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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Nils Macher » Mittwoch 17. Juli 2013, 21:31
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Jesus hat geschrieben:Lass doch Nils seine Meinung. Ich würde jetzt dem auch nicht vorbehaltlos zustimmen wollen, aber mir fiele auch keine Band in irgendeinem Genre ein, die ich als die beste ihres Fachs bezeichnen möchte. So viel und so gern ich Black Metal höre, so ungern möchte ich nur eine einzige Band auf einen nichtexistenten Thron hieven. Es reicht schon, wenn es affige Prätendenten auf den nichtexistenten Thron des ebenso nichtexistenten Genres "True Metal" gibt.
Ich zitiere mal mich selbst zu "Lawless Darkness": "Der schwedische Black Metal ist um ein Meisterwerk reicher, das diese Band unsterblich machen wird. 10 Punkte"
Von daher bin ich wirklich der Letzte, der Nils seine Meinung nicht lassen würde. Jeder hat seine Faves und die dürfen gerne auch WATAIN heißen, auch wenn die nicht aus Norwegen kommen. Was mich zum "Widerspruch" bewogen hat, war im Wesentlichen diese massive Alleinstellung ("mit großem Abstand die beste praktizierende Band") und zum anderen eben auch dieses zusätzliche Abheben auf diese "orthodoxe" Clique. Das auch insbesondere, weil es von Nils kommt, der ja eine sehr breite schwarzmetallische Basis hat. Würden jetzt Peter oder Frank das sagen, dass das mit Abstand die beste praktizierende BM-Band ist, dann wäre das ähnlich bedeutsam, wie wenn ich das selber über DANTE im Prog sage. Aber wenn ein erklärter BM-Fan eine so weitreichende Aussage trifft, will ich schon genau wissen, wie er das jetzt definiert und was gemeint ist. Ansonsten stimme ich deiner Aussage voll zu, meist gibt es viel zu viele tolle Bands pro Genre, um die eine oder die andere als "die beste" zu bezeichnen, es sei denn aus rein emotionalen Gründen.
Meine Äußerung hier war sicherlich spontan und im Eifer des sechsten oder siebten Durchlaufs des Albums. Ich bin von dieser Platte so begeistert wie von keiner anderen BM-Scheibe, die ich zur VÖ gehört und verfolgt habe. Wenn ich dann auch mit Nachdenken auf keine Band komme, die mich in den letzten 4-5 Jahren so fesseln konnte, gelange ich zu dem Punkt, sie als die "beste praktizierende" Band zu bezeichnen. Wohlwissend um die großen Unterschiede im Bereich "Black Metal" kann man ja trotzdem seine favorisierte Richtung haben. Ebenso wie es für mich eine "beste" Prog-Metal oder Psychedelic-Rock-Band gibt.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 17. Juli 2013, 21:38
Mein Reaktion war ebenso spontan und ich finde es gut wenn man spontan extrem begeistert ist. Ich wollte dir diese Einschätzung auch nicht nehmen, sondern einfach nachforschen wie weit diese Aussage tatsächlich reicht, weil ich als erstes halt gedacht habe: "Wow, das ist mal eine Ansage!" bei gefühlten 73.500 BM-Bands von denen ich bestimmt 71.289 mindestens "solide" finde. 
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von Nils Macher » Mittwoch 17. Juli 2013, 21:42
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Mein Reaktion war ebenso spontan und ich finde es gut wenn man spontan extrem begeistert ist. Ich wollte dir diese Einschätzung auch nicht nehmen, sondern einfach nachforschen wie weit diese Aussage tatsächlich reicht, weil ich als erstes halt gedacht habe: "Wow, das ist mal eine Ansage!" bei gefühlten 73.500 BM-Bands von denen ich bestimmt 71.289 mindestens "solide" finde.  Umso mehr hat mich das neue Album davon überzeugt, dass vieles, was wir so auf die Ohren bekommen, eher mittelprächtig solide ist. Gerne auch 71.289 BM-Bands.
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von Jesus » Mittwoch 17. Juli 2013, 22:01
Um mal vom Thema wegzukommen und davon abzulenken, dass ich wahrscheinlich nur etwa 1000 BM-Bands zumindest namentlich kenne, hier eine neue Erkenntnis: Ich bin mir immer noch nicht sicher, was konkret der vielbeschworene "Faustfaktor" sein mag, den manche Leute in der Musik zu suchen scheinen.
Zuletzt geändert von Jesus am Mittwoch 17. Juli 2013, 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
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von Nils Macher » Mittwoch 17. Juli 2013, 22:03
Ist doch ganz einfach. Musik, die dich dazu veranlasst, in Emotionen und Ekstase verfallend die Faust gen Himmel zu recken, besitzt Faustfaktor.
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von salisbury » Mittwoch 17. Juli 2013, 22:17
Nils Macher hat geschrieben:Ist doch ganz einfach. Musik, die dich dazu veranlasst, in Emotionen und Ekstase verfallend die Faust gen Himmel zu recken, besitzt Faustfaktor.
KARNIVOOL!!!
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von Eike » Mittwoch 17. Juli 2013, 22:37
Karnivool? Deren Musik weckt in mir Emotionen, darunter vielleicht auch Euphorie, aber keine Ekstase, und schon gar nicht den Wunsch oder Drang, die Faust gen Himmel zu recken, sondern bewirkt eher ein Abspannen, ein langsames Abgleitenlassen des Tagwerks und meiner Gedanken daran. Chillout mit Rockgefühl. (Bezieht sich lediglich auf "Asymmetry", da ich sonst nichts kenne von der Band.)
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 17. Juli 2013, 22:41
Nils Macher hat geschrieben:Ist doch ganz einfach. Musik, die dich dazu veranlasst, in Emotionen und Ekstase verfallend die Faust gen Himmel zu recken, besitzt Faustfaktor.
Ja und nein. Ja, weil es genau um diese Emotion geht: Das Verlangen danach, die Faust zu recken. Nein, weil es aus meiner Sicht nicht primär darauf ankommt, ob die Musik bei einem einzelnen Hörer exakt diese Regung auslöst, sondern ob die Musik darauf angelegt ist, exakt diese Regung hervorzurufen. Naturgemäß finden manche potentielle Hörer viele Bands mit ausgeprägtem Faustfaktor eher albern, so dass sie bei diesen Hörern natürlich den entsprechenden Rezeptor nicht stimulieren. Gleichwohl wird man nicht umhin können, Manowar, Watain oder Black Sabbath den Faustfaktor zu attestieren. Faustfaktor ist für mich im Endeffekt absolutes Essentialium jeglicher Art von Metal und umfasst alle Arten von kämpferischen, aggressiven, majestätischen, dominanten, triumphalen, pathetischen, martialischen, zerstörerischen, trotzigen, zornigen Gefühlen, die ein Bedürfnis auslösen sollen, sich mit der "Botschaft" der Musik identifizierend die Faust zu recken, die Faust zu ballen, mit der Faust auf den Tisch zu schlagen etc... Im Endeffekt ist es der Faustfaktor, der für mich Rock zum Hardrock oder zum Metal macht. Diese Sichtweise mag man disputieren, ist alles rein emotional und nicht belegbar, aber ich denke, dass es ganz gut erklärt, was Faustfaktor ist. salisbury hat geschrieben:KARNIVOOL!!!
Weitgehend nein, an manchen Stellen allerdings schon. Zum Beispiel bei Track 02 von 0:30 - 0:44 oder bei 1:15 - 1:35. Das sind die Passagen, die ich in meinem GT-Beitrag als "Doomparts" bezeichnet habe. Diese kurzen Passagen haben Faustfaktor. Ansonsten hat die Band aber eher Maniküre-Faktor. Eike hat geschrieben:Karnivool? Deren Musik weckt in mir Emotionen, darunter vielleicht auch Euphorie, aber keine Ekstase, und schon gar nicht den Wunsch oder Drang, die Faust gen Himmel zu recken, sondern bewirkt eher ein Abspannen, ein langsames Abgleitenlassen des Tagwerks und meiner Gedanken daran. Chillout mit Rockgefühl. (Bezieht sich lediglich auf "Asymmetry", da ich sonst nichts kenne von der Band.)
Eben-t. 
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von Eike » Mittwoch 17. Juli 2013, 23:03
Schrobst Du von "Doomparts" oder nicht doch eher von einem "halben Doomriff"? Ich meine, da war sowas... 
Verdammt zum Leben...
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 17. Juli 2013, 23:15
Eike hat geschrieben:Schrobst Du von "Doomparts" oder nicht doch eher von einem "halben Doomriff"? Ich meine, da war sowas... 
Ja, Letzteres. Das zeigt deutlich, wie wenig Faustfaktor die Band hat. Aber halt doch einen minimalen Hauch davon.
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