Emperor

Re: Emperor

Beitragvon enemy-of-reality » Dienstag 6. August 2013, 21:27

Naja, das kann man natürlich so oder so sehen. Meine Sicht ist halt, dass BM früher mal eher undergroundig ausgerichtet war und sich vom immer kommerzieller werdenden, "normalen" Metal abgrenzen wollte. Man hat den grossen Bands damals gerne mal Ausverkauf vorgeworfen. Da entbehrt es dann eben nicht einer gewissen Komik, wenn man sich zweimal wiedervereinigt um ausgerechnet in Wacken zu spielen.
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Emperor

Beitragvon Christian Schwarzer » Dienstag 6. August 2013, 22:53

Auf der einen Seite denke ich, dass sich EMPEROR sowieso recht schnell vom "typischen Black Metal" abgesetzt haben. Auf der anderen Seite wurde doch gerade noch ein paar Seiten zuvor das Statement aus der "Live In Leipzig" aufgegriffen, was recht eindrücklich zeigt, dass mit "Ausverkauf" nicht unbedingt der "ökonomische" Aspekt der Musik gemeint war, sondern die Attitüde, wie man sich gab und welche Inhalte man verbreitete.
Benutzeravatar
Christian Schwarzer
Musikredaktion
 
Beiträge: 2373
Registriert: Mittwoch 14. November 2012, 18:00

Re: Emperor

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 7. August 2013, 03:09

Jau, wie Christian sagt: Es war nicht das erklärte Ziel des so genannten "Inner Circle" Untergrund zu sein, sondern einen Kult zu etablieren, der durchaus Geldeinnahmen generieren sollte. Gerne auch sehr beträchtliche:

Euronymous (in einem Interview mit Esa Lahdenpera für KILL YOURSELF! MAGAZINE) hat geschrieben:I disagree about black metal staying underground only. I thought so before, but iI have changed my mind. The idea about underground, selling little and only to "true" people, not earning money, not thinking that you adre bigger than your fans and so on, everything comes from Hardcore. And how the hell we can know who are "true" and who are not, as most of the people who call themselves true are just normal idiots. original black metal bands such as Venom never had to be in underground to be accepted! Then why should we? The underground is both a means for the hardcore people to put us down and control us (at least it was before, they have mostly disappeared now but their ideas still linger on), and a bad exuse for bad bands to be eequal with great bands. Those who scream most about being in "underground" is also often those who make so bad music that they don't have a chance to get big themselves. I think that if we could make black metal bigger than it is now, we could have a great movement growing with hundreds of brutal soldiers spreading sorrow, death and evil in the world. Just look at the punks and the MC-people, they don't have to think about this, and they have came to a point that they have their own worlds with their own womrn, their own pubs, their own concert places, and so on. We will never be able to do the same if we work hard to earn as little money as possible in order not to be commercial. We must get rid of the "underground" ideas. The real underground have nothing to do with this. It's of course not right if people start playing blaack metal in order to become rich and nothing more (then they should choose some other music style anyway!), but there is something in between. I wouldn't mind making DSP big and earn a million, as long as I don't change my ways of thinking and being, which is the real important being here. If there were one million black metal fans in the world, most of them would be jerks, but there would be really many true and brutal people as well. The bigger we get, the more we can manipulate people into thinking like us.

http://www.fmp666.com/moonlight/mayhem.html

Die einzige der großen alten Bands, die fast immer eine sehr unkommerzielle Position vertreten hat, war und ist Darkthrone. Natürlich verkauft die Band auch ihre Scheiben, aber sie hat bis heute extrem viele Einnahmequellen nicht angegraben, weil Ted und Fenriz einfach immer das machen wollten, worauf sie Lust haben. Deswegen haben sie auch ihre Dayjobs nie aufgegeben, grundsätzlich nie das gemacht, was Fans und Labels von ihnen haben wollten, hunderte sehr lukrative Angebote ausgeschlagen, live aufzutreten usw... Klar, völlig unkommerziell ist die Band natürlich auch nicht, denn sie will Alben verkaufen, aber ich denke, dass ihr wisst, was ich meine.

Und wenn Darkthrone irgendwann mit Fenriz und Ted in Wacken auftreten sollte, fände ich das trotzdem eher cool als irgendwie widersprüchlich.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35303
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Emperor

Beitragvon Eike » Dienstag 27. August 2013, 15:27

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Da muss ich dann auch herzhaft lachen und mich ernsthaft fragen, warum erwachsene 50jährige Musiker nicht einfach mal sagen können: "Leute, wir sind grad ausgebrannt und haben keinen Bock mehr. Wundert euch nicht, wenn ihr ein paar Jahre nicht mehr viel von uns hört." - Nein, so geht das natürlich nicht. Man muss groß und tränenreich DAS ENDE verkünden, um nach nicht einmal einem Jahr wieder aufzutauchen. Was für ein Quatsch... ehrlich!
Verständliche Position. Ich bin kein Fan dieses bombastischen Ewigkeitspathos, vor allem nicht, wenn sich der Quatsch dann alle paar Jahre wiederholt. Da kann man sich genausogut dreimal scheiden lassen und wieder neu heiraten. Wobei das ja eher kostet, so ein schwer emotionales Bandauflösungs/Reunions-Gedöns hingegen leicht nach marktschreierischem Kalkül riecht.

Im Übrigen kann freilich auch eine konsumfeindliche Attitüde als selling point dienen. Je stärker man sich vorher gesperrt hat, um so verwertbarer ist nachher die Aussage "Ich mache das nur, weil ich überzeugt bin!".

Die ganze Thematik wurde von "Wayne's World" in einer der witzigsten Szenen auf den Punkt gebracht.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24502
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

Re: Emperor

Beitragvon enemy-of-reality » Sonntag 6. Juli 2014, 18:36

Ist vermutlich eh bekannt, aber dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass der komplette Auftritt von EMPEROR auf dem Hellfest als Video verfügbar ist. Pro Shot natürlich.
http://www.blabbermouth.net/news/empero ... rformance/
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Emperor

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 6. Juli 2014, 21:07

Ja, habe ich mir schon angeschaut. Ein sehr schöner Gig.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35303
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Emperor

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 11. November 2014, 00:31

Um diesen Thread dem Datennirvana zu entreißen:

1.
Mit dem Wacken-Gig der Band war ich so happy, dass sie der ultimative Headliner bleiben sollte und ich deshalb danach keine einzige Band mehr angeschaut habe. Weitere Eindrücke:
http://powermetal.de/content/konzert/sh ... 460-4.html

2.
Gerade höre ich vergleichend die beiden Masters der "In The Nightside Eclipse", 1994 und 2014, und ich muss sagen, dass sicherlich keine Welten dazwischen liegen. Da müssten wir mal ein Blind Tasting machen, um zu sehen, ob ich erraten kann, ob ich den originalen oder den neue Master höre. Von der Lautstärke her unterscheiden sie sich erst einmal nicht oder nicht nennenswert. Man hat also definitiv nicht einfach die Regel aufgerissen. Von der Atmosphäre her hat sich auch nichts geändert. Ich bilde mir ein, dass der neue Mix ein bisschen transparenter Klänge und gerade beim Einstieg zu "I Am..." den Gesang etwas präsenter macht, aber das kann täuschen. Als Fazit würde ich sagen, dass man sich allein deswegen das Album nicht noch einmal kaufen muss.

Die Bonustracks von der 7"EP und die etwas roheren 1993er-Mixes, sowie die Akkerhaugen-Tapes machen einen Zweitkauf jedoch durchaus interessant, ebenso die schöne Digibook-Aufmachung.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
Benutzeravatar
Rüdiger Stehle
Musikredaktion
 
Beiträge: 35303
Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
Wohnort: Schwabenland

Re: Emperor

Beitragvon Loomis » Dienstag 11. November 2014, 13:32

Danke für den Vergleich!
Benutzeravatar
Loomis
Luftgitarrespieler
 
Beiträge: 2719
Registriert: Dienstag 12. April 2011, 15:26

Re: Emperor

Beitragvon enemy-of-reality » Dienstag 11. November 2014, 15:15

Durchaus interessant. Es gibt aber zumindest noch ein drittes Master, auf meiner CD prangt nämlich ein Remastered-Aufkleber.
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

Re: Emperor

Beitragvon enemy-of-reality » Dienstag 11. November 2014, 19:58

Mal so in die Runde gefragt: NIGHTSIDE oder ANTHEMS? Bei mir liegt letztere inzwischen klar in Führung, alleine das Intro ist schon mal völlig genial! *huld*


Ranking:

Anthems
Nighside
Prometheus
Equilibrium
What if there is nothing more
What if there is only emptiness
What if there is nothing more
Beyond the code of deliverance


Meine Sammlung
Ranking 2014
Benutzeravatar
enemy-of-reality
Kuttenträger
 
Beiträge: 4092
Registriert: Sonntag 7. Februar 2010, 11:57

VorherigeNächste

Zurück zu Thrash / Death / Black Metal

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron