WOLVERINE - Anomalies
Mehr über Wolverine
- Genre:
- Progressive Rock
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Music Theories Recordings
- Release:
- 06.02.2026
- A Sudden Demise
- My Solitary Foe
- Circuits
- Nightfall
- This World And All Its Dazzling Lights
- Automaton
- A Perfect Alignment
- Losing Game
- Scarlet Tide
Endlich: Das Comeback nach zehn langen Jahren!
Stolze zehn Jahre haben die Musiker von WOLVERINE verstreichen lassen, um ihrem 2016er Meilenstein "Machina Viva" einen Nachfolger zur Seite zu stellen. Zwar haben die Skandinavier in der Zwischenzeit noch eine EP eingestreut ("A Darkened Sun", 2021), doch im Großen und Ganzen sind die einstigen Senkrechtstarter zuletzt doch ziemlich in der Versenkung verschwunden und haben folgerichtig auch so einiges gutzumachen - zumindest in den Augen der gierigen und auch hier nimmersatten Die-Hard-Fans.
Sobald die ersten Melodien von "Anomalies" jedoch durch die Boxen schallen, die butterweichen Harmonien sofort wieder diesen unnachahmlichen Grundton erreichen und die Gänsehautstimme von Stefan Zell wieder alle Emotionen auspackt, ist man jedoch sofort überzeugt, dass die Pause der Band definitiv gut getan hat und die Akkus wieder komplett aufgeladen werden konnten. "Anomalies" mag zwar nicht ganz so verspielt sein wie seine beiden Vorgänger und legt den Fokus auch eher auf balladeskes Material, jedoch sind die Schweden gerade in dieser Disziplin Meister ihres Faches, ganz gleich ob die Nummern eine Spur experimenteller klingen oder eben doch sehr straight und vor allem melodisch auf den Punkt kommen.
Alleine die fabelhaften Hooklines in 'Nightfall' und 'Losing Game' reichen hier schon aus, um Fans und potenzielle Interessenten sofort zu begeistern. Doch auch der bewegende Start in 'A Sudden Demise', die epischen Facetten von 'My Solitary Foe' und dieser galante Spannungsbogen in 'Scarlet Tide' zeugt von meisterlichen Qualitäten in Sachen Songwriting und ganz nebenbei von der besonderen Eigenschaft, möglichen Kutsch so gerade noch zu umschiffen und exakt diesen Balanceakt perfekt zu beherrschen. Denn ganz klar ist: WOLVERINE liebt und pflegt den Pathos, ist sich desen auch absolut bewusst und macht auch gar keinen Hehl daraus, dass einzelne poppige Fragmente im dennoch zeitlosen Bandsound willkommen sind. Und im Hinblick auf die eindringliche Inszenierung ist das auch diesmal eher die Kirsche auf der Torte statt des vermeintlich überflüssigen Pomps.
Lediglich Freunde der etwas progressiveren Klänge müssen diesmal etwas stärker sein, denn WOLVERINE klingt anno 2026 deutlich leichter zugänglich, viel kompakter und auch straighter als je zuvor. Doch diese Entwicklung kann man im Nachhinein ebenfalls positiv bewerten - denn so starke Widerhaken und so eingängige Nummern wie auf "Anomalies" haben die Skandinavier bis dato noch nicht geliefert. Klasse!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


