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Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz
von Jesus » Montag 9. August 2010, 15:45
"Electric Boogaloo" Ja, ich habe schon vor einer Weile eine zweite Wichtel-CD bekommen. Oder besser zwei CDs. Mein Wichtel wartet sicherlich schon sehnsüchtigst auf meine Beschreibungen. Oder auch nicht. Nun ja, jetzt nehme ich mir einmal die Zeit und Muße , habe mir eine Schüssel Weizen-Kartoffel-Chips mit Thai-Chili-Geschmack und eine Flasche Bier bereit gestellt und fange mal an zu tippen. Ist 14.30 Uhr eine gesellschaftlich akzeptable Zeit für Bier? Ich meine außerhalb Bayerns? Weil dort gibt es ja "Biergärten". Davon habe ich Saupreiß noch nie etwas gehört... da wachsen sicherlich Bierbäume und dann darf man die Flaschen bestimmt schon am Mittag pflücken und trinken. Oh, da ist ja CD-Text... ei, ei, ei. Nicht hinschauen. Den ersten gründlichen Durchgang hatte ich vor einigen Wochen zusammen mit meiner Mama. Allerdings hatte sie einen Kasten Sternburg Export spendiert und ich eine Tüte mit getrockneten Pflanzenprodukten aus rein biologischem Anbau. Also... äh... Tee. Von Tee wird man doch high, nicht oder? Wie dem auch sei, von dem Abend weiß ich jedenfalls nicht mehr viel, einzig vage Schemen von Erinnerungsfetzen. Nur dass auf der weniger harten CD angeblich... *überleg* POISON und STILTSKIN drauf sind. Aber ich fange mit der harten CD an, weil ich da spontan mehr erkannt hatte. Also hier läuft jetzt "DOOM GO(e)TH BLÄCK" von meinem leprösen Kollegen. Scheinbar gesponsort von Dr. Doom, Amon Goeth und Roy Bläck. 1. Regen... Gewitter... unheimlich tönt der Kirchturm über dem Friedhof. Eine Gestalt steht bedächtig neben dem gigantischen keltischen Kreuz, das die letzte Ruhestätte eines lange vergessenen Menschen markiert. Ein Riff! Diabolus in Musica. Fiese Quinten... nervöse Trommeln... eine Gestalt in schwarz zeigt auf mich... ich drehe mich um und renne davon, denn ich bin der Auserwählte. Oh neeeiiiiinnnn, schwere Riffs!!! Ja, so muss jeder Sampler beginnen. BLACK SABBATH. Black Sabbath. "Black Sabbath". Nach 40 Jahren keinen Deut schlechter geworden. Tony Iommi herrscht halt große Zeit. Und sieht definitiv nicht um 40 Jahre gealtert aus. Der hat doch schon im Mittelalter zusammen mit Keith Richards und Vlad Draculea eine Band gehabt. 2. Pluckernder Bass, eingestreute Trommelfetzen, weit entfernter Gesang von Ian Curtis. Erscheint mir weniger verzweifelt als sonst... kann den Song gerade nicht zuordnen. Ist der auf den regulären LPs drauf? Ungewöhnlich ruhig. Also nicht weniger hypnotisch als manch anderes Stück von JOY DIVISION, aber fast schon... beschwingt. Cool. 3. Mh... eine unverzerrte und eine akustische Gitarre träufeln Melancholie und warten doch nur auf den Ausbruch heftiger Riffs. Ah, da kommt der DOOOM. DOOOOOOOOOM. Metallisch verhallter Sprechgesang aus der Ferne. In deutscher Sprache. Versteht man aber nicht. Zu weit weg, zu verhallt... das Doomriff zerfällt, die akustische, zerbrechliche Seite kehrt zurück. Huch, nach nicht einmal 4 Minuten ist schon Schluss. Seltsam, so ganz ohne Kontext. Musikalisch mein Ding, gesanglich seltsam. Eine deutsche Gotentruppe? 4. Ah, der angelnde Tommy G-Punkt und seine frierenden Gallier. Heavy as fuck. HHEAAAAAVVYYY!! Von der "Monotheist". Sollte ich mir wirklich mal zulegen. Das walzt und zermalmt so schön. Zermalmen ist ein schönes Wort. Mit tiefer Stimme gesprochen klingt es genauso wie die Handlung. ZERMALMEN! Vielleicht hätten sich CELTIC FROST doch ZERMALMER nennen sollen. "Oh God, why have you forsaken me?" Riffriffriffriff. Bassbassbassbass. Trommeltrommeltrommel. 5. Post-Punk... alt. Sehr alt. Ah. Nick Cave. Das ist dann THE BIRTHDAY PARTY. Sehr abgefuckt und schräg und kaputt und amateurhaft und generell völlig daneben. Garagenrotzgepunke. "Come on and kiss me black garblnuschlsgmsjkvajkvnaefn hey hey hey!" Die waren doch bei der Aufnahme allesamt high. 6. Ein einsamer Akkord, wabernde Synthielandschaften, subtiles Gebasse, elektronische Klänge von links nach rechts und dann vergewaltigt jemand sein Keyboard. Quietsch, tüdelü. Und noch ein paar chorartige Klänge... martialische Marschtrommeln, orgiastische Orgelorgien... und Schluss. Ein Instrumental. Schräg. Das abgehackte Ende lässt ein Intro vermuten. 7. Fieser Funeral Doom vom Allerfeinsten. Verzweifelte Schreie aus der Tiefe der Hölle und minutenlange Riffs auf 1 Meter tiefgestimmten Gitarren. FUNERALIUM mit "First Symptoms", was eigentlich auch nur ein Intro ist, aber die anderen Songs wären sicherlich etwas zu lang gewesen. Jesus mag Funeral Doom. Hat vielleicht mit dieser ganzen Auferstehungsgeschichte zu tun. Josefs Gruft war eigentlich ganz hübsch eingerichtet. Der war ja auch reich. 8. Mehr post-punkige Klänge aus den tiefsten 70ern. Schnell, hektisch, verzweifelt, cool. BAUHAUS mit "In the Flat Field" vom gleichnamigen Album. Awesome. 9. Huch... sehr gotische zuckersüße Keyboardklänge, tiefe gregorianische Chöre, doomiges Chugga-Riffing und dann fies keifend-grunzender Sänger. Also angeschwärztes Gotenmetall der härteren Sorte. Vielleicht was von TIAMAT, was ich noch nicht kenne. Oder SAMAEL. Oder PARADISE LOST. Oder ROTTING CHRIST. Irgendwas in der Richtung jedenfalls. Klingt jedenfalls nicht verkehrt. Rockt. 10. Au ja, das ist schön fies. Kantig. Abstrus. WÜRGKOTZ. HMPF! STAMPF! Schiefe Klänge, schräge Nichtrhythmen. EHNAHRE zelebrieren die Zerstörung. BLASTBLASTWÜRGKREISCHQUIETSCH. Hehe. Schönes Ding. Heißt "Part V". Damit hält man sich sämtliche Frank Jaegers des Planeten vom Leib  11. Etwas gemäßigter und eher hardrockender geht's hier zu. Radiotauglich. "Reveal yourself to me like cheap pornography". Die 90er. Ein recht fröhliches, angebluestes Riff, Strophe-Refrain-Struktur. Und eine Backgroundsängerin. Singt der da im Refrain "Christ"? Auch nicht verkehrt. Hätte auch von SOUNDGARDEN sein können, ist es aber nicht. Was Hardrock angeht, ist das jedenfalls subtiler und angenehmer als die gekreuzigte Barbara auf Pias Sampler - nichts für ungut  12. "This generation shall not pass" sagt das Sample. Ach so. Und dann thrashiges Riffing. Sehr verzerrter Gesang. Mehr Thrash. Nein, doch eher Death... angeschwärzter. Gurgelnd. Bang your head. "Tomorrow you diiiieee" QUIETSCHESOLOOOO! Auch nicht verkehrt, aber sicherlich nichts, was ich mir gern auf Dauer antun würde. Aus der Phase bin ich raus. Ist aber ganz nett. Textlich halt so das übliche apokalyptische Gelaber von Tod und Zerstörung und dass niemand entkommt und wir alle des Todes sind und halt all diese schwermetallischen Klischees. Nicht weltbewegend, aber solide gespielt. Wer's braucht. Kurze Pause zum Bierholen... *Pause mach und Bier hol* ...weiter geht's. 13. Der Wind pfeift mir aus den Kopfhörern. Eine schief gestimmte Gitarre tönt etwas ziellos über die weite karge Ebene. Hier ist doch kein Mensch weit und breit. Bis hier hin erinnert mich das an die psychedelischen Klänge von NJIQAHDDA (versucht den Namen mal unter Drogen zu schreiben). Ein Erzähler labert mich voll, aber ich kann ihn nicht so wirklich verstehen. Oha, da kommen die Kriegstrommeln und scheuchen die Sklaven über den kargen Wüstenboden. Die Ärmsten. Und von dort kommt das doomige Riff und der leicht verzerrte Gesang.... aaaaaaaaaaaaaah, da fällt mir doch ein Schuppentierchen von den Augen: YOB! Steinig. Psychedelisch. Schwer. Hypnotische Leads. Sich steigernd. Schneller werdend. Heavier werdend. Immer cooler werdend. Am Ende mache ich "puuu!" und muss erst einmal Luft holen. Fuck yeah. 14. Einsame, minimalistische, quasi-postrockige Klänge verlieren sich einsam im Raum. Es träufelt Xylophonnoten, alle paar Takte fällt jemand aufs Schlagzeug... es ist ruhig hier. Zu ruhig. Aber bei diesen traumschwelgerischen Klängen erwarte ich keine Steigerung und kein böses Metal-Riff, das die Ruhe zunichte macht. Das ist einfach nur Seelenbalsam. Irgendwo im Hintergrund werden ein paar Gregorianer angedeutet. Ich erwarte eigentlich noch ein Windspiel, das will aber nicht kommen. 15. Elektronisch wummernde Klänge. Klingt erst einmal nach MASSIVE ATTACK. Ah, ist natürlich MASSIVE ATTACK. "Black Milk" von der "Mezzanine". Ja, so muss Trip-Hop natürlich klingen. Knorke. Weiß ich doch. So weit, so gut. Es geht dann weiter mit "...and Blue Is Slowly Washed to Grey"... stay tuned 'til next time. Same Jesus-thread, same Jesus-time!
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Jesus
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von Eike » Montag 9. August 2010, 17:42
I. 11. ...stammt aus Irland, direkt aus der Mülltonne.
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Eike
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von Eike » Dienstag 10. August 2010, 05:12
Jesus hat geschrieben:1. Regen... Gewitter... unheimlich tönt der Kirchturm über dem Friedhof. Eine Gestalt steht bedächtig neben dem gigantischen keltischen Kreuz, das die letzte Ruhestätte eines lange vergessenen Menschen markiert. Ein Riff! Diabolus in Musica. Fiese Quinten... nervöse Trommeln... eine Gestalt in schwarz zeigt auf mich... ich drehe mich um und renne davon, denn ich bin der Auserwählte. Oh neeeiiiiinnnn, schwere Riffs!!!
Ja, so muss jeder Sampler beginnen. BLACK SABBATH. Black Sabbath. "Black Sabbath". Nach 40 Jahren keinen Deut schlechter geworden. Tony Iommi herrscht halt große Zeit. Und sieht definitiv nicht um 40 Jahre gealtert aus. Der hat doch schon im Mittelalter zusammen mit Keith Richards und Vlad Draculea eine Band gehabt.
01. BLACK SABBATH - 'Black Sabbath' Der Klassiker. Das Intro. Ein Muss. Jesus hat geschrieben:2. Pluckernder Bass, eingestreute Trommelfetzen, weit entfernter Gesang von Ian Curtis. Erscheint mir weniger verzweifelt als sonst... kann den Song gerade nicht zuordnen. Ist der auf den regulären LPs drauf? Ungewöhnlich ruhig. Also nicht weniger hypnotisch als manch anderes Stück von JOY DIVISION, aber fast schon... beschwingt. Cool.
02. JOY DIVISION - 'Autosuggestion' Der Titel findet sich auf "Substance". Herrlich schwelgerisch. Alternative wäre 'Transmission' gewesen. Aber 'Autosuggestion' ist schwelgerischer, wenn auch nicht ganz so fanatisch. Jesus hat geschrieben:3. Mh... eine unverzerrte und eine akustische Gitarre träufeln Melancholie und warten doch nur auf den Ausbruch heftiger Riffs. Ah, da kommt der DOOOM. DOOOOOOOOOM. Metallisch verhallter Sprechgesang aus der Ferne. In deutscher Sprache. Versteht man aber nicht. Zu weit weg, zu verhallt... das Doomriff zerfällt, die akustische, zerbrechliche Seite kehrt zurück. Huch, nach nicht einmal 4 Minuten ist schon Schluss. Seltsam, so ganz ohne Kontext. Musikalisch mein Ding, gesanglich seltsam. Eine deutsche Gotentruppe?
Eine junge Band mit viel Potential. Sie selbst bezeichnet ihre Musik wohl als atmosphärischen Black Metal. Naja, wen interessieren Schubladen? Jesus hat geschrieben:4. Ah, der angelnde Tommy G-Punkt und seine frierenden Gallier. Heavy as fuck. HHEAAAAAVVYYY!! Von der "Monotheist". Sollte ich mir wirklich mal zulegen. Das walzt und zermalmt so schön. Zermalmen ist ein schönes Wort. Mit tiefer Stimme gesprochen klingt es genauso wie die Handlung. ZERMALMEN! Vielleicht hätten sich CELTIC FROST doch ZERMALMER nennen sollen. "Oh God, why have you forsaken me?" Riffriffriffriff. Bassbassbassbass. Trommeltrommeltrommel.
04. CELTIC FROST - 'Ground' Pioniere und Könige. Heavy Metal. Doom Metal. Black Metal. Death Metal. Ricola Metal. "Uhhhh!"-Metal. Jesus hat geschrieben:5. Post-Punk... alt. Sehr alt. Ah. Nick Cave. Das ist dann THE BIRTHDAY PARTY. Sehr abgefuckt und schräg und kaputt und amateurhaft und generell völlig daneben. Garagenrotzgepunke. "Come on and kiss me black garblnuschlsgmsjkvajkvnaefn hey hey hey!" Die waren doch bei der Aufnahme allesamt high.
05. THE BIRTHDAY PARTY - 'Kiss Me Black' Drogen. Drogen. Drogen. Alle Macht den --- Typen um Nick Cave. Und dem Meister, natürlich. Jesus hat geschrieben:6. Ein einsamer Akkord, wabernde Synthielandschaften, subtiles Gebasse, elektronische Klänge von links nach rechts und dann vergewaltigt jemand sein Keyboard. Quietsch, tüdelü. Und noch ein paar chorartige Klänge... martialische Marschtrommeln, orgiastische Orgelorgien... und Schluss. Ein Instrumental. Schräg. Das abgehackte Ende lässt ein Intro vermuten.
06. IN THA UMBRA - 'Ei Krónos Titenes' Noch so kaputte Genrebastarde. Passt. Jesus hat geschrieben:7. Fieser Funeral Doom vom Allerfeinsten. Verzweifelte Schreie aus der Tiefe der Hölle und minutenlange Riffs auf 1 Meter tiefgestimmten Gitarren. FUNERALIUM mit "First Symptoms", was eigentlich auch nur ein Intro ist, aber die anderen Songs wären sicherlich etwas zu lang gewesen. Jesus mag Funeral Doom. Hat vielleicht mit dieser ganzen Auferstehungsgeschichte zu tun. Josefs Gruft war eigentlich ganz hübsch eingerichtet. Der war ja auch reich.
07. FUNERALIUM - 'First Symptoms' Happy Music for Happy People. (tm) Jesus hat geschrieben:8. Mehr post-punkige Klänge aus den tiefsten 70ern. Schnell, hektisch, verzweifelt, cool. BAUHAUS mit "In the Flat Field" vom gleichnamigen Album. Awesome.
08. BAUHAUS - 'In The Flat Field' Und danach noch etwas Erwürgen. Jesus hat geschrieben:9. Huch... sehr gotische zuckersüße Keyboardklänge, tiefe gregorianische Chöre, doomiges Chugga-Riffing und dann fies keifend-grunzender Sänger. Also angeschwärztes Gotenmetall der härteren Sorte. Vielleicht was von TIAMAT, was ich noch nicht kenne. Oder SAMAEL. Oder PARADISE LOST. Oder ROTTING CHRIST. Irgendwas in der Richtung jedenfalls. Klingt jedenfalls nicht verkehrt. Rockt.
09. SAMAEL - 'A Man In Your Head' Natürlich wieder Gebirgsmenschen. Die sind doch alle krank! Jesus hat geschrieben:10. Au ja, das ist schön fies. Kantig. Abstrus. WÜRGKOTZ. HMPF! STAMPF! Schiefe Klänge, schräge Nichtrhythmen. EHNAHRE zelebrieren die Zerstörung. BLASTBLASTWÜRGKREISCHQUIETSCH. Hehe. Schönes Ding. Heißt "Part V". Damit hält man sich sämtliche Frank Jaegers des Planeten vom Leib 
10. EHNAHRE - 'Part V' Lustige Musikanten. Jesus hat geschrieben:11. Etwas gemäßigter und eher hardrockender geht's hier zu. Radiotauglich. "Reveal yourself to me like cheap pornography". Die 90er. Ein recht fröhliches, angebluestes Riff, Strophe-Refrain-Struktur. Und eine Backgroundsängerin. Singt der da im Refrain "Christ"? Auch nicht verkehrt. Hätte auch von SOUNDGARDEN sein können, ist es aber nicht. Was Hardrock angeht, ist das jedenfalls subtiler und angenehmer als die gekreuzigte Barbara auf Pias Sampler - nichts für ungut 
Mindestens dieses Album der Band sollte jeder als musikalische Notfallapotheke im Schrank stehen haben. Da die aber immer mal wieder den Stil wechselt, sollte man mehr gehört haben. Jesus hat geschrieben:12. "This generation shall not pass" sagt das Sample. Ach so. Und dann thrashiges Riffing. Sehr verzerrter Gesang. Mehr Thrash. Nein, doch eher Death... angeschwärzter. Gurgelnd. Bang your head. "Tomorrow you diiiieee" QUIETSCHESOLOOOO! Auch nicht verkehrt, aber sicherlich nichts, was ich mir gern auf Dauer antun würde. Aus der Phase bin ich raus. Ist aber ganz nett. Textlich halt so das übliche apokalyptische Gelaber von Tod und Zerstörung und dass niemand entkommt und wir alle des Todes sind und halt all diese schwermetallischen Klischees. Nicht weltbewegend, aber solide gespielt. Wer's braucht.
Zwischendurch mal was leichtverdauliches für angeschlagene Nerven. Das ist das Nebenprojekt einer sonst eher ruhig agierenden Gothic-Ikone. Jesus hat geschrieben:13. Der Wind pfeift mir aus den Kopfhörern. Eine schief gestimmte Gitarre tönt etwas ziellos über die weite karge Ebene. Hier ist doch kein Mensch weit und breit. Bis hier hin erinnert mich das an die psychedelischen Klänge von NJIQAHDDA (versucht den Namen mal unter Drogen zu schreiben). Ein Erzähler labert mich voll, aber ich kann ihn nicht so wirklich verstehen. Oha, da kommen die Kriegstrommeln und scheuchen die Sklaven über den kargen Wüstenboden. Die Ärmsten. Und von dort kommt das doomige Riff und der leicht verzerrte Gesang.... aaaaaaaaaaaaaah, da fällt mir doch ein Schuppentierchen von den Augen: YOB! Steinig. Psychedelisch. Schwer. Hypnotische Leads. Sich steigernd. Schneller werdend. Heavier werdend. Immer cooler werdend. Am Ende mache ich "puuu!" und muss erst einmal Luft holen. Fuck yeah.
13. YOB - 'Ball Of Molten Lead' Packung. Jesus hat geschrieben:14. Einsame, minimalistische, quasi-postrockige Klänge verlieren sich einsam im Raum. Es träufelt Xylophonnoten, alle paar Takte fällt jemand aufs Schlagzeug... es ist ruhig hier. Zu ruhig. Aber bei diesen traumschwelgerischen Klängen erwarte ich keine Steigerung und kein böses Metal-Riff, das die Ruhe zunichte macht. Das ist einfach nur Seelenbalsam. Irgendwo im Hintergrund werden ein paar Gregorianer angedeutet. Ich erwarte eigentlich noch ein Windspiel, das will aber nicht kommen.
Beinahe meditativ. Für das Windspiel musst du graben. Oder bohren. Bis es blutig wird. Jesus hat geschrieben:15. Elektronisch wummernde Klänge. Klingt erst einmal nach MASSIVE ATTACK. Ah, ist natürlich MASSIVE ATTACK. "Black Milk" von der "Mezzanine". Ja, so muss Trip-Hop natürlich klingen. Knorke. Weiß ich doch.
15. MASSIVE ATTACK - 'Black Milk' Betthupferl.
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Eike
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von Jesus » Mittwoch 11. August 2010, 09:40
Eike hat geschrieben:Eine junge Band mit viel Potential. Sie selbst bezeichnet ihre Musik wohl als atmosphärischen Black Metal. Naja, wen interessieren Schubladen?
AUTUMNBLAZE? Würde ich jetzt spontan mit dem Sound assoziieren. Also *Grünen Tee schlürf* dann weiter mit "...and Blue Is Slowly Washed to Grey". 1. Entspannter, dubbiger Trip-Hop. Hätte so auch von der massiven Attacke sein können, jetzt gerade habe ich aber versehentlich den CD-Text gesehen und da erschien der Name DEUS. Nie gehört. Klingt aber nicht verkehrt. "Now I just need someone to screw"... 2. Meine Güte, hier habe ich mir ersten Abspielen im Auto ganz übel den Kopp zerbrochen... [Rückblende:]"Oha, da kommt ein doomiges Riff. Ah, cool. Kommt mir vertraut vor, so ein doomiges Riff habe ich schon in zig Songs gehört. Ist doch geklaut. Hm, der Part mit den psychedelischen, unverzerrten Gitarrenklängen und dem flüsternden Gesang klingt nach DOLORIAN. Ist das DOLORIAN? Könnte sein. Aber die haben doch nicht solche eingängigen Refrains... was singt der da, 'suicide tee'? Was ist an Suizidtee denn Doom? Das muss aber DOLORIAN sein, denn ich kenne das so gut, das muss irgendwo in meiner Sammlung stehen. Argh! Was ist das? Woher kenne ich das? *mitsing* '...lalala honymoon, silver spoon, sui... si... psylocybe tea'! Genau. Verdammt... ähm... TIAMAT! ' Whatever That Hurts' von der 'Wildhoney'. Wieso komme ich da nicht sofort drauf?" Das ist die kondensierte Version, weil ich ehrlich gesagt drei Durchläufe hintereinander gebraucht habe... peinlich. Ist natürlich ein ganz toller Song. 3. Aha, country-beeinflusster Softrock zu Beginn. Fängt an sich ganz nett an, aber der Gesang klingt so nach 80er-Rock, dass mir da von Sekunde eins immer ganz Übles schwant. Klingt wie der Herr Bongiovi. Und da kommt der Ausbruch und das fette Hardrock-Riff inklusive genau der Art von Gesang, die ich eigentlich so gar nicht mag. "And the night rolls on like a slow-moving train/ and the soul cries out" oder so ähnlich. Der Sänger wartet auch auf eine handvoll Regen. Wechselt ganz gut zwischen den hardrockenden und countrylastigen Teilen hin und her. An sich ist das wirklich gute Handarbeit. Könnte also wirklich BON JOVI sein. Vielleicht. Aber POISON soll ja auch drauf sein, aber wenn ich mich recht entsinne, vermute ich da einen anderen Song weiter hinten... so erst einmal keine Ahnung, aber die reiferen Herren in diesem Forum erkennen vielleicht anhand meiner dürftigen Beschreibung sofort irgendeinen ihrer Helden aus dem angeblich goldenen Jahrzehnt. Das war jedenfalls damals sicherlich sehr erfolgreich. Und wenn es selbst nicht aus den 80ern stammt, so tut es die Band jedenfalls. Oder zumindest deren Bandkopp. 4. Gar nicht so einfach, das Winamp zu bedienen und dabei nicht auf den Text zu sehen... also es blubbern elektronische Effekte und ein Cello spielt nachdenkliche Klänge. Ein zarter, halb geflüsterter, fast gesprochener Gesang setzt ein. Erinnert mich an irgendwas. Aber keine Ahnung. Minimalistisch. Wenn MASSIVE ATTACK und CURRENT 93 'ne Jamsession halten würden, könnte das auch ungefähr so klingen. Sehr positive Grundstimmung, ohne fröhlich zu sein. Schön. Wirkt sehr lebensbejahend. Tolles Ding. 5. Mehr Streicher... ein brummender Kontrabass und... bin mir nicht sicher, ob das nun ein Cello oder eine Violine ist. Ne, Cello. Und dann 80er-Pop-Rhythmus und... MADONNA??? Ähm... also das klingt hier wirklich wie Frau Ciccone zu Zeiten von "Ray of Light". Die Dame hier singt was von "the spirit of life". Das ist unerwartet hier. Gut gemachter, leicht angedunkelter Pop. Heute würde das zwar nicht mehr im Radio laufen, weil es nicht tanzbar ist, aber Mitte der 90er wäre das vielleicht ein Hit geworden. Klingt trotzdem wie MADONNA. Die ist es aber bestimmt nicht. Sehr ätherisch wabernd und trance-induzierend. Weite Wüste durch blauen Filter gefilmt. 6. Mehr amerikanischer Folk zu Beginn. "On a cold night in a hotel in New Orleans came the final bloooow mmmh mmmh mmmh". Aber ist wieder kein Country, es setzen die Rockgitarren ein... und es wird nicht wirklich härter. Das hier ist ganz weichgespülter, gezuckerter Radiorock. Das geht ja mal gar nicht. Klingt stellenweise auch nach BON JOVI, nur noch ein bisschen tuffiger. Das muss dann der Song sein, bei dem ich POISON vermute. Bestimmt. Da war das erste Stück in dem Stil besser. Das hier ist einfach zuuu... Stadionrock, Cock Rock, Chick Magnet Rock, Feuerzeug-in-die-Höhe-streck-Rock. Das ist pink und süßlich. Ganz schlimm. 7. Und krasser Wechsel zu Drum'n'Bass. Discomucke. Aber nicht übel. Gesang kommt mir vertraut vor. "Concrete Kingdom" könnte der Titel sein. Klingt nicht verkehrt. Notiz an mich selbst: mehr Drum'n'Bass hören. Oha, da kommen ja ein paar fette Gitarren und ein Mitklatsch-Part. Der wiederum passt nicht ganz so gut, aber das Stück fängt sich dann wieder. Um das zu genießen braucht man aber eine Tanzfläche, Schwarzlicht und ein paar leicht bekleidetete und angetrunkene Mädels. 8. Rock mit ritualistischen Bongo-Getrommel. Uh-ah-uh-ah. Die Rock'nRoll-Kannibalen werden Dich fressen. Das Stück ist auch sehr interessant. Hört man nicht alle Tage sowas. Endet aber einfach so mit 'ner Ausblende ohne großen Höhepunkt, was ein wenig schade ist. 9. Fettes Rockriff zu beginn. Da hole ich mal die Luftgitarre raus. Nanu, ist das Ian Astbury? Klingt wie er. Könnte sogar THE CULT sein. Gotisch angehauchter Hard Rock. Feine Sache, schön eingängig ohne radiotauglich oder whimpig zu sein. Toller Refrain. Gefällt. Mag ich. 10. Melancholischer Deutschrock über zarten Klampfen. Poetische Lyrik. Könnte den Text jetzt komplett abtippen, bin aber zu faul. Eike wird mich jetzt hauen, aber das erinnert mich ein kleines bisschen an ECHT. Nur besser. Ah, da kommen ein paar deftigere Stromgitarren. Gesanglich sehr gut gemacht. Ich weiß aber nicht, was denn "Geisterfische" sein sollen. Ich kenne ja Gespensterfische, aber die meint der junge Mann hier sicherlich nicht. Gutes Ding. 11. Ein wenig bekiffter Doom Blues von EARTH. Von der Platte mit dem biblischen Cover. Irgendwas mit Samson... "The Bees Made Honey in the Lion's Skull". Weiß gerade nicht den Namen *hinschau* "Engine of Ruins", aha. Ist irgendwo in der Mitte des Albums. Weiß ich doch. Allerdings bevorzuge ich meist doch eher den destruktiven Drone der Frühwerke, weil die Platte wirklich sehr arg lethargisch ist. 12. Gotische Klänge, gotischer Gesang in angelsächsischer Sprache mit eindeutig deutschem Akzent. Mantrische Wiederholung... "fly/ if I could fly/ if I could fly/ let myself drift without goodbye/ try/ if I could try..." usw. Im Prinzip wird dieses gesangliche Motiv nur immer wieder variiert, der Song lebt also in erster Linie vom Gesang und einem einzigen Reim. Ganz nett. Also irgendeine von diesen prätentiösen deutschen Gothic-Truppen, die ich eh nicht kenne. Ah, nach drei Vierteln kommt etwas Bewegung in die vorher reduzierte Klanglandschaft. Ein paar elektronische Trommeln und Effekte lockern das Gehörte kurz auf, bevor sich langsam aber sicher das Stück wieder auflöst. 13. Mehr TIAMAT? Nein, klingt aber sehr ähnlich. PARADISE LOST. Schon ewig nimmer gehört. Haben auch mal ganz soliden Doom gespielt. Wieso habe ich eigentlich keine Platte von denen? Ach, jetzt ist auch zu spät. Ähm... von der "Draconian Times". Titel heißt... ach, jetzt der Titel schon weg und das nächste Stück fängt an. Also weiter im Text... 14. Wieder sehr zarte, akustische Klänge und ein Sänger, der ein wenig an Mikael Åkerfeldt erinnert. Hätte so auch auf der "Damnation" stehen können. Hübsch. Eine kleine, feine Ballade für den Melancholiker in mir. Zerbrechlich und einfach nur schön. Dann zum Ende hin bedächtiges Schlagwerk und eine weinende Violine. Sowas kann man ja nicht schlecht finden  15. Es tüdelt und flötet... ah, da ist das Windspiel, auf das ich auf der letzten CD gewartet hatte... und nach wenigen Sekunden ist alles vorbei. Ääääh... 16. Noch ein kurzes wabernd-ambientes Instrumental ohne große Aussagekraft. Also... ähm... ich frage mich jetzt, wo denn nun STILTSKIN sein soll? Nichts klang nach Grunge oder Jeans-Werbung. Zum Ende der CD hätte Eike ruhig noch ein wenig Gebolze oder allgemein was Treibendes hinpacken können. So habe ich in den Schlussminuten ein wenig das Interesse verloren. Klang aber ansonsten interessant. Da werde ich wieder viel lernen. Und irgendwie scheint es mir, als wäre auf dieser CD mehr Gotentum gewesen als auf der anderen, obwohl dort das Wort Goth im Titel vorkam. Nun gut... ich bringe mal meinen Frühstücksteller und meine Teetasse in die Küche. *streck* *gähn* *aufsteh* *noch einmal streck*
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von Peter Kubaschk » Mittwoch 11. August 2010, 10:01
Jesus hat geschrieben:[
3. Aha, country-beeinflusster Softrock zu Beginn. Fängt an sich ganz nett an, aber der Gesang klingt so nach 80er-Rock, dass mir da von Sekunde eins immer ganz Übles schwant. Klingt wie der Herr Bongiovi. Und da kommt der Ausbruch und das fette Hardrock-Riff inklusive genau der Art von Gesang, die ich eigentlich so gar nicht mag. "And the night rolls on like a slow-moving train/ and the soul cries out" oder so ähnlich. Der Sänger wartet auch auf eine handvoll Regen. Wechselt ganz gut zwischen den hardrockenden und countrylastigen Teilen hin und her. An sich ist das wirklich gute Handarbeit. Könnte also wirklich BON JOVI sein. Vielleicht. Aber POISON soll ja auch drauf sein, aber wenn ich mich recht entsinne, vermute ich da einen anderen Song weiter hinten... so erst einmal keine Ahnung, aber die reiferen Herren in diesem Forum erkennen vielleicht anhand meiner dürftigen Beschreibung sofort irgendeinen ihrer Helden aus dem angeblich goldenen Jahrzehnt. Das war jedenfalls damals sicherlich sehr erfolgreich. Und wenn es selbst nicht aus den 80ern stammt, so tut es die Band jedenfalls. Oder zumindest deren Bandkopp.
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von Peter Kubaschk » Mittwoch 11. August 2010, 10:26
Ich würde den Song nicht als einer meiner Lieblingssongs bezeichnen, aber die Vergleich zu BON JOVI & POISON tun halt tatsächlich weh. Deine Ohren möchte ich nicht haben.
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von Jesus » Mittwoch 11. August 2010, 10:33
Also für mich klingt das ähnlich. So glattgelackter, angeweichter Hard Rock (heißt das dann Not-So-Hard Rock?) mit etwas Südstaatenflair und nach Wüste klingenden Country-Elementen. Das assoziiere ich dann eben mit Bon Jovi und Konsorten.
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von Eike » Mittwoch 11. August 2010, 18:26
Wilde Tage in New Jerseys Wüste? Oder doch eher vergifteter Regen in der Hand? Besser als taub auf dem Dach zu sitzen! Nee, Meisterhänger, das lass besser mal nicht den Chef lesen. Das ist meines dürftigen Wissens auch eine seiner Lieblingsbands. Ich mag sie dorniger lieber. 
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von Jesus » Mittwoch 11. August 2010, 18:32
Ich verstehe immer noch nicht, was hier Phase ist. Habe ich etwas nicht erkannt, das man unbedingt kennen muss und sollte, wenn man Stromgitarrenmusik nicht abgeneigt ist? Ist die Band irgendwie wichtig, berühmt oder wegweisend?
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