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Ultima Ratio Festival 2 - Krefeld

04.07.2006 | 11:50

06.05.2006, Kulturfabrik

Fertig, bitte korrigieren :)

STORMWARRIOR

Nachdem die Wikinger-Stripperin wohl die meisten Besucher zu viel Kraft gekostet hat (ich hab sie leider verpasst), wird es vor dem Auftritt von STORMWARROIR deutlich leerer vor der Bühne. Schade, stehen die Hamburger doch für reinrassigen Speed Metal aller erster Güte! Nicht umsonst gelten sie schon seit einiger Zeit als die legitimen Nachfolger von HELLOWEEN.
So richtig passt STORMWARRIOR stilistisch leider nicht ins Programm, was dazu führt, dass zwar relativ wenige richtig mitfeiern, die dafür aber umso heftiger. Bei Songs wie 'Sign Of The Warlorde' und 'Heavy Metal Fire' werden sie frenetisch abgefeiert und immer wieder mit lauten "Sormwarrior, Stormwarrior"-Rufen angestachelt. Als Sänger Lars dann fragt, ob man mal etwas wirklich Schnelles hören wolle, wird dem laut zugestimmt und jedem ist klar jetzt kann nur ein Song kommen: 'Valhalla'! Die Nacken kreisen exzessiv bis zur völligen Erschöpfung und der Moshpit tobt. Offensichtlich ist nicht nur für mich 'Valhalla' bisher mit Abstand der beste Song, den die Hamburger bisher geschrieben haben. Nach 'Thunderer' folgte mit 'Lindisfarne' gleich der nächste Höhepunkt des Sets. Als dann nach 'Iron Prayers' Schluss sein soll überstimmen die Band und das Publikum kurzerhand den Soundmann und mit 'Bounde By The Oathe' gibt's noch eine knackige Zugabe. Klasse! STORMWARRIOR waren mein absoluter Festivalhöhepunkt.
[Martin Schneider]

Setlist:
Sign Of The Warlorde
Heavy Metal Fire
The Axewielder
Valhalla
Thunderer
Lindisfarne
Iron Prayers
Bounde By The Oathe

XIV DARK CENTURIES

Rumms! Mit einem Lauten Wotan-Schrei und einem "Wir haben keine Zeit heute!" starten die gewandeten thüringischen Pagan Metaller XIV DARK CENTURIES in ihr Set. Da die Band auf ihrer letzten Veröffentlichungen "Jul" ihre Präferenzen etwas vom Rauen hin zum Epischen verlagert haben, war es abzuwarten ob die neuen Songs ebenfalls so gut knallen wie die Vorgänger. Und ja, sie knallen recht ordentlich, denn 'Bragarful' und 'Auf zur Schlacht' gehören sicher mit zu den stärksten Songs des aus Zeitgründen gekürzten Auftrittes. Überhaupt ist die Songauswahl sehr ausgewogen, denn auch die beiden Alben "Den Ahnen zum Gruße" und "Dunkle Jahrhunderte" werden bedacht. Das mit 'Teutonentanz' sogar ein noch unveröffentlichtes Lied dargebracht wird, hebt die Stimmung zusätzlich. Spielerisch ist der Band kein Vorwurf zu machen, auch wenn auch sie mit Soundproblemen kämpfen müssen. XIV DARK CENTURIES verfügen mit ihrem Sänger Michel einen charismatischen Frontmann, dem das Publikum förmlich aus der Hand frisst. Die Meute vor der Bühne geht gut mit, obwohl schon deutlich erste Ermüdungserscheinungen zu bemerken sind. Negative Auswirkungen auf die Stimmung hat allerdings, dass die Thüringer (leider) regelrecht abgewürgt werden, und ihr Set schon vor dem geplanten Ende abbrechen müssen.
[Martin Schneider]

Setlist:
Tanz der Schwerter
Unseren Ahnen zum Gruße
Als das Opferfeuer brannt
Teutonentanz
Falsche Propheten
Bragarful
Valpurga
Auf zur Schlacht

Aber es kommt noch besser: In der Umbauphase wird das Publikum informiert, dass ANCIENT RITES angekündigt haben man würde abreisen wenn sich ihr Auftritt auch nur um 15 Minuten verzögern werde. Daher müsse man alle folgenden Bands um 20 Minuten kürzen. Man wolle aber dem Publikum die Wahl lassen ob gekürzt oder ANCIENT RITES nach Hause geschickt werden sollen. Da jetzt kaum noch jemand Bock auf ANCIENT RITES hat, fällt die Abstimmung fast einstimmig aus: Die Belgier können nach Hause fahren!
Nach ein paar Minuten wird dann verkündet, dass die anschließenden Auftritte nicht gekürzt werden und ANCIENT RITES doch spielen. Tja, mit den Fans haben es sich die Belgier trotzdem verscherzt und Rückgrat sieht auch anders aus. Wenn ich mich schon divenhaft benehme muss ich es schon richtig durchziehen! Wie die Band allerdings verlauten ließ, kam der Vorstoß von ihrem Management und war nicht mit ihrem Willen konform. Na ja, wer's glaubt...


EQUILIBRIUM

Mittlerweile war es langsam Abend geworden und trotz permanenter Met- und Bierzufuhr machte sich bei mir langsam die Erschöpfung bemerkbar, weshalb ich mir EQUILIBRIUM aus Nähe des Bierstandes in der Halle zu Gemüte führte. Bereits mit ihrem "Demo 2003" zeigten die Münchner, dass es sich bei ihnen um eine Band mit sehr viel Potential handelt und auch die Tatsache, dass die halbe Halle Beifall klatschte als Effi Brillium () die Bühne betraten, spricht wohl dafür. Zwar waren die Keyboards meines Erachtens ein bisschen zu leise, allerdings hätte der Rest von der Qualität her fast von Band kommen können. Die Setlist hätte für das erwartungsvolle Publikum anscheinend nicht besser zusammengestellt werden können. Bereits während des zweiten Songs 'Unter der Eiche', der, wie auch andere, vom Publikum lautstark mitgesungen wurde, begann die Halle zu beben. Durch die Bank weg wurde gebangt, geschunkelt und gegrölt: echte Partystimmung. Und um diese noch ein wenig anzutreiben wurde nach 'Der Sturm' noch schnell "Saber Rider" gecovert. Die Band hatte die komplette Halle in ihren Bann gezogen. Zu guter Letzt wäre dann beinahe die angekündigte Zugabe noch durch den Co-Veranstalter abgebrochen worden. Er ließ dem Publikum die Wahl: Entweder man lässt EQUILIBRIUM und den folgenden Bands die volle Spielzeit und riskiert dadurch, dass der Manager von ANCIENT RITES deren Auftritt cancelt, oder man gibt sich mit den Kürzungen zufrieden. Kurzerhand entschied sich das Publikum fast einstimmig dafür, den noch folgenden Bands ihre Spielzeit zu lassen und so kam des dann doch noch zur geforderten Zugabe.
[Sebastian Schlag]

Setlist:
Wingthors Hammer
Unter der Eiche
Widars Hallen
Der Sturm
Tote Heldensagen
Met
Nach dem Winter

MENHIR

Auch wenn für viele MENHIR der Headliner des Abend sind, ist die Stimmung doch eher von Freude als von purer Energie geprägt. Schade, denn den Mannen um Sänger Heiko ist keine Müdigkeit anzumerken. Mit 'Einherjer', 'Wotans Runenlied' und der Bandhymne 'Menhir' startet man fulminant in das doch recht kurze Set, dass dafür ausschließlich aus Krachern bestand. Es ist erstaunlich, wie es MENHIR geschafft haben sich mehr zum klassischen Heavy Metal zu bewegen, ohne dabei kitschig zu wirken. Doch die Reaktionen bleiben wenig überschwänglich, obwohl die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Das Publikum scheint einfach ausgepowert. Doch an den glücklichen Gesichtern ist abzulesen, dass man die Band zu schätzen weiß. Kein Wunder, denn die Songs klingen live einfach noch einen Zacken geiler aus auf Platte und die Thüringer bemühen sich sichtlich noch mal Stimmung in die Bude zu bekommen. Und sie werden belohnt, denn spätestens ab dem Song 'Das verbotene Reich' herrscht absolute Gänsehautatmosphäre, die sich beim 'Hildebrandslied' noch einmal steigert.
Doch kaum ist die Stimmung richtig am Kochen, bekommen MENHIR den Hinweis man dürfe nur noch ein Lied spielen. Als man darauf die Frage stellt: "Was ist unser längstes Lied?" und die ersten Klänge von 'Ziuwari' erklingen, wird man einfach abgewürgt. Unwürdig!
[Martin Schneider]

Setlist:
Einherjer
Wotans Runenlied
Menhir
Die Kelten
Neues Stück
Das verborgene Reich
Hildebrandslied
Ziuwari (abgebrochen)

RIGER

Ähnlich wie MENHIR konnten auch die Heathen-Metaller auf Frankfurt/Oder im Nu die Halle füllen. Mit unter anderem 'Auf die Ahnen', welches vom Publikum lautstark begleitet wurde, oder 'Des Blutes Stimme' ließ es die Truppe trotz später Stunde noch mal ordentlich krachen. Wie bei den anderen Bands blieben allerdings auch bei RIGER die Kürzungen nicht aus. Ein wirklich gelungener Auftritt, den ich mir leider mangels physischer Kräfte nicht vollständig zu Gemüte führen konnte.
[Sebastian Schlag]

ENSIFERUM

Als ENSIFERUM mit dem Intro 'Kalevala Melody' starten, es ist nun mittlerweile 0.30 Uhr, die Halle ist schon deutlich leerer. Scheinbar haben sich viele Fans schon auf die meist weite Heimreise begeben. Das Set besteht (wen wundert's) hauptsächlich aus den Songs der jüngst erschienen "Dragonheads"-EP, die doch sehr konträr diskutiert wurde. Überhaupt kommt mir dieser Auftritt etwas blutleer vor: Nicht, dass ENSIFERUM nicht musikalisch überzeugen würden. Mitnichten, denn die Formation besteht durchgehend aus sehr guten Musikern, aber irgendwie fehlt nach dem Abgang von Jari Mäenpäa ein richtiger Frontmann. Gesanglich wird er von Petri Lindroos zwar gut ersetzt, doch fehlt es dem Nachfolger noch an dem nötigen Charisma. Negativ auf die Bandinterne Stimmung hatte sich außerdem die verspätete Anfangszeit und das ebenfalls verkürzte Set ausgewirkt.
Wie gesagt, musikalisch ist den Finnen an diesem Abend nichts vorzuwerfen: Der Sound ist (endlich einmal) einwandfrei, so dass die Songs ordentlich knallen. Sehr interessant ist zudem Meijus Bangtechnik am Keyboard. Höhepunkte sind das geniale 'Lai Lai Hei' sowie die Songs vom ersten Album ,'Hero In A Dream' und 'Guardians Of Fate'.
Als dann die Band die Bühne wieder verließ, um sich obligatorisch durch "Zugabe"-Rufe wieder auf die Bühne zu begeben, nutzten die Techniker die Gunst der Stunde und begannen schon mit dem Abbau, was sowohl bei Band als auch bei Fans für großen Unmut sorgte.
[Martin Schneider]

ANCIENT RITES

Trotz der mittlerweile weit fortgeschrittenen Zeit, ich meine mich an 02:00 erinnern zu können, mussten oder wollten (?) ANCIENT RITES noch schnell ihre eigene Backline aufbauen, was anfänglich dazu führte, dass das Publikum dachte, der Gig wäre gecancelt worden. Erst der Co-Veranstalter klärte den Irrtum auf. Als die Belgier dann irgendwann anfingen zu spielen, hatte sich die Halle weitestgehend geleert und nur noch ein kleiner Haufen eingefleischter, flaggenschwenkender Fans hatte sich noch vor der Bühne versammelt. Ich genoss die ersten drei Songs weit hinten an einen Pfeiler gelehnt und beschloss dann schließlich doch, meinen im Auto wartenden Redaktionspartner aufzusuchen, um zurück zur Unterkunft zu fahren und ins wohlverdiente Bett zu fallen.
[Sebastian Schlag]

Setlist:
Crusade (Intro)
Templar
Mother Europe
Götterdämmerung
Invictus
And the Horns called for War
Thermopylae
Aris
Rubicon
Blood of Christ
Longing for the Ancient Kingdom
Mithras
Victory or Valhalla
Fatherland

Redakteur:
Sebastian Schlag

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