MARDUK

Re: MARDUK

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 24. Dezember 2014, 16:11

Christian Schwarzer hat geschrieben:Bin da ganz bei Jhonny. "Frontschwein" kommt einfach nicht gut. Liegt aber auch daran, dass ich mit der "Kriegs-Seite" Marduks nicht viel anfangen kann.

Was ja durchaus eine ganze Menge ist :grins:

Ich musste zwar auch schmunzeln bei dem Namen aber hey, das ist Marduk, das is einfach so. An Rüdigers Information wundert mich bislang eigentlich nur, dass es dazu noch keinen Aufschrei gegeben hat. Bin aber schon gespannt wie sie das angehen werden und musikalisch mach ich mir überhaupt keine Sorgen, die zwei schon veröffentlichten Songs lassen keine Wünsche offen.
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Re: MARDUK

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 24. Dezember 2014, 17:22

Drumtier hat geschrieben:An Rüdigers Information wundert mich bislang eigentlich nur, dass es dazu noch keinen Aufschrei gegeben hat.

Von mir kommt da sicher kein Aufschrei. Wenn man über den Leibhaftigen höchstselbst - über das personifizierte und ultimative Böse schlechthin - Scheiben im groben Dutzend machen darf, dann darf man auch all den kleinen Lichtlein unter den Menschen welche widmen, die ihm auf die eine oder andere Weise nacheiferten oder dienten. :P

Im Übrigen haben sie nach eigenen Angaben den Herren schon zum dritten Male zum Gegenstand ihrer Tonkunst gemacht.
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Re: MARDUK

Beitragvon Nils Macher » Donnerstag 25. Dezember 2014, 01:17

Wieso auch Aufschrei? Soll eine Black-Metal-Band lieber über Sonnenschein und Vanilleeis singen?
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Re: MARDUK

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 25. Dezember 2014, 01:33

Jo, es gibt da eine Kaste professioneller Aufschreier, von daher ist Drumtiers Gedanke so abwegig nicht.
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Re: MARDUK

Beitragvon salisbury » Donnerstag 25. Dezember 2014, 02:10

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Jo, es gibt da eine Kaste professioneller Aufschreier, von daher ist Drumtiers Gedanke so abwegig nicht.


Irgendwie versteh ich dich immer mehr. Meine Güte, diese Beschwerdementalität, was alles nicht sein darf und schlimm ist und kein Metal ist und zu kommerziell oder politisch bedenklich, zu links und zu rechts, heieiei, machmal zweifle ich daran, ob solche Leute überhaupt noch Musik hören.

Ich finde MARDUK machen ihre Sache sehr ordentlich. Ich suche jetzt nicht unbedingt nach Musik, die den Krieg besingt und einen Sound dazu erschaffen will, aber wenn man sich schon damit beschäftigen "muss" (Soundcheck), stellt man fest, dass das keine Doofies sind. Texte hab ich keine, aber die Musik kann das vermitteln, was sie sich zum Ziel nimmt und dafür habe ich unabhängig vom Gefallen auch Respekt!
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Re: MARDUK

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 25. Dezember 2014, 02:51

Ich kann im Einzelfall verstehen, wenn jemand sagt, dass er keine Bands unterstützen möchte, die er ideologisch fürchterlich findet. Aber ich mag es nicht, wenn Kunst mit Tabus oder gar Verboten belegt wird. Ich verstehe auch nicht, dass niemand aufschreit oder von einem realen bösen Nazi ausgeht, wenn Christoph Walz oder Udo Kier im Film oder auf der Theaterbühne einen bösen Nazi spielen, aber bei Musikern viele immer gleich meinen, dass das todernst und die wahre Ideologie der Mucker ist, wenn sie auf der Bühne, im Booklet etc... eben solche darstellen. Ist jetzt hier und bei Marduk nicht passiert, aber mir geht es um die Grundsatzfrage. Musiker sind Künstler, die gerade im Metal oft ein Gesamtkunstwerk aus Artwork, Image, Lyrik und Musik erschaffen wollen; und wenn wir beim Black Metal sind, dann ist eben Thema fast immer "das Böse" in irgend einer Ausprägung. Das kann das Böse in Form des biblischen Teufels sein, das Böse in Form von Krieg und Tod, oder auch das Böse in Form realer Personen und Ereignisse. Black Metal ist für mich ein Stück weit ein Rollenspiel, bei dem viele Musiker danach streben, so gut und so eindringlich wie möglich "das Böse" in einer ihnen spannend, provokativ oder erschütternd erscheinenden Gestalt zu spielen. Dass da auch "das Böse" in Gestalt des Nationalsozialismus nicht außen vor bleibt, das versteht sich fast von selbst, gerade bei Musikern aus Ländern, die eben nicht diese Sensibilisierung "genossen" haben wie deutsche Kinder. Für die ist es klar, dass man, wenn man über Satan, Vlad Tepes und Caligula singen kann, dann eben auch über diverse NS-Schergen singen kann.

Manche spielen ihre Rolle halt sehr konsequent bis zu konsequent, indem sie auch noch in Interviews den "Fan" solcher realer Leute oder religiöser Figuren geben, doch selbst da gehe ich in über 90% der Fälle noch davon aus, dass sie diese Interviews als Teil des Rollenspiels sehen und damit ihre Zielgruppe bedienen wollen. Dass es auch reale Extremisten im BM gibt, ist klar und nicht zu bestreiten, aber diese sind aus meiner Sicht definitiv eine kleine Minderheit, und die darf kein Grund sein, den BM so argwöhnisch zu betrachten, dass das Rollenspiel um das und mit dem Bösen in all seinen Ausprägungen zum Tabu wird.

Man darf sich sogar mal die Frage stellen, ob nicht tatsächlich "alles in Ordnung" ist, bei Marduk & Co., denn immerhin befasst sich die Band ja mit Leuten wie Vlad oder Heydrich, weil sie selbst auch die Assoziation haben, dass diese Menschen irgendwie "böse" waren. Von daher denke ich, dass die Einstellung der Musiker zum Thema schon recht gesund erscheint. Die Faszination für das Böse muss man nicht nachvollziehen können, sollte man aber, wenn man sich mal überlegt, wie viele Fans in Literatur und Film Sauron, Darth Vader und Hannibal Lecter viel spannender und faszinierender finden als Frodo, Luke Skywalker und Chris Kringle...

Egal, da wir hier wie gesagt keinen empörten Aufschrei haben, und auch niemand ernsthaft Marduk für Nazis hält, brauchen wir es nicht allzu sehr vertiefen.
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Re: MARDUK

Beitragvon frankjaeger » Donnerstag 25. Dezember 2014, 13:04

Zumal ich auch finde, dass das Thema zur Musik ziemlich gut passt. Auch wenn es nicht ganz meine Wellenlänge ist.
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Re: MARDUK

Beitragvon salisbury » Freitag 16. Januar 2015, 10:20

Immer wieder ein Genuss, die stehlenern Reviews zu lesen. Vor allem, wenn man derselben Meinung ist. Ich habe alles exakt genau so gehört :subber: . Einziges Add-On: Nicht nur MARDUK-Fans werden sich "dieser Eindringlichkeit nicht entziehen können". Einen MARDUK-Newbie hat es auch erwischt. Zumindst teilweise.

http://powermetal.de/review/review-Mard ... views%2529
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Re: MARDUK

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 16. Januar 2015, 11:29

Du solltest dir "Serpent Sermon" anhören. Die ist - wie Rüdiger richtigerweise erwähnt - noch eine ganz Spur besser.
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Re: MARDUK

Beitragvon salisbury » Freitag 16. Januar 2015, 20:14

Peter Kubaschk hat geschrieben:Du solltest dir "Serpent Sermon" anhören. Die ist - wie Rüdiger richtigerweise erwähnt - noch eine ganz Spur besser.


Ist notiert. Danke für den Tip!
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