Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles an?

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Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles an?

Beitragvon Alex » Montag 5. September 2011, 22:52

Hallo liebe Freunde der härteren Musik,

wo fängt für euch alles an? Sind es die ersten Alben von "Black Sabbath", "Deep Purple", "Led Zeppelin", usw.? Oder schon frühere Bandprojekte, z. B. "Earth" ? Oder ist "richtiger Metal" für euch eher die Härtere Fraktion: "Iron Maiden","Helloween", "Metallica ", "Slayer", usw. Oder geht es erst bei "Death-Metal" für euch richtig zur Sache?

Ich als "Blueser" und "Rocker" stehe eher auf den Metal und Hard-Rock der mehr vom Blues und Rock kommt: "Sabbath", "Zeppelin" , "Purple" , "Uriah Heap", "Nazareth","Maiden","Guns n`Roses", usw. Wenn ich hier eher "Mainstream" nenne hat es damit zu tun, dass ich nichts weiter kenne. Für weitere Tipps bin ich aber immer zu haben!

Gute Nacht,

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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 5. September 2011, 22:59

Musik entwickelt sich ja fließend, so dass man sicher schon bei uralten Bands wie THE KINKS, THE BEATLES, THE WHO, CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL, HENDRIX oder STEPPENWOLF die ersten Elemente dessen finden kann, was später Heavy Metal werden sollte.

Dennoch würde ich die Geburtsstunde des Heavy Metal im eigentlichen Sinne dann doch auf das Jahr 1970 und die ersten beiden Alben BLACK SABBATHs legen wollen, die einfach den Großteil dessen vorweg nehmen und in sich vereinen, was ab da stilprägend für den Metal wurde. Das Mystische, die Heavyness, die Härte, Symbolik, klangliche Charakteristika. Diese beiden Alben enthalten so viel, was heute noch als archetypisch für Heavy Metal gesehen wird, wie sicher keine Band zuvor.

Im Allgemeinen sehe ich Metal aber als etwas, das nicht per Urknall entstand, sondern sich langsam entwickelt hat und immer weiter entwickelt. Daher gibt es das "noch nicht Metal" oder "nicht mehr Metal" für mich so lange nicht, wie sich das eine schlüssig aus dem anderen entwickelt. Daher geht mein Metal-Begriff durchaus von STEPPENWOLF bis MAYHEM und von RONNIE AND THE REDCAPS bis zu SYSTEM OF A DOWN.
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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon Feamorn » Montag 5. September 2011, 23:02

Mit vielen der "frühen" Bands beschäftige ich mich noch nicht lange (so kann ich zu Deep Purple z.B. noch gar nichts sagen). Zur Zeit denke ich, dass ich den "Anfang" wirklich bei Black Sabbath verorten würde. Bei anderen Bands zu der Zeit (und etwas früher, Uriah Heep, Led Zep, Blue Öyster Cult etc.) habe ich auch schon "metallische" Elemente entdeckt, aber wirklich flächendeckend geht es für mich dann mit Iommi/Butler/Ward/Osbourne los (und auch wirklich quasi von Anfang an. denke ich). Ab von den großen Bands kann ich dir allerdings auch keine wirklich Tipps geben. Einen habe ich aber vielleicht. Das ganze war zwar Ende der Siebziger, aber das könnte vielleicht in deinen Geschmack passen: http://www.myspace.com/legendfromamerica (wenn Du nur einen Song hören willst: "The Wizard's Vengeance" ;) )
Auch wenn es etwas unfair ist, bekommt man das Album heute doch quasi nicht. Die Aufnahme ist heute AFAIK eines der höchstgehandelten Bootlegs der Szene. ;)
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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon Jhonny » Dienstag 6. September 2011, 00:06

1970.
In Rock, Black Sabbath und Paranoid sind die Geburtsstunde des Heavy Metal.
Alles davor, von Steppenwolf über The Who hin zu Cream ist in den härteren Momenten sicher schon manchmal Hard Rock, aber kein Metal.
Eine Steilvorlage ist aber sicher noch das Led Zep Debüt.
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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 6. September 2011, 08:05

Für mich ist Tony Iommi der Erfinder des Metalriffs und somit ist die erste Black Sabbath mein Startschuss. Klar, Steppenwolf haben den Begriff erstmalig benutzt und Bands wie THE GUN, deren 'Race With The Devi' gefühlte drölf Mal nachgespielt wurde, waren auch schon ganz schön wuchtig, aber mit Sabbath wurde das Ganze auf eine neue Plattform gehoben.

http://rutube.ru/tracks/1114721.html?v=4fa5087afadebf9aee0450138779c306
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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon Eike » Donnerstag 6. Juni 2013, 13:44

Ich finde gerade die Zeit, wo sich der neue Stil langsam herauskristallisiert sehr interessant. Heavy Metal war ja anfangs eher der Versuch einer Beschreibung, eine Art Sammelbegriff, noch kein feststehendes Genre. Bands die man heute als Vorläufer sieht hatten aus meinem heutigen Empfinden schon metallische Elemente in ihren Sounds, umgekehrt haben frühe Metalbands in ihren Anfangstagen noch viel Rock und Blues in den Stücken. Gerade das macht es ja so interessant. THE BEATLES mit 'She's So Heavy' oder LED ZEPPELIN mit 'Dazed And Confused' klingen für mich schon eher doomig als bluesig, JUDAS PRIEST auf "Rocka Rolla" eben rockig eher als metallisch, und auch BLACK SABBATH haben in ihrer Frühzeit einige Stücke gespielt, die auf Rockalben anderer Bands damals keine (genrebegründende) Sensation gewesen wären, oder haben diese einfach gecovert. Die schneidende, kühle, gläsern harte sowie quasi des Blues entkleidete Spielart, die für mich trennschärfer den Metal vom Hardrock abgrenzt, höre ich in ausgeprägter Deutlichkeit nicht bei LED ZEPPELIN oder auf "Black Sabbath", sondern zuallererst bei DEEP PURPLE "In Rock", später dann bei JUDAS PRIEST ab "Sad Wings Of Destiny", wo dann wiederum der Einfluss von "Paranoid" spürbar ist, das Album bei dem BLACK SABBATH wirklich scharf eine Linie zogen, indem sie mit 'Electric Funeral' neue Maßstäbe in Sachen hard & heavy schufen, die für mich ganz klar stilbildend sind. Bei BLACK SABBATH würde ich also nach und neben DEEP PURPLE ebenfalls den Beginn des Heavy Metal verorten. Aber es lag 1970 eben auch schon etwas in der rockmusikalischen Luft, das nur darauf wartete, gebündelt und weiter nach vorne getrieben zu werden; selbst heute poppig tönende Psychedelic-Rock-Bands hatten heavy Sounds am Start, da findet sich bereits 1968 das heftige 'Helter Skelter' von THE BEATLES, oder 1969 'Dignitaries Of Hell' von COVEN; deren "Witchcraft Destroys Minds & Reaps Souls" liefert in puncto Thematik und Ästhetik gewissermaßen die Blaupause für das ganze spätere Brimborium mit Teufelssymbolik etc. im Metal.
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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon IridiumKaiju » Dienstag 20. Januar 2015, 16:33

Vor Black Sabbath findet man vereinzelt bei verschiedenen Bands sogenannte Proto-Metal-Songs.

Auch bei den Beatles, z. B. das berüchtigte "Helter Skelter"

https://www.youtube.com/watch?v=QWuXmfgXVxY

Oder das weniger bekannte "I 'm down"

https://www.youtube.com/watch?v=X3rTprsWCp8
"wie Tom seiner Überzeugung Ausdruck verlieh, 'dass dieser Mord das Werk von Aktivisten war'. Ich hätte ihn ja zu gern gefragt, wie er es geschafft habe, so schonungslos die Möglichkeit auszuräumen, dass dieser Mord das Werk von Passivisten sei"
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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 20. Januar 2015, 23:03

IridiumKaiju hat geschrieben:Vor Black Sabbath findet man vereinzelt bei verschiedenen Bands sogenannte Proto-Metal-Songs.

Auch bei den Beatles, z. B. das berüchtigte "Helter Skelter"

https://www.youtube.com/watch?v=QWuXmfgXVxY

Oder das weniger bekannte "I 'm down"

https://www.youtube.com/watch?v=X3rTprsWCp8


???
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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon Stephan Voigtländer » Mittwoch 21. Januar 2015, 10:50

Witzigerweise erst gestern in einer arte-Doku gesehen wie Ozzy und Iommi meinten, dass sie mit dem Label "Heavy Metal" für ihre Musik nichts anfangen konnten und sich (erfolglos) dagegen gewehrt hätten. Iommi: "Wir waren Heavy Rock", Ozzy: "Wir waren anfangs eine Blues-Jazz-Band mit heavy Riffs." Schon irgendwie kurios von den Urvätern des Heavy Metal eine solche Selbsteinschätzung zu hören...
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Re: Die "Urzeiten" des Metal und "Hard Rock", wo fängt alles

Beitragvon IridiumKaiju » Mittwoch 21. Januar 2015, 13:08

Ich schließe mich der herrschenden Meinung an, wonach Black Sabbath den Heavy Metal "erfunden" haben. Aber auch vorher gab es schon den einen oder anderen "Heavy" Song, nur eben noch kein Heavy Metal.

Dass Ozzi und Iommi mit dem Etikett "Heavy Metal" nichts anfangen konnten, hätte ich nie gedacht. Aber bei näherer Betrachtung passt das aber zu der recht paradoxen Entstehungsgeschichte des Heavy Metal.

- Iommi entwickelte den typischen Heavy Metal Sound, als er versuchte, eine Handverletzung in Folge eines Arbeitsunfalls (er hatte bereits gekündigt, nur noch mal eben eine Schicht für einen Kollegen übernehmen...) zu kompensieren: So benutzte er Banjo-Saiten, nahm Spannung von den Saiten und bastelte sich aus Plastik Ersatzfingerkuppen. Durch die lose Spannung der Banjo-Saiten wurde der Sound TIEFER und erhielt durch seine eigenwillige Spielart den typischen Klang. Der Heavy Metal Sound ist also durch einen "Bruch im System", durch eine Deformation entstanden!

- Das Album Paranoid sollte ursprünglich War Pigs heißen, aber die Plattenfirma änderte den Titel kurzfristig und eigenmächtig. Der Titel Paranoid wurde "mit heißer Nadel gestrickt", weil die Plattenfirma Füllmaterial brauchte. Tja und ausgerechnet dieser Song wurde maga-berühmt!
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