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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Siebi » Mittwoch 12. Februar 2014, 19:26
Rüdiger, wir sind generell auf Linie oder zumindest nah dran, denke ich. Sagen wir so, es zählt wie beim Songwriting der Geschmack. Ich finde den Gitarrensound bei der Satan zu stark gepresst, das gefällt mir nicht. Er drückt alles weg. Bei klassischem Metal/Hard Rock mag ich es eher fluffiger. Die neue Slough Feg hat da eine ganz andere Soundqualität in meinen Ohren. In meinen wohlgemerkt. Sound, Produktion, Aufnahmetechniken etcpp. interessieren mich seit jungen Jahren, hat aber nichts mit dem Soundempfinden zu tun, denn das hat für mich jeder. Von Musik-Journalisten erwarte ich sogar, dass beim Beschreiben von Musik auf den Sound eingegangen wird. Nicht zwingend detalliert mit Fachbegriffen um sich werfend, aber zumindest die Fähigkeit, in Relation zu ähnlichen Scheiben oder Bands, das Gehörte soundtechnisch einordnen zu können.
Anderes Beispiel sind Manilla Road. "Voyager" oder "Playground Of The Damned" höre ich mit Wonne, ebenso die famose Hellwell-Scheibe. Das ist deren Signature-Sound, so will Shelton, dass es klingt, so klangen sie schon immer. "Mysterium" ist für mich, neben den meist belanglosen Songs, dagegen ein soundendes Mysterium. Neudis Drumsound finde ich einfach nur furchtbar, auch bei der Masters Of Disguise-Scheibe. Vor allem, wenn er über die Hängetoms rödelt, das klingt in meinen Lauschlappen furchtbar.
Da kommt ein Patrick W. Engel meinem Soundverständnis viel näher, ganz nah. War und ist selbst Musiker live wie im Studio, u.a. bei Impending Doom, Hatespawn, Charon, Macbeth und und und. Hat die Venenum und Alchemyst gemixt und gemastert, auch die Jag Panzer-Rereleases endveredelt. Diese sind sehr gut geworden ohne den ursprünglichen Charme der Originalaufnahmen zu zerstören. Klasse!
Bevor ich zuviel langweile, genug der Sounddiskussion. Freu mich auf deine weiteren Plätze 2013.
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von salisbury » Mittwoch 12. Februar 2014, 19:53
Für mich ist Sound auch wichtig. Manchmal verlieb ich mich in Musik nur auf Basis ihres puren Klanges. Und auch der Mix ist wichtig. SATAN versus SLOUGH FEG hören Bei SATAN, ich hör es grad, sind mit die Rhythmus-Klampfen im Vergleich zu Drums und vor allem Gesang zu leise. Der Sound ist jetzt nicht einer, der mir als besonders gut oder schlecht auffallen würde. Also unauffällig  . Die Leads passen, ich mag sie aber etwas mittiger lieber. WAS die Klampfer spielen ist jedoch ziemlich geil; (der Gesang drüber nervt immer mit der Zeit). Bei SLOUGH FEG reicht ein Akkord und ich bin glücklich ud zufrieden. Die Klampfen sind präsenter, obwohl (oder weil?) sie weniger verzerrt sind. Der Gesang bei SATAN steht irgendwie "über" der Musik (vielleicht weil er ein Gott ist?), bei FEG ist er mittendrin, alles ist irgendwie klarer und brillianter. Ein bisschen mehr Bass bei der FEG und es wäre perfekt. Das ist aber auch sicher von Anlage zu Anlage verschieden und Bass kann man reindrehen (das isser nämlich). Und jetzt die SATAN. Hmm, so deutlich lokalisiere ich den Bass nicht, eher so n Grummeln im Hintergrund. Also ich kann ziemlich gut begründen, warum ich das eine deutlich besser finde als das andere und bin dabei sogar bei Siebi!
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von Klaus » Mittwoch 12. Februar 2014, 20:11
Siebi hat geschrieben:"Sybling"-EP
Da ist aber nicht nur der Sound mies.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 12. Februar 2014, 20:56
Siebi hat geschrieben:Von Musik-Journalisten erwarte ich sogar, dass beim Beschreiben von Musik auf den Sound eingegangen wird. Nicht zwingend detalliert mit Fachbegriffen um sich werfend, aber zumindest die Fähigkeit, in Relation zu ähnlichen Scheiben oder Bands, das Gehörte soundtechnisch einordnen zu können.
Da hast du auch recht, dass man seinen Eindruck vom Sound beschreiben sollte und das auch durchaus im Vergleich zu anderen Werken derselben oder anderer Referenzbands. Das mache ich - so meine ich - auch relativ oft. Ich führe zwar keine Statistik, aber ich meine schon, sehr oft das Klangbild zu thematisieren, aber eben nicht nach Fachbegriffen der Produzentensprache und der Akustik, sondern nach Wahrnehmungsbegriffen und subjektiven Wahrnehmungen. Warm, kalt, lebendig, steril, rauh, rund, weich, schneidend, druckvoll, fragil, schwebend, spacig, hackend, industriel, mechanisch, natürlich, differenziert, ballernd, dumpf, glockenhell... Das sind so meine Attribute, die ich hernehme, um ein Klangbild zu beschreiben, und durchaus auch, um es besser oder schlechter zu finden. Aber eben, wie gesagt, ganz selten in einem Maße schlecht, dass es mich nachhaltig stören würde.
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von Holger Andrae » Mittwoch 12. Februar 2014, 21:21
In Sachen Sound bin ich in den letzten Jahren auch immer empfindlicher geworden. Gerade, wenn es zu unkantig und generell zu klinisch/maschinell klingt. Mag auch daran liegen, dass sich grundsätzlich mein Hörverhalten eher gen böse Schnarch-Retros bewegt, denn zu den modern klingenden Metallern. Anyway, bei SATAN mag ich den Sound recht gern. Da spritzen mir die Klampfen ins Gesicht, bei Blitzkrieg leider nicht. Da unterstreicht der leicht moppelige Sound, die gelegentliche Hüftsteiffheit der Kompositionen. Das erklärt wohl auch mein Einstiegsproblem mit der Blitzkrieg-Scheibe.
Grundsätzlich liegt mir der Sound der Persian Risk aber am ehesten. Die Tygers klingt aber auch sehr angenehm.
Bei einer aktuellen Band wie INCURA, die ich gesnglich und kompositorisch echt toll finde, stört mich halt dieses gewollte Modernklingen. Ich habe da manchmal echt Probleme zu erkennen, ob da überhaupt Gitarren zu hören sind oder ob da Klangwände aus einem Synthie kommen. Da fehlt mir der "Crunch", irgendwas, was nach "Saiten anschlagen" klingt und nichts,was nach "Tasten drücken" klingt. Komisch erklärt, ich weiß.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 12. Februar 2014, 23:55
16. DEATH SS "Resurrection" Das war dann eine meiner größten Überraschungen des Jahres, weil ich die Band um Steve Sylvester für die Jahrescharts mal so gar nicht auf der Rechnung hatte. An sich hatte ich sie in keinerlei Hinsicht auf der Rechnung. Dass die Band nach einigen doch sehr obskuren Wendungen nochmal ein so mächtiges Album bringt wie "Resurrection", das hat mich komplett überrascht, vor allem, weil die Truppe hier so herrlich stiloffen zu Werke geht, Tradition und Moderne gelungen verbindet, und trotzdem schlüssig und stringent charakterstarken Horror-Metal unter die Leute bringt, der mit einer der charismatischsten "creepy voices" der Metalszene gesegnet ist. Alles, was die Shock-Rock-Szene von Alice Cooper und Nick Cave über Lordi und Mercyful Fate bis hin zu Rob Zombie geprägt hat, findet sich irgendwie auch bei DEATH SS wieder, und doch klingt das im Ergebnis einfach nur stimmig und cool. Vor allem sind die Stücke auch eingängig, einprägsam, mit tollen Hooks versehen und mit einem Sound versehen, der trotz moderner Anklänge sehr angenehm rockt und brät. Die Leadgitarre kommt zu ihrem Recht, und der Gesang ist eben als Dreh- und Angelpunkt arrangiert, und kann mit seiner Klasse und erzählerischen Stärke punkten, ohne die instrumentale Seite zu dominieren. Vollständige Songs finden sich bei YT leider nicht, aber dafür gibt es dort einen ziemlich repräsentativen Trailer, der wirklich alle Stärken der Scheibe im Schnelldurchlauf anschneidet: http://www.youtube.com/watch?v=h0TY5oC4xDwUnd weil das sehr wenig Anschauungsmaterial ist, hier noch ein ziemlich passabler Livemitschnitt von der letzten Tour, allerdings ein älterer Song: http://www.youtube.com/watch?v=dWiPqdx6OggUnd wieder ein im Bandkontext sehr passendes und cooles Artwork. Dabei achte ich da gar nicht so drauf, aber außer der Blitzkrieg, finde ich bisher alle Alben, die ich hier gelistet habe, auch optisch sehr ansprechend.
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von Jhonny » Donnerstag 13. Februar 2014, 10:42
Der Ausschnitt ist wirklich eher kurz, aber nicht übel. Die Band hätte ich aber sicher auch nicht direkt auf dem Schirm, nicht mal für ne Einkaufslsite.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 13. Februar 2014, 12:46
salisbury hat geschrieben:Für mich ist Sound auch wichtig. Manchmal verlieb ich mich in Musik nur auf Basis ihres puren Klanges. Und auch der Mix ist wichtig.
Das kenne ich schon auch. Ein bestechender oder uriger Sound als i-Tüpfelchen, oder als Wohlfühlelement, als etwas, das eine Band ausmacht. Zum Beispiel den Gitarrensound der alten Schweden-Deather (Dismember, Entombed...), oder bei Saint Vitus, oder die ersten beiden Cirith Ungol-Scheiben. Grad bei Sankt Veit gilt das. Da schlägt der Chandler einen Akkord an, und ich weiß schon allein dadurch, dass das mein Album des Monats wird. Meine "Soundresistenz" bezieht sich offenbar in der Tat nur darauf, dass Soundfragen für mich so gut wie nie ein Kriterium sind, ein Album überhaupt nicht zu mögen. Grund, ein Album ganz besonders gerne zu mögen, kann Sound dagegen schon sein und ist es auch sehr oft.
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von salisbury » Donnerstag 13. Februar 2014, 23:22
Das klingt gar ned so schlecht, DEATH SS. Ein bescheuerter Name aber irgendwie. Vllt mal irgendwann im Rabenwohnzimmer richtig anhören  .
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 13. Februar 2014, 23:54
Gerne. Einfach vorbeikommen...  Bescheuerter Bandname? Jo, mei...  Nur um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Die Buchstaben stehen für die Initialen des Sängers Steve Sylvester (Stefano Silvestri). Andere denkbare Assoziationen sind rein zufällig. Zeitweise war die Band auch Syvester's Death unterwegs. Die Band existiert übrigens bereits seit 1977.
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