HYENA und NECK CEMETERY - Freudenberg

09.04.2026 | 17:33

23.03.2026, Alter Kulturflecken

Ein Heavy-Metal-Abriss im siegerländischen Freudenberg!

Wenn es mich an einem Montag aus dem Ruhrgebiet ins siegerländische Freudenberg verschlägt, muss es sich schon um ein besonderes Ereignis handeln. Besagtes Ereignis war das erste gemeinsame Konzert der Tour von NECK CEMETERY aus dem Kölner Raum und dem peruanischen Heavy-Metal-Abrisskommando HYENA aus Lima.

Hatte HYENA am vorherigen Samstag noch das Heavy Metal Thunder Festival in Pisek besucht, trifft man nun zum ersten Mal auf die Tourpartner von NECK CEMETERY, zusammen stehen sechs Termine innerhalb von einer Woche auf dem Plan.

Das Freudenberger Konzert wurde auch erst recht kurzfristig vor Tourbeginn angesetzt und die Umstände klangen schon ein wenig abenteuerlich. Eine kleine Stadt, Konzert an einem Montag und mit dem "Alten Kulturflecken" als Location eine Kunstgalerie, in der noch nie ein Konzert stattfand. Zugegeben, es gibt auf dem Papier bessere Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Konzert. Aber die Organisatoren vom "Verein zur Förderung der Bühnen- und Musikkultur Kulmerrich e.V. (VFBMK e.V.)" habe mich eines Besseren belehrt. Das Konzert ist restlos ausverkauft, der Sound, wie man schon beim Check hören kann, ist sehr gut und diese kleine, enge und intime Location mit knapp 55 Zuschauern, lässt ein intensives Konzerterlebnis erwarten.

Vor Ort treffe ich dann auf den Kollegen Björn Backes, der seine Freunde von HYENA, wie auch bei der letzten Tour, wieder als Busfahrer begleiten darf.

Aber bevor die Jungs von NECK CEMETERY auftreten, gibt es noch ein besonderes Vorprogramm: einen Auftritt des örtlichen Männergesangsvereins.

Die alten Recken sorgen schon im Vorfeld für eine ausgelassene Stimmung und das vorgetragene lokale Liedgut stößt auf allgemeine Zustimmung. Nach guten 15 Minuten haben die Herren ihr Programm durchgesungen und beenden, unter dem tosenden Applaus der Zuschauer, ihren Auftritt.

Nach einer kurzen Pause, die ich nutze, um mich mit Björn und den Jungs von HYENA, die ich bisher nur aus persönlichen Chats kenne, auszutauschen, betritt NECK CEMETERY die quasi nicht vorhandene Bühne. Es gibt nur ein kleines Podest für das Schlagzeug und den Bassisten. Dies sollte aber den Auftritt von Sänger Jens und seinen Mannen nicht behindern, denn nach einem sehr nebligen Beginn, legt die Band auch direkt mit 'F.O.A.D' gut los und das Publikum steigt mit ein.

Aus dem Mangel an Platz machen insbesondere die Gitarristen Jörn und Boris eine Tugend.

Sie verlassen immer wieder den Bühnenbereich und mischen sich unter das kopfschüttelnde Publikum.

Sänger Jens nutzt derweil für seine Performance einige Requisiten, wie einen Gummikopf oder einer Skelettmaske, die er sich aufsetzt.

Die Setliste ist eine gute Mischung aus den beiden Alben der Band und mit 'Stormbound' findet natürlich auch der neueste Song seinen Weg in die Playlist.

Sogar das epische, weil 9-minütige, 'Ballad Of Ash' wird dargeboten. Beim Publikum kommt die Darbietung von NECK CEMETERY sehr gut an. Spätestens als die Jungs ihre eigene Version des RAMONES-Klassikers, 'Pet Sematary', hier 'Neck Sematary', darbieten haben die Köln-Bochumer Nackenbrecher das Publikum auf ihrer Seite.

Setliste: F.O.A.D; Castle Of Fear; Judgement Night; Midnight; Banging In The Grave; Stormbound; The Creed; The Ballad Of Ash; Neck Sematary

Besonders gespannt warte ich dann auf den Auftritt der Südamerikaner von HYENA, ist doch das Album "About Rock And Roll" mein persönliches Album des Jahres und die letztjährige Show im Oberhausener Helvete, das beste Konzert was ich letztes Jahr besuchen durfte.

Im Gegensatz zur letztjährigen Tour hat sich im Line-Up der Peruaner HYENA einiges getan. So sitzt diesmal Diego Guzmán an den Drums, der Bassist Alexander "Gato" Rojas übernahm die zweite Gitarre neben Bandgründer Alfonso Espinoza und der neue Bassist ist Jorge Reinoso. Am Mikrofon steht, wie sollte es anders sein, Diego Alejandro Valdivia Brunetti oder auch "El Sucio", wenn einem "Langnamen" nicht so liegen.

Also ab für mich in die erste Reihe, und dann geht es auch schon los. HYENA startet gleich mit dem Titeltrack des ersten Albums 'About Rock And Roll' und ist direkt voll da, genauso wie das Publikum, das sich als sehr textsicher erweist. Hier muss kein Eis mehr gebrochen werden, hier sind direkt ALLE bei 100 Prozent! Weiter geht es mit der 'Metal Machine', bevor der erste neue Song 'Tokyo Nights' auf dem Programm steht. Obwohl das Publikum diesen Song noch nicht kennt, wird auch dieser mehr als dankbar aufgenommen.

Weiter geht es dann mit meinem persönlichen Lieblingslied der Peruaner 'Eternal Zero', das Björn und ich lauthals mitsingen.

Mit 'Heavy Metal Mania', ursprünglich von HOLOCAUST geschrieben, stimmt Diego dann die, aus meiner Sicht, ikonischste aller Heavy Metal Hymnen an. 'Epitome Of Evil' setzt die energetische Vorstellung fort und das Instrumentalstück 'Echoes Of The Underworld' bietet der Instrumentalfraktion die Gelegenheit, sich auch einmal ohne Sänger Diego zu präsentieren. Insbesondere Jorge Reinoso beweist hierbei, was für eine Rampensau und Biest er am Tieftöner ist. Dieser Mann ist eine wirkliche Verstärkung für HYENA.

Es folgen die Hits 'Hail The Fire', 'Nightriders' und 'Ready To Explode' sowie der nächste Coversong 'The Beast In The Night', der legendären Dänen RANDY, allesamt makellos und gewohnt energetisch von der Band präsentiert. Mit 'Satan' wird der zweite neue Song präsentiert, eine herrlich treibende Hommage an die NWOBHM-Legenden SATAN. Mit der inoffiziellen Festivalhymne des 'Keep It True' ist dann das Ende der regulären Setliste erreicht.

Doch so leicht kommt die Band nicht davon, fordert doch das aufgeheizte Publikum noch die verdiente Zugabe ein, die die Band auch gerne gibt. Es werden, natürlich unter lautstarker Mithilfe des Publikums, die Klassiker 'Breaking The Law' und 'Ace Of Spades' angestimmt.

Setliste: About Rock And Roll; Metal Machine; Tokyo Nights; The Eternal Zero; Heavy Metal Mania (HOLOCAUST-Cover); Epitome Of Evil; Echoes Of The Underground; Hail The Fire; Nightriders; Ready To Explode; The Beast In The Night (RANDY-Cover); Satan; Zugaben: Breaking The Law (JUDAS PRIEST-Cover); Ace Of Spades (MOTÖRHEAD-Cover)

Was soll ich nach diesem Konzert noch sagen, ohne in Superlativen zu verfallen? Es geht nicht, dazu ist der Auftritt von HYENA zu stark. Die Band ist in Topform und hat wieder einmal bewiesen, dass sie aktuell zu den besten Livebands im Bereich der NWOTHM gehört. In Sachen Bühnenpräsenz, Energie und Performance können sich sehr viele etabliertere Bands eine dicke Scheibe von den Peruanern abschneiden, denn das ist absolute Weltklasse! Dies empfinded auch das Publikum, in dessen glückliche und verschwitzte Gesichter man nach dem Auftritt blicken darf.



Nach dem Konzert habe ich dann noch mit HYENA und unserem rasenden Reporter Björn dummes Zeug gequatscht und den Abend Revue passieren lassen, bevor ich mich auf den weiten Weg ins heimische Gladbeck mache. Auf der Fahrt freue ich mich schon auf das Konzert in Bochum, zwei Tage später, wo ich die beiden Bands wiedersehen werde.

Text und Photo Credit: René Jufferholz

Redakteur:
René Juffernholz

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