Also hier nochmal ein kurzer Abriss über die Band, bzw. meine Sicht auf die Band. Vor allem basierend auf meiner Meinung, dass sich die Band über die Jahre/Alben schon ziemlich verändert hat.
Also los ging es, als Hammers Of Misfortune (zu dem Quasi-Vorgänger folgt am Ende noch ein kurzer Kommentar), mit
"The Bastard". Auch das Debüt ist stilistisch schon eher schwer einzuordnen, es handelt sich um ein Konzept-Album mit Fantasy-Story, musikalisch auch noch relativ "episch" jedoch ohne jemals süßlich zu werden. Geboten wird eine Art kauziger (was ja gewissermaßen das Markenzeichen der Band ist) US-Metal mit Einflüssen aus den extremen Metal-Stilen, was sich vor allem in den Growls/Schreien von Mastermind/Leadgitarrist John Cobbett und dem Schlagzeug wiederspiegelt. Das Line-Up besteht, wie auch auf dem Nachfolger, aus besagtem Herrn Cobbett, Chewy am Schlagzeug sowie Janis Tanaka (Bass/weibliche Stimme) und Mike Scalzi (Rhythmusgitarre/männliche (klare) Stimme). Die drei Stimmen übernehmen auch die einzelnen Rollen innerhalb der Geschichte, Scalzi als der Protagonist (der besagte Bastard aus dem Titel), John Cobbetts extreme Stimmen verkörpern den Antagonisten und Janis Tanaka übernimmt die Hexe und Geister. Für mich ist das Album, trotz, oder gerade wegen, seiner relativen Rohheit auch schon eine 10-Punkte-Platte und alles in allem einfach nur toll, sowie eine schöne Blaupause für nicht kitschigen Fantasy-Metal. Zum Anspielen lege ich "On Wings Of Vengeance", "You Should Have Slain Me" und "An Oath Sworn In Hell" ans Herz, letzterer ist mein Favorit auf einem alles in allem eh saustarken Album.
Album Nummer zwei,
"The August Engine" definiert dann erstmals relativ deutlich den typischen Sound der Band, zwar ist die Verwandheit zum ersten Album ganz klar da, aber die DNA aller nachfolgenden Alben wird hier, trotz aller späteren Veränderungen, das erste Mal ganz deutlich. Es wird nochmal deutliche kautziger und irgendwie auch proggiger, im 70er Sinne, der Anteil extremen Metals geht dafür hier schon komplett über Bord. Das Album gehört zweifelsohne zu meinen absoluten Lieblingsalben und ich weiß auch nicht so genau, wie ich es beschreiben soll, um ihm gerecht zu werden. Gute Anspieltipps, die auch ohne Albumkontext direkt reinhauen dürften, sind "A Room And A Riddle" sowie das großartige "Insect" (für mich einer der besten HoM-Songs), einige andere Songs funktionieren alleine weniger gut, was sich auch darin zeigt, dass sie im Album nahtlos ineinander übergehen (der Opener + Rainfall z.B.). Hiermit legen die Hammers für mich die zweite Zehnerscheibe in Folge auf den Tisch.
Zehn Punkte gibt es für mich auch für das Drittwerk und meinen Einstieg in die Welt der Hammers.
"The Locust Years" sieht als erstes Album personelle Veränderungen. Die wohl wichtigste Personalie ist, dass Sigrid Sheie dazu kommt und vor allem ihre Hammond-Orgel im Gepäck hat, zudem spielt die Dame ab jetzt Klavier und Keyboard und bringt damit ein einfach perfekt passendes Element in den Sound ein. Die zweite Personalie ist der Abgang von Janis Tanaka und der Zugang von Jamie Myers, die ebenfalls für Bass und Gesang verantwortlich ist. Stimmlich gefällt mir Frau Myers sogar noch einen Tick besser als Frau Tanaka, leider bleibt sie nur für ein Album in der Band. Kompositorisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger relativ wenig getan, aber die Hinzunahme der Orgel und des Klaviers sind einfach genau richtig und fügen dem ganzen trotzdem eine weitere Dimension hinzu. Das ist dann auch der Zeitpunkt, an dem die Band "ihren" endgültigen Grundsound setzt. Ein ebenso fantastisches Album wie der Vorgänger. Der "Hit" der Platte ist ja aus dem PMDECS2 schon bekannt ("Trot Out The Dead"), aber auch Stücke wie "The Locust Years" oder das deutlich ruhigere "We Are The Widows" stehen da kaum ein My zurück.
Album Nummer 4 und 5, nämlich
"Fields" und
"Church Of Broken Glass", sind dann die ersten Alben, bei denen die Band, für mich, etwas an Durchschlagskraft verliert. Ich finde beide Alben immer noch toll und höre sie einigermaßen viel, aber evtl. hat sich hier einfach zu viel auf einmal getan. Zum einen gab es einen größeren Umbruch im Line-Up. Mike Scalzi nimmt seinen Hut um sich voll auf Slough Feg zu konzentrieren und auch Jamie sucht leider wieder das weite. Ersatz kommt in Person von Jesse Quatro, die ab jetzt den Hauptgesang übernimmt (laut John Cobbett eine richtige "Diva", im positiven "Frontsau"-Sinne). Patrick Goodwin kommt an der zweiten Gitarre und als männliche Stimme hinzu, kann Mike Scalzi aber bei weitem nicht das Wasser reichen, was sich auf den beiden Alben etwas darin widerspiegelt, dass Jesse definitiv die Hauptarbeit in Sachen Gesang übernimmt. Am Bass steht vorerst Ron Nichols.
Musikalisch geht es hier noch weiter Richtung Prog-Rock, weg vom Metal. Von Fields würde ich zum anhören "Motorcade" (dritter Teil einer Songtrilogie, daher etwas aus dem Kontext gerissen) oder auch "Rats Assembly" empfehlen. Die Kirche kann vor allem mit dem langen getragenen "Butcher Town" und der eingängigen Hammond-Orgie "The Gulls" punkten.
Kommen wir zum bisher letzten Streich.
"17th Street" hat nun auch bald zwei Jahre auf dem Buckel. Hier muss ich gestehen, dass ich trotzdem immer noch nicht weiß, wie ich das Album letztendlich bewerten soll. Die Anfängliche Euphorie ist etwas verflogen, aber ich bin gleichzeitig der Meinung, immer noch nicht alles entdeckt zu haben, was das Album bietet. Der Härtegrad ist ein klein wenig höher als auf den Vorgängern, aber der letzte Kick, der die ersten drei Alben so großartig machte fehlt mir persönlich. Personell gab es wieder Karusell. Geblieben sind John, Sigrid und Chewy. Das heißt, wieder komplett neue Sänger. Neuer Frontmann ist Joe Hutton, der stimmlich unglaublich nah an Mike Scalzi ist, mir persönlich aber aus irgendeinem Grund etwas unsympathischer in der Klangfarbe. Gitarre und weiblichen Gesang übernimmt Leila Abdul-Rauf, was sie schon ziemlich gut macht, allerdings drehen sich hier die Anteile, diesmal ist der männliche Gesang der Hauptarbeiter, der weibliche eher als Ergänzung zu sehen. Bass spielt nun ein Bursche namens Max Barnett. Allgemein würde ich die Stimmung der Platte als sehr düster bezeichnen, gewisse Ähnlichkeit zum Song "Butcher Town" vom Vorgänger. Auf dieser Platte ist es mir übrigens das erste Mal passiert, dass ich weitergeskippt habe... vor allem am Anfang gibt es noch gewisse Startschwierigkeiten, während die Platte dann spätestens ab der Hälfte doch wieder das Potential der Band zur Entfaltung kommen lässt. Aus heutiger Sicht würde ich Kubis damaliges Urteil des "Diskographie-Lowlights" dann doch unterschreiben, wenn auch noch auf einem recht hohen Niveau. Knaller des Albums ganz klar "The Day The City Died", aber auch "Summer Tears" und "Grey Wednesday" sind es wert probegehört zu werden.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es hier weiter geht. Gerade lese ich zufällig, dass scheinbar seit diesem Jahr auch Chewy (zwischen Album 2 und 3 war er wohl schonmal kurz weg) nicht mehr Teil der Band ist, weniger dramatisch dürfte der erneute Wechsel am Bass sein. Naja, ich harre der Dinge, die da kommen werden.
Interessant könnte für den ein oder anderen vielleicht noch der Hammers of Misfortune Vorgänger Unholy Cadaver sein. Vom Line-Up quasi identisch mit den ersten beiden HoM-Alben (beim Bass bin ich mir nicht sicher, das ist etwas nebulös) haben die Jungs und das Mädel da aber eindeutig ihren Stil gesucht. Sehr viel roher, sehr viel extremer, teilweise etwas doomig, relativ harter Stoff für ungewöhnte, bzw. Hammers-gewöhnte, Ohre. Mir gefällt es nichts desto trotz. Die Demo wurde erst vor kurzem als Vinyl+CD bei Shadowkingdom Records veröffentlicht und ist soweit ich weiß auch nur dort erhältlich. Wer einen Eindruck erlangen möchte, sollte sich zum Beispiel mal mit "Unsheath The Sword Of Blasphemy" oder "Hammers Of Misfortune" (na?

) auseinandersetzen.