju-Filme auch ziemlich cool finde: Pacific Rim und die Godzilla-Millenium-Reihe. Der Godzilla-Kinofilm von 2014 war auch klasse! 8-)
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon IridiumKaiju » Dienstag 10. Februar 2015, 09:59

Ganz ehrlich - und das ist gar nicht böse gemeint: ich hätte dich eher auf einen frühen Neunziger Jahrgang geschätzt als einen späten Siebziger


Viele schätzen mich jünger ein. Das war in meiner Jugend nicht so toll, um es mal diplomatisch auszudrücken. :schade:

Aber später dann ganz OK. Wenn man mit 30 für 25/26 gehalten wird, ja, das ist OK. ;-)

Mein Musikgeschmack hat sich schon recht krass gewandelt. Von Eurodance so nach und nach zum Metal. :grins:
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Re: Euer metallischer Lebenslauf

Beitragvon Potti » Sonntag 15. März 2015, 17:15

Hab jetzt mal beim rumstöbern diesen Thread entdeckt und der hat mich echt zum Nachdenken angeregt … wie fing bei mir eigentlich alles an? … und wo führt das alles hin? :?
Angefangen hat eigentlich alles ziemlich typisch, glaube ich, also bis Mitte der 80er hörte ich noch normalen Popkrams, NDW usw., also Iron Maiden war da einfach noch Krach für mich.

Dann hat hat ein ehemaliger Bekannter mehrere Kumpels von mir mit Accept und Metallica angefixt.
Naja und irgendwann hat es dann auch bei mir auf einmal Klick gemacht (das war so 86 -87 rum). Meine erste Heavy-Scheibe war die "Burning the Witches" von Warlock.
Dann wurde es auch ziemlich zügig härter und die nächsten 2 Jahre hörte ich eigentlich fast nur noch Speed und Thrash von Helloween und Running Wild über Teutonenthrash von Kreator und  Destruction bis hin zu Bay Area-Krams wie Exodus und Testament.
Kann mich noch entsinnen das ich das Label Atom H mit den drei Bands Rumble Militia, Accuser und Protector auch ziemlich cool fand.  :)

Zu der Zeit hatte man doch ganz schön die Scheuklappen auf und hat echt nur selten mal in was anderes reingehört.
Ich war dann auch mit einigen Freunden immer wieder auf Konzerten, hauptsächlich in der Zeche Bochum. Ein Running Wild Konzert hat mich damals Stimmungstechnisch am meisten beeindruckt.
Ich holte mir da auch noch regelmässig Platten (was das Budget eines Lehrlings halt so hergab)
Doch dann wurde ich zum Bund gezogen und die knapp 3 Jahre nicht mehr geschnittenen Haare kamen ab … "Schnüff"
Zu der Zeit löste ja auch die CD das Vinyl immer mehr ab. Das Medium an sich fand ich klasse nur über die Verdoppelung der Preise regte ich mich ungemein auf, sodass ich mir in der Folge kaum noch Alben kaufte.
Während meiner Zeit beim Bund kam ich immer mehr mit Independent und Gothic in Kontakt

Die nächsten 20 Jahre kann ich musiktechnisch dann gut in ein paar Stichpunten aufführen:
-Ich hörte generell wesentlich weniger Musik (nach 20 Jahren hatte ich gerade max. 30 Album CD´s und noch mal so viele Mixtapes)
-Meine Konzertbesuche in dieser Zeit kann ein Schreiner an einer Hand abzählen.
-Heavy hörte ich gar nicht mehr, sondern nur noch Düsterelectro, Industrial, Independent und Gothic (Z.B. New Model Army, Krupps, Terminal Choice, Sisters of Mercy etc)
-Anstatt in das bis dato häufiger besuchte Dortmunder Spirit fuhr ich jetzt ins Bochumer Zwischenfall (Ruhrpottler wissen was ich meine) :grins:

Danach kam quasi die Wiedererweckung vor so ca. 3 - 4 Jahren :)
Über nen Freund hörte ich plötzlich auch mal wieder etwas häufiger wieder in Metalsachen rein aber die Initialzündung war erstaunlicherweise Disturbed die mir mein Neffe mal vorspielte.
Ich hab die jetzt bestimmt seit 2 Jahren nicht mehr gehört aber zu dem Zeitpunkt war das einfach mal was gänzlich anderes als der 80er Kram den ich fast nur kannte. (ich mochte vor allen Dingen auch den fetten trockenen Sound)
Plötzlich fing ich an Metal oder zumindest härtere Gitarrenmusik wieder neu zu entdecken, z.B. durch "neuere" Bands wie Machine Head, End Of Green usw.

Lange Rede kurzer Sinn.
Ich habe in den letzten Jahren soviel Spass beim Musik entdecken wie eigentlich noch nie zuvor.
Meine CD Sammlung ist in den letzten 3 - 4 Jahren von 30 auf ca. 450 (Tendenz steigend) angewachsen.
Mittlerweile gehe ich auch wieder, meistens mit meiner Freundin, regelmässig auf Konzerte und Festivals (zum Glück haben wir auch einige Überschneidungen, zumindest bei den etwas softeren Rock oder elektronischen  Sachen) und habe dabei sogar noch mehr Spass daran als früher

Ich höre mittlerweile sehr breit gefächert und entdecke viele neue Sachen wie zb. Primordial, entdecke alte Sachen neu z. B. Voivod oder Kreator oder entdecke z.B. bei Bands wie Killing Joke das die neuen Sachen viel geiler als die alten sind.
Ich finde auch die Retro und Stoner -Rock Welle mit Bands wie Orchid oder Samsaras Blues Experiment klasse.
Ich entdecke gerade also alles neu vom Thrash über Doom bis zum Black Metal….. Hätte ich vor ein paar Jahren auch nicht gedacht das ich mit fast Mitte 40 damit nochmal anfange :grins:

Mit eingefahren Schubladendenken, so wie ich es früher auch sicher selbst hatte, kann ich heute nix mehr anfangen.
Daher verstehe ich auch das Ganze "Die alten Klassiker sind unerreicht und alles neue ist kacke" nicht.
Klar … wenn noch tolle Erinnerungen an den dem ein oder anderen Klassiker hängen, kann da nix mehr drankommen, aber das ist dann auch eigentlich unabhängig von der Klasse der Musik.
Bei Metallica kann ich die Leute mit der Meinung "früher war alles besser" aber tatsächlich verstehen :grins:

Ich habe mittlerweile so viel Musik entdeckt das ich die meisten meiner alten Schallplatten tatsächlich nicht vermisse und sie somit nach und nach auf Musikbörsen gegen CD´s tausche.
Jede Zeit hat halt ihre Musik (ja ich weiss ... 5€ fürs Phrasenschwein sind jetzt fällig)

Ich gehe jetzt also quasi ohne geschichtliche Verklärung oder einer bestimmten chronologischen Reihenfolge ans Entdecken ran . Das ist halt der Vorteil wenn man so lange Pause hatte :)
Der Nachteil ist…. soviel Zeit zum Hören, wie ich bräuchte um all die Perlen der letzten Jahre zu entdecken, kann ich gar nicht haben.
Ich glaub datt war jetzt auch lang genug, aber ich hab die letzten Tage tatsächlich mal einiges Revue passieren lassen. :subber:
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