VREID - The Skies Turn Black
Mehr über Vreid
- Genre:
- Black Metal / Black'n'Roll
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Indie Recordings
- Release:
- 06.03.2026
- From These Woods
- The Skies Turn Black
- A Second Death
- Kraken
- Loving The Dead
- Built & Destroy
- Chaos
- Flammen
- Smile Of Hate
- Echoes Of Life
- The Earth Rumbles
Arntor, ein Lysbringer.
Wenn die Norweger VREID ein neues Album veröffentlichen, dann weiß man nie, was einen genau erwartet: Die Band liebt zwar Valfar und die legendären WINDIR, hat aber immer auch andere Facetten als ausschließlich hallenden, schneestäubenden Black Metal aus Bergen zu bieten. Zu denen gehören Rock aus den Siebzigern, eine Prise Thrash, Ambient und progressive Farbtupfer.
Einige Fans wollen oft die WINDIR-Vollbedienung, doch das kümmert VREID nicht. Die Band zieht ihr Ding durch, mal dornig und archaisch wild, mal melodisch, mal überraschend modern. So lässt sich auch "The Skies Turn Black" nicht auf eine Linie festlegen. Der Opener 'From These Woods' erinnert nun voll an WINDIR: Der Rausch, wenn die Band vorprescht, der weite Hall, klirrender Frost, dunkle Wälder im Schnee, das Break, der erhabene Chor, der einem Gänserhaut verpasst, bevor es wieder schwarze Pfeile regnet. Mit dem vor einem Jahr bereits vorab veröffentlichten 'Flammen' und 'Chaos' gibt es noch zwei Tracks, die Valfar in Valhalla das Schwertchen schwingen lassen. Beide verführen mit epischen Passagen, der Zweite zudem mit einem überlangen Intro.
An 'Pitch Black' vom zweiten Album erinnert 'Build & Destroy': Hier wird der Luftkampf zwischen Spitfire und ME 109 fortgesetzt, es bleibt der oben, der im optimalen Moment seine Garbe absendet und über den Flügel abkippt, ohne im Feuer des Gegners zu landen. Oder ist es die Blücher, die von Birger sturmreif geschossen wird? Wie auch immer, es geht zur Sache: Solche Songs kann VREID wie keine andere Band.
'The Skies Turn Black' mit schiefem MAIDEN-Riff und 'A Second Death' passen auch in dieses Schema, ohne auf Drama und klassische Parts zu verzichten, Dornen plus Blüte sozusagen. Auch 'Smile Of Hate', hier trifft Epik auf Black'n'Roll: Das geht! Am Ende erleben wir einen Key-Part, der uns fein an DIMMU BORGIR erinnert. Schon geil!
Wir sind aber nicht bei VREID, ohne dass wir auch progressivere und rockige Töne geliefert bekommen. Das Instrumental 'Kraken' aus dem gleichnamigen Film bietet uns eine Atempause mit raffiniert geschichteten Ambient-Tonlagen. Ein dunkles Gemälde, sind das nun Berge oder schon Wolken?
Agnete Kjølsrud von DJERV singt den in der Mitte des Albums plazierten Überlängesong 'Loving The Dead' ein, der eine Reise in düstere Abgründe ist, wild und verzückt, eine echte Achterbahnfahrt an psychedelischen Schüben. Im Video ist es tatsächlich Jackass-Ikone Chris Pontius, der das schattige Auf und Ab durchlebt.
'Echoes Of Life' nun bietet quasi atmosphärisch eine Fortsetzung des genialen, von mir außerordentlich geliebten 'The Morning Red' vom Vorgänger "Wild North West". Und der neue Track ist ganz großartig geraten. Was kann diese Band doch für tolle Klargesangsongs komponieren! Dunkel, magisch, unwiderstehlich. Überhaupt, sämtliche "Experimente" können als sehr gelungen bezeichnet werden.
Das opulente, schnittige, Haken schlagende und Wurfsterne regnende Finale 'The Earth Rumbles' bündelt zum Abschluss noch einmal alle Stärken in einem Song. Mir gefällt das ganz ausgezeichnet. Ach, das ahntet ihr schon?
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Matthias Ehlert


