Accept

Das beste Accept Album?

Accept
1
3%
I'm a Rebel
1
3%
Breaker
5
13%
Restless and Wild
15
39%
Balls to the Wall
7
18%
Metal Heart
4
11%
Russian Roulette
1
3%
Eat the Heat
0
Keine Stimmen
Objection Overruled
3
8%
Death Row
1
3%
 
Abstimmungen insgesamt : 38

Re: Accept

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 20. August 2010, 15:32

Meine Favoriten sind bisher 'Beat The Bastards', der Titeltrack und 'Bucketful Of Hate'. Danach dann 'The Abyss' und 'Teutonic Terror'.
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Re: Accept

Beitragvon firestarter » Freitag 20. August 2010, 15:40

Peter Kubaschk hat geschrieben:Meine Favoriten sind bisher 'Beat The Bastards', der Titeltrack und 'Bucketful Of Hate'. Danach dann 'The Abyss' und 'Teutonic Terror'.


Alle 5 gekauft! Gerade packe ich mal die imaginäre weiße Flying V zu "Pandemic" aus - 101%iges Accept-Riff!
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Re: Accept

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 20. August 2010, 15:52

firestarter hat geschrieben:Hoppla, das sehe ich aber mal genau anders herum, lieber Rüdiger.

Das überrascht mich jetzt nicht, nachdem wir ja - wie beim Thema Skunk Anansie angeklungen - eher aus unterschiedlichen politischen Ecken kommen. Aber das macht ja nichts.

Ein Text wie dieser (so, wie ich ihn interpretiere) verhöhnt gerade mal sämtliche unschuldigen Opfer amerikanischer Weltpolizei-Politik, sei es in Korea, Vietnam, Mittel-Amerika, Irak, Afghanistan, Somalia, oder sonst wo. Das ist übelster Revanchismus "im Namen der Freiheit". Ich bin immer noch nicht darüber weg, dass sich die BRD in diese Scheiße hat reinziehen lassen, anstatt auf der Basis unserer "jüngsten Vergangenheit" einem neuen Erfahrungswissen die Macht zu geben, nämlich nicht "Fight fire with fire".

Ich sehe den Text weniger dem Krieg gewidmet als vielmehr den Soldaten. Aus der Perspektive von Menschen, die auf jemanden warten, der sich derzeit in Afghanistan befindet, finde ich es gut, dass eine Band der Soldaten gedenkt, die sich dort befinden. So sehe ich den Song nicht grundlegend anders als S.O.A.D.'s 'Soldier Side', wobei die natürlich den Krieg als solchen anklagen und dennoch den Soldaten ehren. Das kommt bei dem Accept-Stück nicht so herüber, sondern idealisierend, und darüber kann man sicher streiten. Da ich aber der Meinung bin, dass der Text ganz speziell an die sich dort befindlichen Soldaten und deren Angehörige richtet und diese aufbauen bzw. sich mit ihnen solidarisieren will, finde ich das gut. Wenn man darüber hinaus ein pauschales Statement "pro Kriegseinsatz" hinein interpretieren will, weil dort so Dinge wie "noble cause" und "war against the terror, we did not bring upon" stehen, kann man das natürlich tun und in Folge dessen den Text zu Recht kritischer sehen. Gerade wenn du die letzte Zeile nimmst, dann ist das auf jeden Fall ambivalent in der Deutung:

Heißt es "a war against (terror), (we did not bring upon)", dann deutet es ein weltpolitisches Statement an; heißt es "(a war against terror), (we did not bring upon)", dann hat es lediglich die Perspektive des Soldaten zum Gegenstand, der in einen Krieg geschickt wird. Genauso kann sich "noble cause" auf den "Krieg gegen den Terror" beziehen, aber auch schlicht und ergreifend auf den Fahneneid und die Bereitschaft des Soldaten sein Land zu verteidigen. Auch "blood is on their hands" lässt die Interpretation offen, ob damit die "Feinde" oder die eigenen Regierenden gemeint sind.

Ich muss dir natürlich Recht geben, dass die Vermutung nahe liegt, dass Mark Tornillo (von dem der Text stammt) hier weniger differenziert hat, als ich das tue, und er vermutlich den Einsatz und den Soldaten würdigen will, doch damit habe ich vermutlich auch ein geringeres Problem als du. Ich bin zwar auch kein Befürworter des Einsatzes, aber ich kann gut verstehen, warum jemand dafür ist und werfe das keinem vor. Der Grund, warum ich den Text so wie er ist schätzen kann, ist schlicht un ergreifend, dass ich weiß, dass solche Texte Leute aufbauen können, die ich meinerseits schätze. Meine eigene politische Position ist mir in dem Moment dann nicht allzu wichtig.

Ok, zur Musik - nach zwei Durchläufen bin ich von der Gesamtqualität der Songs echt begeistert, offenbar hat der Mark den alten Säcken tatsächlich ordentlich in den Arsch getreten, um so eine kompositorische und Arangement-Leistung abzurufen. Ich will ja nicht drauf rumreiten, aber nichts anderes habe ich erwartet (und gesagt), von dem Moment an, als ich gehört hab, dass Tornillo da einsteigt und unter der Voraussetzung das Hoffmann/Baltes noch Bock haben. Auf Anhieb haben mir die beiden Vorschlaghämmer "Locked and loaded" und "Rolling thunder" (neben den 2 bekannten) am meisten gegeben, waren halt die zugänglichsten Nummern. Mark Tornillo macht einen klasse Job, die Scheibe möchte ich gar nicht mit Udo hören. Der Sound ist knackig und ich denke, genau so sollten ACCEPT anno 2010 klingen. Solche Bands kann der Sneap halt, obwohl er es wieder geschafft hat, die Snare um 570 % überzuproduzieren - dass dem das keiner mal beibringt...

Erstes Fazit: Musikalisch sehr geile Scheibe mit Attitüden-Schräglage.

Da sind wir uns bis auf die Attitüden-Schräglage einig.
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Re: Accept

Beitragvon firestarter » Freitag 20. August 2010, 16:15

Ich möchte jetzt, nur aufgrund dieses fragwürdigen Textes, absolut keine überhöhte, ideologische Diskussion führen - da ist mir die Musik grad wirklich wichtiger, deshalb nur 2 Dinge, Rüdiger:

Dein Mitfühlen für die Soldaten in Ehren, aber hier ergibt sich für mich die "Henne-Ei" Frage - am Beispiel Irak: Was Bush da gemacht hat, war nichts anderes, als ein Angriffskrieg unter fadenscheiniger Begründung. Die Terror-Verbindung war definitiv nicht gegeben. Die Soldaten sind also in ein fremdes Land eingedrungen und haben dort Menschen getötet und deren Land verwüstet (natürlich im Regierungsauftrag). Mein Mitgefühl für die Aggressoren hält sich daher sehr in Grenzen. Weiterhin gehört es ja nun mal zum "Berufsrisiko" eines Soldaten, getötet zu werden, es sollte aber niemals zum "Berufs- bzw. Lebensrisiko" der Bürger eines x-beliebigen Landes gehören, von fremden Truppen ermordet zu werden!

Zweitens - was mich an so einem Text maßlos ärgern kann, ist die tumbe und selbstherrliche Einstellung, die bei vielen US-Bürgern hinter solchen Aussagen steht (und die unterstelle ich dem Mark jetzt einfach mal frech weg). Aus meiner persönlichen Erfahrung enden Diskussionen mit Amis, zu diesem Thema, meist irgendwann mal mit der hilflosen Aussage "ihr in Germany müsst mal ganz ruhig sein, mit eurer Nazi-Vegangenheit". Unter diesem Aspekt wird mir bei diesem Text einfach übel.
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Re: Accept

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 20. August 2010, 16:48

Zum Thema Irak-Krieg bin ich ohne jede Einschränkung deiner Meinung. Das Thema Afghanistan sehe ich ein wenig anders, aber durchaus auch kritisch. Zum Thema Berufsrisiko des Soldaten und Lebensrisiko des Zivilisten könnten wir jetzt stundenlang diskutieren. So lange keiner ins Extrem "Soldaten sind Mörder" oder ins andere Extrem "der Kollateralschaden hat halt Pech gehabt" kippt, sind dazwischen sehr viele vermittelnde Positionen denkbar. Was deine Einschätzung eines nicht unmaßgeblichen Teils der öffentlichen Meinung in den USA angeht, bin ich übrigens auch bei dir und zwar nicht erst, wenn die Nazi-Keule kommt. Mag sein, dass Mark diese Einstellung teilt; da maße ich mir kein Urteil an. Wenn man Soldaten kennt, die derzeit in Afghanistan sind, liest man den Text vielleicht mit anderen Augen. Das war an sich der Grund meiner Wortmeldung.

Und ja, die Musik ist in diesem Zusammenhang natürlich wichtiger.
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Re: Accept

Beitragvon firestarter » Freitag 20. August 2010, 17:04

Ich unterstelle dem Mark da auch keine "unlautere" Einstellung. Die oftmals von US-Bürgern eingenommenen Diskussionsstandpunkte basieren meines Erachtens nach viel mehr auf Unreflektiertheit bzw. auf einer Intra-Reflektiertheit, die nicht über die Grenzen der US of A hinaus geht. Der Effekt dieser eher tumben Einstellung birgt allerdings Gefahren.

Afghanistan ist sicher nicht direkt mit Irak vergleichbar, aber auch wieder ein gutes Beispiel dafür, wieviel man damit anrichten kann, wenn man ein Land, dessen Kultur, interne Strukturen, Werte-Kanon, etc. man nicht kennt und versteht, zu "missionieren" versucht. Auch dort bleibt hektarweise verbrannte Erde...
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Re: Accept

Beitragvon Frozen » Freitag 20. August 2010, 17:29

firestarter hat geschrieben:
Peter Kubaschk hat geschrieben:Meine Favoriten sind bisher 'Beat The Bastards', der Titeltrack und 'Bucketful Of Hate'. Danach dann 'The Abyss' und 'Teutonic Terror'.


Alle 5 gekauft! Gerade packe ich mal die imaginäre weiße Flying V zu "Pandemic" aus - 101%iges Accept-Riff!


Geht mir ähnlich, wobei dann die nicht-imaginäre Ibanez doch zum Zug kommt. Ohne Noten habe ich zwar immer noch Probleme die richtigen Griffe zu finden, aber langsam krieg ich den Dreh auch raus.

Schade dass ich mir keine Flying V leisten kann, schon gar nicht eine von hoher qualität.

Beat The Bastards hat sich echt zu meinem Topfavoriten entwickelt. Was da in Sachen Riffing on Soloing abgeht, ist der Überhammer, und Mark drückt dem Song einen modernen Accept Stil auf. Verdammt starker Song. Aber eben, nur die Spitze eines Eisbergs, der kaum negative Kritiken zulässt.
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Re: Accept

Beitragvon firestarter » Freitag 20. August 2010, 22:39

Hab gerade die Widmung von Mark Tornillo gelesen:

"Blood of the nations" is dedicated to the Armed Forces of all countries who selflessly protect our freedom and make it possible for us to do these things.

Wie ich es mir gedacht hab - tumbe Soldatenverehrung.
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Re: Accept

Beitragvon mindreader » Freitag 20. August 2010, 22:54

Ich möchte da nicht zu päpstlich sein... Mark Tornillos Meinung ist nicht meine, aber er hetzt ja auch nicht gegen andere, sondern betrachtet (die) Geschichte viel zu einseitig. Das lässt Rückschlüsse auf seine Intelligenz zu, aber auch das ist nicht endgültig zu bewerten, denn dazu bräuchte er die Gelegenheit, sich den "Vorwürfen" zu stellen.
Wie ich in diversen anderen Threads auch schon mal erwähnt habe, habe ich schon schlimmere Zitate in Songtexten gelesen, das Thema "Deicide" soll hier nur als Beispiel dienen.
Und Manowar lässt man die Kriegs- und Soldatenverehrung ja auch durchgehen, hier aber kommt den Herren in den Pelzhosen wahrscheinlich der Niedlichkeitsfaktor zu Gute, denn wer will bei Manowar schon jedes Wort auf die Goldwaage legen?!?
Antikriegssongs finde ich generell besser (wer nicht?!?), und sie sind auch in der Metalszene immens wichtig. Zwar kann meines Erachtens Rise Against mit "Hero Of War" nicht getoppt werden (dazu:
http://www.youtube.com/watch?v=MOV3X0dxed0 )
aber Maiden bringen mit Mother of Mercy ja auch gerade zum wiederholten MAle was zu dem Thema raus. Gibt es dazu (Antikriegssongs) eigentlich schon einen eigenen Thread???
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Re: Accept

Beitragvon Chavo89 » Freitag 20. August 2010, 23:38

Das Ding ist halt, dass man (oder zumindest ich) das von einer Band wie Accept nicht erwartet. Ich hatte immer das Gefühl, dass diese Band wohlüberlegte und gute Songtexte schreibt. Klar, der Text ist jetzt von Mark, aber dass da keiner in der Band ist, der gegen einen solchen Text sich ausspricht, verwundert mich. Bei Manowar ist das anders, die hatten schon auf dem Debüt solche Texte, da sind andere Lyrics auch irgendwie nicht zu erwarten...
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