RVBANG 2025 - Balingen
29.08.2025 | 15:3110.07.2025, Messegelände
Das von Powermetal.de präsentierte RVBANG-Festival war in jeder Hinsicht einfach nur grandios. Mit diesem Festivalbericht lassen wird dieses unvergessliche Wochenende für euch noch einmal Revue passieren!
Samstag:Am Samstagmorgen steht zum Auftakt Metalcore auf dem Programm, und da sich sonst niemand von den anderen Redakteuren für diese Spielart des Metal begeistern kann, bleibt es an mir mir, den Auftritt der Balinger PINGHOST anzusehen. Wie mir RVBANG-Chef Alexander Bartsch kurz vorher erzählt, ist die Truppe eine seiner momentanen Lieblingsbands. Tatsächlich kann ich das um 10:45 sehr gut verstehen. Denn um diese Uhrzeit endet ein phänomenaler Auftritt, der auch ich mich begeistert hat.
Metalcore zählt für mich als Traditionalist zwar auch nicht zu meinem Lieblingsgenre, das ich unbedingt zuhause auflegen würde, aber live ist das eine ganz anderes Ding. Da gefallen mir tatsächlich auch Sachen wie HEAVEN SHALL BURN, wegen der unglaublichen Energie der Liveshows. Und PINGHOST schafft es nicht nur bei mir, am frühen Morgen mit einer unglaublichen Energie jegliche noch vorhandene Müdigkeit wegzublasen, das war einfach nur stark!Das Quartett FULL STOP ist eine noch sehr junge Band auf der Open Air Bühne des RVBANGs. Hier möchte ich den Hut vor der Orga und dem Booking-Team ziehen, eben solchen Newcomern, die tatsächlich noch am Anfang stehen, die Möglichkeit zu geben, sich vor einem großen Publikum zu präsentieren. Diesen Mut würde ich mich vermehrt von Festivals einer bereits gewissen Größe wünschen. Das RVBANG hat hier für das ganze Wochenende eine richtig schöne Mischung aus Acts, die man sonst vielleicht nicht für sich entdeckt hätte, und bekannten Namen gefunden. Das ganze Wochenende hat auch bisher keine Band enttäuscht. Auch das Freiburger Quartett, bestehend aus Frontfrau Linda, Gitarristin Mandy, Bassist Ritchy und Drummer Heffer, kann mit Modern Metal einen richtig starken Auftritt verbuchen und mit Sicherheit den einen oder anderen neuen Fan für sich gewinnen.
Mit BLACK & DAMNED geht es dann hochklassig im Billing weiter, zählt die Band doch für mich immer noch zum Besten was der Heavy Metal momentan in Süddeutschland zu bieten hat. Diese These habe ich letztes Jahr nach dem mega Auftritt bei der FIREPHOENIX Release Party aufgestellt und werde diese auch nicht nach der heutigen Show revidieren.
Die fünf Herren können einfach nicht schlecht sein, egal, wann und wo sie spielen. Wer irgendetwas anderes behauptet, hat für mich etwas auf den Ohren und Augen. Ok, die ganz große Bühnenaction gibt es altersbedingt vielleicht nicht mehr, aber wettgemacht wird dies von einer unglaublichen Bühnenpräsenz, gepaart mit jeder Menge richtig starker Songs, die jeden Metalfan begeistern sollten. Ich freue mich auf jeden Fall schon wieder auf das nächste BLACK & DAMNED Konzert.
[Tommy Schmelz]FIREBORN, die seit 2016 bestehende Band aus Lörrach und deren Produzent auf "Schmier" hört, widmet sich auf der RV-Bang-Bühne am heutigen Samstag ab 13:45 Uhr in meiner Definition dem modernen Metalrock mit Nu Metal-Elementen.
Passend zu den strahlend blonden Haaren der Sängerin Jenny, zieren ein Backdrop und wirkungsvolle Aufsteller mit dem in Flammen gemalten Bandlogo die Bühne. Dazu sind die Musiker schlicht schwarz gekleidet, was den optischen Effekt zusätzlich verstärkt.
Es rockt in der Tat ordentlich, was die vier jungen Männer und die junge Frau da auf der Bühne produzieren. Ich und große Teile des Publikums sind sehr angetan von Jennys, in den kehlig-rauen Anteilen stark an Bonnie Tyler und Gianna Nannini erinnernde, Stimme.
Sie kann auch mit klarer Tonlage in sanfteren Parts der Lieder überzeugen, leider gehen diese heute allerdings etwas in den, wie immer an diesem Wochenende, herrlich voll und bratzig klingenden Gitarren unter.
Jennys, ich nenne das einmal "Rockdisco"-Stageacting wirkt etwas einstudiert, sie bewegt sich aber unermüdlich überall auf der Bühne und nutzt den "BYH-Gedenk-Steg" oft und gerne.
Es fällt auf, dass sie gegen Ende des Gigs, als wirklich hervorragende Rockkonzert-Atmosphäre herrscht, die gute Stimmung und Aufmerksamkeit besser für Mitmach- und Mitsingspielchen nutzen dürfte. Sie verschenkt diesbezüglich einige gute Hooklines und mögliche Wiederholungen, mit denen sie das Publikum mehr mitnehmen könnte. Das wird jedoch unbewusst vom Veranstalter aufgefangen, weil der einige Funkenfontänen spendiert hat, die im hinteren Drittel der FIREBORN-Show effektvoll gezündet werden. Währenddessen ist die Sängerin stets um eine publikumswirksame Show bemüht, die Herren in der Band hingegen kennen nach 45 Minuten ihre Schuhe und Griffbretter bestimmt in- und auswendig.
Am Ende bedankt und verabschiedet sich Jenny mit ihren Jungs überschwänglich und schmachtet noch ein "Ihr seid ja süß!" in die ersten Reihen. Dem Schmunzeln des Gitarristen zur Linken des Publikums nach zu urteilen, waren da vorher wohl einige inbrünstige Liebesbekundungen zu vernehmen. Schöner Frühnachmittagsgig!
Ich laufe kurz vor 15:00 Uhr gerade aus der Backstage-Halle und höre seitlich neben der Bühne noch die letzten Soundchecktöne.
Als ich dann kurz vor der Rollstuhltribüne meinen Platz einnehme, legt TRAITOR aus Balingen (AUS BALINGEN!) los, dass bei KERRY KING wahrscheinlich vor lauter Begeisterung wieder Haupthaar sprießen würde, wäre er denn anwesend.
Die Brachialität nimmt während der ersten Lieder sogar noch zu! Unsere vier Balinger Jungs mit dem singenden Schlagzeuger dreschen sich in den sprichwörtlichen Live-Rausch, weswegen hörbare Verhaspler und Holpereien nur um so charmanter wirken und die manische Leidenschaft der jungen Thrasher hörbar machen. Auch wenn ihr Sound irgendwo zwischen Teutonen Thrash und Bay Area angesiedelt ist, ist TRAITOR ein Balinger Eigengewächs, und als solches 2017 oder 2018 sogar noch zu BYH-Ehren gekommen!
Heute stehen die Köpfe der Musiker nie still und die Haare fliegen prächtig, sowohl auf der Bühne, wie auch im recht sportlich aufgestellten Publikum. Dieses bietet der Band trotz Sonne und Hitze üppige Mosh- und Circle-Pits auf. Da wird die Frage "Wollt ihr mehr Auf-Die-Fresse-Metal?" eines Gitarristen in einer technischen Pause sogleich zur rhetorischen, denn TRAITOR lässt das totale, oldschoolige Brachial-Thrashbrett auf ihre Supporter niederprasseln, dass es ein Fest ist! Gottlob stehen sie dennoch nicht "Kneedeep in the dead", wie einer der mitunter recht martialischen Songtitel in den Ansagen lautet. Letztere lassen einen gewissen Unterhaltungswert oft nicht vermissen, zum Beispiel ist jene echt lustig: "Das nächste Lied ist allen TRAITOR-Fans gewidmet. Und allen Arschlöchern! Das ist aber nicht deckungsgleich zu verstehen!" - und weiter wird der famose Balinger Brutalo-Edel-Thrash ins Volk gehobelt.
Das rhythmische Bangen der Gitarristen beim letzten Lied wirkt optisch großartig, genau wie die virtuos eingebaute Gitarren-Leadmelodie von 'Careless Whisper'. Im langgezogenen Schlussakkord ist dann sogar noch 'Run To The Hills' zu vernehmen. Nach diesem einstündigen livehaftigen Thrash-Wahnsinn fragt man sich zurecht ungläubig nachdenkend: Wie zum Henker, hält Andreas Mozer diese viehische Doppelbelastung, singend am Schlagzeug, nur aus? Geiler Scheiß!
[Timo Reiser]"Jedermanns Lieblings-Ösis", wie Sänger Georg Neuhauser seine Band SERENITY heute beschreibt, läuten den späten Nachmittag auf dem Festival ein und haben das Publikum vom ersten Ton an im Griff.
Ein erstklassiger Genre-Mix aus energiegeladenem Power Metal und epischem Symphonic Metal, ein Sound der den Studioalben ebenbürtig ist, eine Band deren Spielfreude quasi aufs Publikum überspringt, so darf es sehr gerne weitergehen.
Momentan hilft AXXIS-Gitarrist Matthias Degener für Chris Hermsdörfer aus, der derzeit mit seiner anderen Band BEYOND THE BLACK tourt. Fällt aber kaum auf, auch Matthias macht seine Sache super, ebenso wie Bassist Fabio D'Amore, der stellenweise auch das Mikro übernimmt.
Die Songs haben nicht selten einen geschichtlichen Hintergrund - Albrecht Dürer, Maximilian der Erste, die Tudors... kaum verwunderlich, ist Georg doch neben seiner Musikerlaufbahn auch noch Dozent am Institut für Geschichtswissenschaften und europäische Ethnologie der Uni Innsbruck.
Ob das dem Publikum so bewusst ist? Vermutlich eher weniger, ist aber auch egal, die Stimmung ist großartig. So geht das Set gefühlt schon fast zu früh zu Ende, obwohl eine Stunde vergangen ist.
[Michael Vogt]GRAVE DIGGER feiert 45-jjähriges Bestehen und da gehört selbstverständlich auch ein Besuch in Balingen auf dem Holy Ground mit dazu. Ich durfte die Band im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten bereits dieses Frühjähr im Kamimwerk Memmingen erleben und das war amtlich.
Eigentlich feiere ich, was GRAVE DIGGER betrifft, auch ein Jubiläum, ist es doch exakt 40 Jahre her, dass ich die Truppe bei einem Open Air in Augsburg zum ersten Mal live gesehen und lieben gelernt habe. Ok, detalllierte Erinnerungen habe ich nicht mehr, aber ich wurde zum Fan, habe seither einige Konzerte der Totengräber gesehen und wurde nie enttäuscht.
Auch der Auftritt beim RVBANG 2025 kann auf ganzer Linie überzeugen. Die Setliste ist gespickt mit alten Klassikern, der Sound bestens und Chris Boltendahl hat das Publlikum jederzeit im Griff und ist bestens bei Stimme.
Ich sehe mir die Show von der Couch auf der VIP Tribüne aus an, immerhin ist es Samstag und inklusive Warmup der dritte Tag für mich. Auch wenn ich mir meine Kräfte für das ganze Wochenende eingeteilt habe, hänge ich ein bisschen durch, man ist halt keine 20 mehr, aber Headbangen geht auch im Sitzen.
Schade ist nur, dass nach einer Stunde bereits Schluss ist, denn aufgrund der begrenzen Festivalspielzeit bleibt das eine oder andere Stück, das wohl nicht nur ich noch gerne von Grave Digger gehört hätte, auf der Strecke. Aber nach dem fulminanten Schlusspunkt mit dem unvermeidlichen 'Heavy Metal Breakdown', bin nicht nur ich richtig zufrieden, sondern auch die Menge auf dem inzwischen richtig vollen Messeglände in Balingen. Kurze Zeit später wird für den Samstag dann sogar mit 5000 verkauften Tickets "Ausverkauft" gemeldet! Nichts anderes hat dieses Festival verdient!
[Tommy Schmelz]Was haben wir denn hier? Vier Krieger aus unterschiedlichen Epochen, die sich in Valhalla trafen und von Odin auf die Erde geschickt werden, um dort - zusammen mit einer dunklen Zauberin - den Metal zu verbreiten. Soweit das Konzept der international besetzten Gruppe WARKINGS um Historiker und Sänger Georg Neuhauser (SERENITY).
Samstagabend haben sie die Festivalbühne nach GRAVE DIGGER als vorletzter Act für sich und stellen eine an und für sich durchaus solide Show auf die Beine.
Aber ganz ehrlich? So sehr sich die Musiker auch in ihren etwas spartanisch wirkenden Kostümen mit Plastikschwertern ins Zeug legen, irgendwie holt mich das eigentlich interessant klingende Konzept nicht ab, und mit der Meinung stehe ich gar nicht mal alleine da - das Gesamtprogramm betrachtend, fällt die Gruppe dann doch etwas zu sehr aus dem Rahmen. Mag sein, dass es doch zu sehr nach POWERWOLF klingt. Ein zugegebenermaßen recht großer harter Kern an WARKINGS-Fans, feiert die sich quer durch die europäische und asiatische Mythologie pflügenden Songs regelrecht euphorisch vor der Bühne, vor allem als der griechische Gott Hephaistos seinen Hammer über die Menge kreisen lässt.
Aber der eine oder andere Besucher schaut sich das Spektakel dann doch lieber vom Rand aus an oder nutzt die Zeit, um im Biergarten für DESTRUCTION aufzutanken (die einen Kraft, die anderen Bier...).
[Michael Vogt]
Samstagabend, 21:30 Uhr. Nun werte Leserschaft, wer passt besser zu einem Metal-Festival, als ein Headliner, der auf den Namen DESTRUCTION hört? Richtig, eigentlich niemand, außer Kerry Kings aus dem vermeintlichen Ruhestand nach lediglich 5 Jahren zurückgekehrte Truppe.
So bescheren uns also die Mannen um Marcel Schirmer, aka "Schmier", zum Abschluss eines denkwürdigen Festivals einen wunderbar brachialen, wohlklingenden Thrashmetal-Abend, den ich in dieser Güteklasse schon ganz lange nicht mehr erlebt habe.
Da ist es umso ärgerlicher für die Heerscharen an Fans der wundersam erfolgreichen WARKINGS, dass sie den Bühnenbereich vor und während DESTRUCTION verlassen. Da hätten sie mal so richtig tolles Oldschool-Trashmetal-Geknatter um die Ohren gehauen bekommen, und keine Plastikschwerter von Musikern in Kostümen! Was für ein geiler Sound! Sehr gut differenziert, klar im Ton, jede gespielte Nuance ist vor allem bei den Gitarren sehr gut zu hören. Herrlich! Da verwundert es mich doch stark, als ich zwei, aufgrund von Alkoholkonsum festlichen Ausmaßes viel ältere Gleichaltrige, also Fast-Mittfünfziger, an den Pinkelsteinen hinter dem FOH treffe, die sich sehr unzufrieden über den Sound im vorderen Bereich des Publikums auslassen. Sogleich dehne ich meinen Rückweg zu Blumi etwas aus, um das abzugleichen: Nein, jene Meinung kann ich in keinster Weise tolerieren. Das ist auch wesentlich weiter vorne, wo ich und Freund Blum stehe, ein Bombensound! Gut, vielleicht hätte der Schlagzeugsound in den Höhen, vor allem bei den Becken, noch etwas crisper sein können, das ist aber auch schon alles. Die Mannschaft von "Schmier" spielt präzise wie das immer zitierte schweizer Uhrwerk, begleitet von viel aggressivem Banging der beiden Gitarristen, die, neben dem aufgrund seines Gesangs wie immer stets etwas statisch über dem Mikrofon kauernden "Schmier", eine metallisch bewegte Bühnenatmosphäre schaffen.
Stimmlich gibt es nichts zu bemängeln. Der Bandleader erweist sich über seinen Gesang hinaus wieder einmal als regelrechte Plaudertasche und macht sehr viele, mitunter auch einmal längere Ansagen, die jedoch meist interessant sind und Unterhaltungs- und/oder Informationswert besitzen.
So erinnert er vor 'Mad Butcher' daran, dass es sich um das erste Riff ever handelt, das DESTRUCTION geschrieben hat. An anderer Stelle verweist er auf das erste Album "Infernal Overkill", dessen 40-jähriges Jubiläum just in diesem Jahr zu feiern ist. Dementsprechend ist die Songauswahl heute zwar gemischt, jedoch schon mit Schwerpunkt auf den Bandklassikern zusammengestellt.
Vor 'A.N.G.S.T' verweist der singende Bassist auf die verrückten Zeiten in denen wir leben, und ergeht sich kurz in expliziter Sprache in Hinweisen auf nicht korrekt arbeitende Politiker. Leider reißt ihm während der zweiten Hälfte des Gigs dummerweise der Bassgurt. Das ist dann der Moment, ab dem man immer an SPINAL TAP denken muss, weil ab diesem Zeitpunkt ständig ein Roadie gebückt vor- oder neben "Schmier" auf Schritthöhe an dessen Bass rumpfriemelt. Abgelenkt wird man nach Tageskonsum einiger Bierchen von solcherlei, die Phantasie beflügelnden Geschehnissen, lediglich vom schönen Backdrop des Albumcovers von "Birth Of Malice".Gegen Ende dieses Gigs schafft "Schmier" es mit seinen Ansagen in der Tat, zwischen den Songs Emotionen bei den Metalheads zu wecken, indem er erzählt, dass er wie die meisten ja quasi auf dem BYH aufgewachsen wäre. Er lobt das Engagement des Rockvereins und erwähnt an mehreren Stellen des Sets, wie wichtig das BYH war und wie wichtig im Umkehrschluss das RVBANG immer noch ist, wofür er viel Applaus erhält. Darüber hinaus trägt er das Herz auf der Zunge und meint, dass sein Tag nicht gut gelaufen wäre, die Fans ihn aber gut gemacht hätten. DESTRUCTION beendet das erste dreitägige RVBANG mit einem tollen, völlig zu recht umjubelten, sehens- und hörenswerten Headlinergig!
Setliste DESTRUCTION: Destruction; Invincible Force; Nailed To The Cross; Mad Butcher; Life Without Sense; Diabolical; Anticrist; Death Trap; No Kings No Masters; A.N.G.S.T.; The Butcher Strikes Back; Curse The Gods; Bestial Invasion; Thrash 'Til Death
[Timo Reiser]
Photo Credit: Michael Vogt
Das Fazit der einzelnen anwesenden Redakteure zum RVBANG 2025:
Als ich am Freitag gegen 12:30 Uhr am Check-in-Schalter auf dem Messegelände stehe, ist beides da: Gänsehaut, und ins Auge geflogen scheint mir auch etwas zu sein. Anders gesagt, es fühlt sich großartig an, nach zwanzimal Bang-Your-Head wieder für ein Festival in Balingen auf dieser großartigen Location zu stehen!
Der Rockverein hat geliefert, besser als man es sich erhoffen konnte! Nahezu ohne Erwartungen angereist, außer der, eine gute Zeit zu haben, werde ich völlig geflasht: Campig direkt am Gelände, gechillte problemlose Organisation von so ziemlich allem, kurze Wege, freundlichste Behandlung, Klos in jeder Laufrichtung, Massen an Personal durch die Zusammenarbeit mit den Balinger Vereinen, Metaldisco in der Halle, dieselbe tagsüber als Ruhezone, Getränkestände links und rechts von der Bühne.
Die Mitarbeiter des Rockvereins lesen ihren Kooperationspartnern von der Presse et cetera jeden Wunsch von Augen und Lippen ab, und strahlen dabei soviel "Bock" und Leidenschaft für ihr Festival aus, dass es einen grandios mitrreißt. Wir von Powermetal.de fühlen uns wie elektrisiert, dabei aber relaxt und pudelwohl unter den Fittichen des RV.
Natürlich muss man dabei aber auch erwähnen, dass der liebe Gott und Petrus definitiv Metaler sind, lassen sie doch dieses Wochende Balingen das Deluxe-Super-Sommer-Sonne-Sonnenschein-Wetterpaket zuteil werden! Technisch gesehen haben wir das ganze Festival hindurch einen bombastisch guten Sound! Das habe ich in dieser ganz hohen Qualität tatsächlich nicht erwartet. So kann man sich täuschen!
Das opulente Abschlussfeuerwerk wie beim BYH gibt es zwar nicht mehr, in Anbetracht der exorbitant hohen Güteklasse der Bandauftritte ist das jedoch in keinster Weise schmerzlich, im Gegenteil: Das muss in der heutigen Zeit nicht mehr unbedingt sein.
Ja, ich verbrachte ein herliches Wochende, dass echten Erholungswert für mich hatte. Für mich ist das RVBANG die legitime Nachfolgeveranstaltung des BYH, diese Frage stellt sich nach diesem tollen dreitägigen Debut gar nicht mehr, finde ich.
Im nächsten Jahr bin ich sehr gerne wieder dabei, ganz klar!
[Timo Reiser]
"Es ist wie wenn Du zu einem alten Freund nach Hause kommst, aber jemand anders wohnt mittlerweile darin. Natürlich hat er neue Möbel und ein wenig umgeräumt, aber irgendwie kommt einem alles sehr vertraut vor." (Geoff Thorpe, Vicious Rumors)
Das passt und beschreibt perfekt die ungewohnte Gefühlswelt bei meinem Eintreffen. Es ist alles ein wenig verkleinert, was die Atmosphäre aber insgesamt kuscheliger und familiärer macht. Dazu trägt vor allem der Rockverein Balingen bei, der das Festival federführend wiederbelebt hat. Die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die mit ihren Crew-Shirts wie Ameisen ständig um einen herumzuwirbeln scheinen, sind immer freundlich und hilfsbereit, respektvoll und äußerst professionell. Keine Ahnung, wie lange sie sich dieses Ehrenamt, diesen Idealismus und diese Fannähe noch erlauben beziehungsweise leisten können, aber es wäre sehr schön, wenn sie dies trotz steigendem Anspruch und kommerziellen Herausforderungen niemals aus den Augen verlieren würden.
Für das Publikum wird auch abseits des Konzertprogramms reichlich etwas geboten. Zwar ist die kulinarische Auswahl phänomenal, aber mir persönlich dürften es auch ruhig ein paar mehr Metal-spezifische Stände und Händler sein. Wenn du nicht gerade hungrig bist, ist das Schlendern über das Festivalgelände recht überschaubar.
Bin gespannt, ob das RVBANG in Zukunft weiter ein kleines, aber feines Festival bleiben möchte oder doch der Versuchung, die Dimensionen des "Bang Your Heads" erreichen zu wollen, letztendlich erliegt. Ich werde es auf jeden Fall verfolgen und habe mir den Termin für 2026 schon einmal fett in meinen Kalender eingetragen. Und ganz ehrlich: mir fehlen die sogenannten "großen Headliner" gar nicht. Weiter so.
[Chris Staubach]
Von diesem Festival könnten sich manche Big Player eine dicke Scheibe abschneiden. Oder gleich mehrere. Angefangen bei der unkomplizierten Organisation - ja, sowas geht durchaus auch mit mehreren Tausend Fans -, und weiter über den fast schon familiären Charakter des gesamten Events. Dem Rockverein Balingen gebührt hier meine allergrößte Anerkennung für den gesamten Ablauf. Mir hat es extrem viel Spaß gemacht, man merkte gar nicht dass man eigentlich vierzehn Stunden pro Tag vor und hinter den Kulissen gearbeitet hat. Auch von der Bandauswahl ist wohl wirklich für jeden Geschmack etwas passendes dabei gewesen, meine Favoriten sind dabei SERENITY, DRAGONFORCE und die BURNING WITCHES. Sehr schön auch, dass verhältnismäßig viele lokale Acts eine Bühne bekommen und wenig auf "Global Player" gesetzt wird. Ich würde mir wünschen, dass der Nachfolger des Bang Your Head seinen neuen Charakter für die Zukunft genau so beibehält.
Im nächsten Jahr bin ich sehr gerne wieder mit dabei (schon allein wegen SONATA ARCTICA!)
[Michael Vogt]
Was soll ich sagen, was nicht schon von meinen Kollegen gesagt wurde? Es ist in jeder Hinsicht ein rundum gelungenes Festival gewesen, das am Samstag dann zurecht auch ausverkauft gewesen ist. Alle auftretenden Bands haben, von persönlichen Geschmäckern abgesehen, auf ganzer Linie überzeugt. Das Booking Team hat hier ein sehr gutes Händchen bei der Zusammenstellung des Billings bewiesen. Wie auch Chris, so habe ich die ganz großen Namen zu keinem Zeitpunkt vermisst. Es ist eine richtig starke Mischung aus Newcomern, kleinen Bands, und bekannte Acts gewesen - für jeden etwas dabei.
Ich kann nur den Hut ziehen, was der Balinger Rockverein hier auf die Beine gestellt hat - einfach nur phänomenal! Ich habe tatsächlich noch nie ein so gut organisiertes und vor allem entspanntes Festival erlebt. Ich hoffe, dass das RVBANG dieses Flair behält, größer muss es auf keinen Fall werden, so wie es ist, ist es auch richtig!
Selten hat "Von Fans für Fans" besser gepasst als hier. Zwei so große Biergärten, mit ausreichend Schattenplätzen zum Erholen, habe ich beispielsweise in dieser Form bisher noch auf keinem anderen Festival gesehen. Hier wird auch an das inzwischen zum Teil älteren Publikum gedacht.
Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!
[Tommy Schmelz]
Ausblick auf das RVBANG 2026:Die ersten Bands für das RVBANG 2026, das vom 9.7.2026 - 11.7.2026 stattfinden wird, stehen bereits fest, unter anderem MICHAEL SCHENKER und SONATA ARCTICA.
Weitere Infos findet ihr hier.
Bis zum 8. Juli 2026 gibt es auf Eventbrite noch günstige
Frühbuchertickets (105,44 € incl. 6,44 € Gebühr)
und
Jugendtickets, für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren (52,69 € incl. 3,69 € Gebühr).
Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre benötigen kein Ticket. Das bedeutet: Wer am Veranstaltungstag noch nicht 15 Jahre alt ist, erhält freien Eintritt.
- Redakteur:
- Tommy Schmelz