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AMPLIFIER "Octopus"→ So langsam kommt die cephalopodeske Knulzung. Beim Weichtier folgt auf eine solide, wenn auch etwas zähe und gleichförmige erste Hälfte eine wirklich grandiose zweite, d.h. die CD 2 ist so richtig heißer Shizzle.
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'Fall of the Empire'
ÆVANGELIST "De Masticatione Mortuorum in Tumulis"→ Latinum est lingua bona! Metallum mortis omnia vincit. Doctrix mea pudet, weil ich alles verlernt habe. Naja, nicht ganz:
Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam, qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur. Diesen Satz und den ersten Absatz der "Odyssee" werde ich wohl nie wieder vergessen können, so sehr ich es auch möchte. 13 Jahre meines Lebens für 2 tote Sprachen vergeudet. In dieser Zeit hätte ich stattdessen Gitarre und Bass erlernen oder mir ein eigenes Schlagzeug kaufen können. Egal, zu spät. Nils' Behauptung, die Band klänge generisch, ist natürlich Bullshit, weil mir keine andere Death-Metal-Band einfällt, die sich stilistisch irgendwo zwischen PORTAL, BLUT AUS NORD, CATACOMBS, GODFLESH, MITOCHONDRION, EVOKEN und den ruhig-atmosphärischen Stücken von DEATHSPELL OMEGA bewegt. Das ist wahrscheinlich nur seine Rache dafür, dass ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf DREAM THEATER rumhacke. Tut mir leid, Nils, das ist nur die natürliche Abwehrreaktion auf den Hype. Ich darf nichts Populäres gut finden. Es sei denn, es bestätigt mein Hipstertum, indem es dermaßen populär ist, dass es der gemeine Metaller wiederum schreiend davor wegläuft. Vive la résistance!

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'Crematorium Angelicum'
SCOUT NIBLETT "Kidnapped by Neptune"→ Schrulliges und schiefes Singer-Songwritergedöns mit einer Prise Garagenrock. Klingt ein bisschen so, als würde CAPTAIN BEEFHEART sich an einer Interpretation von PJ HARVEY meets PATTI SMITH probieren. Fräulein Niblett macht selten Gebrauch von konventionellen Songstrukturen und eingängigen Refrains. Tatsächlich scheinen einige Stück nur aus einer oder zwei Ideen zu bestehen, die auf zweieinhalb Minuten ausgedehnt wurden. Doch dieser Lo-Fi-Approach und der ständige Wechsel zwischen verschiedenen Genres klingt immer sympathisch und macht die Sache sehr abwechslungsreich. Eingängig und glatt ist allerdings was anderes, das hier ist eher kantig und kratzbürstig und selbst in seinen lieblichsten Momenten irgendwie nicht wirklich "schön" in dem Sinne, dass es angenehm mit auraler Gleitcreme gefettet durch die Lauschlappen flutscht. Das ist wiederum der Unterschied zu Polly und Patti. Doch wenn man nicht an Fräulein Nibletts Stimme mitsamt verschrobenen Gesangsmelodien hängen bleibt, dann sicherlich am eigenwilligen Schlagzeugspiel. Steve Albini verpasste zudem jedem Instrument den richtigen Punch und lässt jede Note in einem dynamischen Umfeld atmen. Knarziger Indie-Minimalismus für alle Hipster.
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'Wolfie'
CELTIC FROST "To Mega Therion"→ Ugh! *riffriffriff* Uhn! *riffriffriff* Uh! *riffriffriff* Klassiker! Und eine von drei guten CF-Scheiben. Die anderen zwei heißen natürlich "Emperor's Return" und "Monotheist". Hmm, für eine dermaßen einflussreiche und bekannte Band sind das ziemlich wenig gute Alben. Naja, verhält sich ja bei METALLICA und SEPULTURA ganz ähnlich. Manche Leute meinen ja sogar, dass IRON MAIDEN nur zwei gute Alben veröffentlicht haben. Da kann ich allerdings nicht mitreden. Kann halt nicht jeder wie DREAM THEATER dreißig Klassiker veröffentlichen. So besser, Nils? Alles wieder okay? Frieden?
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'Necromantical Screams'
LEPROUS "Bilateral"→ Das kennen ja fast alle hier. Progressive Metal, der häufig sogar progressiv klingt. In einer Welt voller DREAM-THEATER-Klone (Verdammt! Sorry, Nils!) und in Keyboards ertränkter Power-Metal-Bands, die aus mir unerfindlichen Gründen auch als Progressive Metal bezeichnet werden, ist dies ja mittlerweile leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Ab und an ein bisschen zu gläsern und selbstverliebt, insgesamt jedoch ganz solide Arbeit.
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'Thorn'
NO JOY "Wait to Pleasure"→ Bei Band- und Album-Name ist sicherlich JOY DIVISION die erste Assoziation. Davon findet sich vielleicht auch was im Album, aber in erster Linie bekommt man noisigen Shoegaze/Dreampop geboten im Stil von COCTEAU TWINS, TRUE WIDOW und THE TELESCOPES. Vorgetragen von zwei schnuckeligen Mädels an Gitarren und Mikros. Und irgendeinem Typen am Schlagzeug, für den sich eh keiner interessiert. Fast wie bei LUSH, nach denen sie trotz ähnlicher Stilistik allerdings kein bisschen klingen. Seufz, als ob Schlagzeuger nicht sowieso schon den undankbarsten Job hätten, muss der sich auch noch das Rampenlicht mit gleich zwei Zuckerstückchen teilen und ist somit gleich doppelt uninteressant. Man findet online nicht einmal den Namen des armen Kerls! Wie dem auch sei, ich pflege ja bekanntermaßen eine Schwäche für Shoegaze. Und überraschenderweise auch für zarte Fräuleins mit großen, phallischen Saiteninstrumenten in den Händen. Man kombiniere diese Vorlieben und schon haben wir einen Gewinner! Wenn sie jetzt noch den Drummer durch 'ne scharfe Asiatin ersetzen...
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'Lunar Phobia'
STARKWEATHER "This Sheltering Night"→ Hatte ich ja schon ein paar mal in den Weekly Playlists beschrieben. Darum ganz kurz: Wer nicht glauben mag, dass Metalcore auch etwas anderes sein kann als noch schwulerer Göteborg-Metal mit Breakdowns und Pop-Refrains (aus politisch korrekten Gründen will ich jetzt keine Namen nennen wie z.B. KILLSWITCH ENGAGE oder TIMES OF GRACE...), kann in dieses Album ruhig mal reinhorchen. Hach ja, so in der Art hätten NEUROSIS auf "Honor Found in Decay" klingen sollen. Seufz.
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'Broken from Inside'
THE OCEAN "Pelagial"→ Leute, Leute, ihr seid echt einen weiten Weg gekommen seit "Fogdriver". In einer Zeit, in der der Boom des Post-Metal merklich abflacht, seine Zugpferde entweder aufgelöst sind (ISIS), auf den Mainstream-Zug aufspringen (BARONESS) oder auf der Stelle stehenbleiben (NEUROSIS) und somit dem nächsten Hype Platz machen, dürften Herr Staps und seine Wahlberliner mit ihrem schwer zu kategorisierenden Prog Metal ebenso wie die Kollegen von MASTODON noch ganz passable Aussichten auf eine weitere Zukunft haben. Nach dem ersten Durchlauf war es zumindest schon mal interessanter als "Anthropocentric", welches sich ein bisschen zu sehr auf die stumpf-aggressiven Momente konzentrierte, auf die sich die Band allerdings nach "Precambrian" nicht mehr besonders gut versteht. Keine Ahnung, ob es am Besetzungswechsel liegt, aber wo man sich auf "Aeolian" noch auf jeden gewaltigen Ausbruch freuen konnte, überzeugt die Band seit "Heliocentric" in erster Linie in den ruhigen Momenten. Auch auf "Pelagial" habe ich während der Augenblicke des puren Geknüppels immer wieder mal die Aufmerksamkeit verloren und musste daran denken, wie gut CONVERGE dies auf ihrer letzten Platte mit den von ihnen neu entdeckten Post-Metal-Elementen kombiniert hatten. Zumindest die eine oder andere unerwartete TOOL-Schlagseite sorgte doch immer wieder für positiv ungläubiges Spock'sches Augenbrauenhochziehen. Die weiche, völlig undynamische und durchgehend bis zur Besinnungslosigkeit auf voller Lautstärke dröhnende Produktion ist dafür gar nicht mein Fall, aber wahrscheinlich hat Jens Bogren nur gemacht, was die Band von ihm verlangte. Seine Produktionen auf den letzten beiden ENSLAVED war auch scheiße, aber von "Ruun" abgesehen klang jede Platte seit "Isa" ebenso breiig und schwachbrüstig und daran war Bogren nicht beteiligt. Und Bogrens Produktion vom Debüt von HAIL SPIRIT NOIR war wiederum knorke. Nichtsdestotrotz hätte jemand wie Alan Douches oder Kurt Ballou oder Steve Albini wohl soundtechnisch
wesentlich mehr aus "Pelagial" rausholen können. Eben irgendjemand, der weiß, dass Metal wie Metal klingen muss und nicht wie glattgelutschte Vanille-Bonbons in Erdbeer-Zuckerwatte.
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'Bathyalpelagic II: The Wish in Dreams'
LORD HURON "Lonesome Dreams"→ Indie-Folk, Singer-Songwriter, Slowcore, Dream Pop mit Western-Anstrich. Feinsinnige Klänge mit Vollbärten und Cowboy-Look, Streichern und Harmonika, weiten Getreidefeldern und staubiger Prärie. Irgendwas zwischen LOW, NEIL YOUNG, JENIFEREVER und TWO GALLANTS. Ja, doch, sehr fein. Dafür, dass ich dieses Album gar nicht bestellt hatte und der Händler nur was durcheinander brachte, ist das definitiv ein gelungener Blindkauf. Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob der Verkäufer sich eine gute oder schlechte Bewertung verdient hat. Vielleicht schreibe ich einfach nur ein Zitat aus "Brokeback Mountain" ins Bewertungsfeld?
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'Brother'
SARCÓFAGO "The Laws of Scourge"→ Wie bereits im entsprechenden Thread beschrieben eine feine Anschaffung für jeden, der seinen Old-School-Metal auch tatsächlich metallisch hart und nicht nur tuntig weichgespült mag. Ach ja, und THE OCEAN:
So muss die Produktion auf einem Metal-Album klingen!
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'Midnight Queen'
WOLF PEOPLE "Fain"→ Mitreißender Psychedelic Folk im Stil der späten 60er/frühen 70er. Schon der Vorgänger "Steeple" war knorke (hier noch mal ausdrücklich Dank an Graf Zahl). Im Vergleich zu diesem wichen die bluesigen Jams treibenderem Schlagzeug und mehr zweistimmigen LIZZY-meets-SABBATH-Gitarren. Auch das vereinzelte Damengesäusel im Hintergrund scheint mir neu. Gitarren und Bass klingen dank der natürlich wirkenden Produktion herrlich fuzzy und echt. Hey, THE OCEAN, ist euch das nicht peinlich, wenn eine Retro-Folk-Rock-Band heavier klingt als euer Metal?! Aber egal, zurück zu "Fain": Wer FAIRPORT CONVENTION, STRAY, JETHRO TULL, THIN LIZZY und COMUS zusammen spielen hören möchte, ist hier genau richtig aufgehoben. Ach ja, der Titel des letzten Songs, 'Nrr', erinnert mich irgendwie an "Futurama". Nrr ist bestimmt ein Kind von Ndnd und Lrrr, HERRSCHER DES PLANETEN OMICRON PERSEI ACHT!
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'Hesperus'
A WHISPER IN THE NOISE "To Forget"→ Minimalistischer Slowcore/Dreampop geradewegs aus dem Himmel. Musik zum Sterben schön in all ihrer simplen Erhabenheit. Wohlfühlklänge.
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'All My'
TYRANEX "Extermination Has Begun"→ Was soll ich dazu noch schreiben? Kick-Ass Speed/Thrash. Keine Kompromisse, einfach nur Kopf aus, Bier auf und moshen bis die verdammten Nackenwirbel brechen!
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'Tormentor'
TORMENTRESS "Thrashing Disorder"→ Brutaler Old School Thrash Metal gespielt von vier heißen Asiatinnen?! Alle meine Gebete wurden erhört! Wenn sie jetzt noch nach Berlin ziehen, trete ich freiwillig der nächstbesten Religion bei und danke dem Herrgott! Ja, schlagt mich, tut mir weh, gebt mir Tiernamen! Ächem... äh... also... hüstel... ich meinte... es wird dringend Zeit für eine kalte Dusche. Bin gleich wieder da.
*dumdidumdidumdidum* Aaaaalso das ist 'ne ganz solide EP. Ja. Genau. Gute Musik, Ladys. Macht weiter so mit euren Lyrics über Feminismus und Frauenrechte. Gegen die Objektivierung (sic?) von Frauen! Ich bin doch ebenfalls dafür, Frauen wie Menschen zu behandeln! Denn in vielerlei Hinsicht sind sie uns Menschen sogar recht ähnlich...
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'Thrashing Disorder'Und Rüdiger zuliebe hatte ich noch ein Black-Metal-Album gehört, allerdings scheint die Band/Bandin nicht ganz politisch korrekt zu sein und um nicht in einen Fettnapf/eine Fettnäpfin zu treten, verzichte ich mal auf eine öffentliche Erwähnung/Erwähnungin...