Ok, mein Sampler heißt "In Your Face" und ich werde jetzt live protokollieren, was mir so einfällt, nachschauen und googeln gilt nicht, dementsprechend geb ich mir sicher so manche Blöße.
Let the Wichtel begin:
01. DARK ANGEL - 'Merciless Death'
Nach kurzem Kriegsintro wird dann auch der musikalische Krieg eingeläutet. Einfaches Riff, ein Sänger, der einer angeschossenen Wildsau alle Ehre macht und vor allem Tempo. Im Refrain fällt es mir dann wie Schuppen von den Ohren, das sind Don Doty und der Bay-Area Kindergarten von DARK ANGEL, die zwar ein paar nette Songs geschrieben haben, aber nicht in der Lage sind, Konzerte zu planen und abzusprechen. Das Album "Darkness Descends" hab ich in der Sammlung stehen, hör es aber recht selten. Wenn mir die Laune nach Thrash steht, greif ich lieber zu anderen Sachen, wenn es mal heftig sein soll, landet eher POSSESSEDs "Seven Churches" in der Anlage. Trotzdem ein thematisch passender Opener und eine Abrissbirne vor dem Herrn.
02. ? 05:29
Es bleibt thrashig, ein flottes Riff eröffnet, bevor der Rest der Band einsteigt. Nach kurzem Ausbruch wird es dann aber grooviger und das Midtempo regiert. Klingt vom Sound her wieder nach amerikanischem Thrash. Der Sänger röhrt eher, als dass er singt, die hohen schreie und überschlagende Stimme, die ich im Thrash so liebe, gibt's hier nicht. Das habe ich sicher nicht in der Sammlung, kommt mir aber leicht bekannt vor. Text verstehen fällt mir hier und über Kopfhörer sehr schwer. Jetzt gibt es einen Break mit Flamenco-Gitarre, dem ein weiteres Riff folgt, bevor eine schöne zweistimmige Gitarre zum Solo führt, das mir richtig gut gefällt. Ist auch extrem melodisch, das Solo.
Insgesamt ein ordentliches Lied, ob ich davon aber mehr brauche, weiß ich nicht. Man scheint sich im Text über Religion auszukotzen, was ja auch nichts neues ist.
03. ? 02:49
Rhythmisch vertrackter geht es los, wird dann aber punkiger thrash, mit "ohoho" Chor, der von einem Solo unterfüttert wird, bevor dann der eigentliche, rauhe und punkige Gesang einsetzt. Der Drummer darf sich weiterhin austoben und ab und an wird auch Text zu zweit gebrüllt. Der Refrain könnte "I believe that we can reach the speed of light" lauten. Das Solo ist wieder richtig gut und der hektische Gesamteindruck gefällt mir ziemlich gut. Kenn und hab ich aber sicher nicht. Nach zweieinhalb Minuten ist Schluss, was durch eine langsam nach oben pitchende Gitarre eingeleitet wird.
04. ? - 'Shutdown' 03:44
Es stampft. Gitarre und Schlagzeug marschieren stoisch voran, bevor es dann zur Strophe eine akustische Gitarre als Begleitung zur rhythmusklampfe gibt. "Cruel as life is the sentence of fate, cold as death and as final, some say", so beginnt ein sehr melodischer Sänger, der mich verdammt an Rob Halford erinnert. Das ganze lässt sich als progressiver Power Metal mit Priest-Gesang charakterisieren. Im Refrain heißt es "My Child is lying here, my dreams lie dying here" und das Lied dürfte 'Shutdown' heißen. Das finde ich richtig stark und wenn der Rest von der Band ähnlich klingt, muss das wohl dringend in die Sammlung wandern.
05. ? 04:01
Achtziger, schwerfälliges Intro, melodische Gitarren und eine Sängerin oder ein Typ, der wie eine Frau klingt. Flottes Liedchen, das recht rockigen Heavy Metal bietet. Vermutlich doch ein Sänger, der Refrain ist irgendwas mit "I'm Cracy...", das Solo wird mit "Let's go" eingeführt. Richtig cooles Lied, das mir in der Sammlung fehlt, was ich gerne ändern würde. Das find ich wirklich super. Bei genauerem Hinhören könnte der Refrain auch "Goin Cracy" lauten, was dann vermutlich auch der Liedtitel ist.
06. ? ? 02:29
Es wird wieder punkiger, recht hoher Gesang, rockiger Beat und "Hohoho"-Chöre. Der Titel dürfte 'Ladykiller' lauten. Das ist knackig und rockig, gefällt mir wieder sehr gut, da hat mein Wichtel bisher schon sehr oft meinen Geschmack getroffen und meine Einkaufsliste wächst ins unermessliche.
07. ? 04:37
Es bleibt rockig, aber etwas gesetzter und mit einer recht modernen Produktion. Das Riff ist zwar recht cool, der Song an sich mir aber vielleicht etwas zu poppig und seicht. Das würde auch im normalen Radio ohne Probleme laufen. Textlich geht es um Liebe, wobei es eine Menge Glücksspielmetaphern zu bestaunen gibt. Alles sehr gut gemacht, aber vielleicht etwas zu nett und zahm. Könnte aber live und im Freien mit Sonne, Bier und anderen Leuten ein Hit sein.
08. ? 04:40
Jetzt gibt's epischen Power Metal zu hören, Stakkato, aggressiverer Gesang und marschierender Rhythmus. Flotter Song, der sich mit Gentechnik und ähnlichem beschäftigt. Im Refrain wird "Salvation" geschrien, zusätzlich "Save us from degeneration". Das ganze hat eine sehr druckvolle Produktion und dürfte moderneren Ursprungs sein. Finde ich wieder super, kenn es aber nicht. Der Sänger lässt sich auch zu ein paar Death Metal Shouts hinreißen und könnte vielleicht aus Skandinavien stammen?
09. ? 05:46
So, jetzt wird's wieder flott, glaube ich, bevor das aggressive Intro zu einem stampfenden Heavy Metal Song mit richtig starkem Gesang wird. Die Stimme kommt mir auch bekannt vor, das Lied nicht. Es bleibt textlich politisch kritisch "Broken the Dream, Land of the Free, Free we are no more" wird im Refrain gebrüllt und ich bin mir sicher, etwas anderes mit diesem Sänger in der Sammlung zu haben. Jetzt fällt es mir auch ein, das klingt wie der Sänger auf dem FIREWIND-Album "Burning Earth", also KENZINER?
10. ? 03:23
Moderner Power Metal mit ganz hohem, aggressivem Gesang. Kommt mir bekannt vor, vermutlich, weil es recht generisch daherkommt. "I Fear that I am more than just a Man, just a Man", wird gescreamt. Könnten das Sean Peck und seine CAGE-Jungs sein? Ist ganz nett, aber mir auf Dauer zu anstrengend, auch weil das zu knallig produziert ist. Gerade die Drums klingen viel zu unnatürlich für meine Ohren.
11. ? 05:10
So, wir sind wieder in den Achtzigern, nach langem Lärm-Intro wird ein weiteres Mal eher punkig losgerockt, der Beat ist gerader als ein Lot, die Produktion angenehm natürlich und dann singt... eine Frau. Die gute warnt uns, sich nicht mit ihr anzulegen und preist dann ihre Qualitäten an. Könnte BITCH sein, vermute ich mal. "Don't take Your Eyes From Me, I'm A Sight To See, Just Watch Me Now" und dann gibt's einen Schrei und ein Solo. "I'm A Bitch At Heart" bekommen wir noch nachgeschleudert, was vermutlich der Songtitel ist.
12. ? 03:45
Nun wird es britischer vom Sound her, NWOBHM würde ich sagen, bis der Sänger anfängt... zu rappen? Nach einem kurzen Schock stelle ich also fest, dass zu einem punkigen NWOBHM-Riff gerapt wird. Der Songtitel dürfte "The Backdoor" lauten. Nett, haut mich aber nicht so richtig um.
13. ? 04:05
Flotter Metal mit Sängerin, auch wieder aus den Achtzigern vom Sound her, eher amerikanisch vom Riffing Her, der Gesang ist ziemlich aggressiv, könten das vielleicht die Belgier von ACID sein? Das gefällt mir jedenfalls wieder sehr gut, geht schön nach vorne und bietet coole Klampfen mit charismatischem Gesang, immer am Rande des Kontrollverlusts.
14. ? 04:12
Das Riff kommt mir direkt bekannt vor, was entweder daran liegt, dass ich den Song kenne, oder es doch ein sehr generisches Thema ist. Der Gesang ist melodisch, das Tempo leicht verschleppt. Es geht um den Wald, wie ich dem Sänger anzuhören glaube. Nach der ersten Strophe wird erst mal soliert, einen echten Refrain kann ich noch nicht ausmachen."Between the Castle Walls" scheint besagter Refrain zu sein, der stark akzentuiert vorgebracht wird. Das ist klassischer Heavy Metal mit leichtem Epik-Touch, vermutlich aus Skandinavien oder möglicherweise Südeuropa. Flottes Solo und weitere Fantasy-Zeilen im Text, das könnte mir gefallen, etwas mehr müsste ich von der Band aber noch hören.
15. ? 04:35
Der Sound wird mächtiger und moderner, das Riff fängt kraftvoll an, dann kommt die Hektik. Das ist wieder Thrash, der moderneren Zeit, würde ich sagen. Geht gut nach vorne und müsste aus Amerika kommen oder bedient sich stark dort. Sehr aggressiver Gesang, der manchmal von Zeilen, die im Rudel gebrüllt werden, unterbrochen wird. Später wird der Gesang sogar noch Death Metallisch, Textzeilen zu verstehen, ist leider nicht so leicht. "Destruction of your Mind" dürfte aber eine lauten, die vor dem Solo zweimal wiederholt wird. Das Solo ist flink und Genretypisch, bevor es dann mit einem Break zurück zum Hauptriff und einer weiteren Strophe geht. SLAYER haben die Jungs sicher schon mal gehört. Nett, aber nicht so meins.
16. ? 04:11
So, jetzt fängt es schwerfällig an, was entweder Doom oder einen Break und dann Thrash verspricht. Man entscheidet sich für eine Mischung, also schwerfälligen Thrash, der im leicht angedoomten Midtempo daherkommt. Der Gesang ist wieder extrem aggressiv und eigentlich nur Gebrüll, dem Textfetzen nur schwer zu entreißen sind. Das ist dann wohl nix für mich und dieser Eindruck wird auch durch das nette Solo nicht mehr gerettet.
17. ? 04:54
Eine leicht angezerrte Gitarre fängt mit einer leicht orientalischen Melodie an, zu der eine Frau (?) flüstert. Dann setzt die Band ein, darf mal kurz zeigen, dass es sie gibt, bevor es ruhiger wird und die Sängerin (!) sich im Vollbesitz ihrer Stimme präsentiert. Der Stimmumfang der guten ist beeindruckend, der Refrain lautet "Lost my Soul, Lost my Inner Peace, I've Lost the Contact to Your Heart, Feels Like Memories" und der leichte Akzent könnte deutsch sein. Da stecken viele Aggressionen im Song und das ganze hat einen gewissen Alternative-Touch, der mir den Zugang erschwert. Inkompetent, wie ich in diesem Bereich bin, fallen mir eigentlich nur GUANO APES ein, die es vermutlich nicht sind.
18. RIOT - "Swords & Tequila" (Live) 04:43
Live-Kulisse und der Hinweis, dass der nächste Song von einem Album wäre, über das bereits gesprochen wurde. "Swords & Tequila" wird mir entgegengebrüllt und es ist klar, wie der Hase läuft: He's running RIOT! Geiler Song, geile Band, hoffentlich werden die Auftritte im neuen Line-Up bei Metal Assault und HOA so gut, wie ich es mir erhoffe.
So, das war's. Erkannt hab ich fast nichts beim ersten durchhören, wird aber vermutlich besser, wenn ich auch mal die Hilfsmittel der modernen Technik in Anspruch nehme.
Insgesamt hat der Sampler jedenfalls sehr oft meinen Geschmack getroffen und die eine oder andere Band, die hier vertreten ist, dürfte in Zukunft auch ihren Weg in meine Sammlung finden.
Ich bedanke mich bei meinem Wichtel und allen Lesern für die Aufmerksamkeit und wünsche frohe Weihnachten!

