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RAGE: Listening-Session zu "The Devil Strikes Again"

19.03.2016 | 10:39

In den letzten Monaten war es etwas chaotisch bei der kraftmetallischen Institution von RAGE. Victor und André raus, Peavy sorgte mit ehemaligen Mitstreitern unter dem Banner REFUGE für nostalgisches Flair und die Fans seiner Hauptband warteten sehnsüchtig auf Neuigkeiten, wann, wie und ob überhaupt RAGE wieder am Start sein wird. Doch dann die Entwarnung und freudige Kunde, dass der Herner Jung mit Marcos Rodriguez und Vassilios "Lucky" Maniatopoulos neue Mitglieder in der RAGE-Familie willkommen heißen durfte und bereits die erste Duftmarke vor wenigen Wochen versprühte. "My Way" mit den beiden "Black In Mind"-Neueinspielungen und der spanischen Version des Titeltracks machte den Weg frei, den Weg zum neuen Studioalbum, das im Juni unter dem Titel "The Devil Strikes Again" auf die Menschheit losgelassen wird.

Vorab luden Nuclear Blast und die Band einige Redakteure nach Burscheid in die Räumlichkeiten des Megafon Studios – wo die Platte ihren Ursprung nahm - ein, um nach einleitenden Worten gemeinsam in gemütlicher Atmosphäre und mit bester Verköstigung dem neuen Album zu lauschen. Wie sich die neuen Songs schlagen, sich Marcos und Lucky in den bandtypischen Sound integrieren und sich das neue Album selbst während der Listening-Session präsentiert, möchten wir euch nicht vorenthalten.

Soviel sei noch gesagt: Peavy, Lucky und Marcos wirkten sehr zufrieden, nickten energisch im Takt der neuen Songs und genossen die wohlwollenden Reaktionen der Anwesenden. Doch nun zu den Songs:

01. The Devil Strikes Again

Bereits zu Beginn stürmt RAGE kompromisslos und sehr aggressiv drauf los. Hartes, schnelles Riffing, Up-Tempo-Drumming und nicht nur der Teufel schlägt zurück. Peavy ist nach stolzen vier Jahren nach "21" wieder zurück und legt nicht nur am Anfang alles in Schutt und Asche. Die Brücke zu "Black In Mind" wird geschlagen.

02. My Way

Dieses rifflastige Schmuckstück wurde bereits im Januar vorab in Form einer EP veröffentlicht und hat über all die Wochen nichts an Elan und Power verloren. Der Refrain sitzt, der kleine Akustikpart lockert das Unterfangen auf und Peavy zeigt sich einmal mehr bestens bei Stimme.

03. Back On Track

Was? Ich habe noch nichts über Lucky und Marcos gesagt? Asche auf mein Haupt – denn die neuen Familienmitglieder peppen nicht nur diesen düsteren, wieder zügigen Up-Tempo-Track und urtypische RAGE-Nummer auf. Und dank einprägsamem Refrain und leicht verträumtem Mittelteil wirkt die Fahrt, die der dritte Track danach wieder aufnimmt, umso gewaltiger.

04. The Final Curtain

Das Riff spielt sich wieder in den Vordergrund, mit leichtem Groove und zügigem Gemüt passt sich Nr.4 den bisherigen Tracks auf "The Devil Strikes Again" bestens an. Wieder eine Nummer, die RAGE auf den Leib geschneidert wurde, und speziell durch Peavys Gesang alle Fans erfreuen wird.

05. War

Jetzt wird es sogar noch härter, knackiger, denn dank wuchtiger Doublebass, galoppierendem Riff und bedrohlich wirkender Strophe gehört 'War" sicherlich zu den Aushängeschildern des neuen Albums. In Anbetracht der politischen Situation brannte es Peavy in der Seele, und das merkt man dem Song auch an.

06. Ocean Full Of Tears

In der Gesamtbetrachtung des Albums zündet der flottere Mid-Tempo-Track trotz coolem Refrain nicht von Anfang an. Trotzdem ein Song mit Potential, das mit mehrmaligem Hören noch entfacht werden kann.

07. Deaf, Dumb And Blind

Kein CLAWFINGER-Cover, kein 0815-Song, hier nehmen Schnelligkeit, Härte und das tolle Riffing wieder das Heft in die Hand. Während des melodischen Solos wird im Hintergrund weiter drauf los geschreddert; eine Abrissbirne, die nichts anbrennen lässt.

08. Spirits Of The Night

Der wohl rockigste Song des Albums, das jedoch – wie die anderen Stücke auch – enormes Live-Potential hat. Lasst die Matte schütteln, holt die Luftgitarre raus und versucht euch selbst an dem verspielten, bärenstarken Solo. Wieder ein Track, durch den die Autobahnfahrt umso toller wird.

09. Time Of Darkness

Ein grandioser Kontrast zu dem restlichen Songmaterial: Der Song wird immer lauter und lauter, ein heftiges Riff wird entfacht, der zähflüssige Mittelpart, die düstere Schwere, der Name ist hier Programm.

10. The Dark Side Of The Sun

Zum Schluss verpasst uns RAGE nochmal ein absolutes Highlight. Peavy singt facettenreich wie selten, Marcos und Lucky spielen und trommeln sich die Pfoten wund, es herrscht im Ergebnis eine wunderbare Einigkeit zwischen den drei Musikern. Schnell, kompromisslos, hart, ohne dass die Melodien außer Acht gelassen werden - so wie das Album anfing, hört es auch wieder auf.

Fazit:

Peavy vermisste das einstige Feuer? Nun hat er es wieder. Lucky und Marcos schmeißen den Herner Hünen in einen Jungbrunnen und spielen im Vorbeigehen eine absolute Granate bei. Der Spagat zwischen dem 1995er-Feuerwerk "Black In Mind" und dem neustem Zapfenstreich ist deutlich spür- und hörbar. Man kommt aus dem Bangen und Matte-Schütteln kaum heraus und bekommt die volle RAGE-Breitseite vor den Latz geknallt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Im zweiten Teil unseres RAGE-Specials gab es ein nettes Gespräch mit Peavy, Lucky und Marcos, das wir euch in den kommenden Wochen präsentieren wollen. Bleibt also am Ball und freut euch jetzt schon auf das neue, nunmehr 22. RAGE-Album. Das Warten hat sich gelohnt – heavy, leicht thrashy und full of power – dein Name ist RAGE.

Redakteur:
Marcel Rapp

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