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Flying ColorsRe: Flying ColorsDas Cover ist toll!
What if there is nothing more
What if there is only emptiness What if there is nothing more Beyond the code of deliverance Meine Sammlung Ranking 2014
Re: Flying ColorsDas DREAM THEATRalische Coverartwork ist nicht mein Fall, aber ansonsten bin ich bezüglich "Second Nature" näher bei Nilsens Einschätzung als bei der Durchschnittswertung unseres diesmonatigen Soundcheck-Teams.
Das beginnt schon mit fast klassischem Klavierspiel, untermalt zunächst nur von leisen Besenstrichen, dann stiehlt sich eine träumerische E-Gitarre darunter, die Keyboards setzen ein, es wird verspielter und lauter, der ruhige aber nicht dumpfe Grundrhythmus trägt 'Open Your Eyes' hinfort, und es wird klar, dass dies Musik wie gemacht für's Segelfliegen ist; gleitend, panorama-artig, leichtflügelig, schwebend. Klar: Das ist konventionell, das ist schöngeistig, das ist traumtänzerisch, vielleicht sogar seicht; aber dabei eben beseelt, spielfreudig, gut aufeinander abgestimmt, harmonieselig, makellos. Der Gesang dazu ist einfach herrlich, erinnert an Größen wie Thom Yorke, oder andere Briten seines Kalibers, jedoch ohne deren manchmal anstrengende Eindringlichkeit. Hier wird einfach der Schönheit gehuldigt, und das trägt dann auch über zwölf Minuten hinweg. Ich will hier gar nicht näher auf die einzelnen Songs eingehen. Und ich bin da ehrlich: Auf Albumlänge fehlt mir häufig der Wille, die Muße oder die emotionale Fähigkeit, mich so viel Ausgeglichenheit ganz hinzugeben. Aber das liegt nicht an der Qualität der Musik. Das liegt schlicht und einfach daran, dass meine Aufmerksamkeitsspanne etwas kurz ist. Und dass ich derzeit eher auf energetischere, schroffere, auch abgründigere Musik gepolt bin. Doch wer es gerne schöngeistig mag, ohne dass es allzu verkopft und verfrickelt wird, wer durchdacht produzierte und ausgewogen arrangierte Musik mag, klassischen Album-oriented-Rock, Musik mit Entdeckungspotential, dichten Klangteppischen, gelungenem Fluss und harmonischem Zusammenspiel, der sollte sich nicht davon abschrecken lassen, wenn die werten Kollegen hier unken "etwas sehr relaxt" (Frank Jaeger), "exzellente Musiker liefern Erwartbares" (Martin van der Laan) oder "in Schönheit sterbende Langatmigkeit" (Rüdiger Stehle) - alles nachvollziehbare und teilweise auch berechtigte Einwürfe -, sondern sich dennoch an Nils Machers Worte halten: "Jetzt kommen wir aber zu den tollen Dingen am zweiten Album von FLYING COLORS und davon gibt es eine Menge. [...] Morse [...] LaRue [...] McPherson [...] Insgesamt bietet "Second Nature" eine ausgewogene Mischung aus progressivem Musizieren und poppig-Alternative-lastigem Feeling [...] Unterhaltung auf höchstem Niveau." Ja, deren Stil ist an und für sich nichts Neues (das gab es vom Grundansatz her alles so oder so ähnlich schon als Progressive Rock, als das noch kein erstarrtes Genre sondern tatsächlich noch fortschrittlich war, oder teils früher sogar schon bei THE BEATLES, auch wenn nun ein wenig MUSE mitreinspielt); ja, insofern mag das auch erwartbar sein; und ja, das ist langatmige Musik in dem Sinne, dass sie sich Zeit nimmt zu ihrer Entfaltung, dabei auch auf Wiederholung bei nur langsam sich einschleichender Variation setzt; und die Schönheit, die bringt hier auch ein bisweilen hymnisches Pathos mit; aber erstirbt darin die Seele, ist das alles zu glattpoliert, zu berechnet, zu abgegrabbelt oder zu abgezirkelt? Mitnichten! Hier pulsiert es, dort fließt es, nach vorne hin schwebt es, von da hinten blinzelt uns eine Anspielung auf Altvertrautes an... Man kann das als Hommage an die Riesen sehen, auf deren Schultern die Musiker stehen, wenn sie sich nach dem Himmel strecken. Auch als Spiel mit dem Hörer, als Angebot und Einladung, die Anspielungen zu erkennen. Oder schlichtweg als Konglomerat aus Einflüssen, aus dem die FLYING COLORS ihre eigene Identität schöpfen, in einer Mischung, die es so nur bei ihnen gibt, so wie eben jeder von uns seine alten Gene in immer neuer Kombination mit sich herumträgt. Aber das wäre schon wieder zu verkopft. Einfach fallenlassen, sich davontragen lassen und schwelgerisch genießen... Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Flying ColorsWow!
Danke dir Eike, danke dir Nils. Liest sich wunderbar. Ich freue mich tierisch auf die Platte und kann es kaum erwarten die Platte in den Händen zu halten. Ich fieber dem Album erwartungsvoll entgegen.
Re: Flying ColorsCoole Beschreibung Eike. Das Ganze lässt mich nach den doch eher verhaltenen Noten im Soundcheck echt wieder richtig aufhorchen.
Wobei es eh nur eine Frage der Zeit ist wann ich das Album kaufe...die erste war schon ziemlich cool....eines der luftigsten und spielfreudigsten Alben der letzten Jahre. ![]()
Re: Flying ColorsWo Du da "luftig" schreibst, und ich daneben Nils' Rezension mit der Kritik am auf ihn "hyperaktiv" wirkenden Schlagzeuger im Hinterkopf habe, ergeben seine Worte für mich plötzlich ansatzweise Sinn: Der spielt halt schon etwas dichter als viele Kollegen; allerdings hätte ich das eher als Pluspunkt verbucht, habe jedoch auch keine "luftige" Erwartung an das Album herangetragen. Für mich hat es durchaus genug Luft zum Atmen, aber durchweg fluffig ist es nicht unbedingt. Das finde ich aber auch gar nicht schlecht, denn a) ich mag kein stoisch-monotones Drumming ohne Abwechslung, und b) das Drumming auf "Second Nature" peppt den ansonsten recht harmoniesüchtigen Sound ein wenig auf. Oder sollte ich schreiben die Rhythmussektion? Bass und Schlagzeug passen hier gut zusammen. Andererseits: Wozu das hervorheben? Hier passt alles gut zusammen. Für manche vielleicht schon zu gut. Es gibt hier keine Brüche. Ist halt die Frage, was einem Musik interessant erscheinen lässt. Reichen begnadete Melodien? Oder braucht's Überrumpelung?
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Flying ColorsGenerell wundert es mich irgendwie, dass Dir das Album gefällt. Naja.
Glaube eher nicht, dass mich das Schlagzeug stört...erstens mag ich ja das Spiel von Mike und bei einer Band wie z.B. RUSH finde ich ja auch die eher hibbelige Schlagzeuguntermalung super. Glaube nicht, dass das ein Kritikpunkt bei mir sein wird. Mal sehn.
Re: Flying ColorsMich hat es auch etwas gewundert, dass ich daran Gefallen finde. Aber auch nur etwas. Ich hatte schon Phasen, da lief so sonnig-bunte Musik bei mir öfter. Die wurden dann wieder von anderen abgelöst. Und insofern ist das auch ein wenig so etwas wie ein Geschmacksrevival oder eine Art Geschmacksnostalgie bei mir. Ich habe bei den Songs immer wieder so ein vages deja vu Gefühl, sodass ich oft den Finger nicht drauflegen kann, woher mir ein Moment oder Element bekannt vorkommt, aber es hat dann was heimeliges an sich. Irgendwie passt es auch in die Jahreszeit, Spätsommer mit Herbstvorfreude. Ich habe zu Nils vorhin schon geschrieben, dass es mich stellenweise an STARSAILOR erinnert, was eine viel pop-affinere Band ist, und habe nach langer Zeit auch mal wieder an KLAATU gedacht, deren Musik ich viel länger nicht mehr gehört habe. Vielleicht klingt KLAATU auch völlig anders, aber irgendwie kam mir gerade jetzt beim FLYING COLORS-Hören wieder diese Assoziation. Ich glaube, KLAATU war spaceiger und BEATLESker.
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Flying ColorsHahaha, vergesst die KLAATU-Assoziation! Ich hatte "Hope" wirklich viiiiiiiel zu lange nicht mehr gehört, als da noch konkrete Erinnerung dran zu haben. Das ist nämlich voll die Beatles-auf-Acid-Trip-spaced-out-Monty-Python's-Flying-Circus-Mystery-Science-Theater-3000-Seventies-Prog-Operette und hat mit FLYING COLORS wirklich nichts zu tun. Eher noch mit PINK FLOYD at their most weird. Aber selbst das nicht wirklich. Schrääääääägiemusik....
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Re: Flying ColorsDas nenne ich mal eine intensive Auseinandersetzung mit einer SC-Platte, gefällt mir
Was mich einfach mit der Zeit stört, ist das immergleiche Drumming auf allen Alben, die er einspielt. Egal ob TRANSATLANTIC, NEAL MORSE oder eben FLYING COLORS - manchmal tut es ein simpler Beat mit einem sparsamen Fill auch. Dass gerade ich das als DT-Fan sage, könnte man ungewöhnlich finden. Aber auch bei DT ist es nie übertrieben gefrickelt, wenn es nicht sein "muss". Ganz im Gegensatz zu so Truppen wie MEMENTO WALTZ etc.
Re: Flying ColorsDas nennt sich Signature-Sound, Nils
![]() Meine Sammlung: http://www.musik-sammler.de/sammlung/jakobeh
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