Große Festivals - Pro & Contra

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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Mr. Know-It-All » Montag 9. August 2010, 16:25

Peter Kubaschk hat geschrieben:
Mr. Know-It-All hat geschrieben:Und das mit dem Stress kann ich auch wirklich nicht verstehen. Ich habe das bisher keinmal Stress gehabt, sondern empfand das ganze Festival eigentlich immer als recht entspannt.


Ich glaube, dass mit dem Stress versteht man nur, wenn man auf dem Wacken 2000 oder noch früher war, wo es einfach noch nicht ganz soooooo riesig oder gar klitzeklein war. Es ist schon ein Unterschied, ob ein Festival 35.000 oder 75.000 Besucher hat, man 5 Min oder 25 zum Gelände läuft, 10 oder 30 Min am Einlass steht, man zeltet oder in einer Pension wohnt etc. etc.

Wir sind halt auch älter. Daher ist das KIT auch so gut für uns. Echte Betten, echte Duschen, 10 Min zur Halle, 2.000 Headbanger, 20 Bands, das schafft man mit Ü30 noch. Natürlich nur mit Pause. :grins:


Also wir haben gut 10 Minuten zum Gelände gebraucht und haben NIE 10 Minuten am Einlass gestanden. Bis auf ein einziges Mal - und da haben wir zwei Minuten warten müssen - kamen wir immer sofort rein.

Und zu Holger: Mies organisiert war es ganz und gar nicht. Okay, ab und an musste man sich zwischen zwei Bands entscheiden, aber das war's dann auch schon. Wenn man sich die RO vernünftig angeguckt hat, wusste man immer, welche Band wann wo spielt und auch sonst fand ich die Organisation sehr gut. Bei der Anreise waren wir sehr schnell an unserem Platz, bei der Abreise haben wir 15 Minuten gebraucht, um vom Gelände zu kommen und es gab anschließend keinen Stau (mal abgesehen vom Elbtunnel, aber das hat damit ja nichts zu tun). Und auch beim Einlass zum Infield gab es nie Probleme oder Verzögerungen.
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Chavo89 » Montag 9. August 2010, 16:37

Dazu kamen die Dixi-Klos, die dieses Jahr hervorragend sauber waren. Wer allerdings duschen will, hat in Wacken eh nichts verloren. Ich denke beim KIT hätte ich auch eine Menge Spaß, aber nach Wacken kann ich doch trotzdem noch fahren, oder darf man nur auf eines?
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 9. August 2010, 16:47

Mr. Know-It-All hat geschrieben:
Peter Kubaschk hat geschrieben:
Mr. Know-It-All hat geschrieben:Und das mit dem Stress kann ich auch wirklich nicht verstehen. Ich habe das bisher keinmal Stress gehabt, sondern empfand das ganze Festival eigentlich immer als recht entspannt.


Ich glaube, dass mit dem Stress versteht man nur, wenn man auf dem Wacken 2000 oder noch früher war, wo es einfach noch nicht ganz soooooo riesig oder gar klitzeklein war. Es ist schon ein Unterschied, ob ein Festival 35.000 oder 75.000 Besucher hat, man 5 Min oder 25 zum Gelände läuft, 10 oder 30 Min am Einlass steht, man zeltet oder in einer Pension wohnt etc. etc.

Wir sind halt auch älter. Daher ist das KIT auch so gut für uns. Echte Betten, echte Duschen, 10 Min zur Halle, 2.000 Headbanger, 20 Bands, das schafft man mit Ü30 noch. Natürlich nur mit Pause. :grins:


Also wir haben gut 10 Minuten zum Gelände gebraucht und haben NIE 10 Minuten am Einlass gestanden. Bis auf ein einziges Mal - und da haben wir zwei Minuten warten müssen - kamen wir immer sofort rein.

Und zu Holger: Mies organisiert war es ganz und gar nicht. Okay, ab und an musste man sich zwischen zwei Bands entscheiden, aber das war's dann auch schon. Wenn man sich die RO vernünftig angeguckt hat, wusste man immer, welche Band wann wo spielt und auch sonst fand ich die Organisation sehr gut. Bei der Anreise waren wir sehr schnell an unserem Platz, bei der Abreise haben wir 15 Minuten gebraucht, um vom Gelände zu kommen und es gab anschließend keinen Stau (mal abgesehen vom Elbtunnel, aber das hat damit ja nichts zu tun). Und auch beim Einlass zum Infield gab es nie Probleme oder Verzögerungen.


Dann haben sie offenbar aus dem Chaos der Jahre 2001 - 2003 gelernt. Sie standen ja nicht ohne Grund schwer in der Kritik.
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Drumtier » Dienstag 10. August 2010, 00:26

Hmm, also ich denke nicht, dass es um eine Entscheidung ZWISCHEN großen Festivals und Clubtouren gehen sollte. Ich mag beides, hat ja auch beides was für sich. Im Sommer gehört ein Festival auf jeden Fall dazu, egal ob ein kleines oder auch größeres. War 2007 am Wacken, weil mans ja fast schon mal gesehen haben musste, als es noch kleiner war, war ich leider auch noch zu klein, hab von daher also keine Vergleichswerte. Dennoch hat es mir ziemlich gut gefallen, klar es sind schon viele Leute und die Wege werden halt auch dementsprechend länger und natürlich hat für viele die Musik am Wacken nur einen geringeren Stellenwert, was ich schade finde, aber man trifft auch ziemlich viele verschiedene, echt coole Typen aus den verschiedensten Ecken der Welt, das is schon cool.
Nachdem sich dieses Jahr entweder niemand gefunden hat für passende Festivals oder die Zeit fehlte fahr ich morgen aufs Sziget nach Ungarn falls das wer kennt. Is ein riesiges Festival über eine ganze Woche, aber ist für mich halt Urlaub, Musikfestival und mit Freunden "abhängen" (ich mag das Wort ja überhaupt nicht ;-) ) in einem.
Benehmen auf Festivals is natürlich auch sone Sache, bin natürlich bei solchen Sachen auch geduliger und hab kein Problem wenns mal lauter wird bei den Nachbarn oder so. Aber klar, wenn jetzt wer nur rumsäuft und schreit und von der Musik keine Ahnung hat nervt das schon gewaltig. Aber hey, für mich hat beim Sziget die Musik auch einen verhältnismäßig niedrigen Stellenwert weil halt nur wenige Bands für mich dabei sind (is keine Metalfestival und bin auch nicht mit "Metalfreunden" dort) und ich dadurch vielleicht auch mal einen ganzen Tag nur vorm Zelt mit warmen Bier verbringe werd. Werd euch dann sagen ob ich Probleme mit benachbarten Alternative-Rockern hatte, die mir mangelndes Musikbewusstsein und fehlende Festivalkultur vorwerfen :grins:
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Mr. Know-It-All » Dienstag 10. August 2010, 00:38

Sziget ist cool. Da wäre ich auch gerne hingefahren, muss aber leider arbeiten und hab' zu wenig geld. :P

Mit unter anderem Maiden, Kasabian, Muse, Hives, 30STM und Danko Jones sind schon ein paar geile Bands da.
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 10. August 2010, 02:27

Chavo89 hat geschrieben:Ich verstehe noch nicht ganz, wo bei großen Festivals der Stress sein soll, aber das liegt vielleicht auch an eurem Alter ;-) Wacken war jedenfalls gemütlich wie sonst auch...

Nachdem ich Wacken schon 1997 mit 22 Jahren als Stress empfunden habe, kann das Stressempfinden als solches nicht direkt am Alter liegen. Ich habe den Stress neun Jahre lang gerne auf mich genommen, weil mir Wacken noch einen realen Gegenwert für den Stress bieten konnte. Ein realer Gegenwert kann für mich bereits eine Band sein, die ich unbedingt sehen muss. Wie schon gesagt: Lass Wacken morgen Cirith Ungol für 2011 bestätigen und ich hab übermorgen mein Ticket bestellt. Dafür würde ich mir Wacken noch einmal antun. 2005 habe ich es mir zum letzten Mal angetan: Allein für die drei Songs, die Nocturno Culto mit Satyricon gespielt hat. 2006 hätte ich es mir allein für Celtic Frost, Carnivore und Emperor wieder angetan, aber da war ich wegen eines wichtigen Familienfestes unabkömmlich. 2007, 2008, 2009 und 2010 waren dann für mich keine Bands mehr im Billing, die es für mich zwingend gemacht hätten.

Was eher am Alter liegt, das ist die Konsequenz zu sagen: Nö, dann lieber was Kleineres! Die Gründe, warum ich große Festivals als Stress empfinde, sind folgende:

- Ich habe bei Festivals immer versucht, möglichst viele Bands sehen zu können. In einigen Wacken-Jahren habe ich in drei Tagen ca. 60 Bands zumindest teilweise angeschaut, weil ich mir nichts entgehen lassen wollte, zumindest nichts, was ich nicht schon gesehen habe. Das hieß dann von morgens um 10 bis nachts um 3 auf den Beinen, immer Rundlauf von Bühne zu Bühne zu Bühne zu Bühne. Das dürfte für so ziemlich jeden stressig sein. Ob 18 oder 40. Da ich schon deutlich jüngere Leute dabei hatte und die auch gestresst waren, liegt es wohl nicht in erster Linie am Alter.

- Wenn man als Fotograf und/oder Schreiber bei Konzerten ist, dann ist das Konzerterlebnis eben immer auch mit Arbeit verbunden. Man kann selten einfach mal bloß ein Konzert genießen, sondern ist ein Stück weit immer angespannt, weil man ja wieder um die und die Uhrzeit am Graben sein muss, weil man bei der nächsten Band Notizen machen muss usw. Das ist - wie Kubi sagt - bei 20 Bands an zwei Tagen noch okay. Aber wenn man ein Programm mit 80 Bands hat, dann wird es halt irgendwann irrwitzig.

- Wie Holg sagt: Bandüberschneidungen gehen gar nicht! Wenn ich ein Billing mit 60 Bands habe, für die ich alle bezahlt habe, dann will ich auch zumindest die theoretische Möglichkeit haben, alle Bands komplett sehen zu können. Da ich erstens einen sehr breit gefächerten Geschmack habe, und zweitens die Veranstalter oft nicht allzu viel Acht auf die stilistische Abgrenzung sich überschneidender Bands geben, ist Ärger über Überschneidungen vorprogrammiert. Ich musste mich in Wacken schon des Öfteren maßlos ärgern und zerreißen, weil zwei Bands gleichzeitig spielten, die ich beide unbedingt hätte sehen wollen. Beispiele: Mayhem/Satan, Artch/Candlemass, Blitzkrieg/Blind Guardian ... usw... Kurz gesagt: Ein Festival mit mehr als einer gleichzeitig bespielten Bühne ist Käse. Amen!

- Ich bin mit 1,75 Metern alles andere als ein Riese und ich finde Konzerte wenig erbaulich, bei denen ich die Band nicht sehen kann. Da ich außerdem Anstehen und Gedränge nicht leiden kann, passe ich dann eben bei 75.000 Leuten lieber, als dass ich mich nachher drüber aufrege, drei Stunden wegen Maiden im Gedränge gestanden zu sein und nachher die Musiker nur per Videowall gesehen zu haben. Da hab ich mehr davon, wenn ich mir eine DVD kaufe.


Wäre ich dieses Jahr nicht nach Wacken gefahren, hätte ich mir Bands wie ANVIL, GRAVE DIGGER oder METSATÖLL vielleicht niemals live angesehen und deren Klasse nie erkannt. Ich werde also auch nächstes Jahr wieder hinfahren, wenn das Lineup stimmt und mein Studium das zulässt.

Schau, und das liegt dann auch wieder am Alter und an der Konzertbiographie. Ich hab Anvil und Grave Digger jeweils schon vier Mal gesehen. Die schaue ich mir immer wieder gerne an, wenn sie mal wo spielen, wo ich sowieso bin. Aber derentwegen muss ich nicht mehr nach Wacken fahren. Wegen Maiden und Slayer genauso wenig.


Ich war dieses Jahr auch das erste mal beim RockHard-Festival. Das fand ich auch klasse. Ist natürlich vom Veranstaltungsort auch viel schöner, aber in Wacken ist das immer so ein einmaliges Gefühl. Auf dem Zeltplatz und auch vor den Bühnen. Es ist doch einfach geil, wenn zigtausende Fans "Fear of the Dark" mitsingen.

Das Gefühl auf dem Zeltplatz finde ich auch immer sehr anprechend. Kann mich nur nie entscheiden, ob ich die Ballermann- oder Onkelz-Hits aus der 500-Watt-Autoanlage, das nachbarliche Notstromaggregat, die Kackwurst vor dem Zelteingang oder den Besoffenen, der die Zeltstangen einreißt, am tollsten finde. Vermutlich macht es einfach die Mischung...
;-)



Trotzdem noch mal zur Klarstellung: Ich habe nichts gegen Wacken und ich verstehe sehr gut, warum man da hingehen will und dass man dort Spaß haben kann. War selber lange genug dabei. Aber jetzt und heute ist für mich das Festival nur noch dann interessant, wenn musikalisch etwas für mich ganz Besonderes geboten sein sollte, das ich wo anders nicht bekommen kann. Und da sah es die letzten paar Jahre eher trist aus. Ich sehe das Ganze keineswegs als "entweder Underground oder Megafestival". Entscheidend ist für mich immer allein, ob mir das musikalisch Gebotene genug Anreiz gibt, die Kosten und Mühen auf mich zu nehmen. Da mir Wacken subjektiv mehr Stress bereitet als etwa das BYH oder das HOA, sind meine Anforderungen an die gebotenen Bands eben auch subjektiv höher. Dass man mich heutzutage eher mit Loudness und mit Hades (BYH), oder mit Jameson Raid und Mekong Delta (HOA) als mit Maiden und Slayer zu einer mehrtägigen Odyssee überzeugen kann, ist halt der Konzertbiographie geschuldet. Wacken hatte in der Hinsicht für mich heuer von 115 Kandidaten exakt drei Bands zu bieten, die mich ins Grübeln gebracht hätten:

- Candlemass, weil ich sie mit Rob Lowe noch nicht live gesehen habe
- Ihsahn, weil Emperor demnächst nicht realistisch erscheint
- Kampfar, weil ich die noch nie gesehen habe

Das war mir dann doch nicht genug, fast eine ganze Woche dem Festival-Moloch zu opfern. Zumal ich Candlemass mit Messiah und Solitude Aeturnus mit Lowe schon diverse Male bejubeln durfte, und Ihsahn solo Emperor im Leben nicht ersetzen kann. Bleibt als Kampfar, und die allein sind jetzt auch nicht das entscheidende Juwel, das ich unbedingt in Wacken gesehen haben muss, zumal sie im Zweifel eh nur eine halbe Stunde Spielzeit hatten.

Egal... you know where I come from...
:P
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 10. August 2010, 07:32

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
- Wie Holg sagt: Bandüberschneidungen gehen gar nicht! Wenn ich ein Billing mit 60 Bands habe, für die ich alle bezahlt habe, dann will ich auch zumindest die theoretische Möglichkeit haben, alle Bands komplett sehen zu können. Da ich erstens einen sehr breit gefächerten Geschmack habe, und zweitens die Veranstalter oft nicht allzu viel Acht auf die stilistische Abgrenzung sich überschneidender Bands geben, ist Ärger über Überschneidungen vorprogrammiert. Ich musste mich in Wacken schon des Öfteren maßlos ärgern und zerreißen, weil zwei Bands gleichzeitig spielten, die ich beide unbedingt hätte sehen wollen. Beispiele: Mayhem/Satan, Artch/Candlemass, Blitzkrieg/Blind Guardian ... usw... Kurz gesagt: Ein Festival mit mehr als einer gleichzeitig bespielten Bühne ist Käse. Amen!


Satan wollte ich damals unbedingt sehen, aber wir haben alle nicht mitbekommen, dass sie auf dieser Mini-Bühne vor dem Gelände gespielt haben. War das nicht sogar zu einer anderen Zeit als ursprünglich angegeben? Das war auf jeden Fall sehr ärgerlich.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Drumtier » Donnerstag 19. August 2010, 18:10

Ich packs nochmal hier her, irgendwas muss ich ja doch dazu sagen:
Also Sziget war auf jeden Fall ziemlich geil, auch wenns schon natürlich mehr Festival als Musik war und das nicht nur für mich der ich kaum Bands sehen wollte. Klar, Leute aus aller Herren Länder kennenzulernen geht auf großen Festivals eher als auf kleinen und es gab auch hunderte verschiedenste Stände zu allem möglichen, da hätte man alleine zum Essen zwei Wochen bleiben können. Hier auch schon ein erster großer Unterschied zu Metalfestivals, es gab teilweise Stände zu Themen die man sich auf nem Metalfestival noch nicht mal im Traum vorstellen könnte, da steht ein Anti-Atomkraft-Stand neben einem für HIV-Aktivisten und gegenüber eine Gruppe Rabbis und noch irgendeine andere religiöse Gruppierung. Dafür hab ich keinen einzigen CD-Stand entdeckt...^^
Bandüberschneidungen gab es auch massenhaft, was für mich kein Problem war da ich eh nur meine paar Kandidaten sehen wollte und die hatten jeweils eigenen Termine. Gwar hab ich trotzdem verpasst, auch von Ill Nino hab ich leider nur die Hälfte gesehen, die war aber trotzdem ziemlich gut. God Save Us hab ich leider nicht erwischt und auch sonst haben sie viele neue, also mir unbekannte Songs gespielt, die dennoch ganz okay waren. Das Schlagzeug-/Percussionsolo war ebenfalls ziemlich stark, auch wenn ich bei diesem meinem ersten Konzert des Festivals auch von den Leuten her gemerkt hab, dass ich mehr der Exot bin. Ich vermute bei euch hat sich noch niemand bei nem Konzert dafür entschuldigt, dass er euch beim "Shaken" (ja, das nennt man so) berührt (!) hat :grins:
Aber okay, so konnte man ihnen wenigstens zeigen wie headbangen geht und wofür Haare wirklich gemacht wurden 8-)

Paradise Lost hab ich dann praktisch vollständig gesehen und die haben mich gleich mal vollkommen überzeugt. Hab nur die Gothic und von der haben sie erwartungsgemäß nichts gespielt aber das Gebotene fand ich ziemlich stark. Mal wunderbar langsam, melancholisch, dann wieder rockig, schneller oder headbangtauglich wie nur irgendwas, das machte schon ordentlich was her. Vielleicht brauch ich auf CD auch wieder mehr?

Gesehen hab ich außerdem Danko Jones, keine Ahnung ob den wer kennt, ich kannte ihn auhc nur vom Namen und hab ihn mir halt angeschaut weil sämtliche Freunde dort waren. Ist auch musikalisch gar nicht mal so schlecht, also jetzt nichts was ich mir kaufen würde, aber live ganz witzig. Selbiges gilt vom Prinzip auch für Bad Religion auch wenn die natürlich musikalisch komplett anders sind. Beste Nicht-Metalband am Festival waren für mich Muse, aber das hab ich eh fast so erwartet. Die paar Songs die ich kannte mochte ich vorher schon und auch live geht das ganz schön ab, ohne jedoch platt und vorausschaubar zu werden. Da steckt schon was dahinter!

Insgesamt ein absolut gelungenes Festival, das sich auf jeden Fall ausgezahlt hat, also wenn wieder zwei, drei Bands, davon eine wichtigere kommen, tu ich mir das auch vielleicht wieder an. Nichtsdestotrotz hab ich bei zwei Momenten gemerkt, das Metal halt schon sehr geil ist. Das war erstens daheim als ich wieder in Ruhe eine gute CD gehört hab und einmal während dem Festival als mich urplötzlich der Gedanke traf, dass zur Zeit das Party-San stattfindet und ich womöglich gerade Suffocation oder Necrophagist sehen hätte können. Aber zur Vertreibung solcher Gedanken gabs zum Glück genug Bier ;-)
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Eike » Donnerstag 19. August 2010, 18:21

War neulich für ein paar Stunden auf dem kostenlosen Stemweder Open Air, und da war es auch herrlich entspannt mit ganz unterschiedlichen Kulturen: Punks, Hippies, Rocker, Blueser, Metaller, Reggaeisten, Skins, Normalos, Kumpelcliquen, Päärchen, Familien, Einzelmenschen, vom Kleinkind bis Senioren, viele günstige Fress- (von Indisch über selbstgemachten Kuchen bis Vegangyros...), Getränke- (u. a. klasse Cocktails!), CD-, Patches-, Massage- und Info-Stände, in superschöner Lage (Lichtung, Feld, Hütten, Campingareal, 2 Bühnen). Ich kannte vorher keine der Bands, die ich mitbekam, aber die Musik war fast schon unwichtig, weil die Atmosphäre einfach so gut war, ein richtiges Volksfest. Und musikalisch gab's trotzdem was schönes auf die Ohren: SMOKE STACK LIGHTNING war wirklich super!
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Große Festivals - Pro & Contra

Beitragvon Teichfrosch » Freitag 20. August 2010, 15:12

Hätte dieses Jahr sogar für umsonst mit nem eingeschränkten Backstagepass aufs Wacken fahren können - und habs nicht gemacht, einfach weil ich so große Festivals nichtmehr leiden kann. Da kommt einfach kein Festivalfeeling auf ;) Festival ist für mich: vor der Bühne (* oder in der Nähe) campen, nette Leute kennenlernen, sich den ganzen Tag mit Alkohol vollschütten und selbst die bescheuertsten Sachen abfeiern - und natürlich das Liveerlebnis von Bands unter freiem Himmel, komme was wolle. Ich hab auch keinen Bock meine Hygiene oder die kleinen Annehmlichkeiten der Zivilisation, beispielsweise saubere Kleidung, für ein Festival vollends aufzugeben - klar, man saut sich ein, aber deshalb kann ich doch trotzdem meine Unterhose täglich wechseln und mich rasieren ;) Ich bin weißgott kein feiner Pinkel, aber sowas wie mit Kot beschmierte Dixies sind auch nicht grad mein Fall. Und sowas passiert leider wenn sich zehntausende auf kleinstem Raum drängen und sich mit Spirituosen vollkippen.

Da geh ich lieber auf kleinere Festivals, selbst wenn ich dann nur wenige Bands kenne - hör ich mir halt vorher auf YouTube oder vergleichbarem die ein oder andere Band im vorraus an und schau dann, ob ich sie mir auch live anschaue. Zudem wirkt vieles auf Festivals nochmal anders, da gefällt mir dann auch der pathetischste Powermetal plötzlich ganz leidlich während meine liebsten Shoegaze Frickelkönige gnadenlos abstinken. Festival bedeutet eben auch, sich mal auf Sachen einzulassen die man nicht geplant hat, etwas neues zu probieren, sich in jeder Hinsicht zu öffnen. Auf großen Festivals bin ich viel zu sehr damit beschäftigt, all die Bands, die ich toll finde, abzuklappern oder zwecks Logistik unterwegs zu sein ("Oh man, wo ist denn Basti jetzt schon wieder?" oder "Eine Stunde bis wir vor der Bühne sind, wir müssen los! Stress Stress!" oder "Wer geht jetzt Bier holen? Man braucht mindestens 30 Minuten!").
Für entspanntes Beisammensein und die Zeit dahinplätschern lassen ist dann keine Zeit mehr, und wieso sollte ich auf ein Festival fahren für Stress?
Auf sowas wie Rock am Ring oder Wacken würde ich warscheinlich nurnoch fahren zwecks Camping, den Stress zur Bühne, auf der Bühne und von der Bühne zurück - das wäre mir warscheinlich zu blöd.

Ich will die Zeit, die ich beispielsweise am Ring verbracht habe, nicht missen, war ne geile Zeit. Ist mir aber mitlerweile den Aufwand und das Geld nichtmehr wert, selbst wenn sie beispielsweise dieses Jahr ein mordsmäßig geiles Lineup hatten (genauso wie Wacken). Da war Area4 vor 3 Jahren beispielsweise eine wahre Wohltat, grüne, saftige Wieso zum drauf schlafen, eine Stage, die selbst von den äußersten Winkeln in 5 Minuten zu erreichen war, lustige Menschen und natürlich TOOL ;) einen Morgen sind wir spontan losgefahren zu einem See und sind schwimmen gegangen, gehts denn geiler?

Aber gut, ich bin wahrlich kein Die-Hard Fan, mehr als 100 Km bin ich bisher für kein Konzert gereist. Musik ist ein enorm wichtiger, aber nicht der einzige Bestandteil meines Lebens, und zudem bin ich der einzige richtige Metaler in meinem Freundeskreis - alle anderen sind irgendwie auf Metalcore, Progressive, Indie, Alternative, Hiphop, Rock oder Elektronischer Musik hängengeblieben, da wirds naturgemäß schwierig Freunde fürs Summerbreeze o.ä. zu mobilisieren (=

Große Festivals? Warum nicht, ich muss es nicht haben. Je kleiner die Auftritte im Club desto besser, und kleine Festivals machen eindeutig mehr Freude. Ja, diese Einstellung kann man auch schon mit 25 haben :D
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