Mourning Beloveth

Mourning Beloveth

Beitragvon Jesus » Sonntag 2. Juni 2013, 17:16

Drumtier hat geschrieben:Sollten wir einen eigenen Thread für MOURNING BELOVETH haben, so ist mir dieser in der Suchfunktion entwischt und einen eigenen wollt ich nicht aufmachen, weil der ja sowieso wieder nur verkümmert. Ein bisschen was muss ich aber trotzdem zur neuen Scheibe sagen.


Eigentlich schade, oder? Man könnte meinen, die wären gerade noch populär und true genug, um sich einen Thread leisten zu können. Wenn COUNT RAVEN und FUNERAL einen Thread haben, spricht doch nichts dagegen, den Iren auch einen zu geben.

Drumtier hat geschrieben:So war ich beim ersten Hören noch nicht so ganz überzeugt


Ging mir ähnlich, aber ich kann es vielleicht sogar begründen. Nachdem "A Disease for the Ages" wieder walzendes, knappes, hymnisches Songwriting der Marke "The Sullen Sulcus" und "Dust" bot, klingt "Formless" wieder - ächem - formloser, freier, weniger auf metallischer Härte und mehr auf eindringlicher Atmosphäre beruhend; und stellt somit eine Rückkehr zum bis dato etwas aus dem Rahmen fallenden "A Murderous Circus" dar.

Nichtsdestotrotz ist die Gitarrenarbeit wieder mal göttlich: Die klaren Momente in 'Ethics on the Precipice' sind herzerwärmende Sonnenstrahlen in der Finsternis, das Solo in 'Dead Channel' ist auch Sahne auf dem Doomkuchen. Nur die Idee mit der Doppel-CD war unnötig. Gerade durch den im Gegensatz zum Vorgänger wieder ausufernden Stil wäre es ein Leichtes gewesen, den einen oder anderen Song um ein bis zwei Minuten zu kürzen. Es nervt mich ungemein, für nur einen einzigen Song die CD zu wechseln — auf einem Album, das gerade einmal 81 Minuten geht!

Drumtier hat geschrieben:Einzig das kurze Zwischenspiel "Old Rope" mag sich mir noch nicht ganz so erschließen, weil es nicht wirklich zum Rest des Albums passt und ein wenig deplatziert wird.


Vermisst hätte ich es zwar auch nicht, aber es lockert den Fluss des Albums ganz angenehm auf und die schweren Riffs erinnern wieder an die härteren Alben. Ähnlich wie die dreiminütigen Death-Metal-Songs von ESOTERIC.

Drumtier hat geschrieben:Ansonsten gibts keinerlei Ausfälle, selbst das sehr ruhige "Transmissions" welches alleine die zweite CD ausmacht funktioniert ausgezeichnet, bisheriger Höhepunkt ist wohl das beeindruckende "Nothing Has A Centre".


'Nothing Has a Centre' ist quasi nach dem Prinzip von 'Autumnal Fires' konzipiert. Eine Doom-Hitsingle in kurzweiligen fünfzehneinhalb Minuten ;)

Drumtier hat geschrieben:Erinnert eigentlich der Klargesang, besonders bei "Nothing Has A Centre", noch jemanden an Alan von Primordial?


Ein wenig. Auf 'Dead Channel' ebenfalls. Bei 'The Sickness' vom Vorgänger kam mir hingegen immer Messiah Marcolin in den Sinn...

Wer mag noch MOURNING BELOVETH? Oder wer mag noch etwas über die Band hören? Albenretrospektive von mir und Drumtier vielleicht?
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon Jhonny » Sonntag 2. Juni 2013, 17:52

Ich mag die Band!
Hab aber erst ein Album... "A Murderous Circus".
Und das kann ich nicht bei jeder Stimmung auflegen...
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon Jesus » Montag 3. Juni 2013, 15:01

Jhonny hat geschrieben:Ich mag die Band!


Mich erstaunt immer wieder, wo wir Überschneidungen haben ;)

Jhonny hat geschrieben:Und das kann ich nicht bei jeder Stimmung auflegen...


Hat Doom Metal so an sich. Beim Kindergeburtstag meiner kleinen Cousine würde ich auch nur ungern Death Doom auflegen wollen.
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon Eike » Montag 3. Juni 2013, 15:34

Wieso, dazu könnten die Kleinen sich doch wunderbar schminken. Schwarz und ... schwarz.
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon Nils Macher » Montag 3. Juni 2013, 15:58

Ich mag was über die Band hören.
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon Jesus » Mittwoch 5. Juni 2013, 11:44

Nils Macher hat geschrieben:Ich mag was über die Band hören.


Na, das klingt doch nach was. MOURNING BELOVETH ist eine irische Band, die seit mittlerweile über 20 Jahren dem melodischen Death Doom Metal frönt (und ein erstaunlich stabiles Line-Up im Laufe der Jahre bewahrt hat). Im Gegensatz zu den bekannteren Nachbarn von MY DYING BRIDE verzichten sie dabei auf Gothic-Elemente und verlassen sich mehr auf die Kraft ihrer Gitarren, sind aber auch nicht so brachial wie z.B. DISEMBOWELMENT oder EVOKEN.

Obwohl die Band sich bereits Anfang der 90er zusammenfand, erschien die erste Langrille erst in diesem Jahrtausend:

2001 - "Dust"
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Geboten werden schleppende Hymnen mit Sprech-, Klar- und Growlgesang und einem für Doomverhältnisse recht dynamischen Schlagzeugspiel. Der ewig anhaftende Vergleich mit MBD wird sich wohl nicht vermeiden lassen und ein Review haben wir zu der Platte auch noch nicht (*notier*), darum sollen mal das rockende 'These Mountains Are Mine' und die schmusige "Hitsingle" 'Autumnal Fires' ein bisschen Stimmung verbreiten.


2002 - "The Sullen Sulcus"
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Der Zweitling legt noch mal in allen Belangen eins drauf, obwohl sich hier keine mitsingtaugliche "Hitsingle" findet. Stattdessen überzeugt das Album mehr mit seiner durchgehend gleichmäßigen Stärke und dem tighten Songwriting, um mal das Redaktions-Neudeutsch auszupacken. Jeder Song walzt kurzweilig und für Doom-Verhältnisse "flott" aus den Boxen. Wir haben auch ein kurzes Review zu dieser Platte.

Anhören: 'The Words That Crawled'


2005 - "A Murderous Circus"
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Dieses Album ist ruhiger, schleppender, ausladender und setzt mehr auf Atmosphäre. Es ist sicherlich interessant, wie die Band sich in ihrem eng gesteckten Rahmen zu entwickeln versucht und die elegischen Soundscapes sind wunderschön, aber mit dem knackigen "The Sullen Sulcus" kann der mörderische Zirkus nicht ganz mithalten. Das soll nicht heißen, dass es ein schlechtes Album ist; ich persönlich finde es fokussierter als das vergleichsweise leicht unebene Debüt. Aber man muss wirklich in der Stimmung sein, um sich von den bis zu knapp 20 Minuten langen, recht verhaltenen Stücken mitreißen zu lassen. Review: http://powermetal.de/review/review-Mour ... ,5594.html

Anhören: 'The Crashing Wave'


2008 - "A Disease for the Ages"
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Man kehrt zum strafferen Songwriting zurück, diesmal mit mehr klassischen Epic-Doom-Einflüssen, die dem Death Doom sehr gut stehen. Der Klargesang wird kräftiger, epischer und häufiger eingesetzt. Und erinnert dabei ein wenig an CANDLEMASS und neuere PRIMORDIAL. Review von Rüdiger: http://powermetal.de/review/review-Mour ... 12638.html

Anhören: 'The Sickness'


2013 - "Formless"
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Noch kann ich nicht allzu viel zu dem neuesten Album sagen, aber es scheint den epischeren Stil der "Disease", das ausladende, minimalistischere Songwriting der "Circus" und die elegischen Gitarrenharmonien der "Sulcus" zu kombinieren. Warum auch nicht?

Anhören: 'Nothing Has a Centre'

Es tut mir leid, Nils, falls dieser Überblick ein wenig zu knapp ausgefallen ist, aber ich wollte Dich jetzt nicht ewig und drei Tage lang warten lassen. Drumtier kann ja vielleicht noch etwas erzählen, denn er scheint die Band ebenso gern zu haben wie ich ;)
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 5. Juni 2013, 12:10

Danke, das ist doch schonmal ein Anhaltspunkt Ich lausche gerade 'The Mountains Are Mine', das ist bislang ziemlich nett. Aber ich mag Death Doom ja, kenne/habe nur zu wenig.

Mehr Höreindrücke poste ich heute Nachmittag :)
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 12. Juni 2013, 00:52

Ich dachte schon, ich müsste ein schlechtes Gewissen haben, weil ich erst eine Diskussion mitanrege und dann aufgrund von Internet- und Zeitproblemen verschwinde, aber jetzt da ich sehe, dass Nils' Nachmittag ebenfalls eine knappe Woche lang dauert, bin ich in der Hinsicht beruhigt :grins:

Jesus hat geschrieben:Nur die Idee mit der Doppel-CD war unnötig. Gerade durch den im Gegensatz zum Vorgänger wieder ausufernden Stil wäre es ein Leichtes gewesen, den einen oder anderen Song um ein bis zwei Minuten zu kürzen. Es nervt mich ungemein, für nur einen einzigen Song die CD zu wechseln — auf einem Album, das gerade einmal 81 Minuten geht!

Meine Güte, ja! Das wollt ich auch ansprechen, so was Nerviges aber auch. Wieviel passt denn auf eine CD drauf? 70 oder 80 Minuten? Oder unterschiedlich? Ich hätt für die Annehmlichkeiten des Nicht-wechseln-müssens nämlich durchaus das kurze "Old Rope" geopfert...

Jesus hat geschrieben:Wer mag noch MOURNING BELOVETH? Oder wer mag noch etwas über die Band hören? Albenretrospektive von mir und Drumtier vielleicht?

Gut, dass du die Albumretrospektive übernommen hast, ich wär dazu eh nicht qualifiziert gewesen. Ich mag die Band zwar, sehr eigentlich sogar, aber bislang bin ich noch nicht dazu gekommen, dass ich mir die restlichen Alben besorge. So kommts, dass auch The Sullen Sulcus vor Erscheinen der Neuen meine Einzige war. Ja, Sachen gibts, ich weiß! Angesichts der kontinuierlich angespannten Finanzlage wird sich daran wohl auch so schnell nichts ändern, auch wenn das deine beiden Empfehlungen vom Debüt echt gut klingen. Bei Autumnal Fires lässt sich tatsächlich schon beim ersten Höreindruck Hitsinglepotential erkennen und auch These Mountains Are Mine weiß zu gefallen, aber wie gesagt, der schnöde Mammon... :-S
Zuletzt geändert von Drumtier am Mittwoch 12. Juni 2013, 00:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon Nils Macher » Mittwoch 12. Juni 2013, 00:53

Drumtier hat geschrieben:Ich dachte schon, ich müsste ein schlechtes Gewissen haben, weil ich erst eine Diskussion mitanrege und dann aufgrund von Internet- und Zeitproblemen verschwinde, aber jetzt da ich sehe, dass Nils' Nachmittag ebenfalls eine knappe Woche lang dauert, bin ich in der Hinsicht beruhigt :grins:


Manche Tage geraten unfreiwillig anders, als man es geplant hatte :grins:
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Re: Mourning Beloveth

Beitragvon 123_7 » Samstag 15. Juni 2013, 09:02

Ich kenne und schätze die Band natürlich auch sehr. Aber hier im Gegensatz zu Jesus Ausführungen, ist in der Tat "A Murderous Circus" (bis dato) mein Lieblingsalbum der Iren. Wieso? Das kann ich selber nicht genau sagen. Vielleicht, weil ich die Band mit diesem Album kennengelernt habe? Vielleicht, weil mich das Album an eine Vertonung von Bela Tarr-Filmen erinnert, welche stets unter Zelebrierung der Langsamkeit und einem gewissen Grade der Monotonie den Zuschauer / -hörer zermatern. Dennoch hat man nach Albumgenuß eine beinahe kathartische Wirkung. Ich find das faszinierend.

Aber sonst hat das Schaf den Nagel mit dem Kopf getroffen. Das Debüt ist etwas unbeständig, hat mit 'Autumnal Fires' aber einen richtigen Doom-Hit in petto. "The Sullen Sulcus" ist einfach ein stringentes und qualitativ hochwertiges Werk. Alles nach "A Murderous Circus" kenne ich leider nicht. Hab den Thread aber zum Anlass genommen, mir "A Disease For The Ages" zu bestellen. Danke.
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