Ist denn schon wieder 1993?
Um den Dreh herum dürfte mir das Gesabbel das erste Mal begnet sein.
Siebi hat geschrieben:Wo stehe ich jetzt?
Auf vernünftiger Argumentationsgrundlage, würde ich sagen.
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MusikzeitschriftenRe: MusikzeitschriftenAha, diese Diskussion ist das also.
Ist denn schon wieder 1993? Um den Dreh herum dürfte mir das Gesabbel das erste Mal begnet sein.
Auf vernünftiger Argumentationsgrundlage, würde ich sagen. Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: MusikzeitschriftenJa, es geht mal wieder um die Frage, ob man den Metal lebt oder bloss die Musik konsumiert. Ich zitiere die wichtigste Passge:
Es geht eben nicht nur um Musik. What if there is nothing more
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Re: MusikzeitschriftenUnd was heißt "Metal leben"? Was sind diese "Werte", die da verkörpert werden sollen?
Re: Musikzeitschriften
Vermutlich sowas wie Tonträger kaufen und auch kleinere Konzerte besuchen. Oder so? Ich finde das alles sehr verwirrend.
Re: Musikzeitschriften
Ach komm, muss man das wirklich noch aufzählen? Es hat einerseits natürlich in gewisser Weise mit Rebellion zu tun, damit, sich nicht um jeden Preis anzupassen, sich nicht "dem System" unterzuordnen und sich nicht darum zu kümmern, was "normale" Menschen über einen denken. Die berühmte Fuck You-Attitüde halt. Andererseits geht's natürlich auch darum, Musik nicht bloss zu konsumieren, sondern sich tiefergehend mit der Materie zu beschäftigen. Also die nerdige Seite des Metallerdaseins halt, die uns hier ja allen bestens bekannt sein dürfte. Über Musik schreiben/lesen/diskutieren, sich mit den Musikern und Texten beschäftigen, die Sammelleidenschaft, etc., etc., etc. What if there is nothing more
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Re: MusikzeitschriftenErinnert an "Bist Du bereit für den Metal zu sterben?" Also Götz, wie jetzt?
![]() Zu dem "Metal leben". Der Freundeskreis meiner Generation, also die Pickelhauben der Früh- und Mitt-80er, geht ganz frech einem 9-to-5-Job nach, hat sein Auskommen mit dem Einkommen, 1 bis x Balgen inklusive angetrauter Östrogenschleuder am Hals, lebt brav in einer Wohnung in ruhiger Lage mit ÖPNV-Anschluss oder sogar Eigenheim, schimpft über die Gesamtsituation, grantelt sich durch Beruf und Familie, konsumiert aus Internet und Discounter, hält sich aber dank humanistischer Spendenader sowie polit- und sprachbildenden Volkshochschulkursen und der metallischen Sammlung true as fuck... und freut sich am Wochenende, wenn Schwiegermutti den Kaffeeklatsch rockt und er am frühen Abend die erntefrischen Paradeiser vom örtlichen Samen-dealenden Gartencenter mit Olivenöl und Bio-Mozzarella aus dem Discounter anrichtet. Früher dachte ich als Rebel of Clerasil, das wäre ein Spießerleben. Heute weiß ich es ... Metal und so! Hoch die Pommesgabeln!
Re: MusikzeitschriftenIch finde schon, dass man das wirklich noch aufzählen muss. Ansonsten ist es bloß hohles Phrasen-Gedresche.
Vor allem wenn man sich auf eine Band wie ATLANTEAN KODEX bezieht, ist diese ganze Diskussion mehr als ambivalent. Da spaltet kein Musiker mit seinen Aussagen die Szene, sondern erst einmal seine eigene Argumentation. Nämlich in dem Punkt, wo es heißt: Feiern oder Denken? Einerseits sei Metal rebellisch, verstoße gegen soziale Normen und weiß der Kuckuck was. Andererseits möge jedes Mitglied der Szene daheim in Genrelexika blättern, sich über tierschürfende Texte austauschen und der Kulturindustrie dahingehend das Handwerk legen, ne CD von nem bestimmen, angepriesenen Label zu kaufen. Das Ganze erinnert mich an "Dead Poets' Society", wo es eigentlich um Mündigkeit gehen soll. Aber letztendlich wird auch da nur eine bestimmte Lebensweisheit indoktriniert. Deswegen finde ich auch viele Debatten einfach scheinheilig. Ohne große Labels, "Mainstream"-Bands und große Festivals wäre nämlich größtenteils Essig mit Tourdates in jedem kleinen Kuhdorf, Verfügbarkeit von Musik aus aller Welt etc. Ja, es gibt im Underground einen gewissen Pioniergeist. Aber als ob der ausreichen würde, die Bedürfnisse der Metalheads in aller Welt zu stillen?
Re: Musikzeitschriften
Siehst du zwischen rebellisch sein, soziale Normen in Frage stellen (man muss ja nicht zwangsläufig gegen jede verstossen) und sein Gehirn benutzen bzw. sich bilden irgendwo einen Widerspruch? Oder kommt hier nur das alte Klischee vom dummen, ständig besoffenen und rumpöbelnden Heavy Metal-Freak zum Vorschein? What if there is nothing more
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Re: MusikzeitschriftenWieso sollte ich Klischees im Kopf haben? Ich sehe da schon einen gewissen Widerspruch, ja. Die wenigsten Rebellionen finden in Bibliotheken statt. Wenn die Subkultur zur Kultur wird, geht der Charakter flöten. Für uns ist Metal doch das Normalste der Welt. Nicht anstößig, etc. Zu welcher Entwicklung in der Gesamtgesellschaft will denn der Metal beitragen?
Re: MusikzeitschriftenEs geht doch nicht um eine Rebellion im Sinne von "Ich geh auf die Strasse und werf mit Ziegelsteinen". Es geht hier schon um geistige Rebellion. Im Sinne von "nichts als gegeben hinnehmen, selbst denken, selbst eine Meinung bilden". Sein Leben nach eigenen Masstäben und Regeln zu leben und nicht nach solchen, die irgendjemand anders für uns aufstellt. Also so ziemlich das genaue Gegenteil von "Hirn ausschalten".
Und der Metal will zu keiner Entwicklung der Gesellschaft beitragen. Wie denn auch? Aber ich als Metaller will mich (zumindest bis zu einem gewissen Punkt) von der Gesellschaft abgrenzen. Andererseits würd ich das wahrscheinlich auch wollen, wenn ich nix mit Metal am Hut hätte. Wahrscheinlich ist es sogar so, dass mich die Tatsache, dass mich die Welt und die "Gesellschaft" grösstenteils einfach nur ankotzt, zum Metal gebracht hat. Hach, wie schön war das, damals "Extreme Aggressions" aufzulegen und Mille "Love us or hate us / It doesn't matter to me / We don't want to be a part / Of this sick society" brüllen zu hören ![]() What if there is nothing more
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