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ROCK AM RING - Nürburgring

08.07.2004 | 10:33

04.06.2004, Eifel

SAMSTAG

Nach dem fetten Auftaktprogramm am Freitag war am Samstag Wandertag angesagt. Zuerst ging es zur Centerstage, wo NICKELBACK und 3 DOORS DOWN aufspielten. Danach wurden die Aufgaben verteilt und Björn durfte bei der Alternastage die BEATSTEAKS, BAD RELIGION, TURBONEGRO und IN EXTREMO genießen, während es sich unsereins vor dem Talent Forum gemütlich machte und ab 18 Uhr der IG Metal zuhörte. (Frank)

"Centerstage"

3 DOORS DOWN
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ich es noch immer nicht geschafft, mir ein Album von 3 DOORS DOWN zu besorgen, obwohl mir das bisher Gehörte immer sehr gut gefallen hat, allen voran die erste Hitsingle `Kryptonite´. Der gute erste Eindruck sollte sich auch während des Auftrittes der Band am Nürburgring bestätigen, wobei der eben genannte Song auch heute das Highlight einer überzeugenden Show war, zur Überraschung vieler aber schon sehr früh gespielt wurde. Leider wurden den Jungs nur gute 40 Minuten Spielzeit gewährt, denn ich hätte mir den Modern Rock von 3 DOORS DOWN gerne noch eine ganze Weile länger angeschaut, nicht zuletzt wegen starker Kompositionen wie `The Better Days´ und `Running Out Of Days´. So mussten die Amerikaner nach der Ballade `Here Without You´ (von fast allen Anwesenden gesangstechnisch begleitet) und dem BECK-Cover `Loser´ wieder das Feld räumen. Beim nächsten Mal dann bitte etwas weiter oben im Billing! (Björn)

Setlist 3 DOORS DOWN:
Duck And Run
The Better Life
The Road I'm On
Kryptonite
Let Me Go
Away From The Sun
Be Like That
Running Out Of Days
When I'm Gone
Here Without You
Loser


NICKELBACK
Wenn es einen Song gibt, der in den letzten Jahren wirklich von sämtlichen Radio- und Fernsehkanälen todgedudelt wurde, dann ist das zweifelsohne `How You Remind Me´, der Song, welcher NICKELBACK den endgültigen weltweiten Durchbruch bescherte. Und auch wenn ich die Kanadier ein wenig überbewertet finde und sie sich meiner Meinung nach auf ihrem aktuellen Album nur selber gecovert haben, war ich vom heutigen Auftritt sehr positiv überrascht. Verdammt heavy war das, was da aus den Boxen der Centerstage schallte, von poppigem Radiorock also weit und breit keine Spur, und selbst bei den bekannten Hits wie etwa `Too Bad´ ließen NICKELBACK die Gitarren ordentlich kreisen.
Zwischendurch gab es dann aber auch ruhigere Töne in Form von `Because Of You´, die an vorderster Front lautstark mitgeträllert wurden, nur um in einem anderen Moment dann in ein monströses `Sad But True´ von METALLICA überzugehen.
Wie gesagt, viel erwartet hatte ich von dieser Show nicht, musste meine Meinung über NICKELBACK im Anschluss aber erst einmal zurechtrücken, denn wenn die Jungs eins perfekt beherrschen, dann ist es eine derart große Menge von der ersten bis zur letzten Minute mit ihrer Musik zu begeistern. Dafür gebührt ihnen auf jeden Fall mein uneingeschränkter Respekt. (Björn)

Setlist NICKELBACK:
Flat On The Floor
Woke Up This Morning
Someday
Never Again
Sad But True
Because Of You
Too Bad
Where Do I Hide
Figured You Out
How You Remind Me


RED HOT CHILI PEPPERS
Auf diesen Auftritt waren wohl die meisten Besucher sehr gespannt. Sind doch die Kalifornier für ihre impulsive Liveshow bekannt. Anthony Kiedies und Co. sind mehr oder weniger seit nunmehr 20 Jahren aktiv und der Andrang vor der Centerstage ist entsprechend groß. Doch so ohne Zwischenfälle sollte das Konzert nicht ablaufen. Die CHILI PEPPERS hatten entweder ihre Setliste in der Garderobe vergessen oder spielen immer "frei nach Schnauze", anders kann man sich wohl die langen Pausen zwischen den einzelnen Stücken nicht erklären. Hinzu kamen dann auch noch Probleme mit dem Monitoring, was ebenfalls etwas nervig war. Trotzdem wurden die Chili-Schoten abgefeiert und Stücke wie 'By The Way', 'Californication' oder 'Under The Bridge' machten es den Anwesenden auch schwer, nicht mitzufeiern. Der Auftritt darf getrost als Siegeszug angesehen werden. (Petra)

Setlist RED HOT CHILI PEPPERS:
Can't Stop
Emit Remmus
Around The World
Scar Tissue
By The Way
Brandy
Otherside
My Love
The Zephyr Song
Get On Top
Mini Epic
Throw Away Your Television
Californication
Right On Time
Parallel Universe
Under The Bridge
Blackcross
Give It Away


"Alternastage"

BEATSTEAKS
Mann, was sind die BEATSTEAKS in den vergangenen Jahren groß geworden. Nach langjähriger harter Arbeit im Underground haben sich die Berliner stets weiter nach oben gekämpft und das nicht zuletzt durch tatkräftige Unterstützung von MTVIVA, wo die neue Single `Hand In Hand´ mittlerweile rauf und runter läuft. Und die BEATSTEAKS nutzten die Aufmerksamkeit, die ihnen momentan zuteil wird, und hatten die Menge von Anfang an im Griff. Eine Dreiviertelstunde gab es Punk, Rock und gute Laune und auch wenn der Schreiber dieser Zeilen nur eine Viertelstunde dieser Show erleben durfte, war er doch beeindruckt, mit welcher spielerischen Leichtigkeit die Band an diesem Nachmittag kam, sah und siegte. Davon kann so manche andere Band wahrscheinlich ihr Leben lang nur träumen... (Björn)

Setlist BEATSTEAKS:
Intro
Fly
Ain't Complaining
Hand In Hand
So Lonely
Hello Joe
To Be Strong
Summer
Loyal To None
I Don't Care As Long As You Sing
Shut Up Stand Up
Kings Of Metal
Opel Gang
Let Me In


BAD RELGION
Es wird spekuliert und gemutmaßt, dass die aktuelle Tournee der Punk-Rock-Pioniere auch die letzte in der Bandgeschichte sein wird und so hatte dieser Auftritt leider auch einen leicht bitteren Beigeschmack, da es möglicherweise auch die letzte Gelegenheit war diese Band live zu sehen. Dass dies ein herber Verlust für die gesamte Szene wäre, zeigten BAD RELIGION auch am heutigen Tage wieder, indem sie wie gewohnt eine bunte Mischung aus alten Klassikern und neuen Stücken (`Sinister Rouge´, Los Angeles Is Burning´) von der kurze Zeit später erscheinenden Platte "The Empire Strikes First" darboten. Dabei konnten es die Amerikaner natürlich nicht jedem recht machen und so fehlten mir trotz genialer Nummern wie `Generator´ und `American Jesus´ doch unverzichtbare Klassiker wie `Stranger Than Fiction´ und ´Ten in 2010´, aber wie gesagt, bei einer Stunde Spielzeit kann man eben nicht alles haben.
Natürlich ließ es sich der sympathische Frontmann Greg nicht nehmen, auch noch einen kleinen Seitenhieb auf dem amerikanischen Präsidenten und dessen Politik zu machen, was auch direkt von den Fans bejubelt wurde. Doch eigentlich wäre das gar nicht nötig gewesen, denn auch mit der Musik konnte die Band auf ganzer Linie überzeugen, was die zahlreichen mitsingenden Anwesenden ganz genau so sahen. `Punk Rock Song´ war dann schließlich der letzte Song dieses Konzertes, hoffentlich jedoch auch nicht der endgültig letzte, den ich von BAD RELIGION live hören werde. Starker Gig! (Björn)

Setlist BAD RELIGION:
21st Century Digital Boy
Kyoto Now
No Control
Sinister Rouge
Man With A Mission
Atomic Garden
Los Angeles Is Burning
Do What You Want
Infected
Recipe For Hate
Epiphany
Generator
Sorrow
American Jesus
Punk Rock Song


TURBONEGRO
Nach der total ausverkauften und zurecht bejubelten Comeback-Tour der Schwuchtel-Rocker waren die Erwartungen an TURBONEGRO heute Abend besonders groß, konnten aber meiner Meinung nach nicht ganz erfüllt werden. Ob das nun daran lag, dass die RED HOT CHLI PEPPERS parallel spielten und somit selbst die vordersten Reihen nicht dicht gedrängt besetzt waren oder ob die Ursache für einen guten, aber eben nicht überragenden Gig an der Tatsache festzumachen ist, dass die Fans nicht mit dem Material der Norweger vertraut waren, weiß ich nicht, auf jeden Fall wollte der Funke zwischen Publikum und Band nur bedingt überspringen. Dazu kam dann noch, dass Sänger Hank van Velvete nicht seinen besten Tag hatte und man darüber hinaus auch einige technische Schwierigkeiten überbrückt werden mussten (die Backings konnte man zum Beispiel kaum verstehen).
Die Ansagen hingegen waren mal wieder so richtig klasse und wurden natürlich in peinlichstem Deutsch vorgetragen und auch die Showeffekte, wie zum Beispiel ein Keyboarder, der eigentlich gar nicht spielte und sich samt Mikrophon und Kabel in die Menge stürzte (und dabei versehentlich einen Kameramann würgte). Oder ein Sänger, der sich seinen Spaß daraus machte, Kunstblut und schließlich den Inhalt eines Daunenkissens ins Publikum zu schmeißen und eine Saitenfraktion, die durch diverse bizarre Tänze den lauwarmen Beigeschmack nur noch bekräftigten.
`Get It On´, `Prince Of The Rodeo´ und `Are You Ready´ waren die einzigen Songs, die richtig beklatscht wurden, der Rest war nicht minder cool, kam aber irgendwie nicht so wirklich bei den Zuschauern an. Am Ende kam dann noch das lange geforderte `I Got Erection´ und als TURBONEGRO dann nach ziemlich kurzer Spielzeit fertig waren, stand so manchem ein bisschen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, denn ganz klar: diese Band kann in Bestform einiges mehr!
P.S.: Wo waren eigentlich `Don't Say Motherfucker, Motherfucker´ und `Denim Denom´? (Björn)

Setlist TURBONEGRO:
The Age Of Pomparius
Selfdestructo Bust
Back To Dungaree High
Sell Your Body (To The Night)
Ride With Us
Are You Ready (For Some Darkness)
Le Saboteur
Get It On
D.I.B. (Drenched In Blood)
Fuck The World
Prince Of The Rodeo
I Got Erection


IN EXTREMO
Junge, was sind IN EXTREMO groß geworden. Nach ihrem Headliner-Auftritt beim Rock Hard Festival sollte nun der nächste große Auftritt der Spielmannsleute folgen, bei dem zu später Uhrzeit noch erstaunlich viele Leute erschienen waren. Mit übermäßig großem Backdrop, dem obligatorischen Galgen und bester Laune entführten IN EXTREMO ihr Publikum auf eine Reise durch die letzten Veröffentlichungen, ließen dabei aber leider die Frühphase etwas zu sehr außen vor. So kamen besonders die neueren und spürbar moderneren Nummern wie `Erdbeermund´, `Küss mich´ und `Wind´ zum Zuge, während man mit `Villeman Og Magnild´ Fans der erste Stunde etwas mager abspeiste. Stark war der Auftritt von IN EXTREMO trotzdem, da die Band wie eigentlich immer bestens aufgelegt war, gar nicht so viel Zeit wie sonst an überflüssigen Ansagen verschwendete und sich zum größten Teil auf die Musik konzentrierte. Die Fans waren zwar nicht mehr ganz so agil, was sicherlich auch an der verflucht späten Spielzeit gelegen hat, tanzten, sprangen und sangen aber trotzdem noch gut mit.
70 Minuten später war die Show dann auch schon wieder vorbei und IN EXTREMO entließen ihr treues Publikum zu ihren Zelten, haben aber bei diesem Auftritt sicher auch wieder eine ganze Menge neue Fans hinzugewinnen können, was mir auf dem Rückweg mit Aussagen wie "die waren viel geiler, als ich gedacht hätte" von einigen vorbeigehenden Zuschauern nur noch einmal bestätigt wurde. (Björn)

Setlist IN EXTREMO:
Küss mich
Hiamali Tempore
Wind
Merseburger Zaubersprüche II
Erdbeermund
Herr Mannelig
Ai Vis Lo Lob
Ave Maria
Spielmannsfluch
Omnia Sol Temporat
Nymphenzeit
Vollmond
Villemann Og Magnild
Sagrade Trobar


"Talent Forum"

EKTOMORF
Nach NICKELBACK hieß es nun für den Metaller "weg vom Kommerz, hin zum Underground". Nun ja, nicht so ganz… zumindest machte ich mich auf den Weg zur "Talent Forum-Stage", auf der auch einige bereits etablierte Bands am heutigen Tag zugegen waren. Dort angekommen, durfte ich zugleich die Bekanntschaft mit EKTOMORF machen, die bereits angefangen hatten. EKTOMORF kommen aus Ungarn und wurden 1994 von den Brüdern Zoltàn (g.v) und Csaba Farkas (b) gegründet. Mittlerweile kann man auf fünf Veröffentlichungen verweisen, wobei gerade das letzte Album "Destroy" den endgültigen internationalen Durchbruch einleiten dürfte. Das Quartett ist angetreten um die "Talent Forum"-Bühne in Schutt und Asche zu legen, was ihnen auch fast gelang. Kraftvoll und kompromisslos gehen die Magyaren zu Werke und wissen in den zur Verfügung stehenden 30 Minuten vollends zu überzeugen. Gerade Sänger Zoltàn Farkas zieht die Blicke auf sich und steuert das Geschehen. Unter anderem präsentierte man die Granaten 'I Know Them' und 'A.E.A' vom letzten Album. Ein fast perfekter Einstieg also. Doch leider ist wie bei den meisten Bands an diesem Tag der Sound viel zu leise. (Frank)


MNEMIC
Mit MNEMIC ist eine weitere "Blast-Newcomer-Band" am Start. Wie schon ihre Labelkollegen gehen auch die Dänen gleich ab wie ein Fruchtgummi. Gerade Sänger Michael Bøgballe kann man nicht bremsen. Nach dem ersten Stück versucht dieser einen Becher von der Bühne zu kicken, hierbei fliegt der rechte Schlappen ins Publikum und ward von da an nicht mehr gesehen. Den Rest der Show durfte der Sympathikus also in Socken absolvieren, was den dynamischen Auftritt jedoch nicht weiterhin beeinflussen sollte. Bis auf das mir unbekannte Stück 'Grind', stammen alle Songs vom Debütalbum "Mechanical Spin Phenomena" aus dem Jahre 2003. Von dem Fünfer wird man sicherlich noch einiges hören. (Frank)

Setlist MNEMIC:
Liquid
Grind
Blood Stained
DB'XX'D
Ghost


CHIMAIRA
CHIMAIRA sind in den USA bereits eine große Nummer und arbeiten nun konsequent an dem Durchbruch in Europa. Innerhalb der letzten zwölf Monate war man mit Sicherheit drei oder viermal auf Clubtour und konnte sich so eine stetig anwachsende Fangemeinschaft erspielen. Im Juli geht es dann auch schon wieder mit FEAR FACTORY auf Tour durch Deutschland. Gerade Sänger Mark "Metal Moses" Hunter steuert immer wieder die Fanschar vor der Bühne und teilt gar das Publikum wie sein Antiker Namensvetter das Meer. Überhaupt ist die Stimmung recht ausgelassen. Es wird Pogo getanzt und gesurft. Das dargebotene Material schlägt brachial, frontal im Esszimmer ein und man kann das in der Luft liegende Adrenalin förmlich schmecken. Zu den Höhepunkten zählt für mich eindeutig der Rausschmeißer 'Pure Hatred'. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis CHIMAIRA hierzulande einen ähnlichen Stellenwert haben, wie in ihrer Heimat. (Frank)

Setlist CHIMAIRA:
Intro
Power Trip
Cleansation
The Impossibility Of Reason
Severed (Guitar Solo)
The Dehumanizing Process
Down Again
Pure Hatred


KILLSWITCH ENGAGE
Ein weiterer Newcomer aus dem Hause Roadrunner Records ist mit KILLSWITCH ENGAGE am Start. Anfänglich war man noch sehr geknickt, als nach zwei Alben der frühere Sänger das Boot der Amerikaner verließ. Nichtsdestotrotz startet man mit dem neuen Shouter Howard Jones und dem allseits gelobten neuen Album "The End Of Heartache" voll durch. Schon am Mittag war die Schlange bei der Autogrammstunde vor dem Roadrunner-Stand viele Meter lang. Überraschenderweise waren dann doch nicht ganz so viele Menschen vor der Bühne zu Beginn der Show vorzufinden. Dennoch entwickelten sich die folgenden 40 Minuten zu einem Triumphzug. Der charismatische Frontmann Howard Jones stellt auch live seine stimmliche Standfestigkeit unter Beweis. Stücke wie 'My Last Serenade' oder 'Rose Of Sharyn' unterstreichen dies eindrucksvoll und machen den Auftritt zum Siegeszug. KILLSWITCH ENGAGE hatten mächtig Spaß in den Backen und gerade Gitarrist Adam Dutkiewicz freute sich wie ein Schneekönig. Immer wieder erwähnte er, wie gerne er in Deutschland ist. Danach war mit 'Last Ceremony' Feierabend. Ein saustarker Auftritt. (Frank)


DAMAGEPLAN
Als DAMAGEPLAN die ersten Riffs aus ihren Gitarren schossen, rannte neben mir ein völlig begeisterter PANTERA-Fan Richtung Bühne und schrie freudestrahlend: "Jaaaaaaa, das ist Dimebag Darrell!". Genau, Dimebag und sein Bruder Vinnie Paul sind zurück und haben das Kapitel PANTERA wohl endgültig begraben, was einerseits natürlich schade ist, da die Band mit "Reinventing The Steel" ein bärenstarkes, noch immer aktuelles Album am Start haben und man irgendwie den Eindruck hatte, das letzte Wort sei noch nicht gefallen.
Sei's drum, nun haben wir also SUPERJOINT RITUAL und natürlich DAMAGEPLAN, von denen Letztere einen wirklich ordentlichen Gig spielten, der überraschenderweise nur mäßig besucht war. Dimebag glänzte wieder mit einigen fetten Riffs, die jedoch noch nicht mit dem mithalten konnten, was er damals bei PANTERA abgeliefert hatte. Der Menge war dies zunächst mal egal und sie feierte die Heimkehr der verlorenen Söhne, die nach einer knappen halben Stunde dann auch wieder vorbei war. Gerade die den Set beendenden PANTERA-Nummern 'Walk' und 'A New Level' bekamen den größten Zuspruch. Guter Gig, auch wenn alle wussten, dass hier auf jeden Fall noch viel mehr drin gewesen wäre. Der ehemalige HALFORD-Gitarrist Patrick Lachman hinterließ als Sänger ebenso einen guten Eindruck. (Björn)

Setlist DAMAGEPLAN:
Breathing New Life
Explode
Pride
Crawl
Save Me
Fuck You
New Found Power
Walk (PANTERA)
A New Level (PANTERA)
Luv Gun End


EDGUY
So richtig ins Programm wollen EDGUY nach dem ganzen Lärmgewitter am Nachmittag eigentlich nicht passen. Dennoch wird es vor dem Talent Forum mächtig voll, als Tobias Sammett und Co. nach einer langen Umbaupause endlich aufspielen.
Die Stimmung ist wie gewohnt ausgelassen und EDGUY brennen ein Partyfeuerwerk ab. Insbesondere Sänger Tobi plappert wie immer wild drauf los und lässt ein paar nette Schoten vom Stapel. Beispiel gefällig? Tobi entschuldigt sich bei den zur gleichen Zeit aufspielenden RED HOT CHILIPEPPERS, dass sie ihnen so viele Fans abgeworben haben und kündigte schon einmal an, dass EDGUY nächstes Jahr auf der Hauptbühne spielen werden.
Musikalisch lief mehr oder weniger alles glatt. Tobi begrüßte lediglich zweimal "Wacken" und verpasste den Einsatz im ersten Drittel beim Stück 'The Piper Never Dies'. Dennoch kein Problem, denn wer den Sympathikus kennt, weiß, dass kleine Fehler immer mal drin sind. Leider war die Spielzeit etwas kurz geraten und wurde wohl aufgrund der technischen Probleme und den hieraus resultierenden Verzögerungen, auch gekürzt. Dennoch darf man die Show als gelungen bezeichnen und wer weiß, ob EDGUY im nächsten Jahr nicht wirklich auf der Mainstage aufspielen werden. (Frank)

Setlist EDGUY:
?
Lavatory Love Machine
Vain Glory Opera
Babylon
The Piper Never Dies
King Of Fools


IN FLAMES
Auf IN FLAMES hatte ich mich nach der grandiosen Tour mit am meisten gefreut und war erstaunt, wie gut der Gig der Schweden trotz der gleichzeitig aufspielenden RED HOT CHILI PEPPERS besucht war. Doch wie auch alle anderen Bands, die an diesem Tag auf der Bühne des Talent Forums ran mussten, hatten auch IN FLAMES mit dem viel zu leisen Sound zu kämpfen, woraufhin die Fans schon nach dem ersten Song mit "Lauter!"-Sprechchören auf sich aufmerksam machten. Geholfen hat's nix und unbeeindruckt von den miesen Rahmenbedingungen spielten die Melodic-Death-Genreführer ein verkürztes, wenn auch vorhersehbares Set, bei dem vor allem die neueren Songs gut aufgenommen wurden. Sänger Anders Friden suchte überraschend häufig den Kontakt zum Publikum und war mal wieder der Aktivposten der Band, während sich der Rest der Mannschaft vornehm zurückhielt. Höhepunkt war mal wieder der alte Klassiker `Behind Space´, dicht gefolgt von `Only For The Weak´ (mit den obligatorischen Hüpforgien im Publikum), `Touch Of Red´ (meiner Meinung eh einer der besten Songs, die IN FLAMES je geschrieben haben), `Episode 666´ und dem finalen `My Sweet Shadow´. Überraschend war, dass fast alle Fans mit dem Material der Schweden vertraut waren und ihnen somit einen euphorischen Empfang bereiteten.
IN FLAMES selber dankten es ihnen mit einer gewohnt starken Show, die mit entsprechend würdigem Sound sogar zu einem echten Triumphzug hätte werden können. (Björn)

Setlist IN FLAMES:
Pinball Map
System
Episode 666
Cloud Connected
Touch Of Red
In Search For I
Clayman
Only For The Weak
Behind Space
Trigger
The Quiet Place
Colony
My Sweet Shadow


ANTHRAX
Mir war zunächst schleierhaft, warum eine Band wie ANTHRAX auf die kleinste Bühne des Festivals abgeschoben wurde, denn wer die Rückkehr dieser Gruppe in den letzten beiden Jahren verfolgt hat, der sollte wissen, dass ANTHRAX wirklich jede Bühne in Schutt und Asche gelegt haben. Und genau das war auch heute der Fall, auch wenn der Sound noch immer nicht gerade der beste war, aber zumindest druckvoller aus den Boxen schallte als bei den direkten Vorgängern. Die Setlist der Amerikaner bot dieses Mal einige Überraschungen, denn neben Songs wie `Only´, `Safe Home´ und dem finalen `Bring The Noise´ gab es mit `Death Rider´ sogar einen Song vom ersten Album zu bestaunen, den wohl nur die absoluten Insider an diesem Abend erkannt haben dürften.
Wie bei einer ANTHRAX-Show üblich war auch die Kommunikation mit den Fans sehr lebhaft und John Bush und Scott Ian wechselten sich bei den sympathischen Ansagen, bei denen das plakative "Metal is back" natürlich nicht fehlen durfte, ab. Um kurz nach 2 Uhr war dann endgütig Schluss und ANTHRAX verabschiedeten sich nach einer wiederum vernichtend geilen Show von ihren Anhängern, bedankten sich, dass diese so lange ausgehalten und die Band noch zu so später Stunde angesehen haben und versprachen schon bald wieder zurückzukommen. Na, das wollen wir doch hoffen...(Björn)

Setlist ANTHRAX:
What Doesn't Die
Got The Time
Caught In A Mosh
Room For One More
Safe Home
Antisocial
Indians
Deathrider
Only
Be All, End All
Bring The Noise

Redakteur:
Frank Hameister

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