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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Jhonny » Freitag 7. Dezember 2012, 10:20
Hier ein Thread, um die angefangene Diskussion über Annihilator, Kreator und Co. weiter zu führen. Muss nicht nur um Thrash gehen... in einem anderen Thread ging es ja auch um die Entwicklung von Kataklysm. Thema: Bands, die in einer Metal-Schublade mit den ersten Alben hohes Ansehen haben und dann deutliche stilistische Veränderungen vorgenommen haben. Die Veränderungen treten aus verschiedenen Gründen recht oft in den 90ern auf Beispiele: Black Metal: Mayhem, Ulver, Darkthrone Thrash Metal: Kreator, Megadeth, Annihilator, Anthrax Hard Rock: Scorpions, Queen Traditional Metal: Judas Priest Power Metal: Vicious Rumors, Jag Panzer, Queensryche Hier könnte man ja z.T. den anderen Thread reinkopieren?
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von Peter Kubaschk » Freitag 7. Dezember 2012, 11:08
Ganz pauschal kann man das sicher nicht beantworten. Bei einer Band wie ANATHEMA finde ich die Entwicklung komplett positiv und die Sachen ab 1998 stärker als alles davor, PARADISE LOST hingegen haben irgendwann eine falsche Abbiegung genommen und sind nun wieder da, wo sie hergekommen sind. Das waren mehr als 10 verlorene Jahre.
Dass sich Musiker aber entwickeln wollen, verstehe ich absolut. Fließbandarbeit ist eben nicht jedermanns Sache und in den allermeisten Fällen (Running Wild, AC/DC...) stagniert man dann auch irgendwann oder verliert sogar deutlich an Qualität. Das nicht jedes Experiment gut gehen kann, ist logisch, aber den Versuch sich zu entwickeln, finde ich normalerweise positiv, was nicht bedeutet, dass mir das Ergebnis dann auch gefällt.
Am Besten finde ich aber immer Bands, die es schaffen sich zu entwickeln, ohne komplett ihre Wurzeln zu verlieren. OPETH waren lange ein Beispiel dafür (und haben das mit "Heritage" ad absurdum geführt), ENSLAVED sehe ich so, ARMORED SANT auch. Es sollte also eine gute Balance zwischen "Signature Sound" und "Weiterentwicklung" geben und vor allem glaubwürdig sein und nicht wirken, als ob man einem Trend hinterherhecheln würde, wie es bei vielen Bands in den Neunzigern den Anschein hatte.
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von Nils Macher » Freitag 7. Dezember 2012, 11:23
Das Beispiel ULVER ist sicherlich interessant, hat sich die Band doch nie um Konventionen geschert oder nach den ersten drei Alben auch nur ansatzweise darum bemüht, Black Metal zu spielen. Da kann man schon fast von verschiedenen Bands sprechen.
Mehr zu dem spannenden Thema wenn ich nicht mehr im Seminar sitze und vorgebe, aufmerksam zu sein.
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von Havoc » Freitag 7. Dezember 2012, 11:27
Peter Kubaschk hat geschrieben:Am Besten finde ich aber immer Bands, die es schaffen sich zu entwickeln, ohne komplett ihre Wurzeln zu verlieren. OPETH waren lange ein Beispiel dafür (und haben das mit "Heritage" ad absurdum geführt), ENSLAVED sehe ich so, ARMORED SANT auch. Es sollte also eine gute Balance zwischen "Signature Sound" und "Weiterentwicklung" geben und vor allem glaubwürdig sein und nicht wirken, als ob man einem Trend hinterherhecheln würde, wie es bei vielen Bands in den Neunzigern den Anschein hatte.
Das sehe ich auch so wie Peter. Wobei ich das mit "Heritage" bei OPETH nicht als so wirklich "schlimm" empfinde. Es klingt immer noch nach OPETH. Ich fände es jetzt nur wichtig, dass das nächste Album wieder etwas härter und mit Growlgesang wird. Ansonsten wäre das schon etwas schade. ENSLAVED sind hier ein super Beispiel für konsequente Weiterentwicklung ohne die Wurzeln komplett zu verlieren.
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von Jesus » Freitag 7. Dezember 2012, 11:31
Entwicklung - gut oder schlecht? Tja, gute Entwicklung ist gut und schlechte Entwicklung ist schlecht, inte sant? Um mal Jhonnys Kritik an meinen Kommentaren speziell zu diversen Thrash-Bands aufzugreifen: Thrash Metal war eine Bewegung, die von jugendlicher Aggression und Naivität geprägt war. Diese häufig technisch und kompositorisch wenig begabten Jugendlichen hatten oftmals viel Zeit, ihre jeweiligen Debüts vorzubereiten (Exodus, Testament, Death Angel, Annihilator) oder konnten darauf aufbauend ihren Stil bis zu einem gewissen Grad verfeinern (Kreator, Slayer, Metallica, Megadeth). Bands, die auf ihren Debüts ihr Pulver verschossen, wurden nach und nach schwächer (Exodus, Annihlator). Bands, die ihren Stil verfeinerten, waren irgendwann an einem Punkt, an dem man dem Thrash Metal nichts mehr hinzufügen konnte, ohne dass sie den Pfad des Thrash verließen. Doch wohin sollte man nach "Rust in Peace" oder "Coma of Souls" noch hin? Nun kommt noch da Faktor "Fan" hinzu: Gerade Leute wie Jhonny, die ihren Metal (wie er so gern betont) der reinen Lehre folgend  und ohne avantgardistische Spielereien hören, wollen von diesen Bands, die sich als Thrasher etabliert hatten, eben Thrash Metal hören. Das war dann eben die Catch-22-Situation für jene Bands: Ausverkauf zum Fahrstuhlthrash war für Megadeth, Metallica und Anthrax eine profitable Lösung, auch wenn sie ihren Fans vor den Kopf stießen. Experimente waren der Versuch, neue Wege und Stile zu finden und somit spielten Kreator plötzlich Hardcore Punk, dann Groove Metal und schlussendlich Gothic Rock. Testament versuchten sich an Fahrstuhlthrash, Cock-Rock und Death Metal. Sepultura fanden im Nu-Metal neue Wege, um sich auszutoben. Mit ihrer Weiterentwicklung stießen diese Bands ihren Fans ebenfalls vor den Kopf. Es half auch wenig, dass die meisten dieser Alben auch im Kontext ihrer Genres nicht allzu gut waren. Bands, die sich gar nicht weiterentwickeln wollten, blieben unbeachtet und veröffentlichten halt in regelmäßigen Abständen wieder aufgewärmte alte Kamellen ihrer frühen Erfolge (Slayer, Annihilator, Overkill). Auch damit war kein Blumentopf zu gewinnen: "Ach, schon wieder ein neues Annihilator-Album? Aha." Thrash Metal ist ein recht eng gestecktes Genre mit einer Fanbase, die größtenteils ihren Thrash Metal nur nach Reinheitsgebot gebraut hören will. Wagt man sich zu weit über die Grenzen hinweg, spielt man plötzlich Heavy Metal oder Fahrstuhlmetal oder Death Metal oder Progressive Metal oder Power Metal. Mit Black Metal kann man hingegen alles mögliche anstellen und es bleibt Black Metal.
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von Jhonny » Freitag 7. Dezember 2012, 12:00
Erst mal muss ich natürlich sagen: Die "Fließbandarbeit", die Peter hier erwähnt, finde ich gerade bei Bands wie Motörhead oder AC/DC so toll. Da weiß man, was man kriegt, wenn man ne Scheibe kauft. Das gilt bei beiden Bands ja im Grunde für die ganze Diskographie. Auch wenn sich mal ein paar langweiligere Scheiben darunter finden, richtig schlecht war keine. Ich finde auch nicht jede Form von Entwicklung prinzipiell toll. Das wäre ja komisch und keine reine Lehre Aber vieles finde ich doch recht spannend. Die 90er Experimente von Megadeth, Metallica (selbst das schwarze Album ist ja kein Thrash mehr), Sepultura, Pantera sind alle nicht meine Faves der Band, aber doch auf ihre Art hörenswert. "Chaos A.D." ist kein "Arise", aber trotzdem ne interessante Scheibe. Pantera waren aus meiner Sicht 1990 auf dem musikalischen Zenit angelangt. Trotzdem höre ich mir auch mal gerne "Vulgar Display Of Power" an. Um andere Genres aufzugreifen: Manowar, Iron Maiden, Rush (Test For Echo!), Dream Theater (Falling), Helloween - sie alle haben gerade in den 90ern eher experimentelle Scheiben rausgebraucht oder ihren Stil recht deutlich verändert. Und das meiste davon finde ich eher spannend. Das sind für mich in der Regel keine Meilensteine, aber eben auch keine Rohrkrepierer. Letztendlich: Wenn eine Band ein spannendes Album rausbringt, kann ich damit gut leben. Wenn sie keinen Bock mehr auf die Musik der Anfangstage hat ist das zwar schade, aber sie können auch in anderen Bereichen etwas gutes fabrizieren. Man denke nur an Gary Moore - keinen Bock mehr auf Hard Rock, aber seine Blues Scheiben hatten doch auch was.
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von Jesus » Freitag 7. Dezember 2012, 12:05
Fließbandarbeit ist für mich gleichbedeutend mit dem Tod einer Band. Wozu sollte ich ein neues Album einer solchen Gruppe kaufen, wenn es völlig identisch ist mit den Vorgängern?
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von Peter Kubaschk » Freitag 7. Dezember 2012, 12:09
Darum hörst du ja auch weder AC/DC noch RUNNING WILD. 
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von Jesus » Freitag 7. Dezember 2012, 12:18
Naja, in erster Linie höre ich diese Bands nicht, weil ich deren Musik beschissen finde. Da kann mir die Fließbandarbeit egal sein.
Aber DRUDKH wäre ein gutes Beispiel einer Band, die ich zwar gut finde, aber von denen ich kein weiteres Album mehr brauche, weil sie nichts Neues mehr servieren und sich nur noch wiederholen.
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von Havoc » Freitag 7. Dezember 2012, 12:23
Die eben von Jhonny erwähnten Giganten RUSH sind auch ein tolles Beispiel. Die späteren Alben klingen ganz anders als die 70er Werke. Und dennoch klingt jedes ihrer 19 Alben so dermaßen unverkennbar nach RUSH. Aber um Kopien handelt es sich nie. 
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