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Up From The Ground - Gemünden am Main

18.09.2007 | 16:27

24.08.2007, Festivalgelände

GRIND INC

Zu früher Stunde gibt es bei GRIND INC ordentlich was auf die Omme. Ein explosiver Death/Grind-Cocktail dürfte einige der angerückten Festivalbesucher wieder wachgeballert haben. Die beiden Frontgrunzer röhren ziemlich tief und ca. 400 bis 500 Zuschauer gehen teilweise schon ganz gut bei diesem derben Aufweckkommando ab. Besonders der Vorschlaghammer 'You're Executed' weiß zu gefallen.
[Martin Loga]

KROMLEK

Bereits 2004 sollte die Schweinfurter Band KROMLEK beim UFTG auftreten. Doch aufgrund einer recht kurzfristigen Zusage von HOBBS ANGEL OF DEATH wurde nichts aus dem Auftritt - bis zur diesjähren Auflage des Festivals. Die Pagan/Viking-Metal-Band darf bei gleißender Nachmittagssonne aufspielen. Die Band zeigt sich ausgesprochen motiviert und spielerisch versiert. KROMLEK haben ein gutes Gespür für eingängige Melodien. Musikalisch erinnern mich KROMLEK ein wenig an ENSIFERUM. Das Publikum geht ordentlich mit. Ein kurzweilige, sehenswerte Performance, die die Band hinlegt.
[Martin Loga]

SADIST

Freunde von technischem Death Metal mit einem gewissen Anspruch an durchdachte Arrangements kommen bei SADIST voll auf ihre Kosten. Die italienischen Progressive-Death-Metaller haben vor kurzem sogar ein neues Album veröffentlicht. Auf dem UP FROM THE GROUND spielen SADIST ihre überhaupt erste Show auf deutschem Boden. Leider haben sich nur recht wenige Headbanger aufgemacht, um sich SADIST anzusehen. Die Reihen vor der Bühne erscheinen ziemlich leer. Ob die Banger wissen, was ihnen entgeht?

SADIST zeigen schon zu Beginn, dass sie ihre etwas verschüsselten, ausgeklügelten Songs mit sehr hohem technischem Anspruch nahezu perfekt umsetzen können. Gerade die Schlagzeugarbeit von Drummer Alessio ist allerfeinst und enorm variabel. Gerade der alte Klassiker 'Enslaver Of Lies' vom 1993er Debütalbum "Above The Light" wird genial umgesetzt. Gitarrist Tommy bedient mit spielender Leichtigkeit zwischendrin das Keyboard und rifft zwei Sekunden später schon wieder an seiner Gitarre. Die Gitarrensoli intoniert er mit unglaublich viel Gefühl und Intensität. Klasse! Auch der neue Track 'Tearing Away' lässt aufhorchen, offenbart er doch anspruchsvollen, progressiven Death Metal der hohen Schule. Ich finde es nur schade für die Band, dass sich so wenige Festivalbesucher SADIST ansehen. Die spielerische Leistung von SADIST ist über alle Zweifel erhaben. Ich habe tierischen Spaß an dem Auftritt, der für mich eindeutig zu den besten des Festivals zählt. Hoffentlich kommen SADIST bald wieder nach Deutschland.
[Martin Loga]

FLESHLESS

Die nachfolgende Band geht um einige Lichtjahre derber zu Werke. Stumpf ist Trumpf - oft jedenfalls. Der Sound der tschechischen Death/Grind-Combo ist auch auf dem Zeltplatz noch sehr gut zu hören. Die Band holzt sehr brutalen Death Metal, der auch oft grindig klingt. Der quiekige, asige "Gesang" von Vladimir Prokos hört sich in etwa so an, als würde man eine Sau aus dem Tiertransporter in den Schlachthof führen beziehungsweise als würde man das Tier nicht fachmännisch töten (quieeeek, quieeeek, quieeeeekkk!). Ziemlich kaputter Stoff also. Augenzeugenberichten zufolge tobt der Mob vor der Bühne sehr ordentlich. Ich persönlich finde das, was ich auf dem Zeltplatz lautstärkemäßig gut vernehmen kann, zwischendrin ganz lustig, aber nicht unbedingt zwingend. Über die Bühnenperformance kann ich allerdings nichts sagen.
[Martin Loga]

SUIDAKRA

SUIDAKRA rocken den Sonnenschein, werden von vielen Fans sehnsüchtig erwartet und verbreiten sofort gute Laune und Headbang-Stimmung. Dass die Band einheitlich gekleidet in "Caledonia"-Shirts erscheint und dazu passend ein cooles Backdrop auffährt, untermalt den Auftritt optisch bestens, und so steht einer kurzen, aber feinen Lektion in Sachen Folk-Death-Metal eigentlich nichts im Wege. Mit dem Intro 'Darkane Times' und dem Ohrwurm 'Gates Of Nevermore' greifen SUIDAKRA gleich tief in die Klassiker-Kiste und sind dabei stets fanfreundlich, verteilen Wasser in den ersten Reihen und freuen sich über Crowdsurfer. Arkadius steigt sogar selber in den Graben, um für die Fans hautnah zu spielen, und bei Songs wie 'Pendragon's Fall' oder 'Dead Man's Reel' ist einfach nur Feiern angesagt. Auch Marcel beweist, dass seine cleanen Vocals viel besser als früher und vor allem auch um einiges besser als die seines Vorgängers (bzw. Nachfolgers) rüberkommen. SUIDAKRA sind auf dem UP FROM THE GROUND stärker denn je und machen einfach nur Spaß!
[Caroline Traitler]

VOMITORY

Der Auftritt von VOMITORY gleicht einem technisch beeindruckenden, aber auf die Dauer ermüdenden und irgendwie glanzlosen Feldzug in Sachen Brutalo-Death. In einem Affenzahn flexen sich die Schweden durch einen ganzen Stall voll Death-Metal-Granaten. Aber hängen bleibt davon leider nichts. Spielerisch ist der Auftritt tadellos. Aber ein Pflichttermin ist diese Performance definitiv nicht.
[Martin Loga]

ENTHRONED

ENTHRONED hatte ich irgendwie anders in Erinnerung. Die Band hat nach dem Weggang von Sänger Sabathan sichtlich frischen Wind ins verstaubte Black-Metal-Kämmerchen gebracht und zeigt sich viel abwechslungsreicher, weniger Stumpf und vor allem viel atmosphärischer als noch vor einigen Jahren. Dabei gibt Nornagest einen guten neuen Kreischer ab und wirkt irgendwie glaubwürdiger, ja, fast würde ich sagen: ein bisschen weniger klischeehaft als sein Vorgänger. Klar, die traditionelle Schminke muss sein, doch der Sound hat sich eindeutig in eine gute Richtung entwickelt, und man wagt sogar den Schritt Richtung düster-dommig-melodische Parts, die den Auftritt von ENTHRONED zum Angenehmen auflockern. Würde das nicht gerade bei prallem Sonnenschein passieren, würde das sicher noch beeindruckender wirken.
[Caroline Traitler]

ONSLAUGHT

Meine Fresse! Das, was die seit zwei oder drei Jahren reformierte Band ONSLAUGHT hier auf dem UP FROM THE GROUND abliefert, kann sich wahrlich sehen und hören lassen. Eine unglaubliche Spielfreude tritt bei den Briten zu Tage. Mit dem Titeltrack des neuen, vielbeachteten Comeback-Albums "Killing Peace", der mächtig killt, legen ONSLAUGHT los. Shouter Sy Keller hat das Publikum fest im Griff, und die Menge tobt! Im Vergleich zum Auftritt beim letztjährigen KEEP IT TRUE-Festival im November 2006 erwecken ONSLAUGHT auf dem UP FROM THE GROUND nochmals fast den Eindruck, als stünde hier eine junge, hochmotivierte Band auf der Bühne und keine alten Recken. Die Gitarristen Nige Rocket und der jüngere Alan Jordan riffen, was das Zeug hält, und treiben die Band mächtig an. Erwartungsgemäß werden alte Klassiker - allen voran 'Metal Forces' und 'Power From Hell' - gnadenlos abgefeiert und lauthals von vielen mitgesungen. Aber auch das aggressive 'Burn' vom neuen Album "Killing Peace" kommt prima an. Der fette Applaus am Ende eines grandiosen Auftritts zeigt: Mit ONSLAUGHT muss auch weiterhin gerechnet werden. Für mich eines der großen Highlights des diesjährigen UP FROM THE GROUND.
[Martin Loga]

GRAVEWORM

Bei GRAVEWORM weiß man eigentlich immer, was man bekommt: eine solide Show, viel Action auf der Bühne und eine gute Mischung aus düsteren Sounds und modernen Mithüpf-Krachern. Und das ist auch heute nicht anders, denn die Südtiroler rocken vor einem begeisterten Publikum, spielen dabei mal neues und mal älteres Material und lassen somit keinen musikalischen Wunsch offen. Dass das neue Line-up gut funktioniert, beweist das perfekte Zusammenspiel der Band, wobei das Posen und Haareschütteln weiterhin Bassist Harry, Sänger Stefan und Gitarrist Eric übernehmen. Auf GRAVEWORM ist eben Verlass, und das wissen auch die Fans, die zu jedem Song begeistert mitgehen und gen Sonnenuntergang rocken. Die perfekte Festival-Band eben!
[Caroline Traitler]

BENEDICTION

Die Briten BENEDICTION erhalten während ihres Auftritts tolle Publikumsreaktionen. Das Publikum tobt, und die Zahl der Crowdsurfer ist mehr als stattlich. Die netten Security-Leute wird es freuen. Denn am frühen Nachmittag langweilen sich manche sicherlich im Bühnengraben. Aufgrund einiger zeitlicher Verzögerungen der vorangegangenen Bands kommen BENEDICTION leider in die missliche Lage, dass ihnen der Saft abgedreht wird. Kein schönes Ende, wenn man das mal so sagen darf. Aus meiner Sicht ein solider Auftritt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
[Martin Loga]

ENTOMBED

ENTOMBED, das schwedische Death-'n'-Roll-Kommando schlechthin, ist ähnlich wie BENEDICTION schon seit fast zwanzig Jahren aktiv. Mit 'Supposed To Rot' kloppen die Vier erst mal gut los. Frontmann L.G. Petrov ist guter Laune, und die Band haut mit 'When In Sodom' eine wuchtige Groove-Schwarte jüngeren Datums in die Menge. Der Enthusiasmus der Band wird jedoch abrupt gebremst. Denn plötzlich, wenige Takte nachdem ein neues Stück angespielt wird, versagt die PA-Anlage. Und zwar komplett. Nach circa zwei Minuten schnappt sich L.G. wieder das Mikro, mosht kräftig ab und tut so, als liefe die Anlage wieder. Dafür erhält er Szenenapplaus. Nach circa zehn Minuten läuft die Anlage wieder, und ENTOMBED spielen sich durch einen coolen Set, der musikalisch fast alle Schaffensperioden abdeckt: 'Jesus Christ', 'Masters Of Death', 'Left To Burn', 'Chief Rebel Angel' und der 'Wolverine Blues'. Dem Publikum gefällt's, und ENTOMBED haben ordentlich Spaß auf der Bühne. Ein sauberer Auftritt.
[Martin Loga]

TESTAMENT

Die Headliner des Samstags sollen nachts um halb zwölf die Bühne betreten. Doch TESTAMENT lassen auf sich warten. Es wird Mitternacht. Von der Band keine Spur. Immer wieder wuseln Bühnentechniker herum, überprüfen das Mikrofon und dergleichen. Das Licht geht zwischendrin aus, dann wieder an. Gegen 0.15 Uhr ist von der Band noch immer keine Spur. Das ist nichts anderes als eine absolute Frechheit! Wo zum Henker ist die Band, und warum beginnt sie ihren Auftritt nicht? Im Publikum regt sich deutlicher Unmut. Mehr und mehr "Buh!"-Rufe erklingen. Vereinzelt fliegen Bierbecher in Richtung Bühne. Einige Festivalverbesucher verlassen sogar enttäuscht das Gelände.

Gegen etwa 0.40 Uhr betreten TESTAMENT endlich die Bühne und starten mit 'The Preacher' durch. Chuck Billy ist guter Laune und stimmlich topfit. Er mosht kräftig mit und spielt wie immer auf seinem Mini-Mikrofonständer (der lediglich als Zierde benötigt wird) kräftig Luftgitarre. Auch der Sound stimmt. Aber man merkt ganz deutlich, dass die Publikumsreaktionen recht verhalten sind. Warum wohl? Wie kann man die Fans nur eine Stunde warten lassen, ohne dass auch nur irgendeine Ansage gemacht wird, warum sich der Auftritt derart verzögert? Spielerisch ist der Auftritt von TESTAMENT tadellos. Aber der Funke springt nicht über. Das Publikum ist ausgelaugt und müde. Mit den Klassikern 'Alone In The Dark' und 'Disciple Of The Lie' beendet die Band ihren Set und wird in die Nacht verabschiedet. Der Applaus ist aber gerade für eine Headliner-Band recht bescheiden.
[Martin Loga]

Redakteur:
Martin Loga

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