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KREATOR: Interview mit Mille

20.01.2009 | 07:21

"Hordes Of Chaos" ist mehr als einfach nur ein Thrash-Metal-Album. Es ist auch ein Statement in Zeiten von Hochglanzproduktionen und Thrash-Revival. Ein absoluter Killer ist das Album ohnehin. Mille nahm sich ausgiebig Zeit, um auf meine Fragen zu antworten.

Peter:
Hallo Mille, zu Beginn erst mal Gratulation zum neuen Album "Hordes Of Chaos", welches nicht nur mir außerorderntlich gut gefällt. Wir haben das bei POWERMETAL.de einer sogenannten Gruppentherapie unterzogen, wo zehn Redakteure die Platte kurz besprochen haben und es ware alle Meinungen gut und besser. Es war also ziemlich unstrittig.

Mille:
Oh, cool. Das freut mich zu hören.

Peter:
Der einzige Kritikpunkt, der mal angebracht wurde, war die Tatsache, dass "Hordes Of Chaos" auch einen ziemlichen Punk-Einschlag hat. Der Rest fand aber genau das richtig gut an dem Album. War das eine bewusste Entscheidung von dir auch genau diesen Schritt zurück in Richtung 80er zu gehen?

Mille
:
Es war jetzt nicht so, dass wir ganz bewusst diesen Schritt zurück machen wollten. Es war eher so, dass wir im Vorfeld zu "Hordes Of Chaos" schon gedacht haben, dass wir nicht nicht auf hohem Niveau stagnieren wollten. Die von Andy Sneap produzierten Alben "Violent Revolution" und "Enemy Of God" klingen großartig, auch rein von der Produktion her. Von daher war es einfach auch an der Zeit etwas Neues auszuprobieren. Und deine Beschreibung ist da schon richtig. "Hordes Of Chaos" verbindet Elemente von den beiden letzten Alben mit unserer Frühphase und halt auch diese Punk-Einflüsse. Klar. Aber letztendlich war es keine Entscheidung, die wir bewusst getroffen haben. Es ist viel mehr so, dass ein KREATOR-Album immer aus dem Bauch heraus entsteht. Ich bin da in so einer Art Songwriting-Modus, in den ich mich selbst begebe. Ich sitze dann da in meinem stillen Kämmerlein und beginne auf meiner Gitarre Songs zu komponieren. Und darauf bauen dann auch die Texte auf, die dann stellenweise auf Fragmenten basieren, die ich irgendwo aufschnappe. Sei es ein Buch, sei es irgendein Film oder irgendwelche Nachrichten. Und genau so ist auch das neue Album entstanden.

Peter:
Der Punk-Einfluss ist ja auch an den Texten gut zu erkennen. Zeilen wie 'Destroy What Destroys You' oder 'Everyone Against Everyone' gab es ja auch schon von TON, STEINE, SCHERBEN und SLIME. Die magst du schon ganz gerne, oder?

Mille:
Auch das war nicht wirklich bewusst entschieden. Es ist einfach so, dass ich mir bei jedem Album Gedanken mache, worüber ich denn schreiben will. Aber es gibt einfach Worte, Passagen, die in dem Kontext immer wieder vorkommen. Überhaupt ist die Anzahl der Themen, die wir mit unserer Musik abdecken können, ja auch durchaus beschränkt. Ich habe mir aber schon darüber Gedanken gemacht, wie es in den 80ern so war, wie ich diese Szene empfunden habe und welchen Einfluss ein Rio Reiser auf mich hatte. Und das spiegelt sich dann durchaus auch in den Texten wider. Noch mehr, weil auch die ganze Aura in Berlin, wo wir ja aufgenommen haben, das noch mal verstärkt hat.

Peter:
Ich habe auch insgesamt einfach den Eindruck, dass Du noch angepisster als sonst klingst. Klar, es ist auch sonst nicht gerade Friede, Freude, Eierkuchen, aber diesmal dachte ich nur: "Oh, der Mille ist sauer. Diesmal ist er richtig sauer." Bist du tatsächlich so angepisst oder gehört das einfach zu dieser Art von Musik?

Mille:
Es ist schon so, dass es bei unserer Musik auch so sein muss. Bei KREATOR kannst Du deine Aggressionen rauslassen, vorne in den Moshpit gehen oder auch einfach nur bangen. Und genau das hat Moses Schneider erkannt und dann perfektioniert. Moses hat mich dazu gebracht einfach noch extremer, noch brutaler, einfach noch mehr an der Grenze zu singen. Er hat dafür gesorgt, dass ich die Emotionen des jeweiligen Songs noch mehr auslebe. Es geht Moses auch nie darum, dass irgendwas perfekt klingt, sondern das Gefühl muss transportiert werden. Zum Beispiel auch das verzweifelte bei 'Amok Run'. Das ist ja ein Song, der sich damit beschäftigt, wie sich jemand entscheidet Amok zu laufen. Und in dem ruhigen Anfang sitzt der Typ in seiner Kammer und denkt sich, dass er das jetzt machen will und dann setzt er das in die Tat um und stirbt dann seiner Meinung nach den Märtyrertod. Inspiriert wurde das von einem YouTube-Video, welches ein Typ als Art Abschiedsvideo vor seinem Amoklauf hochgeladen hat und in dem er meinte, er würde dann als Märtyrer sterben, so wie Jesus und dies sei seine Bestimmung. Das fand ich schon sehr krass. Und das muss man natürlich entsprechend rüberbringen.

Peter:
Genau dieser Märtyrertod hat mich am Anfang bei dem Song ein bisschen irritiert. Erst dachte ich, es geht um einen Schüler, der in der Schule oder an einem Hauptbahnhof Amok läuft und als das mit dem Märtyrertod kam, dachte ich eher an einen Terroristen, der sich in die Luft sprengt. Aber mit der Erklärung macht das dann natürlich komplett Sinn.

Mille:
Ja, das ist natürlich immer so, wenn man Texte verfasst. Für mich selbst ist das völlig klar, während es andere auch anders interpretieren können.

Peter:
Du hast auch gesagt, dass Moses dich dazu gebracht hat noch aggressiver und noch extremer zu singen. Ist er auch "schuld" daran, dass Du an einigen Stellen auch wieder melodischer klingst? So einen Refrain wie bei 'To The Afterborn', der zukünftig bei Konzerten laut mitgesungen wird, hatte nicht nur ich so nicht erwartet.

Mille:
Nein, eigentlich nicht. Moses war mehr für extremeren Sachen zuständig, diese Melodien stammen von mir. Moses hat halt an den Songs an sich nichts verändert, sondern war mehr für die Performance-Sachen zuständig. Er hat jedes Wort in den Lyrics auf die Goldwaage gelegt und darüber nachgedacht, wie ich das am besten interpretieren kann.

Peter:
Diese Art der Produktion von und die Arbeit mit Moses liegt dir auch wirklich sehr am Herzen, oder? Es ist ja auch so ein bisschen der Kontrapunkt zu den ganzen glattpolierten, immer gleich klingenden Produktionen aus diversen Studios, die alle gleich klingen. Das war dir schon sehr wichtig, dass die neue Platte sehr live, sehr dynamisch, einfach sehr lebendig klingt, oder?

Mille:
Ja, es gab ja auch fast keine andere Möglichkeit etwas zu verändern. Die besten Produktionen sind schon gemacht worden. Und besser als perfekt geht nun mal nicht. Der Trick bei Moses ist einfach, dass die Songs nicht bis ins letzte Detail perfekt produziert sind, dafür aber perfekt in Szene gesetzt wurden. Bei den Alben von TOCOTRONIC und den BEATSTEAKS, die ich beide sehr mag, hatte ich immer das Gefühl, die Band steht in meinem Wohnzimmer und spielt nur für mich. Genau das wollte ich für KREATOR auch erreichen. Ich habe am Anfang dann auch mit Andy Sneap über diese Idee gesprochen, aber er schien mir nicht besonders begeistert von der Idee. Moses hingegen war sofort Feuer und Flamme. Da sieht man auch deutlich die verschiedenen Heransgehensweisen der Beiden. Moses ist mehr der Künstler, während Andy Sneap eher der Techniker, der Analytiker ist. Und Moses hat uns so dann auch zu Höchstleistungen gebracht. Alle in der Band mochten diese Art der Produktion sehr. So konnten Ventor, Sami und Speesy ja auch viel mehr ihren eigenen Charakter auf der Scheibe einbringen, was sie sonst bei Konzerten ja auch tun. Auf Platte war das da ja zuletzt immer so perfektioniert, so im Sinne von verfremdet. Fast gleichgeschaltet. Wir sind aber nun mal alle Menschen und Menschen machen Fehler. Das trägt halt auch zum Charakter einer Band bei und das ist es auch, was den Großteil einer Band ausmacht. Das sollte man auch auf einer Platte hören dürfen. Ich will damit auch gar nicht sagen, dass Andy Sneap ein schlechterer Produzent als Moses Schneider ist. Er ist halt anders. Aber vielleicht ist es das, was die Menschen jetzt spüren und warum sie diese Art von perfekter Produktion nicht mehr hören wollen.

Peter:
Ja, ich habe in diversen Foren auch schon eine gewisse Anti-Andy-Sneap-Stimmung bzw. eine Anti-Perfekte-Produktion-Stimmung wahrgenommen. So nach dem Motto: "das klingt alles gleich, wenn er etwas produziert, klingt es nicht wie die Band, sondern wie Andy Sneap/Tue Madsen etc., die Band hat gar keinen Charakter". Genau das kann man von "Hordes Of Chaos" sicher nicht sagen. Die Platte lebt, ist sehr dynamisch, hat Charakter. Die Frage, die sich jetzt stellt, ist natürlich: Was willst Du da jetzt in Zukunft machen? Nur noch so produzieren mit der Gefahr, dass die Leute sich auch daran satt hören? Hat man da überhaupt noch viele Optionen?

Mille:
Nun, über die nächste Platte mache ich mir Gedanken, wenn es so weit ist. Ich finde eh, dass man nicht immer so einen Masterplan in der Tasche haben sollten, sondern einfach das machen, was man fühlt. So haben wir alle unsere Alben aufgenommen und so werden wir auch das nächste Album aufnehmen. Wenn uns dann danach ist, dies mit Andy Sneap zu tun, machen wir das. Aber im Moment geht die Tendenz schon eher zur Zusammenarbeit mit Moses. Schon, weil es einfach neue Optionen für uns eröffnet. Es ist einfach so, dass man mit dieser Art der Produktion ein viel exakteres Bild einer Band erzeugen kann, als wenn man alles am Computer perfektioniert. Das ist einfach eine ganze andere Sichtweise und ein viel individuelleres Arbeiten. Und ich glaube, dass uns das noch zu gute kommen wird und das unsere Fans das auch spüren, dass KREATOR einfach auch ein bisschen anders ist als andere Bands.

Peter:
Ja, ich habe in meiner Rezension auch noch mal hervorgehoben, dass ich es sehr schätze wie ihr Thrash verkörpert. Da gibt es keinen Spaß. Nicht textlich, schon gar nicht musikalisch. Anders als bei den Genrekollegen von SODOM oder TANKARD. Das ist immer ernst. Eigentlich seid ihr in meinen Augen die perfekte Verkörperung von Thrash Metal, so wie es ähnlich sonst noch SLAYER sind. Da gibt es keine Klischees, keine Fun-Texte, kein albernes Getue. Ihr ward immer ernst, ihr ward immer ihr selbst, habt euch nie verbiegen lassen. So nach dem Motto "wir machen das, weil wir es wollen und weil genau so Thrash klingen muss".

Mille:
Ich habe Thrash auch noch nie für eine lustige Art von Musik gehalten. Ich finde es auch immer total panne, wenn dann eine Band so einen Spaßsong auf ein Album packt. Da habe ich schon immer gedacht, dass man das doch nicht machen kann. Das hat doch mit Thrash Metal nix zu tun. Dafür ist die Musik doch viel zu schade. Klar, jeder muss das so machen, wie er meint. Aber zu KREATOR passt das nun mal überhaupt nicht. Und wenn Du Thrash Metal machen willst, der intensiv ist und die Leute auch davon überzeugen willst, muss das schon auch ernst bleiben. Wenn ich Spaß-Musik hören will, kann ich doch zu J.B.O. gehen oder so. Ich war auch immer schon ein Freund von ernster Musik. Ernst muss ja nicht verkrampft heißen oder langweilig, sondern intensiv und mit Tiefe. Stell' dir vor, du bist auf einem DEAD CAN DANCE-Konzert und auf einmal fangen sie an da einen Spaßsong zu spielen.

Peter:
Oh, da würde ich aufstehen und gehen.

Mille:
Eben. Was da auch so als Spaß verkauft wird, ist auch absolut nicht mein Humor. Ich mein, es ist natürlich nicht so, dass wir alle ganz finstere Typen sind, die überhaupt kein Humor haben. Außerhalb von KREATOR sind wir ja alle ganz normale Typen und das Niveau im Tourbus sinkt auch schon mal bedenklich. Aber Spaß in der Musik können wirklich nur ganz wenige, versuchen aber viel zu viele.

Peter:
Ja, das sehe ich ganz exakt auch so. Würdest du mir eigentlich zustimmen, dass Sami der beste Gitarrist ist, der bisher bei KREATOR gespielt hat? Neben dir natürlich…

Mille:
Ich bin ja eher der Rhythmusgitarrist und Sami ist eher der emotionale Leadgitarrist. Und was ich schreibe, wird von Sami wirklich absolut perfekt umgesetzt. Also, er ist schon ein richtig Guter, ja.

Peter:
Jetzt mal zu einem etwas traurigerem Thema. Ich war ein bisschen überrascht, dass ihr nicht bei dem Benefiz-Konzert von Chris Witchhunter spielt (kürzlich verstorbener Drummer von SODOM und Jugendfreund von Mille – PK). Hat das terminlich nicht gepasst oder woran liegt das?

Mille:
Zu der Zeit sind wir in Amerika, von daher hat das terminlich nicht gepasst. Zudem spielen wir auch kurz vorher in der Turbinenhalle, deshalb hätte es auch nicht so viel Sinn für uns gemacht. Aber klar, natürlich hätten wir dort gespielt, wenn es sich hätte einrichten lassen. Chris war ein cooler Typ und ich habe in meiner Kindheit und meiner Jugend viel Zeit mit ihm verbracht, aber am Ende war er dann auch ziemlich fertig. Ist aber natürlich traurig, darüber müssen wir nicht reden.

Peter:
Du hast ja gerade schon gesagt, dass ihr dann auf Tour seid. Die führt euch ja auch wieder mit leider sehr vielen Bands durchs Land, die ich zudem alle nicht besonders mag und die auch nicht so wirklich gut zu KREATOR passen. Würden da denn nicht eine oder zwei Vorbands reichen?

Mille:
Ja, das die musikalisch nicht so richig zu uns passen, stimmt natürlich. Aber das ist durchaus Absicht. Wir waren noch nie Fans davon nur Bands mitzunehmen, die wie eine KREATOR-Kopie klingen. Der Fokus soll schon auf KREATOR liegen. Die nächste Tour wird auch eine eindeutige KREATOR-Headliner-Tour sein und darauf konzentrieren wir uns. Wir haben halt nur Bands mitgenommen, die wir persönlich sehr gut finden. Die zwar nicht wirklich zu KREATOR passen, aber in dem, was sie machen, wirklich gute, relevante Bands sind. So kann mn auch noch neue Bands für sich entdecken. Gerade CALIBAN sind schon gut.

Peter:
Aber müssen es denn wirklich vier Bands sein? Würden zwei oder drei nicht reichen?

Mille:
Sagen wir es mal so: Wenn du zwei Bands mitnehmen willst, musst du eigentlich drei Bands mitnehmen, da sich eine Band alleine schon den Tourbus nicht leisten kann. Das hat halt was mit den Kosten zu tun. Ich sehe das sonst ähnlich. Wir versuchen halt entsprechend früh anzufangen und dann nicht später als 22.00 Uhr auf die Bühne zu gehen, damit man sich nicht ewig die Beine in den Bauch steht. Ich verstehe schon, was du meinst. Aber CALIBAN solltest du dir schon mal angucken, die sind wirklich gut.

Peter:
Ja, ist ja schon gut. Ich komme ja. Ich habe die letzten beiden Touren schon sausen lassen. Ich glaube, das letzte Mal habe ich euch vor mehr als sieben Jahren auf dem Kennedyplatz in Essen gesehen. War ja auch ein besonderes Konzert.

Mille:
Oh ja, dann wird es wirklich Zeit für dich. Aber ja, das Konzert war echt großartig, wird es aber leider in der Form nicht mehr geben, weil man auf dem großen Platz so harte Musik nicht mehr spielen wird.

Peter:
Es war halt interessant zu sehen, wie Rentner und Kids in T-Shirts von irgendwelchen Charts-Acts mit großen, staunenden Augen da standen und nicht verstanden haben, was da vor sich geht. Geht es denn bei der Tour wieder einmal um den Erdball?

Mille:
Ja, wir wollen wieder so viel wie möglich und überall spielen. Wir werden auch versuchen unseren Fans wieder wirklich was zu bieten. Mit der 3-D-Show und einem vollen Programm. Es soll sich lohnen, zu einer KREATOR-Show zu kommen.

Peter:
Ist denn das ausgedehnte Touring auch ein Grund dafür, dass es immer so lange dauert mit den Veröffentlichungen? Vier Jahre sind ja schon eine lange Zeit.

Mille:
Ja, das ist natürlich ein Grund. Wir sind bis zwei - drei Jahre zu jedem Album auf Tour und dann müssen wir uns anschließend noch die Zeit für ein Album nehmen. Und wir wollen ja auch immer ein gutes Album veröffentlichen. Ich stelle mir vor jedem neuen Album ernsthaft die Frage, ob ich denn überhaupt noch in der Lage bin ein Album zu schreiben, das wenigstens so gut wie sein Vorgänger ist. Das Ziel ist natürlich ein besseres Album zu machen. Wenn ich das nicht mehr schaffe, muss ich auch kein neues Album mehr aufnehmen.

Peter:
Warst Du schon mal kurz vor dem Punkt, wo du gedacht hast, das geht jetzt nicht mehr weiter? Ich denke da auch ein bisschen an die gerne kritisierte Phase in den 90er von "Renewal" bis "Endorama". Ich persönlich mag die Alben, aber wenn es eine Zeit gibt, für die KREATOR kritisiert wird, dann ist es nun mal diese Phase.

Mille:
Ich finde diese Zeit enorm wichtig in unserer Historie. Und wir waren da auch sehr produktiv und haben viel ausprobiert und experimentiert. Was wir da gemacht haben, war halt eine andere Seite von KREATOR. Es war wirklich wichtig, dass wir das alles so gemacht haben. Denn so konnten wir dahin zurückkommen, was wir wirklich sind: ultrabrutaler Thrash Metal. Wir sind heute mehr KREATOR denn je. Und an diesen Punkt wären wir ohne "Outcast" und "Endorama" nie gekommen".

Peter:
Denkst du eigentlich, dass ihr von dem derzeitigen Thrash-Revival profitiert? Oder habt ihr es ausgelöst?

Mille:
Hahaha, keine Ahnung. Ich weiß nicht, wer es ausgelöst hat, aber ob wir davon profitieren, muss man abwarten. Es gibt auf jeden Fall viele neue Bands, klar. Und ein paar davon sind auch ganz gut. Ich sehe die immer eher als Tribut-Bands, aber ich warte immer noch auf die Band, die wirklich packende und knallharte Songs hat. Aber das kommt bestimmt noch. Ob sich für uns was dadurch ändert, muss man abwarten. Aber eigentlich glaube ich nicht, dass jemand, der seine neuen Bands dort entdeckt hat auch gleich KREATOR kaufen wird.

Peter:
Hast Du denn eigentlich Erwartungen an Chart-Notationen und Verkäufen oder ist dir das im Prinzip völlig egal?

Mille:
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich überhaupt nicht interessiert. Klar, wir hoffen natürlich, dass es sich gut verkauft.

Peter:
Gehe ich auch von aus. Die letzten beiden Alben liefen ja auch schon wieder ganz gut.

Mille:
Genau. Und ich weiß auch, dass unsere Fans das Album kaufen werden, obwohl es schon sechs Wochen im Netz steht. Das ist halt das gute an unseren Fans. Die wissen unsere Arbeit noch zu würdigen.

Peter:
Ja, das tun sie. Das lohnt sich ja auch wieder wegen dem Artwork. Gerade die Digipack-Version mit Klappcover scheint mir ja sehr vom Film "Zardoz" inspiriert zu sein.

Mille
Jaaaaaaaaa, genau! Mensch, woher weißt du das? Das ist echt abgefahren, du bist der Erste, der das erkennt. Der Joachim Lütke hat genau diesen Film immer zitiert, er wolle "Zardoz" als Referenz da reinbringen. Echt cool, dass Du das erkannt hast. Ansonsten muss man das aber getrennt von der Musik sehen. Wir machen Joachim da keine großen Vorgaben, das ist sein Terrain und da ist er klasse.

Redakteur:
Peter Kubaschk
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