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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Christian Schwarzer » Donnerstag 13. Dezember 2012, 21:25
Im ursprünglichen Interview (Rock Hard #299) ging es nicht um Metalcore im speziellen, oder den idealen Fan, sondern zunächst um das nennen wir es mal "Traditional Metal Revival". Das driftete dann ein bisschen ab in "wer überlebt am längsten". Huskys wichtigster Satz in seiner Antwort (den ich weggelassen hatte, weil er nicht von Bedeutung war in diesem Fall) war: "Aber letztendlich sind es die Verrückten, die die Metalszene am Leben halten." Es ist nunmal denke ich wirklich so, dass (traditioneller) Metal was das Konsumieren und Leben von Musik im Rahmen von physischen Datenträgern und Merchandise hier im Vergleich Fanbase/ Verkaufszahlen - verglichen mit anderen Musikstilen, meinetwegen Metalcore - da für seine Größe ziemlich gute überlebenschancen hat. Da muss man ja noch garnicht mit der ganzen Metaphysik, die sich mittlerweile um CD (nein, viel besser Vinyl), Shirt und Kutte dreht reden. Ein Fan ist für mich dabei nicht notwendigerweise ein Sammler, sondern beschäftigt sich (überdurchschnittlich) viel mit dem/ den von ihm favorisierten Musikstiel(en). In diesem Sinne kann natürlich auch jemand, der sich nur Musik (illegal) runterläd Fan sein. Fänd ich zwar persönlich komisch, kommt aber wohl auch verhältnismäßig selten vor. Natürlich gibt es auch Metalcorefans. Die sind nur dumm, weil sie Metalcore hören. Jhonny hat geschrieben:Genauso wie jene Metalfans, die irgendwann mit Ende 30 meinen, sie seien zu erwachsen und reif dafür und ihre Sammlungen auflösen, um Platz für die Sachen ihrer Frau zu schaffen. Tut mal nicht so, als wäre jeder Metalhörer gleichzeitig ein passionierter Musiksammler. Da draußen gibt es reichlich Metal-Kiddies, die nur den ganzen Tag den neuesten Death und Black Metal saugen.
DAS sind für mich keine Metalfans. Wie gesagt, ich muss nicht sammeln, aber dieses "ich bin zu reif, erwachsen etc.", was bitte soll man damit anfangen. Natürlich ist nicht jeder Metalhörer passionierter Musiksammler, aber eben auch kein Fan. Auch wenn ein Fan letzteres nicht sein muss. Und diese Kiddies entsprechen jenen Erwachsenen zehn Jahre später.
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Christian Schwarzer
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von Jesus » Donnerstag 13. Dezember 2012, 21:31
Das Zitat stammt von mir, nicht von Jhonny. Christian Schwarzer hat geschrieben:Die sind nur dumm, weil sie Metalcore hören.
Ich bin also dumm, wenn die neue Converge am Ende des Jahres in meiner Top 20 vorkommt. Mir scheint, Du bewegst Dich da argumentativ auf recht dünnem Eis 
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von Loenz » Donnerstag 13. Dezember 2012, 21:40
Jesus hat geschrieben:Das Zitat stammt von mir, nicht von Jhonny. Christian Schwarzer hat geschrieben:Die sind nur dumm, weil sie Metalcore hören.
Ich bin also dumm, wenn die neue Converge am Ende des Jahres in meiner Top 20 vorkommt. Mir scheint, Du bewegst Dich da argumentativ auf recht dünnem Eis 
Devin Townsend hat da im letzten Rockhard Interview was durchaus sinniges gesagt. Wer sei er um über andere ihren Musikgeschmack zu richten. Ich mein ich mach das ja auch ab und an, aber wirklich ernst meine ich das nicht. Soll doch jeder hören was er will, und deswegen jemanden als infantil oder dumm zu bezeichnen ist auch eher naja.
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von Christian Schwarzer » Donnerstag 13. Dezember 2012, 21:50
@Jesus: Ach Mist, war natürlich von dir. Mir doch egal auf was für Eis ich mich bewege.  Auch wenn ich nicht auf Wasser laufen kann. Das Townsend Interview ist gut und ich sehe das genauso. Denke, der ernste Teil der Diskussion hat sich eher weniger darauf bezogen, Hörer einer oder mehrer Sparten zu difamieren. Wobei, wenn ichs mir nochmal so durch den Kopf gehen lass...
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von Jesus » Donnerstag 13. Dezember 2012, 22:08
Die im Metal verankerte Mentalität, "Krieg" gegen "verfeindete" Genres zu führen und sich von ihnen abzugrenzen, kann ich in Bezug auf Hip Hop oder Pop oder R'n'B vielleicht noch nachvollziehen. So albern es auch sein mag, war das ein sehr zeitig eingeführtes Element.
Aber ausgerechnet diese Hetze gegen Core basiert auf mangelndem Wissen über die Geschichte und Entstehung des Metal. Heavy Metal entstand durch Einflüsse des Punk. Ohne Punk klängen alle Metalbands bis heute nach den ersten Alben von BLACK SABBATH und PENTAGRAM. Die NWoBHM wäre ohne Punk nicht möglich gewesen. Thrash Metal wäre ohne Hardcore nicht entstanden. Death Metal und Grindcore haben sich gegenseitig bedingt. Hardcore plus Doom Metal ergibt Sludge. Hardcore selbst wiederum wurde von Thrash und Death Metal beeinflusst und durch wechselseitige Einflüsse entstanden nach und nach Metalcore, Mathcore, Deathcore und Co.
Warum sich die Metalfans nun ausgerechnet diese als Feindbilder erkoren haben, wenn es dort draußen genug CELINE DIONs, NICKI MINAJs, KANYE WESTs und JUSTIN BIEBERs gibt, ist mir weiterhin rätselhaft. Natürlich gibt es im Core viel Mist. Über auf harmlose Massentauglichkeit getrimmte Retortenprodukte wie AVENGED SEVENFOLD, BRING ME THE HORIZON und JOB FOR A COWBOY kann man nur müde lächeln. Aber das trifft auch auf deren metallische Äquivalente wie EDGUY, SABATON oder RHAPSODY zu.
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von Christian Schwarzer » Donnerstag 13. Dezember 2012, 23:16
Jesus hat geschrieben:Die im Metal verankerte Mentalität, "Krieg" gegen "verfeindete" Genres zu führen und sich von ihnen abzugrenzen, kann ich in Bezug auf Hip Hop oder Pop oder R'n'B vielleicht noch nachvollziehen. So albern es auch sein mag, war das ein sehr zeitig eingeführtes Element.
Ich spiele selber ungern den Metal-Apostel und dieses Kriegs-Ding hab ich mit dreizehn, vierzehn noch so halbernst gemacht. Insofern bin ich gerne Metal-Patriot, aber unter keinen Umständen Metal-Nationalist, wenn man mal das so vergleichen will.
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von Nils Macher » Donnerstag 13. Dezember 2012, 23:47
Und mich wundert es, wieso es das Schaf auf EDGUY und Co anstatt auf Justin Bieber abgesehen hat;)
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 13. Dezember 2012, 23:57
Zu meiner Schulzeit stand immer auf den Schulbänken so Zeug wie "Liegt der Rocker tot im Keller, war der Popper wieder schneller. Liegt der Popper tot danaben, war der Rocker noch am Leben." - Sprich, den Dualismus zwischen Rockern/Metallern und Poppern, den gab es damals schon, und die Hasskapellen, waren dann so Sachen wie Depeche Mode. Mich hat das allerdings nie wirklich tangiert, weil ich an sich nie mit transmetallischer Musik in Kontakt gekommen bin. Das war so weit weg, dass ich gar nie die Gelegenheit hatte, mich daran zu stören.
Da kann ich tatsächlich eher verstehen, dass jemand "seinen Metal" von Dingen bedroht sieht, die eben die Szene im engeren Sinne infiltrieren und einstmals reine Metalformate in den Medien "verunreinigen", so wie es Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Crossover und Alternative taten, dann Industrial, Nu Metal, Metalcore usw... Dem kann man sich selbst als Metalfan, der nur in der Szene selbst unterwegs ist und mit Pop und HipHop nie in Berührung kommt, nicht entziehen, und daher wirkt es dann eben eher bedrohlich und wird eher zum Feindbild, als Zeug, das in einer komplett anderen Welt abgeht.
Mir ist das ganze Feindbild-Zeug aber ziemlich fremd. Auch wenn ich manchmal ein bisschen gegen manche Alterna-Prog-Sachen und Instrumental-Post-Rock-Tabletten stichle, schätze ich doch die ganze Bandbreite der Rockmusik. Ohne gleich alles mögen zu müssen, ist es doch gut, dass es den ganzen Kram gibt.
Das ändert nichts daran, dass ich den Wunsch nach einem reinrassigen medialen Metalformat unterstütze!
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Holger Andrae » Freitag 14. Dezember 2012, 00:06
Die hier von mir gern mal zur Schau gestellte Borniertheit, lebe ich in der Realität nicht annähernd aus. Dazu habe ich viel zu viele Berührungspunkte mit aktuell angesagter Pop-Musik. Wobei ich sagen muss, dass ich weitaus toleranter bei Nicht-Heavy-Metal bin, wenn es um das "Gutfinden" abseits meiner persönlichen Hörgewohnhieten geht. Wahrscheinlich, weil ich da mit weniger Herzblut unterwegs bin. So kann ich bei der Arbeit ganz problemlos Adele mehrfach hintereinander durchhören und das gutfinden, ihre Stimme sogar toll finden, ohne dass ich das jetzt zuhause brauchen würde.
Allerdings mache ich seit zwei Dekaden die Erfahrung mit Azubis und Praktikanten, dass die, die grundsätzlich eher Rockmusik hören, mehr in der Birne haben oder zumindest mehr Lust haben, ein gutes Bild zu hinterlassen. Sie verstehen neu gestellte Aufgaben schneller, arbeiten in der Regel effektiver und sind zuverlässiger als Hörer von Hip Hop/R'n'B oder Rap. Insofern trage ich eine gewisse Musik-Arroganz mit mir herum, die sich in diesen Erfahrungswerten bestätigt findet.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Jhonny » Freitag 14. Dezember 2012, 10:11
Nils Macher hat geschrieben:Und mich wundert es, wieso es das Schaf auf EDGUY und Co anstatt auf Justin Bieber abgesehen hat;)
weil er Metal viel schlimmer findet als andere Musik, ist doch klar 
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