
SEPTIC FLESH - Esoptron (1995) - Esoptron
"Sumerian Daemons" hingegen besaß vom Start weg eine ganz eigene Aura: Griechisch obskur, aber dennoch poliert, brutal und atmosphärisch, thematisch unglaublich vielschichtig (von Faust über Sumer bis hin zur Moderne) - quasi die Verbindung von Alchimie und Gentechnik. Oder schlicht moderner okkulter Death Metal, hier und da synthetisch untermalt. Einen guten Querschnitt bieten der brachiale Opener "Unbeliever", das vielschichtige "When All Is None", das mit choralen Backings versehene "Faust", sowie der cool versetzte Titeltrack:

SEPTIC FLESH - Sumerian Daemons (2003) - Unbeliever
SEPTIC FLESH - Sumerian Daemons (2003) - When All Is None
SEPTIC FLESH - Sumerian Daemons (2003) - Faust
SEPTIC FLESH - Sumerian Daemons (2003) - Sumerian Daemon
Dummerweise war nach dieser Hammerscheibe dann auch erst einmal Schluss, da sich SEPTIC FLESH auflösten. Mit der Zeit ist aus Bandmitglied Seth ein veritabler Künstler geworden, der mittlerweile auch für andere Bands Cover anfertigt und - vielleicht ein Teil der Faszination - dort den Stil seiner Band weiterträgt: Synthese, Collage, Symbole sind dominante Leitlinien, sowohl der Band als auch der Bilder von Seth:
www.sethsiroanton.com
Unerwartet stark fiel dann das musikalische Comeback 2008 aus: "Communion" ist ein schwarzer Monolith, der in seinen nicht einmal vierzig Minuten die blanke Essenz des Bandwesens freilegt - ohne Fett, ohne Schnörkel, ohne Fangnetze. Erstmals mit einem Orchester eingespielt, reiben sich sinfonische Einschübe an gnadenlos mechanischen Überriffs, dazu kommen wohlplatzierte Dissonanzen, die verfremdeten Vocals und eine Wand von einem Schlagzeug. Dass sich die nun als SEPTICFLESH agierenden Griechen von Fredrik Nordström einen ebenso drückenden wie klaren Sound zusammenzimmern ließen, macht das Album zu einem echten Genuss. Auch hier gibt es den Opener - "Lovecraft's Death" - dazu das ebenso melodische wie moshtaugliche "Anubis" und die hinterhältige Abrissbirne "Persepolis":

SEPTICFLESH - Communion (2008) - Lovecraft's Death
SEPTICFLESH - Communion (2008) - Anubis
SEPTICFLESH - Communion (2008) - Persepolis
Ende April erscheint das bereits erwähnte Album "The Great Mass", von dem ich mir nach ersten Eindrücken einen Kandidaten für die Top 5 des Jahres verspreche. Einmal mehr wurde ein tschechisches Orchester für die sinfonischen Parts gebucht, die laut Band den wahren Kern des Albums darstellen, um welchen man anschließend die metallischen Bestandteile komponiert habe. Einen Vorabsong gibt es mit "The Vampire From Nazareth" bereits zu hören dazu kommt noch ein kleiner Trailer:

SEPTICFLESH - The Great Mass (2011) - The Vampire From Nazareth
Albumtrailer


