VICTIM - Nuclear Nightmare
Mehr über Victim
- Genre:
- Thrash
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Eigenvertrieb
- Release:
- 06.12.2025
- Purification
- Nuclear Nightmare
- Police Brutality
- Neonaticide
- Pinnacle Of Immortality
- Cold World Slavery
- Ready To Bleed
- The Other Side
Teutonen-Thrash mit internationaler Klasse!
Das Thrash-Trio aus Weimar mit dem schlichten Namen VICTIM ist wieder unterwegs. "Nuclear Nightmare" ist der zweite Longplayer der Band, die aber obendrein noch etliche EPs und eine Live-Veröffentlichung im Back-Katalog gelistet hat. Und das ist auch sehr gut so, denn die Jungs bieten erneut schön knusprigen Thrash mit angenehmen Anleihen aus der geliebten Bay-Area. Dazu paaren sich aber teutonische Akzente, sodass wir eine spritzige Mischung mit rabiater Durchschlagskraft serviert geboten bekommen.
Der angepisste Brüll-Gesang von Gitarrist Hanny ist genau die Art von gutturaler Lautgabe, die ich mir bei solcher Musik wünsche. Bestens verständlich posaunt er seine Wut ins Mikrophon und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Es geht um Umwelt, um Polizei-Gewalt und um die Schieflage der Welt. Da darf man schlechte Laune bekommen. Diese bündelt die Band in ihren Songs und erfreut so den Hörer mit einer geballten Ladung voller saftig-abgehangener Thrash-Batzen, die amtlich Arsch treten.
So geht im gut sieben Minuten langen Titelsong abwechslungsreich die Post ab und auch Bassist M.P. kann sich hier lautstark austoben. Auffallend sind die extrem geschickt integrierten Groove-Passagen, in denen immer wieder mit abgestopptem Riffing nach vorne geschoben wird. Das erinnert mich ein kleines bisschen an die wunderbare Band POTENTIAL THREAT SF, was bitte als Kompliment betrachtet werden darf.
Wenn man dann mal so richtig das Gaspedal durchtritt wie im wieselflinken 'Ready To Bleed' vergisst man im Hause VICTIM aber immer noch nicht, Hookliness mit messerscharfem Riffing zu kombinieren. Ein luftiges Bass-Solo sorgt dann für eine kurze Atempause bevor die wilde Fahrt dann weiter geht.
Was mir auf "Nuclear Nightmare" aber besonders gut gefällt, sind die beiden längeren Nummern, in denen das Trio zeigt, wie man auch mit dieser limitierten Besetzung spannungsgeladene Longtracks in dieser Stilistik abliefern kann. Soundlöcher entstehen trotz der vermeintlich fehlenden zweiten Gitarre niemals, da der Tieftöner hier oftmals gleichberechtigt agieren darf. Ein riesengroßes Plus! Während ich bei einigen größeren Bands aus diesem Subgenre bei so langen Songs gern mal das Riff-Geschiebe kritisiere, finde ich bei VICTIM genau daran sehr großen Gefallen. Hier sind die Übergänge einfach butterweich und keine Passage wird zu lang ausgereizt. Toll!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Holger Andrae


