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von Teichfrosch » Sonntag 8. Juni 2014, 19:02
Ja, stimmt schon, hier hät man es durchaus reinschreiben können. Je häufiger ich das Album jetzt gehört habe (ist ja jetzt offiziell released), desto mehr fühle ich mich subjektiv bestätigt. Insofern bin ich fast überrascht, dass ANATHEMA hier den SC Sieg davontragen konnte, trotz der großartigen ersten "Hälfte". Dieser elektronische Part ist einfach sehr, sehr schwach und komplett überflüssig/unnötig.
Umso überraschender, dass das von den Soundcheckern in den Kommentaren so gar nicht erwähnt wurde. Da würde ich ja schon mal gerne wissen, wie das zustande kommt. Gnädig drüber hinweg gesehen? Oder gefällts den meisten sogar (Sally hat ja bspw. in den SC Kommentaren deutlich gemacht, was er davon hält)? Müssen wir gar fürchten, dass ANATHEMA in Zukunft häufiger solche Fahrstuhlmusik fabriziert?
Schuster, bleib bei deinen Leisten ...
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von QueenL » Sonntag 8. Juni 2014, 20:23
Bin natürlich direkt am release Tag in den nächsten Mediamarkt geschlichen um mir die CD dort abzuholen (und natürlich meinen Tipp fürs WM-Spiel abzugeben  ) und war sehr happy das gute Stück nach langem Warten endlich in den Händen halten zu dürfen. Die CD Hülle selbst ist noch mal mit so einer Papphülle ummantelt und sowohl die CD als auch das Cover sind mit dem tollen Artwork von Sang Jun Yoo bestückt, im Booklet befinden sich neben anderen schönen Grafiken auch noch die Songtexte. Die erste Hälfte des Albums habe ich sofort ins Herz geschlossen und mich daran erinnert, warum ich diese Band so liebe. Wahnsinnig schöne und emotionale Songs, Vincents und Lees großartige Stimmen und eine hochwertige Produktion haben mich direkt in eine Wohlfühlatmosphäre versetzt. Auch mit diesem Album bleibt Anathema ihrem neuen Stil überwiegend treu, jedoch diesmal wieder mit einer leicht dunkleren Atmosphäre als bei den beiden Vorgängern, die ja fast durchweg "uplifting" waren. Das Klavier ist aber auch diesmal wieder mit das wichtigste Instrument. Anders jedoch beim meiner Meinung nach "Herzstück" des Albums, dem Song 'Anathema'. Hier schien es mir so, als wollte sich Anathema ganz auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und etwas schaffen, das quasi alles verkörpert das Anathema über die Jahre geschaffen und durchlebt hat. Hier finden sich sogar Elemente von 'The Silent Enigma' und 'Eternity' wieder, die Gitarre steht wieder im Vordergrund und begeistert mit einem super emotionalem Solo. Als dann jedoch 'You're Not Alone' kam war ich zunächst etwas enttäuscht. Klar, sie wollten natürlich etwas machen um den Hörer auf den Wandel in die zweite Hälfte und die elektronischere Richtung einzustimmen, aber ich finde mit dem Song ist das nicht so gut gelungen. Nicht weil ich den Song als solches schlecht finde, sondern weil er leider gar nicht zum Stil und in das Klangbild des Albums passt, auch nach mehrfachem Hören kann ich mich damit einfach nicht anfreunden und skippe ihn mittlerweile leider meistens.  Stehe sonst den Neuerungen recht willkommen gegenüber. 'Distant Satellites' hat mir dann wieder sehr gut gefallen und konnte mich erstmals auch mit den Drumsamples anfreunden, bis es dann zur Ruhephase des Songs kam (so ab 4:40~). Da hätte man meiner Meinung nach ein sehr schönes und vielfältiges Klangbild mit elektronischen Drumsamples schaffen können und sie haben sich leider für ein eintöniges "utz, utz, utz" entschieden.... Das war für mich dann auch ein kleiner Störfaktor aber nicht ganz so wild. Im letzten Song, 'Take Shelter', hat mir das Sample dann erstmalig ausnahmslos gut gefallen und fand es super umgesetzt, endlich! Es funktioniert also doch, wenn man da noch etwas dran pfeilt dann schafft Anathema es sicher was sehr besonderes daraus zu schaffen, wie gesagt bei diesem Song hat es für mich bereits funktioniert. Zum Abschluss bleibt für mich nur zu sagen, dass ich mal wieder positiv überrascht bin von der Band und es scheint mir, dass quasi alles was sie anfassen automatisch klasse wird. Mich hat das Album noch nicht so sehr bewegt wie es 'We're here because we're here' und die Atmosphäre von 'Weather Systems' geschafft haben, aber ich rechne es trotzdem mit zu meinen Lieblingsalben in diesem Jahr und auch für die Band sehr gutes Album. Kann es nur wärmstens empfehlen. Liebe Grüße und schönfe Pfingsten. 
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von Jakob » Montag 9. Juni 2014, 14:26
Wow, schöne Schilderung, QueenL! Ich fand das ganze Album anfangs schwierig, ich habe nicht den rechten Zugang gefunden. Mit jedem Durchlauf hat es sich mir aber dann mehr erschlossen, auch die elektronische Seite. 'You're Not Alone' finde ich immer noch etwas strange, den Song begreife ich wie meine Vorrednerin eher als Intermezzo o.ä. Es braucht auf jeden Fall Zeit und Ruhe und einen Hang zur emotionalen Musik, damit sich das Album öffnen kann.
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von Peter Kubaschk » Montag 9. Juni 2014, 15:13
Mich stört das elektronische Gebiepe in den letzten Songs schon ein wenig. Ich kann das dank der Stimme von Vincent schon immer noch gut hören, aber wenn die nächste Platte komplett so wäre, würde ich sie sicher nicht mehr so positiv aufnehmen. Die erste Hälfte (oder 2/3) finde ich hingegen wirklich superb.
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von Oliver Passgang » Montag 9. Juni 2014, 16:31
Ich war am Samstag Mittag im Saturn um die Ecke, wo die Band 7-8 Songs akustisch und für lau präsentiert hat. Das war natürlich ganz fabelhaft (ich war selbst in einem Elektronikhandel vollkommen hin & weg und schwebte irgendwo in anderen Sphären...) und selbst die auf dem Album elektronische Nummer 'Distant Satellites' kam in diesem Gewand super zur Geltung. Ich bin gespannt, wie sie das auf Tour umsetzen.
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von Teichfrosch » Montag 9. Juni 2014, 20:48
Jakob hat geschrieben:Es braucht auf jeden Fall Zeit und Ruhe und einen Hang zur emotionalen Musik, damit sich das Album öffnen kann.
Weiß nicht, wenn man ANATHEMA kennt, dann kommt doch in den ersten 2/3teln genau das, was man kennt und liebt  Peter hat geschrieben:Mich stört das elektronische Gebiepe in den letzten Songs schon ein wenig. Ich kann das dank der Stimme von Vincent schon immer noch gut hören, aber wenn die nächste Platte komplett so wäre, würde ich sie sicher nicht mehr so positiv aufnehmen. Die erste Hälfte (oder 2/3) finde ich hingegen wirklich superb.
Ja, es ist nicht so, dass es unhörbar wäre oder "schlecht". Subjektiv wäre es für mich wohl nur 6/10, objektiv immer noch 8-9/10, so wie es dann letztlich auch die Soundchecker bewertet haben. Frag mich dennoch, was das soll, denn wirklich originell wirkt es irgendwie nicht. Wenn ANATHEMA sich dazu entscheiden, in Zukunft mehr elektronisch zu machen, fände ich das durchaus okay SOFERN es gut gemacht ist. Und das erkenne ich bei den letzten 4 Songs des aktuellen Albums halt überhaupt nicht...
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von salisbury » Montag 9. Juni 2014, 21:01
Oh, schön, dass das Album hier diskutiert wird. Nun, ich hab meine Meinung, insbesondere zu den Samples, ja schon kundgetan, ich mag sowas, ich find super, dass ANATHEMA damit jetzt auch anfängt, ob oder nicht das aber eine zukünftige Ausrichtung der Band andeutet, war nur Spekulation meinerseits. Für einen Anfang ist es top, das kann man aber klar auch noch besser machen und wenn man das will holt man sich vielleicht einen Profi in dem Bereich in die Band oder hinter die Regler. Ich bin da offen für alles. Prog-Bands mit Anspruch müssen sich wandeln, das verlange ich sogar von ihnen, wenn sie spannend bleiben wollen. ANATHEMA hat das in der Vergangenheit getan und ich glaube, die Musikreise der Band ist noch lange nicht vorbei  . Ha, und ich liebe ja gerade das so kritisierte "You're Not Alone". Das Ding fetzt doch ohne Ende, was für ein Feger, voll geil!
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von frankjaeger » Montag 9. Juni 2014, 21:07
Ich mag elektronische Sounds. Ich finde es gut, dass die Band experimentiert und dies im hinteren Teil des Albums macht. Nein, das ist völlig gut so.
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von Dekalog der Elemente » Montag 9. Juni 2014, 21:29
Das Album hatte bisher erst einen Durchlauf bei mir. Ich finde es ohne Frage bisher ziemlich gut, auch wenn es in meinen Augen nicht an die beiden Vorgänger ran kommt. Mit den elektronischen Parts wiederum hab ich überhaupt keine Probleme, finde das recht interessant. Nur der Gesang von Vince scheint mir manchmal ein wenig schief zu sein
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Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
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von salisbury » Montag 9. Juni 2014, 21:37
Dekalog der Elemente hat geschrieben: Nur der Gesang von Vince scheint mir manchmal ein wenig schief zu sein Äh? Aber okay. Ich finde, manche Melodie-Linien klingt ein wenig nach Thom Yorke. Kann man schief finden, ich aber garantiert nicht 
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