VOMITORY: Vom Zombieanführern und Sitcoms
06.04.2026 | 10:05Auch die zehnte Scheibe verspricht wieder VOMITORY at its best. Doch bei genauerer Betrachtung hat der "All Heads Are Gonna Roll"-Nachfolger weitaus mehr zu bieten als den üblichen Death Metal. Denn für "In Death Throes" haben die Schweden nichts dem Zufall überlassen und servieren uns einen Marterpfahl aus Todesstahl par excellence – und haben in Form von Drummer Tobias sogar noch Zeit für einen kleinen Plausch mit uns. Schauen wir doch einmal, was Herr Gustafsson über den neuen Rundling zu sagen hat.
Tobias, wie geht's dir?
Mir geht es gut, danke! Viel Arbeit und Vorbereitungen für die Veröffentlichung unseres neuen Albums und die bevorstehenden Tourneen.
Seit "All Heads Are Gonna Roll" sind zweieinhalb lange Jahre vergangen. Ihr habt einen neuen Leadgitarristen, Christian. Warum hat Peter die Band verlassen und wie seid ihr auf Christian aufmerksam geworden, bevor er euch 2022 live unterstützt hat?
Peter ist gegangen, weil er die Verpflichtungen in der Band nicht mehr mit seinem Familienleben vereinbaren konnte. Er hatte einfach nicht mehr genug Zeit dafür, und wir verstehen und respektieren das voll und ganz. Christian ist in unserer lokalen Szene sehr bekannt, daher kannten wir ihn schon seit vielen Jahren, bevor er zu VOMITORY kam.
Wie wurde euer Comeback-Album "All Heads..." von den Fans allgemein aufgenommen? Schließlich war es euer erstes Album seit zwölf Jahren...
Die Resonanz auf "All Heads..." war einfach unglaublich. Die Fans waren glücklich, dass wir zurück waren, und sie scheinen das Album zu lieben, worüber wir uns natürlich sehr freuen.
Nun wird "In Death Throes" im April auf die Menschheit losgelassen. Es scheint, als hättet ihr Geschmack daran gefunden – das neue Album ist kraftvoll und heavy. Was waren eure Ambitionen und Absichten, als ihr euch an die Arbeit gemacht habt, und worin unterscheidet es sich eurer Meinung nach von seinem Vorgänger?
Wir haben einfach weitergemacht und weitere zehn knallharte Death-Metal-Songs im VOMITORY-Stil geschrieben, wo wir mit "All Heads Are Gonna Roll" aufgehört hatten. Genau wie bei unserem vorherigen Album haben wir uns mehr auf Refrains, Hooks und Gesangsarrangements konzentriert als in der Vergangenheit. Nachdem "In Death Throes" fertig war, haben wir festgestellt, dass es tatsächlich etwas intensiver ist als sein Vorgänger. Das ist aber nichts Schlechtes. Dennoch finde ich, dass es ein abwechslungsreiches und interessantes Album ist.
Lag das auch an Christian, der zu vier Songs beigetragen hat?
Ja, genau! Ich denke, Christians Beiträge haben definitiv dazu beigetragen. Er schreibt zum Beispiel etwas anders als ich, aber er komponiert immer noch innerhalb des VOMITORY-Rahmens.
Die Songs wurden Ende 2025 aufgenommen – aber in verschiedenen Studios. Warum?
Aus praktischen und finanziellen Gründen. Schlagzeug und Gesang wurden in den Leon Music Studios aufgenommen, Gitarren und Bass in den Goff Studios, die im Grunde Christians Heimstudio sind. Ich finde, das Schlagzeug muss in einem richtigen Studio aufgenommen werden. Der Besitzer, Toningenieur und Produzent der Leon Music Studios, Rikard Löfgren, und unser Sänger Erik arbeiten bei den Gesangsaufnahmen sehr gut zusammen, daher war das auch eine wichtige und naheliegende Entscheidung. Eigentlich ist es bei mir und Rikard genauso, wenn ich das Schlagzeug aufnehme. Dank moderner Technik ist es einfach, zu Hause aufzunehmen, also haben wir uns dieses Mal dafür entschieden, dies auch mit den Gitarren und dem Bass zu tun. Sie würden später im Mischstudio ohnehin neu abgemischt werden.
Man soll ein erfolgreiches Team nicht ändern? Wie war es, wieder mit Rikard zu arbeiten?
Es war toll, wieder mit Rikard zu arbeiten. Er ist seit vielen Jahren ein guter Freund und ein leidenschaftlicher Produzent. Wir arbeiten sehr gut zusammen, und sein Studio bietet eine großartige Umgebung für den Aufnahmeprozess.
Der erste Song für das neue Album war 'Two And A Half Men' – du beziehst dich damit doch wohl nicht auf die Comedy-Serie mit Charlie Sheen, oder? Worum geht es in diesem brutalen Track?
Der erste Song auf dem neuen Album ist 'Rapture In Rupture', aber der erste, den wir geschrieben haben, war tatsächlich 'Two And A Half Men'. Der Song hat nichts mit der Sitcom-Serie zu tun, außer dass wir den Titel übernommen haben. In unserem Song geht es um zwei Männer, die den dritten auffressen.
Was genau macht den 'Zombie War General' aus, wie soll ich mir diese Figur vorstellen?
Lies dir den Text durch. Dann bekommst du ein grausiges Bild davon, wer er ist. Ich stelle mir vor, dass er der Anführer der Zombies in 'For Gore And Country' ist.
Mir gefällt besonders 'Forever Scorned'. Was verachtest du, was macht dich wütend?
'Forever Scorned' ist einer meiner Lieblingssongs vom neuen Album, obwohl es sonst nicht um diese Themen geht. Jedenfalls macht mich Kindesmissbrauch wütend und ich verachte die meisten Politiker.
Eure Tour mit HYPOCRISY und ABBATH steht im Frühjahr bevor! Was können wir erwarten? Ich habe euch schon lange nicht mehr live gesehen, wie sehr hat sich die Live-Qualität von VOMITORY weiterentwickelt?
Ich freue mich sehr auf diese Tour! Ihr könnt euch auf einige Songs von dem neuen Album sowie einige alte Klassiker in einer brutalen und soliden Live-Performance freuen.
Der schwedische Death Metal ist eine absolute Institution. Was ist das Geheimnis Schwedens? Wie unterscheidet sich der schwedische Death Metal vom Death Metal aus anderen Regionen wie Florida oder Deutschland?
Da stimme ich zu. Der schwedische Death Metal hatte schon immer eine gewisse Dunkelheit und Melancholie, die meiner Meinung nach der Death Metal aus Florida oder Deutschland nicht hatte. Ich glaube, das hat etwas mit unseren langen, kalten und dunklen Wintern hier im Norden zu tun.
Tobias, was möchtest du abschließend noch loswerden?
Vielen Dank! An alle, die das hier lesen: Ich hoffe, ihr hört euch unser neues Album "In Death Throes" an. Es ist der Hammer! Und kommt im April zu unserer Tour mit HYPOCRISY, ABBATH und VREID. Unterstützt eure lokale Live-Szene! Cheers!
Fotocredits: Marcus Svensson
- Redakteur:
- Marcel Rapp





