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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Drumtier » Samstag 15. Dezember 2012, 06:15
Damit hier nicht der falsche Eindruck eines persönlichen Feldzuges gegen KATAKLYSM entsteht, hab ich der Band basierend auf den beiden geposteten Reviews noch eine Chance gegeben.
Serenity in Fire glänzt mit x-fach gehörten Riffs, immer noch starkem Drumming, das aber damits auch wirklich ja jeder mitbekommt unangenehm getriggert ist und mittelmäßigen tieferen "Growls" und schrecklich nervigem Gekeife. Ansonsten ist das auf den ersten Blick recht einfach gehalten was Songstrukturen etc angeht, was ja nicht grundsätzlich schlecht ist, aber halt auch keine zusätzlichen Spannungselemente bietet.
Beim Opener von In The Arms of Devastation solls nach dem Anfangsriff in eine Prügelattacke übergehen die anscheinend zur damaligen Zeit im Death Metal seinesgleichen suchte. Ich denke sie hat's mittlerweile gefunden, auch wenns absolut nicht schlecht ist, aber nichts derartig Herausragendes. Einige Riffs, Melodien und das Solo vom Opener wissen tatsächlich zu gefallen, hätte man sich den Breakdown-Schluss gespart hätt ich daran eigentlich nichts auszusetzen. Generell scheint mir das Album nachdem ich jetzt drei Songs gehört habe etwas durchdachter zu sein und einige nette Ideen zu bieten. Der reduzierte Keifgesang (vielleicht war das aber auch nur ein Glückstreffer) trägt seinen Teil dazu bei, dass ich das jetzt tatsächlich nicht so schlecht finde wie erwartet. Achtung! Nicht so schlecht wie erwartet. Weit entfernt davon meine Meinung über die Band zu überdenken geschweige denn irgendwas an dieser Band einzigartig zu finden. Ahja, einzigartig. Da fällt mir noch was ein: "MACHINE HEADs 'Davidian' ... SEPULTURAs 'Roots' ... SLAYER ... AMON AMARTH ... cooles HYPOCRISY-Flair". Das wären dann fünf Bands die in einem einzigen Review zu diesem Album als Vergleich genannt werden. Das "Aber das war's auch schon mit den Vergleichen" dazwischen klingt wie blanker Hohn, genauso wie jeder Verweis auf eine vermeintliche Einzigartigkeit, sorry...
Zum Ausgleich der gleichnamige Openers von Sorcery. Düsteres Intro, schneller Beginn, dann ein heftiges erstes Springen aufs Bremspedal, wobei tatsächlich auf mehr als einer Note gespielt wird, dann mal stampfend, mal rasend, mal melodisch, brutale Growls und ebenfalls Keifen, aber hey, das klingt ja sogar als würds von einem Mann kommen, einem der über irgendwas richtig angepisst ist. Da passiert in einem Song schon so viel wie ich auf den beiden kurz besprochenen Alben gerade in drei gehört hab. Und das ist noch nicht einmal der beste auf dem Album.
Aber ich muss hier irgendwann auch wieder was für meinen Ruf tun und werd mich morgen wieder sinnvoll an diesem Thread beteiligen. Die Idee von Rüdiger auf ein paar Bands und deren Entwicklung speziell einzugehen, anstatt sich an einer generellen Aussage zu versuchen, finde ich nämlich gut, werd das morgen wohl auch angehen.
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von Rüdiger Stehle » Samstag 15. Dezember 2012, 16:09
Drumtier hat geschrieben:Die Idee von Rüdiger auf ein paar Bands und deren Entwicklung speziell einzugehen, anstatt sich an einer generellen Aussage zu versuchen, finde ich nämlich gut, werd das morgen wohl auch angehen.
Leider blieb ein Feedback zu den genannten Bands bisher aus.
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von Jhonny » Samstag 15. Dezember 2012, 16:13
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Drumtier hat geschrieben:Die Idee von Rüdiger auf ein paar Bands und deren Entwicklung speziell einzugehen, anstatt sich an einer generellen Aussage zu versuchen, finde ich nämlich gut, werd das morgen wohl auch angehen.
Leider blieb ein Feedback zu den genannten Bands bisher aus.
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von Rüdiger Stehle » Samstag 15. Dezember 2012, 16:30
Jhonny hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Drumtier hat geschrieben:Die Idee von Rüdiger auf ein paar Bands und deren Entwicklung speziell einzugehen, anstatt sich an einer generellen Aussage zu versuchen, finde ich nämlich gut, werd das morgen wohl auch angehen.
Leider blieb ein Feedback zu den genannten Bands bisher aus.
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von Jhonny » Samstag 15. Dezember 2012, 21:21
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Drumtier hat geschrieben:Die Idee von Rüdiger auf ein paar Bands und deren Entwicklung speziell einzugehen, anstatt sich an einer generellen Aussage zu versuchen, finde ich nämlich gut, werd das morgen wohl auch angehen.
Leider blieb ein Feedback zu den genannten Bands bisher aus.
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du kannst ja einfach mal ausführlicher mit einer Band starten... die Beispiele wie Judas Priest, Mayhem oder Burzum waren ja spannend, vielleicht kannst du das ja an einer Band Album für Album deutlich machen?
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von Holger Andrae » Samstag 15. Dezember 2012, 22:10
Jhonny hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Drumtier hat geschrieben:Die Idee von Rüdiger auf ein paar Bands und deren Entwicklung speziell einzugehen, anstatt sich an einer generellen Aussage zu versuchen, finde ich nämlich gut, werd das morgen wohl auch angehen.
Leider blieb ein Feedback zu den genannten Bands bisher aus.
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du kannst ja einfach mal ausführlicher mit einer Band starten... die Beispiele wie Judas Priest, Mayhem oder Burzum waren ja spannend, vielleicht kannst du das ja an einer Band Album für Album deutlich machen?
Hä? Rüdiger hat doch bereits anhand von konkreten Beispielen einen sehr ausführlichen Text getippt. Jetzt läge es an uns, da mal drauf einzugehen.
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von Holger Andrae » Samstag 15. Dezember 2012, 22:43
Rüdiger Stehle hat geschrieben:MAYHEM: Vom punkigen, räudigen, chaotischen Rumpel-Extremismus der "Deathcrush" über die pure, morbide Schwarzwurzelei der "De Mysteriis" und die technoid-industrielle Kälte der "Grand Declaration" bis hin zur irrwitzigen, absurden und vernichtenden Undurchdringlichkeit der "Ordo Ad Chao" konnte mich die Band immer packen und mit sich nehmen. Manchmal hat es etwas länger gedauert ("Ordo"), aber letztlich konnte ich den Experimenten immer folgen, und letztlich waren es auch diese Experimente, welche diese Band so wichtig und unnachahmlich gemacht haben.
Zu MAYHEM kann ich wenig sagen, außer, dass ich offensichtlich die spätere Phase besser finden werde, wenn ich es dann mal schaffen sollte, mich näher mit der Band zu beschäftigen. Zumindest war dies das Ergebnis einiger Matches auf Youtube. Wäre ja mal spannend zu sehen, wie man Alben findet, wenn man eine Band quasi entgegen der zeitlichen Chronologie kennen lernt. Es scheinz, die Band sucht immer neue Versionen einer "sehr extremen" Musik. Experiment gelungen. Rüdiger Stehle hat geschrieben:DARKTHRONE: Im noch extremeren Maße hat mich diese Band bei all ihren einschneidenden Modifikationen des Stils ergriffen und begeistert. Der atmosphärische Death Metal des Debüts war grandios, die Wiederbelebung des BATHORY-Black-Metals war die stilistische Supernova der Neunziger, und die Besinnung auf CELTIC FROST ein weiterer genialer Schachzug der Phase ab Mitte der Neunziger. Als die Band dann den räudigen Metal'n'Roll und den Punk mit ihrem archaischen Black Metal verbunden hat, da klickte es wieder. Was immer Ted und Gylve also anpackten, sie haben immer direkt den Draht zu meiner musikalischen Seele gefunden.
Die füphen Werke mag ich weniger, den aktuellen Frost'n'Roll finde ich höxt charming. Und Fenriz ist obendrein ein extrem sympathisch wirkender Hype-Onkel. Im Bandkontext ist es hier etwas schwerer den roten Faden zu finden. Gibt es wohl auch gar nicht, da Fenriz und Culti wohl einfach nur das machen, worauf sie gerade Lust haben. Rüdiger Stehle hat geschrieben:BURZUM: Auch hier sind die Entwicklungen einschneidend und faszinierend, dabei aber auch immer schlüssig und nachvollziehbar. Die rein elektronischen und gesangslosen Alben der Gefängniszeit kann ich mir indes zwar anhören, aber wirklich begeistern konnten sie mich nie. Sie sind den Umständen geschuldet, klar, aber hätte diese Entwicklung nach der Haftentlassung angehalten, dann hätte mich das Projekt für die Zukunft wohl doch verloren. Das ist dann etwas, das für mich eine stilistische Sackgasse gewesen wäre, in der ich mich nicht mit niedergelassen hätte, wenn es der Musiker getan hätte. Da war es wichtig, dass er aus dieser wieder heraus finden konnte.
In verschiedenen Situationen Musik aus unterschiedlichen Phasen angehört. Gibt mir wenig. Klar, ich verstehe den Ansatz, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Und auch hier sehe ich den roten Faden. Rüdiger Stehle hat geschrieben:JAG PANZER: Die Band mit den US-Metal-Kultklassikern aus den 80ern hatte in den Neunzigern einen der hier schon angesprochenen Modern-Trend-Anfälle namens "Dissident Alliance". Diesen würde ich wohl bis heute hassen, wenn Harry Conklin nicht zurück gekehrt wäre und die Band nicht mit ihm zahlreiche weitere Klassiker des wahren Stahls eingetütet hätte. Dadurch, dass aber auch hier der Weg aus der Sackgassen gefunden wurde, und ich "meine" Jag Panzer zurück bekommen habe, konnte ich dieses spezielle Album dann auch mit anderen Ohren neu bewerten. Und siehe da, als einmaliges Experiment hat es durchaus seinen Reiz, weil man sieht, dass viele klassische Jag-Panzer-Elemente eben auch in einem etwas verschobenen stilistischen Kontext ausgezeichnet funktionieren.
Ich habe das Album, welches ich damals recht schlimm fand, seit dem Erscheinungsjahr nicht mehr aufgelegt. Auf jeden Fall war das erste Album danach eine echte Granate. Ob die Durchschlagkraft am mäßigen Vorgänger lag, vermag ich nicht zu beurteilen. Ob die Band ohne Harry nicht weiter auf den modernen Trend aufgeprungen wäre, weiß ich auch nicht. Erinnere mich nicht mehr an Interviews. Ich weiß nur, dass Mark persönlich nur auf 70er HR, Metal und female-fronted Rock steht. Rüdiger Stehle hat geschrieben:JUDAS PRIEST: Die Band, die für mich das perfekte und ultimative Beispiel für eine Band darstellt, die fast bei jedem Album ihren Stil dezent verschoben hat, sich dabei auch immer ein Stück weit an Trends und moderne Entwicklungen angelehnt hat, sich aber letztlich doch immer treu geblieben ist. Die Band hat immer gewusst, was angesagt ist. Zu Zeiten von "Rocka Rolla" psychedelische Klänge, zu Zeiten von "Sad Wings" der aufkeimende Heavy Metal, zu Zeiten von "British Steel" und den beiden Nachfolgern die NWoBHM, zu Zeiten von "Turbo" der Einzug von poppigen Synths in den Breitwand-Stadionrock, zu Zeiten von "Ram It Down" eine leichte Retrowende, zu Zeiten von "Painkiller" der Thrash Metal, zu Zeiten von "Jugulator" der Neo Thrash der Fear-Factory-Schule, zu Zeiten von "Demolition" der Nu Metal, zu Zeiten von "Angel Of Retribution" der 80er-Retro-Boom und zu Zeiten von "Nostradamus" die bombastische Metal-Oper. Und doch sind die Alben immer 100% Priest und wirken echt, und nicht wie "Mitschwimmen". Das Ohr am Puls der Zeit, ohne die eigene Note zu verlieren. Tolle Sache, und daher für mich das Paradebeispiel für eine dezente Entwicklung entlang am Zeitgeist.
So sehr ich Priest - in fast allen Phasen - schätze, so sehr habe ich doch mehrmals gedacht, dass die alten Herren jetzt aus Bequemlichkeit den Weg der Trend-Anbiederung gehen. Bei "Turbo" auf jeden Fall.
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von Havoc » Samstag 15. Dezember 2012, 23:31
CRADLE OF FILTHDie Briten um Frontkreischer Dani Filth sind für mich ein sehr positives Beispiel was Weiterentwicklung betrifft. Von 1994 bis 1996 spielten sie rasenden Black Metal mit einem kaum verständlich kreischenden Dani. Kompositorisch waren sie bereits so stark, dass die Band bereits jetzt sehr populär war. 1998 starteten Sie dann mit "Cruelty And The Beast" vollends durch und wurden zur wohl größten Black-Metal-Band der Welt. Mit dem 2000er Album "Midian" wurden sie dann etwas melodischer und ließen auch gothischere Einflüsse in ihre Musik einfließen. Dafür wurden sie von einigen Metallern von nun an gehasst...andere liebten sie dafür umso mehr. Von diesem Album an war nun jedenfalls alles möglich. Es folgte ein fett angelegtes Werk mit Streichern ("Damnation And A Day")...ein rockigeres Werk mit Prog-Einflüssen...("Thornography") und nun auch ein Album das heavy und thrashig ist ("The Manticore..."). Jedenfalls klingen Sie aus meiner Sicht immer etwas anders und bleiben dennoch immer typisch Cradle. Es wird aber wohl ab jetzt immer schwieriger für die Band. Wobei ich das eigentlich auch schon seit zwei, drei Alben sage. 
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von Drumtier » Donnerstag 20. Dezember 2012, 02:29
Entschuldigung, hatte jetzt leider zu viel zu lernen und konnte deshalb nicht gleich auf die erwähnten Bands eingehen. Entschuldigung auch, dass ich mir die Frechheit erlaubt habe auf eine Meinungsverschiedenheit zu einer Band einzugehen und mir deshalb (indirekt) vorgeschlagene Songs angehört habe und dargestellt habe warum und was ich anders sehe. 4 Tage totes Schweigen sind einer gelungenen Forumsdiskussion natürlich viel zuträglicher, hätte ich wissen müssen. Jedenfalls: Rüdiger Stehle hat geschrieben:Kommen wir vielleicht noch zu einigen Beispielbands, die eine weite stilistische Reise hinter sich haben, und die ich nach wie vor zu meinen Lieblingsbands zähle:
MAYHEM: Vom punkigen, räudigen, chaotischen Rumpel-Extremismus der "Deathcrush" über die pure, morbide Schwarzwurzelei der "De Mysteriis" und die technoid-industrielle Kälte der "Grand Declaration" bis hin zur irrwitzigen, absurden und vernichtenden Undurchdringlichkeit der "Ordo Ad Chao" konnte mich die Band immer packen und mit sich nehmen. Manchmal hat es etwas länger gedauert ("Ordo"), aber letztlich konnte ich den Experimenten immer folgen, und letztlich waren es auch diese Experimente, welche diese Band so wichtig und unnachahmlich gemacht haben. Eine der Bands die sicher eine der faszinierendsten Entwicklungen durchgemacht hat. Den räudigen Anfang kenne ich bislang leider nur durch die Live in Leipzig, aber immerhin räudig trifft das ziemlich gut. Nicht schlecht auch wenn ich nicht so ganz davon gefesselt wurde. Die De Mysteriis besitze ich ebenfalls noch nicht materialisiert, wird aber noch kommen, weil mir das Album recht gut gefällt. Morbid triffts recht gut, eiskalter, abweisender Black Metal mit einem herausragenden Sänger. Die Grand Declaration hab ich seit gut einem Jahr aber noch lange nicht so ganz erfasst. Sollte ich wieder einmal hören, soll ja bekanntlich helfen. Technoid-industrielle Kälte ist auch hier eine sehr treffende Beschreibung, auch diese würde ich zusätzlich wieder als abweisend beschreiben, diesmal aber nicht abweisend gegenüber der Menschheit sondern ganz spezifisch gegenüber mir. Hat sich mir noch nicht geöffnet. Die Ordo war absurderweise meine erste CD von der Band die ich auch tatsächlich besaß und die steht auch recht hoch in meiner Gunst. Wie erwartet muss ich mir auch hier keine großen Gedanken um eine Beschreibung machen, denn besser als mit einer "irrwitzigen, absurden und vernichtenden Undurchdringlichkeit" kann mans eh nicht beschreiben. Hat sich mir auch nicht geöffnet, aber die muss man sich bei jedem Hören aufs Neue öffnen, danach schließt sie sich wieder. Geiles Album. Rüdiger Stehle hat geschrieben:DARKTHRONE: Im noch extremeren Maße hat mich diese Band bei all ihren einschneidenden Modifikationen des Stils ergriffen und begeistert. Der atmosphärische Death Metal des Debüts war grandios, die Wiederbelebung des BATHORY-Black-Metals war die stilistische Supernova der Neunziger, und die Besinnung auf CELTIC FROST ein weiterer genialer Schachzug der Phase ab Mitte der Neunziger. Als die Band dann den räudigen Metal'n'Roll und den Punk mit ihrem archaischen Black Metal verbunden hat, da klickte es wieder. Was immer Ted und Gylve also anpackten, sie haben immer direkt den Draht zu meiner musikalischen Seele gefunden.
Hier kenn ich mich leider noch weniger aus. A Blaze In The Northern Sky habe ich um meiner Pflicht als Hörer der extremen Spielarten nachzukommen, aber die hatte nie die Faszination auf mich wie sie auf so ziemlich jeden anderen haben zu scheint. Werde jetzt nicht das berüchtigte Ü(berbewertet)-Wort verwenden, weil ich auch als Nicht Black Metaller nicht abzustreiten vermag welchen Wert das Album für das Genre hatte, aber mir bietets halt nicht so viel. Die zwei Songs die du mir letztens im Hörduell gezeigt hast haben mir gar nicht so schlecht gefallen, von daher sollte ich mir von der Band vielleicht auch noch das eine oder andere Werk besorgen. Falls es nicht ist, hab ich immerhin was für meine Sammlung gemacht. Rüdiger Stehle hat geschrieben:BURZUM: Auch hier sind die Entwicklungen einschneidend und faszinierend, dabei aber auch immer schlüssig und nachvollziehbar. Die rein elektronischen und gesangslosen Alben der Gefängniszeit kann ich mir indes zwar anhören, aber wirklich begeistern konnten sie mich nie. Sie sind den Umständen geschuldet, klar, aber hätte diese Entwicklung nach der Haftentlassung angehalten, dann hätte mich das Projekt für die Zukunft wohl doch verloren. Das ist dann etwas, das für mich eine stilistische Sackgasse gewesen wäre, in der ich mich nicht mit niedergelassen hätte, wenn es der Musiker getan hätte. Da war es wichtig, dass er aus dieser wieder heraus finden konnte.
Hier finde ich die Entwicklungen gerade im Vergleich zu MAYHEM nicht ganz so dramatisch aber sicher markant, speziell für Kenner und wenn man die Gefängnis-Alben ausnimmt. Werde auch hier die Det Som Engang Var und Filosofem noch öfter hören müssen, aber nach der Euphorie über die Fallen haben sie meine Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Gibt mir einfach nichts, atmosphärisch schön und gut, aber da find ich die Entwicklung hin zur Fallen schon sehr gelungen. Die muss ich auch wieder einmal hören, nicht aus akademischen Gründen sondern weil mir die richtig gut gefällt. Havoc hat geschrieben:CRADLE OF FILTHDie Briten um Frontkreischer Dani Filth sind für mich ein sehr positives Beispiel was Weiterentwicklung betrifft. Von 1994 bis 1996 spielten sie rasenden Black Metal mit einem kaum verständlich kreischenden Dani. Kompositorisch waren sie bereits so stark, dass die Band bereits jetzt sehr populär war. 1998 starteten Sie dann mit "Cruelty And The Beast" vollends durch und wurden zur wohl größten Black-Metal-Band der Welt. Mit dem 2000er Album "Midian" wurden sie dann etwas melodischer und ließen auch gothischere Einflüsse in ihre Musik einfließen. Dafür wurden sie von einigen Metallern von nun an gehasst...andere liebten sie dafür umso mehr. Von diesem Album an war nun jedenfalls alles möglich. Es folgte ein fett angelegtes Werk mit Streichern ("Damnation And A Day")...ein rockigeres Werk mit Prog-Einflüssen...("Thornography") und nun auch ein Album das heavy und thrashig ist ("The Manticore..."). Jedenfalls klingen Sie aus meiner Sicht immer etwas anders und bleiben dennoch immer typisch Cradle. Es wird aber wohl ab jetzt immer schwieriger für die Band. Wobei ich das eigentlich auch schon seit zwei, drei Alben sage. 
Hier kann ich leider zur Entwicklung der Band gar nichts sagen, aber was man so hört dürfts ziemlich genau deiner Beschreibung entsprechen. Ich hab nur die Midian weil ich mir die einfach einmal als Original geholt habe weils mir immer recht gut gefallen hat. Hör ich auch nicht sonderlich oft, aber kann ich jederzeit hören. Würde also in diesem Fall davon ausgehen, dass die Entwicklung der Band die richtige war! Zu JAG PANZER und JUDAS PRIEST kann ich leider nichts sagen und auch meine Vorstellungen von einigen Bands mit speziell guter/schlechter Entwicklung muss ich auf einen anderen oder vielleicht nur späteren Termin verschieben. Aber ich bin mir sicher, bis dahin wird eine tiefgründige, intensive aber faire und vor allem telepathische Diskussion über die bislang erwähnten Bands stattfinden.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 20. Dezember 2012, 02:48
Drumtier hat geschrieben:Entschuldigung, hatte jetzt leider zu viel zu lernen und konnte deshalb nicht gleich auf die erwähnten Bands eingehen. Entschuldigung auch, dass ich mir die Frechheit erlaubt habe auf eine Meinungsverschiedenheit zu einer Band einzugehen und mir deshalb (indirekt) vorgeschlagene Songs angehört habe und dargestellt habe warum und was ich anders sehe. 4 Tage totes Schweigen sind einer gelungenen Forumsdiskussion natürlich viel zuträglicher, hätte ich wissen müssen.
Keine Entschuldigung nötig. Habe meine Stellungnahme zu den Bands nur nochmal erwähnt, damit spätere Einsteiger das nicht ganz übersehen, weil drei Seiten zu einer anderen Band das durchaus verdecken können. Damit war keinerlei Vorwurf an irgendwen verbunden, und schon gar nicht an dich persönlich. Hier soll ja gerade zu den kontroversen Bands diskutiert werden, und Kataklysm war eben die erste, die es ausführlich erwischt hat. Ist doch toll. Meine fünf Bands habe ich nur nochmal ins Spiel gebracht, um die Chance zu erhöhen, dass einer etwas dazu schreibt, einfach, weil mich eure Meinung dazu interessiert. Und pressieren tut's mir schon gar nicht. Jedenfalls danke für's Feedback zu einigen meiner Beispielbands. MAYHEM: Eine der Bands die sicher eine der faszinierendsten Entwicklungen durchgemacht hat. Den räudigen Anfang kenne ich bislang leider nur durch die Live in Leipzig, aber immerhin räudig trifft das ziemlich gut. Nicht schlecht auch wenn ich nicht so ganz davon gefesselt wurde. Die De Mysteriis besitze ich ebenfalls noch nicht materialisiert, wird aber noch kommen, weil mir das Album recht gut gefällt. Morbid triffts recht gut, eiskalter, abweisender Black Metal mit einem herausragenden Sänger. Die Grand Declaration hab ich seit gut einem Jahr aber noch lange nicht so ganz erfasst. Sollte ich wieder einmal hören, soll ja bekanntlich helfen. Technoid-industrielle Kälte ist auch hier eine sehr treffende Beschreibung, auch diese würde ich zusätzlich wieder als abweisend beschreiben, diesmal aber nicht abweisend gegenüber der Menschheit sondern ganz spezifisch gegenüber mir. Hat sich mir noch nicht geöffnet. Die Ordo war absurderweise meine erste CD von der Band die ich auch tatsächlich besaß und die steht auch recht hoch in meiner Gunst. Wie erwartet muss ich mir auch hier keine großen Gedanken um eine Beschreibung machen, denn besser als mit einer "irrwitzigen, absurden und vernichtenden Undurchdringlichkeit" kann mans eh nicht beschreiben. Hat sich mir auch nicht geöffnet, aber die muss man sich bei jedem Hören aufs Neue öffnen, danach schließt sie sich wieder. Geiles Album.
Freut mich sehr, dass du das weitestgehend genauso siehst. Für mich sind die Frühphase und die "Grand Declaration" die persönlichen Höhepunkte, aber bekanntlich konnte mich auch die Entwicklung danach komplett fesseln. Von daher für mich eine DER Bands schlechthin, die durch ihre Entwicklung spannend geblieben sind. DARKTHRONE: Hier kenn ich mich leider noch weniger aus. A Blaze In The Northern Sky habe ich um meiner Pflicht als Hörer der extremen Spielarten nachzukommen, aber die hatte nie die Faszination auf mich wie sie auf so ziemlich jeden anderen haben zu scheint. Werde jetzt nicht das berüchtigte Ü(berbewertet)-Wort verwenden, weil ich auch als Nicht Black Metaller nicht abzustreiten vermag welchen Wert das Album für das Genre hatte, aber mir bietets halt nicht so viel. Die zwei Songs die du mir letztens im Hörduell gezeigt hast haben mir gar nicht so schlecht gefallen, von daher sollte ich mir von der Band vielleicht auch noch das eine oder andere Werk besorgen. Falls es nicht ist, hab ich immerhin was für meine Sammlung gemacht.
Der Verzicht auf das Ü-Wort ist fair, und auch korrekt, weil ich denke, dass man die musikhistorische Relevanz der Band für das Genre nicht überbewerten kann. Geschmack ist natürlich immer eine andere Sache. Ich für meinen Teil konnte hier alle Twists und Turns gleichermaßen mitmachen und toll finden. Die "schwächste" Phase ist für mich vielleicht die Zeit von 1999-2004, weil dort am wenigsten passierte, was Aufsehen erregt hätte. Alles feine, solide Alben, aber kein Aufschrei und kein Durchschütteln. Die Entwicklung am Anfang der Band und jetzt seit dem Einzug der rockig-punkigen-80er-metallischen Elemente ist aber für mich rundum faszinierend. BURZUM: Hier finde ich die Entwicklungen gerade im Vergleich zu MAYHEM nicht ganz so dramatisch aber sicher markant, speziell für Kenner und wenn man die Gefängnis-Alben ausnimmt. Werde auch hier die Det Som Engang Var und Filosofem noch öfter hören müssen, aber nach der Euphorie über die Fallen haben sie meine Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Gibt mir einfach nichts, atmosphärisch schön und gut, aber da find ich die Entwicklung hin zur Fallen schon sehr gelungen. Die muss ich auch wieder einmal hören, nicht aus akademischen Gründen sondern weil mir die richtig gut gefällt.
Die "Fallen" finde ich auch mindestens genauso faszinierend wie die legendären Frühwerke. Von daher kann ich natürlich auch gut verstehen, dass jemand, der die Frühwerke nicht "damals" erlebt hat, aus heutiger Sicht die "Fallen" noch stärker findet.
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