Shining (Sweden)

Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Nils Macher » Samstag 20. Oktober 2012, 12:15

Feststellung: Herr Kvarforth ist nicht für konventionelle Interviewfragen geeignet. Warum ist er abgehoben? Es ist ein Schaffen, der ist der Künstler. Wieso soll er da nicht mal sagen "weil ich wollte" oder "du hast das Album nicht verstanden".

Das ist ehrlicher und interessanter als die oftmals vorkommenden halb auswendig gelernten Promo-Sätze von vielen Musikern. Er hat doch vollkommen Recht, dass man sich mittlerweile echt schwer damit tut, sich auf so ein Album einzulassen bei dem ganzen Zeug, was man als Schreiber so vorgesetzt bekommt.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Teichfrosch » Samstag 20. Oktober 2012, 12:37

Ist allerdings schon witzig dass metal1.info in den Einleitungstext schreibt: "Kurz und prägnant, bisweilen sarkastisch, stets selbstsicher und bei alledem dennoch überraschend sympathisch gibt der Schwede".

Klar, die Fragen waren dämlich, gewöhnlich und unspannend, aber dann soll er sich halt die Fragen im Vorraus schicken lassen und dann entscheiden, ob er zu ihnen in einem wie-auch-immer-gearteten-Interview dazu antworten will. Wenn man sich dazu entscheidet ein Interview zu machen, dann muss man es auch ernsthaft betreiben und nicht sagen: "Blöde Frage, blöde Antwort". Arrogant finde ich das nicht, aber es wirkt beleidigt.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 20. Oktober 2012, 12:50

Da ist ein Fehler im System. Die Promoter haben die Aufgabe, die Magazine dazu zu bringen, möglichst jede ihrer Bands auch zu interviewen. Die Schreiberlinge haben (auch) die Aufgabe, (zumindest die wichtigen) Promoter zufrieden zu stellen und natürlich auch für die Leser zu jedem besonders "zielgruppenrelevanten" Thema ein Interview zu bringen. Und dadurch kommen eben 08/15-Interviews zu Stande, die für den Schreiber und die Musiker an sich völlig nutzlos verschwendete Zeit und Arbeit darstellen, und die in den meisten Fällen auch noch den Leser langweilen, so dass im Endeffekt nur der Promoter nachher vom Label den "Präsenz-Bonus" kriegt.

Dein Vorschlag, sich die Fragen vorher schicken zu lassen, ist im Übrigen auch nicht das Gelbe vom Ei. Letztlich ist es doch noch viel arroganter, wenn der Musiker dann gar nicht antwortet, nachdem der Schreiber sich schon die Arbeit gemacht hat, 15 Fragen zu erdenken und zu schicken. Wobei ich auch dafür Verständnis habe, wenn der Musiker dann wenigstens zurück schreibt und sagt: "Sorry Kamerad, aber lass dir doch bitte irgend etwas einfallen, was noch jemand lesen will."

Im Endeffekt liegt die Verantwortung allein beim Schreiberling: Wenn er sich nicht in der Lage fühlt, ein Interview zu machen, das für irgend jemanden eine Bereicherung darstellt, dann sollte er den Mut haben, und dem Promoter gegenüber eben auch sagen, dass er mit dieser Band kein Interview machen will. Wenn er es doch tut, dann soll er sich gefälligst anstrengen, mehr zu tun, als den 08/15-Katalog "Fragen, die man jeder Band stellen kann!" aufzuschlagen und abzuschreiben. Und wenn er es doch tut, und es kommen entsprechende Antworten, dann kann er immer noch sagen: "Okay, das war fürn Popo, das veröffentlichen wir nicht oder nur auszugsweise."
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Nils Macher » Samstag 20. Oktober 2012, 12:53

Für mich klingt das sehr nach Mailer-Interview. Bei einem Telefonat hätte man doch spätestens an der Stelle, wo er einem diverse Dinge vorwirft, nachgehakt.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 20. Oktober 2012, 12:55

Jo. Sehe ich auch so. Klassischer Mailer-Stil. Vor allem, weil halt auch rein gar nichts abschweift.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Teichfrosch » Samstag 20. Oktober 2012, 16:39

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Da ist ein Fehler im System.


Keine Frage, aber er macht ja im System mit. Dann muss er auch nach den Spielregeln mitmachen, finde ich. Das eine zu wollen ohne das andere ist dämlich. Die Menschen wollen Arbeit aber keinen Fluglärm, jeden Tag Fleisch aber nicht aus der Massentierhaltung und Promotion aber dann das dumme Frage-Antwort-Spiel nicht mitmachen. Ich denke du weißt worauf ich hinaus will.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Nils Macher » Samstag 20. Oktober 2012, 16:52

Teichfrosch hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Da ist ein Fehler im System.


Keine Frage, aber er macht ja im System mit. Dann muss er auch nach den Spielregeln mitmachen, finde ich. Das eine zu wollen ohne das andere ist dämlich. Die Menschen wollen Arbeit aber keinen Fluglärm, jeden Tag Fleisch aber nicht aus der Massentierhaltung und Promotion aber dann das dumme Frage-Antwort-Spiel nicht mitmachen. Ich denke du weißt worauf ich hinaus will.


Der "Vergleich" ist doch vollkommen aus der Luft gegriffen. Wenn Musiker sich weigern, dumme und Standard-Fragen in 0815-Manier zu beantworten, sorgt es doch dafür, dass ein Schreiber sich mehr anstrengen muss. Ergo, alles richtig gemacht vom Schweden.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Teichfrosch » Samstag 20. Oktober 2012, 17:45

Naja. Wie schon gesagt wurde ist es vielleicht auch einfach so, dass die Jungs keinen Bock auf die Band haben und/oder sie nicht kennen, aber das Album soll promoted werden weshalb man dann dennoch ein Interview macht und veröffentlicht. Wenn man den Gedanken weiterspinnt finde ich, dass mein Vergleich sehr gut passt.

Wenn die Kunden kein billiges Schweinefleisch mehr kaufen müssten sich auch alle mehr anstrengen für gute Ware ~ Aber solange alle bekommen was sie wollen spielen alle mit.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon Nils Macher » Samstag 20. Oktober 2012, 18:43

Es gibt halt billiges Fleisch und nicht so gute Webzines. Über die Daseinsberechtigung selbiger lässt sich hinlänglich streiten.
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Re: Shining (Sweden)

Beitragvon enemy-of-reality » Samstag 20. Oktober 2012, 19:56

Wie soll sich den jemals etwas ändern, wenn jeder, der im "System" steckt, immer schön brav mitspielt und keiner jemals ausbricht?

IMO ist das Interview völlig in Ordnung und Herr Kvarforth ziemlich nett und umgänglich. Frosch, du solltest dir mal einige ältere Interviews von ihm zu Gemüte führen, da war er noch wesentlich kontroverser und unfreundlicher. Da wurde dem Schreiber durchaus auch mal Prügel angedroht, wenn Kvarforth die Fragen nicht gefallen haben.
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