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von Peter Kubaschk » Dienstag 10. Juli 2012, 12:03
Martin van der Laan hat geschrieben:@All: Das eigentlich Witzige an der SABATON-Diskussion ist, dass hier (fast) alle offenbar stillschweigend akzeptieren (oder offen promoten), dass "Metaller-Sein" ein Ehrentitel ist, den man sich verdienen muss - als Band, wie als Hörer - und dass es einen komplizierten Codex gibt, über den einige Gralshüter wachen.
1. Ich finde SABATON völlig unabhängig von dem Genre, dem man die Musik zuordnent, scheiße. 2. Gute Musik ist immer gut, egal in welche Schublade man sie steckt. 3. Selbstverständlich habe ich gewisse Vorstellungen, was für mich Heavy Metal ist. Das hat aber nicht zwingend etwas mit der Qualität der Musik zu tun. ARKHAM WITCH und viele andere Bands sind auch kacke, aber trotzdem Heavy Metal. Das würde ich ihnen nie absprechen. "Metaller-sein" ist also kein Qualitätssiegel, sondern für mich eher wie ernst ich die Musik im Verhältnis zu diesem Genre nehmen kann. Und die Verbindung SABATON (oder auch MANOWAR, FREEDOM CALL, AXXIS.....) <--> Heavy Metal geht bei mir halt nicht (mehr). Man könnte auch von Attitüde reden. 4. SABATON = Fröhliches Schunkeln <> Heavy Metal.
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von Martin van der Laan » Dienstag 10. Juli 2012, 12:16
Jesus hat geschrieben:D.h. Du hörst Sabaton aus dem Verlangen heraus, dass Dir andere endlich die "richtigen" Metal-Perlen zeigen mögen?
Wer hat gesagt, dass ich aus einem bestimmten Verlangen heraus SABATON höre? Ich halte es nur für meine Pflicht als Musik-Redakteur bestimmte, sehr beliebte Bands einer genaueren Investigation zu unterziehen. Ich möchte halt manchmal auch was ganz einfach Strukturiertes, Pathetisches, Kitschiges, Doofes, Schunkeliges hören. Und zwar am liebsten mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard vorgetragen. Nennt es Defekt oder Störung, ist halt so. Und ich kann durchaus ab und zu mal was genießen, dessen objektive Qualität ich für sehr eingeschränkt halte. Schließlich genehmige ich mir in seltenen Fällen auch mal einen Doppel-Whopper oder gucke einen schlechten Splatter-Movie. Dieses Metal-Puristentum erinnert mich manchmal an die Leute bei uns im Dorf im Bioladen, die alles furchtbar finden, was künstliche Aromastoffe enthält... @Kubi: Zu behaupten dass MANOWAR kein Heavy Metal sei, grenzt an Realsatire... das ist die bis ins Groteske herein übersteigerte Darstellung von dem, was Heavy Metal ursprünglich mal war (bevor die intellektuelleren Spielarten erfunden wurden...): Laute Gitarren, stampfende Rhythmen, Macho-Gehabe, Pathos, Motorräder, Bier und Titten. Wenn überhaupt eine von dir und allen anderen unabhängige Defintion vom ursprünglichen Wesen des Heavy Metal besteht, dann doch wohl diese. Alles andere sind spätere Weiterentwicklungen und Variationen... (Nein, diese Argumentation steht NICHT im Widerspruch zu dem, was ich kurz vorher geschrieben habe. Das bezog sich auf die immer weiter ausschweifende "Ausschließeristis". Zu diesem Thema empfehle ich übrigens dieses schöne Lied hier (  ): Metal@Firestarter: DANKE, ich höre später mal rein, muss jetzt Geld verdienen...!
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von Jesus » Dienstag 10. Juli 2012, 12:38
Martin van der Laan hat geschrieben:was Heavy Metal ursprünglich mal war (bevor die intellektuelleren Spielarten erfunden wurden...)
Intellektuell? Naja, Thrash Metal mit seinem betrunkenen Geshoute über Bier und Atomkrieg, Death Metal mit seinen Abhandlungen über blutige Eingeweide und die Teufelsanbetung der Pandabärchen würde ich jetzt nicht unbedingt als intellektuell allzu stimulierend bezeichnen... 
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von Peter Kubaschk » Dienstag 10. Juli 2012, 13:29
Martin van der Laan hat geschrieben:@Kubi: Zu behaupten dass MANOWAR kein Heavy Metal sei, grenzt an Realsatire... das ist die bis ins Groteske herein übersteigerte Darstellung von dem, was Heavy Metal ursprünglich mal war (bevor die intellektuelleren Spielarten erfunden wurden...)
Richtig, MANOWAR heute macht Heavy Metal lächerlich und sind damit genauso Heavy Metal wie J.B.O. Gar nicht. Dass dies bis 1992 - meinetwegen auch bis 1996 - noch anders war, ist natürlich unbestritten. Ich finde einfach, dass Heavy Metal im Grunde ein eher ernsthafte Musikrichtung ist. Plumper Schunkelspaß hat da nix zu suchen. Und das ist halt auch wegen der "bis ins Groteske herein übersteigerten Darstellung" bei MANOWAR mittlerweile der Fall. MANOWAR = plumper Schunkelspaß <> Heavy Metal. Siehste, die Gleichung stimmt. 
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 10. Juli 2012, 14:11
Nein. Manowar macht Heavy Metal nicht lächerlich. Es macht allenfalls ein Herr DeMaio sich durch sein Auftreten zum Gespött der Leute, aber die Band an sich macht eben nichts anderes als Heavy Metal, und ihr das abzusprechen, ist - wie Martin sagt - eben einfach grotesk. Das geschieht doch ausschließlich zu einem Zweck, nämlich dazu, eine Band selbst und deren Noch-Fans, welche die Band als Inbegriff des Heavy Metals werten, zu provozieren. Keiner muss Manowar mögen, und es kann wirklich jeder sagen, dass Manowar nicht (mehr) für das steht, was er von Heavy Metal haben will. Alles unbenommen. Aber zu sagen, dass Manowar kein Heavy Metal mehr sei ist einfach... sorry... Quark. Man kann "The Lord Of Steel" gerne als uninspiriert, belanglos, langweilig und als Soundkatastrophe bezeichnen, wenn man es denn wirklich so empfindet. Aber natürlich ist das Heavy Metal und nichts anderes. Bei "Warriors Of The World" und "Gods Of War" kann ich die Aussage "kein Metal" wenigstens für Teile des Materials (Orchesterintros, Nessun Dorma, An American Trilogy, Erzählerparts, Hörspielparts...) durchaus nachvollziehen, aber das neue Album besteht zu 100% aus nichts anderem als purem Heavy Metal. Ob das guter, belangloser oder bescheidener Heavy Metal ist, das ist ja völlig sekundär, aber auf dem Album ist wahrlich nichts, was kein Heavy Metal ist. 
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von firestarter » Dienstag 10. Juli 2012, 14:16
Interessante Diskussion, aber würde ein eigener Thread da nicht Sinn machen? Sucht man nach Treppchen-Platzierungen, muss man mittlerweile weit zurück blättern.
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von Martin van der Laan » Dienstag 10. Juli 2012, 14:19
Jetzt sehe ich auch den Knackpunkt - zumindest zwischen Kubi und mir. Für mich ist die fehlende oder vorhandene Ernsthaftigkeit im Heavy Metal ziemlich egal. Wenn ich alles, was in Sachen Heavy Metal so rumstreunt, richtig wirklich ernst nehmen würde, dann wäre ich sicherlich schon längst aus der Szene geflüchtet. Für mich ist Heavy Metal zunächst mal Freude und Spaß!! Und Spaß kann ich auf einer enormen Bandbreite von Niveaus haben (und die sind in der Tat in dem, was man landläufig als Heavy-Metal-Szene umschreibt, allesamt vorhanden). By the way, Lächerlichkeit entsteht genau wie Schönheit eigentlich nur in der Wahrnehmung des Betrachters. Wenn man sich beim KIT z.B. so umguckt... ich fühle mich in diesem Umfeld sauwohl (=ich habe dort Spaß), aber ich habe definitiv schon andere, gänzlich unmetallische Veranstaltungen besucht, wo es deutlich schwieriger gewesen wäre, auch einiges an Lächerlichkeit zu entdecken... 
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von salisbury » Mittwoch 11. Juli 2012, 02:36
Martin van der Laan hat geschrieben:Wer hat gesagt, dass ich aus einem bestimmten Verlangen heraus SABATON höre? Ich halte es nur für meine Pflicht als Musik-Redakteur bestimmte, sehr beliebte Bands einer genaueren Investigation zu unterziehen.
Mein lieber Martin, dieser und andere Punkte belegen, wir sind sehr sehr dicht beieinander. Martin van der Laan hat geschrieben:Jetzt sehe ich auch den Knackpunkt - zumindest zwischen Kubi und mir. Für mich ist die fehlende oder vorhandene Ernsthaftigkeit im Heavy Metal ziemlich egal. Martin u r GENIUS! Leute, ich will hier noch was unbedingt loswerden, und das ist 1.) Ich LIEBE Heavy Metal! 2.) Ich übrelasse jedem die Definition, was "Heavy Metal" für ihn ist, selber. 3.) Ich bin der Meinung, dass wir jeden Fan, sein seine Musik mit "Heavy Metal" in Verbindung bringt, als Redaktion und als Forenmitglied und als Heavy Metal Fan mit offenen Armen empfangen sollten, egal oder er SABATON oder METAL CHURCH oder DEATHSPELL OMEGA als den "echteren" HEAVY METAL einordnet . Wir haben alle etwas gemeinsam (!!!!!), wir mögen kraftvolle Musik, wir lieben CDs und Booklets, wir gehen auf Konzerte und wir leben unsere Musik. Wir gehören zusammen und wir tolerieren uns und wir versuchen uns einander zu verstehen, anstatt uns zu bekämfen. DAS ist, was METAL für mich bedeutet und nicht diese endlose bescheuerte Diskussion, was nun der "echtere" Metal ist. Who fucking cares??? HEAVY METAL ist eine Ethik, eine mentale Einstellung, die Liebe zur und Hochachtung vor der Musik sowie den Bands die sie produzieren, und Heavy Metalist eine Religion, die die Fans, die sie hören in den Mittelpunkt stellt. Ein Heavy Metaller respektiert den anderen und nimmt ihn ohne Vorurteile sofort als Freund und geistiges Mitglied wahr, und einem Heavy Metaller ist es dabei bumsegal, ob auf dem T-Shirt des Gegenübers jetzt SABATON oder ANGEL WITCH steht. Er ist ein Freund, ein Gleichgesinnter und die die Diskussion, warum man ANGEL WITCH oder SABATON nun als musikalisch hochwertiger einordnet, führt man mir einem Bier in der Hand und einem Augenzwinkern und wenn sie vorbei ist, sagt mal herzlich "Prost". DAS ist Heavy Metal. Für mich. Als Redaktuer dieses Magazins werde ich mich genau dafür einsetzten und dafür kämpfen und jeden Anflug von "Szenewächtertum" scharf krititisieren.
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von Chavo89 » Mittwoch 11. Juli 2012, 09:15
Großartig! Der Tag kann nur gut werden. Danke, Sally!
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