Soundgarden

Re: Soundgarden

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 19. Mai 2017, 00:15

Na ja, "umfallen"... Inzwischen ist bekannt gegeben worden, dass es Selbsttötung war (Erhängen).
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Re: Soundgarden

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 19. Mai 2017, 01:52

Schlimme Sache, das.
Black Hole Sun.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Soundgarden

Beitragvon Eike » Freitag 19. Mai 2017, 03:45

Einfach nur traurig.
Zumal, wenn man selbst länger mit dem Gedanken gespielt hat und weiß, wie groß die Hemmungen dagegen sind.
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Re: Soundgarden

Beitragvon Martin van der Laan » Freitag 19. Mai 2017, 08:25

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Na ja, "umfallen"... Inzwischen ist bekannt gegeben worden, dass es Selbsttötung war (Erhängen).

OMG, das wusste ich natürlich nicht als ich meinen Senf gestern hierzu gegeben habe. Nehme alles zurück... :( :(
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Re: Soundgarden

Beitragvon Schaf » Freitag 19. Mai 2017, 08:35

Wenn er mit 52 als erfolgreicher Musiker der Meinung war, alles im Leben erreicht zu haben, was möglich ist, dann erschien jeder weitere Tag wie eine überflüssige Qual, nach deren Sinn man sich jeden Abend immer und immer wieder fragt, wenn man vorm Schlafen die Decke anstarrt. Da erscheint für jemanden mit Depressionen über 50 kein schlechtes Alter und Suizid ist nach höchstwahrscheinlich langen Jahren des Überlegens eine wohlige Erlösung.
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Re: Soundgarden

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 19. Mai 2017, 10:08

Er hat drei Kinder, die zwischen 12 und 17 Jahre alt sind. Da ist die Frage, wofür es sich noch zu Leben lohnt, recht schnell beantwortet.
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Re: Soundgarden

Beitragvon Siebi » Freitag 19. Mai 2017, 11:22

Kinder mag rational eine Erklärung sein, wofür es sich lohnt zu leben. Im Endeffekt bist Du in einer depressiven Phase nur mit Dir selbst beschäftigt, mit Deinem Unglück, seeligen Unheil etcpp., Dein Leben, das niemand mit Dir teilt. Den Lebensweg gehen geliebte Menschen mit, aber leben musst Du selbst. Hört sich hart an, kann rational nie begründet werden, trifft arm wie reich, Akademiker wie Ungelernten.

Unsere leistungsorientierte Gesellschaft muss endlich lernen, damit umzugehen, von Depression betroffene Mitmenschen zu akzeptieren und sie zu stärken, ihnen Wege aus der Trostlosgkeit zu offerieren. Mit kleinen Schritten, dass es wird oder zumindest lindert. Akzeptanz der Krankheit bei Betroffenen wie ihrer Umwelt sind die Voraussetzungen einer Chance auf Linderung, Heilung wäre das Optimum.

Da ich Herrn Cornell ob der frühen Soundgarden bis zur "Jesus Christ Pose" und dem formidablen Andrew Wood-Tributealbum Temple Of The Dog schätze, auch von mir ein Ruhe in Frieden, mögest Du diesen endlich gefunden haben.
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Re: Soundgarden

Beitragvon Schaf » Freitag 19. Mai 2017, 13:53

Peter Kubaschk hat geschrieben:Er hat drei Kinder, die zwischen 12 und 17 Jahre alt sind. Da ist die Frage, wofür es sich noch zu Leben lohnt, recht schnell beantwortet.


Das wusste ich nicht. Ist natürlich nicht so nett, aber Depression ist — wie Siebold andeutet — nicht rational, sondern einfach nur qualvoll. Schlimm, dass die Kinder erfahren mussten, dass ihr Vater sie auf diese Weise verlassen hat und sie ohne ihn aufwachsen müssen. Doch vermutlich war seine Idee, dass er ihnen zumindest ein großzügiges Erbe hinterlässt und sie rundum versorgt sind.

Eine Runde "Badmotorfinger".
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Re: Soundgarden

Beitragvon Eike » Freitag 19. Mai 2017, 15:50

Siebi hat geschrieben:Kinder mag rational eine Erklärung sein, wofür es sich lohnt zu leben. Im Endeffekt bist Du in einer depressiven Phase nur mit Dir selbst beschäftigt, mit Deinem Unglück, seeligen Unheil etcpp., Dein Leben, das niemand mit Dir teilt. Den Lebensweg gehen geliebte Menschen mit, aber leben musst Du selbst. Hört sich hart an, kann rational nie begründet werden, trifft arm wie reich, Akademiker wie Ungelernten.

Unsere leistungsorientierte Gesellschaft muss endlich lernen, damit umzugehen, von Depression betroffene Mitmenschen zu akzeptieren und sie zu stärken, ihnen Wege aus der Trostlosgkeit zu offerieren. Mit kleinen Schritten, dass es wird oder zumindest lindert. Akzeptanz der Krankheit bei Betroffenen wie ihrer Umwelt sind die Voraussetzungen einer Chance auf Linderung, Heilung wäre das Optimum.
Danke.

Du sprichst mir aus der Seele.

Das kann ich so unterschreiben.
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Re: Soundgarden

Beitragvon Jhonny » Samstag 20. Mai 2017, 09:25

Ich habe sowohl beruflich als auch familiär genug mit den Themen Suizid und Depressionen zu tun, um den Suizid als tragisches Ende einer schweren Krankheit einzuordnen.
Es tut mir leid für Chris Cornell, und noch mehr für seine Familie.
Ich frage mich, wie viele von seiner Dunkelheit wussten, und wie man ihm vielleicht hätte helfen können.

Denn bei allem Respekt: Ich kann Suizid nicht als eine "gute" Lösung im Sinne eines edlen Freitods deuten, sondern immer als ein krankhaftes Ende einer kranken Person, die eigentlich nicht den Tod, sondern Heilung (eher seelisch als körperlich) bräuchte.



Und, so leid mir sein Tod tut und so irrational die Erkrankung sein mag - für die Kinder finde ich das absolut schrecklich, und ich befürchte, da werden sie lange, lange dran zu knabbern haben. Der Suizidant lebt (und stirbt) im Leid, und lässt durch seinen Tod ebenso viel Leid zurück.
Das meine ich nicht im Sinne einer Anklage, sondern einfach aufgrund der Erfahrung mit Betroffenen.
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