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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 12. September 2013, 23:05
frankjaeger hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Sind die nichts für dich? -> Nein, die sind nichts für mich! -> Doch, die sind was für mich! -> Ja! = Ich habe deine Frage vernommen!
Nein. Dein erster Fall enthält zwei Verneinungen. usg ist das zwar usus, aber "Nein, die sind nichts für mich" ist die richtige Antwort auf die Frage "Sind die was für dich?". Auf "sind die NICHTS für dich?" gehört ein "Ja. Die sind nichts für mich."
Ich weiß, dass du das so machst. Ich halte es aber nachdrücklich für falsch, und bin damit in nicht allzu schlechter Gesellschaft, siehe zum Beispiel den Sprachblog des Herrn Dr. Stephan Bopp: http://canoo.net/blog/wer-ist-dr-bopp/http://canoo.net/blog/2007/04/18/antwor ... te-fragen/Dr. Bopp hat geschrieben:(...) Im Allgemeinen gilt, dass die bestätigende Antwort auf eine verneinte Frage nein ist:
Hast du keinen Hunger? – Nein (= Bestätigung: Ich haben keinen Hunger)
So steht es auch auf unseren Grammatikseiten und in anderen Grammatiken. In der Sprachrealität herrscht aber im letzteren Fall einige Verwirrung. Oft wird hier auch die Antwort ja verwendet: (...)
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 12. September 2013, 23:11
Es ist auch keine doppelte Verneinung, da wir hier zwei selbständige Satzteile haben, deren erster die Bestätigung der negierten Frage enthält, und deren zweiter eine nähere Erläuterung liefert. Der erste Satzteil negiert mitnichten den zweiten Satzteil. Eine doppelte Verneinung wäre "Wir haben heute keine Lust nicht!", was streng dogmatisch zwar eine Bejahung wäre, aber ebenfalls anerkanntermaßen als sprachliches Stilmittel eher als ironische Verstärkung der Negation gesehen wird, denn als doppelte Verneinung im Sinne einer Bejahung. Ich habe jedenfalls noch niemals niemanden nicht gesehen, der eine solche Konstruktion als Bejahung verwendet, es sei denn, um bewusst sein Gegenüber zu verwirren. In der Sprache gilt eben nicht die mathematische Regel "[Minus (Minus)] gleich Plus", auch wenn das manche gerne so hätten. 
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 12. September 2013, 23:22
http://www.canoo.net/services/OnlineGra ... idung.htmlVerneinte Frage: Antwort nein oder doch Bei einer negativ formulierten Frage muss die Antwort nein oder doch lauten. Vergleiche die unterschiedlichen Funktionen von nein, ja und doch bei einer positiven und einer negativen Frage:
Positive Frage Antwort Hast du Hunger? Ja (ich habe Hunger). = Bestätigung Nein (ich habe keinen Hunger). = Verneinung
Negative Frage Antwort Hast du keinen Hunger? Nein (ich habe keinen Hunger). = Bestätigung Doch (ich habe Hunger). = Verneinung
Spezialfall: Vergewisserungsfrage mit nicht
Dies gilt nicht, wenn nicht keine Verneinung ist, sondern eine Frage nach Bestätigung ausdrückt. Der Fragesteller will sich vergewissern, ob der Befragte mit ihm einverstanden ist. Nicht ist in einer solchen Vergewisserungsfrage unbetont.
Hat sie nicht gut gesungen? = Sie hat (doch) gut gesungen, nicht wahr? = Findest du auch, dass sie gut gesungen hat?
Bestätigung und Verneinung werden gleich ausgedrückt wie bei einer positiven Frage:
Vergewisserungsfrage Antwort Hat sie nicht gut gesungen? Ja (sie hat gut gesungen). = Bestätigung Nein (sie hat nicht gut gesungen). = Verneinung
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von Holger Andrae » Donnerstag 12. September 2013, 23:25
Hauptsache in den Top 100 Threads ist überhaupt Bewegung.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 12. September 2013, 23:39
Jupp... wäre ja schade, wenn da gar nie nichts mehr nicht passieren würde. Ich habe jetzt wirklich einiges zu dem Thema nachgelesen, und festgestellt, dass die Logiker-Variante (die Frank vertritt) vielen Sprachtheoretikern mehr Wohlbehagen bereitet, aber deutlich mehr Verwirrung stiftet. Die Variante "Sprachrealität" (die ich vertrete), wird im Regelfall richtig verstanden, ruft aber die Rosinensammler und Querulanten auf den Plan, die einen dann gerne belehren. Eine allgemein gültige Festlegung habe ich weder bei Duden noch bei Wahrig gefunden und diverse Sprachwissenschaftler haben in ihren Blogs und Foren gar empfohlen, entweder erst gar keine negierenden Fragen zu stellen, oder nicht mit den Worten "ja/nein/doch" allein zu antworten, sondern immer einen Beisatz zu verwenden. Sprich: Die Linguisten kapitulieren vor dieser Frage! Schon irgendwie cool...  ------------------------------------------------ Wo waren wir? Top 100? Ich müsste auch mal wieder über meine nachdenken, wobei sich eigentlich nicht viel geändert haben kann. Würde natürlich die damalige Reihenfolge im Leben nimmer zusammenkriegen, und manche Band wäre jetzt vielleicht mit "dem anderen" Album dabei, aber dass ich den letzten Jahren Bands oder Alben entdeckt hätte, die meine Top-100 sprengen würden, glaube ich nicht. Allenfalls "The Lord Of Steel", aber sonst... hmmm... Die Begeisterungsfähigkeit hat schon irgendwie stark nachgelassen über die Jahre. Passiert dir das noch, dass ein Album herauskommt, und du sagst: "Wow! Also für die Scheibe fliegt ein All-Time-Fave aus den Top-100!"? Irgendwie für mich kaum vorstellbar. Die "The Lord Of Steel" ist die ganz große Ausnahme, weil das seit gefühlt 15 Jahren das erste Album war, das wirklich nochmal kindliches bzw. kindisches Ausflippen verursacht hat. Ansonsten bin ich offenbar völlig abgestumpft. Traurig, so was... Klar, ich finde die neuen Sachen schon toll und alles, aber so ein Magie-Feeling, so ein Erstarren, oder ein spontanes Herumhüpfen usw... Fehlanzeige... 
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von Siebi » Donnerstag 12. September 2013, 23:54
Rüdiger Stehle hat geschrieben:... Passiert dir das noch, dass ein Album herauskommt, und du sagst: "Wow! Also für die Scheibe fliegt ein All-Time-Fave aus den Top-100!"?
WARREL DANE - Praises To The War Machine G_Ä_N_S_E_H_A_U_T_-_A_L_B_U_M!
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von salisbury » Freitag 13. September 2013, 00:02
Rüdiger Stehle hat geschrieben:J Passiert dir das noch, dass ein Album herauskommt, und du sagst: "Wow! Also für die Scheibe fliegt ein All-Time-Fave aus den Top-100!"? Irgendwie für mich kaum vorstellbar. Die "The Lord Of Steel" ist die ganz große Ausnahme, weil das seit gefühlt 15 Jahren das erste Album war, das wirklich nochmal kindliches bzw. kindisches Ausflippen verursacht hat. Ansonsten bin ich offenbar völlig abgestumpft. Traurig, so was... Klar, ich finde die neuen Sachen schon toll und alles, aber so ein Magie-Feeling, so ein Erstarren, oder ein spontanes Herumhüpfen usw... Fehlanzeige... 
Hm, doch das passiert schon hin und wieder. Ich bin der Meinung, ganz Evolutionsbiologe, dass sich die Musik und Musiker ständig verbessern und dass es jede Menge Faszinierendes zu entdecken gibt. Alben wie AMPLIFIERS "Octopus", MOTORPSYCHOs fantastische Fabel, STEVEN WILSONs überbordend kreativen Progmeisterwerke haben sich auf jeden Fall in Topränge gespielt und begeistern mich genauso wie früher die WALTZ, SAVATAGE, DREAM THEATER und FATES WARNING-Werke. KAMELOTs "Silberthorn" wär momentan sogar recht sicher unter den Top20 (meistgehörtes Album über den Zeitraum des letztens Jahres). Lässe ich die romatische Verklärung für alte Zeiten weg, ist das Album mein jetztiges Pendant zu "Gutter Ballet" und musikalisch wie kompositorisch nicht schlechter. Allein die Auswahl an Musik ist größer und die Qualitätsdichte an guten bis tollen Bands sehr hoch. Was dazu führt, dass man seine Faves weniger hört. Passiert mir aber nicht. Ich hole auch meine aktuellen Topalben immer wieder raus.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 13. September 2013, 00:04
Siebi hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:... Passiert dir das noch, dass ein Album herauskommt, und du sagst: "Wow! Also für die Scheibe fliegt ein All-Time-Fave aus den Top-100!"?
WARREL DANE - Praises To The War Machine G_Ä_N_S_E_H_A_U_T_-_A_L_B_U_M!
Bei "Brother" als Song könnte ich mitgehen, das Album insgesamt finde ich auch total schön, aber ich wüsste halt nicht, wenn ich dafür kicken sollte. Bei mir ist es tatsächlich der "doofe" Herr vom Stahl, der bei mir emotionale Regungen ausgelöst hat, die ich wirklich nicht mehr für möglich gehalten habe. Dabei soll der ja total schlecht sein, wenn man den anderen glauben mag. Mich hat das Ding einfach ausflippen lassen, und zwar so richtig, wie es mir seit dem Abebben der Zweiten Welle nicht mehr passiert ist. Völlig krass...
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von Rüdiger Stehle » Freitag 13. September 2013, 00:08
salisbury hat geschrieben:Hm, doch das passiert schon hin und wieder. Ich bin der Meinung, ganz Evolutionsbiologe, dass sich die Musik und Musiker ständig verbessern und dass es jede Menge Faszinierendes zu entdecken gibt.
(...)
Lässe ich die romatische Verklärung für alte Zeiten weg, ist das Album mein jetztiges Pendant zu "Gutter Ballet" und musikalisch wie kompositorisch nicht schlechter. Allein die Auswahl an Musik ist größer und die Qualitätsdichte an guten bis tollen Bands sehr hoch. Was dazu führt, dass man seine Faves weniger hört. Passiert mir aber nicht. Ich hole auch meine aktuellen Topalben immer wieder raus.
Ja, aber die "romantische Verklärung" kann man ja nicht mal eben so weglassen, sondern die ist ja Teil unserer selbst. Wenn ich die Top-100 nominiere, dann denke ich ja nicht drüber nach, welches Album vielleicht musikalisch und kompositorisch genauso gut ist wie "King Of The Dead" oder "Hail To England", sondern ich suche nach den 100 Alben, die mich in meinen Grundfesten erschüttern, die ich im Schlaf mitsingen kann, die mein musikalisches Leben bestimmen. Und das haben ab 2000 vielleicht noch drei Alben oder so geschafft. Ich finde das nicht gut, aber ich fürchte, dass es so ist. Muss echt mal wieder versuchen, eine Liste zu machen, um das zu überprüfen.
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von Oliver Passgang » Freitag 13. September 2013, 00:09
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bei mir ist es tatsächlich der "doofe" Herr vom Stahl, der bei mir emotionale Regungen ausgelöst hat, die ich wirklich nicht mehr für möglich gehalten habe. Dabei soll der ja total schlecht sein, wenn man den anderen glauben mag. Mich hat das Ding einfach ausflippen lassen, und zwar so richtig, wie es mir seit dem Abebben der Zweiten Welle nicht mehr passiert ist. Völlig krass...
Irgendwie interessant, da du dem Album nicht die Höchstnote gegeben hast, anderen in den letzten Jahren hingegen schon.
Oh you ironic pop-rock fucks DON'T YOU FUCK WITH METAL!!!
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