Les Bass Masseurs

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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 30. Oktober 2013, 19:09

Damit das nicht ein weiterer Listenthread wird, der nach ein paar Tagen der Aufmerksamkeit im Archiv verschwindet und weils mich tatsächlich interessiert: Was macht denn für euch einen guten Bassisten aus? Worauf achtet ihr beim Hören, worauf achtet ihr beim Nominieren für so eine Liste?
Wieso steht Geezer Butler in so einer Liste? Bei Bill Ward kann ichs ja noch nachvollziehen, der zeigt teilweise echt schöne Sachen (Rat Salad) aber Butler wär für mein Gefühl nie so herausgestochen, was überhöre ich? Oder Leif Edling der ein paar mal genannt wurde, bei dem ich aber gar nicht mitreden kann und noch weniger bei Markus Großkopf?
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 30. Oktober 2013, 19:12

Geezer Butler sticht nicht heraus? Was für melodiöse Linien der Kerl spielt, das ist der Wahnsinn! Bei ihm und Bill Ward hört man einfach, dass die Jungs als Blues-Band gestartet sind. Er spielt einfach einen ziemlich treibenden Bass, der in Verbindung mit Wards Drums richtig knackt.

Bei den Metal/Rock-Bassisten habe ich einfach nur nach persönlichem Gefallen geurteilt, bei der ersten Liste spielen dann eher Sachen wie Innovation, Fertigkeit etc. eine Rolle. Und da haben die ganzen Jazzer nunmal klar die Nase vorn, wie an fast jedem Instrument.
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 30. Oktober 2013, 19:31

Nils Macher hat geschrieben:Geezer Butler sticht nicht heraus? Was für melodiöse Linien der Kerl spielt, das ist der Wahnsinn! Bei ihm und Bill Ward hört man einfach, dass die Jungs als Blues-Band gestartet sind. Er spielt einfach einen ziemlich treibenden Bass, der in Verbindung mit Wards Drums richtig knackt.

Okay wenn du wie du gesagt hast, hier rein nach persönlichem Gefallen beurteilst, dann kann ich diese Begründung schon nachvollziehen. Denn ja, er sticht schon heraus eben weil er feine Melodien und die Musik schön vor sich hertreibt spielt, aber was soll er denn sonst machen? Das ist bei Marduk doch viel erstaunlicher, dass sich da teilweise großartige Melodien unter dem Geknüppel finden aber bei Sabbath ist das doch jetzt nicht etwas so "besonderes"? Hui, ich spürs schon richtig, wie sich draußen der Himmel verfinstert aber ich frag ja nur, meins ja nicht böse ;-)

Wollte ursprünglich dasselbe im Drummer-Thread bei Bill Ward fragen aber dann sind mir doch selber auch einige Gustostückerln eingefallen, die das für mich gerechtfertigt hätten. Bevor ich mich dann an einen anderen oft genannten großen Namen wagte, den ich nicht so gut gekannt hätte, versuchte ich meine Blasphemie zuerst bei den Bassern. Persönliche Gefühle bitte außen vorlassen, ich frag mich nur wonach hier entschieden wird.
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 30. Oktober 2013, 19:37

Bei Marduk gibt es feine Bassmelodien? Dann habe ich da immer die verkehrten Songs angehört. Für mich war das immer walzende Urgewalt, straight into your face.

Was soll Geezer anders machen? Hm, ich finde, dass er im Gegensatz zu vielen anderen seiner Doom-Kollegen eben sehr viel "Lead"-Bass spielt und sich weit von dem sonst so gern gehörten Grundgebrumme entfernt. Sehr angenehm.
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon firestarter » Mittwoch 30. Oktober 2013, 19:38

Wo bin ich in letzter Zeit nur manchmal mit meinen Gedanken... neben John Entwistle gehört hier natürlich DER Bassist überhaupt genannt - Mr. Jack Bruce!!! *huld*

Hier mit Fretless-Power und in der überaus genialen Kombi mit Rory Gallagher: http://www.youtube.com/watch?v=VMb_ax9le1o
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 30. Oktober 2013, 19:59

Drumtier hat geschrieben:Damit das nicht ein weiterer Listenthread wird, der nach ein paar Tagen der Aufmerksamkeit im Archiv verschwindet und weils mich tatsächlich interessiert: Was macht denn für euch einen guten Bassisten aus? Worauf achtet ihr beim Hören, worauf achtet ihr beim Nominieren für so eine Liste?
Wieso steht Geezer Butler in so einer Liste? Bei Bill Ward kann ichs ja noch nachvollziehen, der zeigt teilweise echt schöne Sachen (Rat Salad) aber Butler wär für mein Gefühl nie so herausgestochen, was überhöre ich? Oder Leif Edling der ein paar mal genannt wurde, bei dem ich aber gar nicht mitreden kann und noch weniger bei Markus Großkopf?

Da ich technische Finessen von Bassisten ähnlich gut beurteilen kann wie Fragen der Quantenmechanik, bleiben mir als Beurteilungskriterien

1) Eingängigkeit der Melodien
2) Prägnanz des Stils
3) Bühnenpräsenz und Auftreten live
4) Kompositorische Fähigkeiten

In den vier Disziplinen finde ich sowohl Großkopf als auch Edling sehr, sehr gut. Bei Edling mit Schwerpunkt bei 2 und 4 und bei Großkopf mit Schwerpunkt bei 3 und 4. Wobei ich meine Beobachtungen zu für mich herausstechenden Instrumentalisten meist auf Live-Erlebnisse stütze, also bei 3 einen wichtigen Ansatz finde, und weniger auf die Studioaufnahmen, da das Gehörte bei mir meist als Gesamtheit wirkt und ich mich beim Hören von Alben selten darauf konzentriere, wer da jetzt was spielt. Es muss insgesamt gefangen nehmen. Live schaue ich dagegen schon mal schwerpunktmäßig dem einen oder anderen Musiker zu, und da wirkt dann halt ein Großkopf in jeder Hinsicht überzeugend.
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Domaniac » Mittwoch 30. Oktober 2013, 23:33

Aber grade das Melodiespiel finde ich beim Grosskopf auch immer sehr beeindruckend. Ein sehr aktiver Bassist, der auch mit der linken Hand viel unterwegs ist. Hat grade bei den frühen Helloween-Nummern mal das ein oder andere schöne Solo drin, bei Eagle Fly Free beispielsweise.
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Drumtier » Donnerstag 31. Oktober 2013, 00:16

Now we're talking!

Holger Andrae hat geschrieben:Bei Marduk gibt es feine Bassmelodien? Dann habe ich da immer die verkehrten Songs angehört. Für mich war das immer walzende Urgewalt, straight into your face.

Ja, gibt es. Egal ob das jetzt als Retourkutsche gegen mich gemeint war oder als ernsthafte Frage so wie ich sie gestellt hab über ein Genre in dem ich mich nicht so auskenne. Marduk zählt sicher (nicht nur für mich?) zu einer der BM-Bands mit dem prägnantesten Bassspiel.
Holger Andrae hat geschrieben:Was soll Geezer anders machen? Hm, ich finde, dass er im Gegensatz zu vielen anderen seiner Doom-Kollegen eben sehr viel "Lead"-Bass spielt und sich weit von dem sonst so gern gehörten Grundgebrumme entfernt. Sehr angenehm.
Ein Umstand, den eine Trio bzw. eine Ein-Mann-Gitarren-Band vielleicht auch eher fordert als eine mit doppelter Streitaxt.

Ja, das sag ich ja, er hat eh nur diese zwei Möglichkeiten. Entweder er klopft ein paar Grundtöne mit oder er spielt eigene Ideen und Melodien. Besonders in einer Band mit einer Gitarre kommt ihm eine erhöhte Bedeutung zu und er entscheidet sich für Zweiteres. Das meinte ich mit
Drumtier hat geschrieben:aber was soll er denn sonst machen?
und damit dass ihn das alleine noch nicht zu einem so großartigen Bassisten macht. Wenn das andere Doom-Kollegen anders machen hebt ihn das natürlich schon noch mehr über die anderen, aber wie gesagt, deswegen hab ich ja gefragt. Ich kenn bis auf Sabbath eigentlich nur mehr ein Album von Candlemass und sonst praktisch nichts im traditionellen Doom weswegen es mich interessiert hat warum ein Butler oder Edling hier genannt werden.

Deswegen auch danke für die vier Punkte von Rüdiger, ich (er)kenn Helloween nicht wenn mans mir vorspielen würd und hab in meinem Leben vielleicht vor ewigen Jahren ein paar Songs nebenbei irgendwo gehört aber ich habs halt auch noch nie im Zusammenhang mit einem besonders guten Bassisten gelesen, deswegen musste ich da nachfragen. Aber das eine oder andere schöne Solo klingt nach einem vernünftigen Aufnahmegrund.
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 31. Oktober 2013, 00:48

Ja, Du hast schon ein irgendwie recht. Was soll er sonst tun? :)

Meine Lieblingsbassisten fallen in der Regel durch prominentes Herumgezupfe oder Geslappe auf und/oder sind live toll anzuschauen. Die Standard-Metal-Bassisten, die einfach nur ein Grundwummern erzeugen, haben es da in der Regel schwer. Bei Leif Edling käme ich auch nie auf die Idee, ihn zu nennen, da ich ihn zwar für einen tollen Songwriter halte, aber nicht für einen außergewöhnlichen Bassisten.
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Re: Les Bass Masseurs

Beitragvon Dr. Best » Donnerstag 31. Oktober 2013, 09:11

Was ist so schlimm an Grundtongezupfe? Wenig überraschend wäre neben Geezer Butler nämlich Dusty Hill von ZZ Top einer meiner Lieblingsbassisten. Stoisch, unzerstörbar und perfekt in das Grundgefüge der Band eingepasst. Denn auch das macht einen Bassisten aus: neben Groove, Antreiben und eventuell ein paar Soli oder Melodien einzupfen vor Allem den Stil der Band aktiv zu pushen. Kaum einer macht das so formidabel :grins:
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