Jhonny hat geschrieben:Ich bin froh, dass im Deaf Forever auch vieles ausgeschlossen wird.
Damit habe ich auch absolut kein Problem. Nur mit der Art und Weise wie es begründet wird. Mal hier das Original-Zitat für alle, die das DF nicht haben:
"Wir wollen nicht wie tumbe Machos rüberkommen, aber auch nicht wie heuchlerische Frauenversteher, die ja doch nur einen Aufhänger nach dem Motto "Sex Sells" suchen. Und die Trällerelsen im Brautkleid, die sich duch Märchenwälder jammern und damit erst recht jedes Klischee bestätigen, wollen wir hier auch nicht portraitieren."
Na gut, ich bin wirklich lieber tumber Macho und höre meine Trällerelsen von AMBERIAN DAWN, DARKYRA BLACK, BEYOND THE BLACK - für mich ungemein wichtige Teile der hiesigen Metal-Welt - als diesem elitären Großkotz von Kühnemund und "seiner" (nicht meiner) seltsamen Szene zu folgen.
Vor allem: Das ganze Gelaber um Ehrlichkeit, Authenzität, Haltung, Attitüde etc ist nicht weit entfernt vom alltäglichen Promozettel-Geblubber, wo natürlich jede Band natürlich mit super duper Emotion alles live und - weil das ja klar ist - analog aufnimmt und das alles immer schon seit Jahren und mit absoluter Hingabe getan hat. Eigentlich ist das das große Verkaufs-Argument des gesamten Retro-Rock-Trends und das 110 % unabhängige DEAF FOREVER stürtz sich drauf wie der hungrige Aasgeier auf totes Fleisch. Absurd.
Seltsam auch mache Dinge im "Listenwahn". Ich fühl mich wie in einer THE DEVIL'S BLOOD-Fanzeitschrift. Farida Lemouchi wird sechs mal als "wichtigste Hardrock/Metal-Musikerin des neues Jahrtausends" genannt. Lustig ist: einer nennt auch Francis Tobolsky von WUCAN. Finde ich zwar nett aber insofern verblüffend, als das WUCAN sein Debüt gerade man letzte Woche veröffentlicht hat.

Aber Francis sammelt ja Vinyl. Das reicht wohl aus um Teil der Götz'schen-DEAF FOREVER-Klischee-Metal-Familie zu sein...
Nein, gelernt über die "neue Frauenpower" habe ich genau NICHTS, ausser dass es "in allen Genres immer männliche weibliche und Künstler gab" (aha!) und auch sonst so ist der ganze Artikel eher eine Enttäuschung. Es wird wieder viel zu viel politisiert und mehr darüber geredet, wie oft die Musikerinnen Probleme mit sexistischen Männern hatten als über ihre musikalischen und künstlerischen Visionen (ausser sie sind "ehrlich", "authentisch" und "szenetreu", kotz...). Wie gern hätte ich etwas Hintergründiges über JEX THOTH gelesen. Jetzt weiß ich, dass sie ihrem ersten Label auch heute noch treu ist, was sie ja super doll rebellisch und götz-kompatibel macht, weil sie sich somit den Regeln des Marktes wiedersetzt. Tolle Wurst aber auch. Und auf dem Cover prangt dann die hübsche Elin Larsson, einer der großen Seller von Nuclear Blast

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Eine herrliche Pointe auf dieses politisch korrekte Ehrlichkeits-Getue, markiert indes auf der letzten Seite Redakteurin Janina, die sich Frank Albrecht "nackt und mit ausgefahrenem Gemächt" in ihrem Wohzimmer wünscht

. Och und ich wünsche mir diese kleine Französin Annick von CAUCHEMAR (Musik? Egal!) auf meiner Bettkante sitzend. Als Symphonic-Metal-Macho kann ich mir das ja ohne Szene-Zwang leisten

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