THE HARA - The Fallout
Mehr über The Hara
- Genre:
- Modern Alternative Rock
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Mascot Records
- Release:
- 23.01.2026
- Trophy
- Easier To Die
- Monsters & Demons
- Twist The Arrows
- Stay
- The System
- Psycho Killer
- Kings
- Bury Me
- Violence
- Intergalactic Sabotage
- Enemy
Modernes Rock-Trio, dem das eigene Genre zu klein scheint.
12 Songs unter 35 Minuten. Muss ich noch mehr sagen? Das Trio aus Manchester hat sich ganz dem aktuellen Zeitgeist verschrieben. Kurze Songs ohne größeres Aufwärmprogramm und wichtiger Nachsorge. Seit der Gründung 2017 haben die Briten gleich sechs EPs unter das Volk gebracht, ehe mit "Survival Mode" in 2023 das Debüt erschien. Nun legt THE HARA mit "The Fallout" eindrucksvoll nach.
Ihr Stil ist nicht ganz einfach zu fassen. Die Schublade des modernen Alternative Rock passt grundsätzlich, ist aber gleichzeitig auch zu eng gefasst. Sänger Josh Taylor, Gitarrist Zack Breen und Schlagwerker Jack Kennedy würzen ihre Kunst nämlich mit etlichen Musiksprenkeln und bedienen sich mal beim Metalcore, Post-Hardcore, Industrial ('Psycho Killer') oder Nu Metal, alles trotzdem sehr poppig ('Kings'), gerne punking ('The System') abgeschmeckt, ehe es auch mal durchaus progressiv, djentig, fast schon mathrockig im Abgang sein darf.
Was wie ein wilder Musikeintopf klingt, funktioniert jedoch überraschend gut. Die dicke Produktion ist gelegentlich mit elektronischen Spielereien und Loops aufgepeppt, selbst Gitarrensoli haben ab und an ihren Weg auf die Scheibe gefunden. In den Ring würde ich jetzt mal ganz vorsichtig Bands wie ANNISOKAY, NOTHING MORE oder auch SIXX A.M. und LINKIN PARK werfen. Passt alles, passt nichts. Mit AS-DECEMBER-FALLS-Frontfrau Bethany Curtis, die als Referenz auch gerne herhalten dürfen, gibt es übrigens auch ein gutes Duett auf dem Album zu hören ('Violence'). Gut, nicht jedes Stück zündet, aber genug, um einen positiven Gesamteindruck zu hinterlassen.
Frontmann Josh Taylor durchlebt ebenfalls alle Facetten moderner Gesangstechniken und Emotionen. Es wird häufig melodisch gesungen, viel gejammert, in Ansätzen auch mal gerappt und hemmungslos geschrien. In allen Bereichen macht der junge Mann eine gute Figur, nur sein Screamo-Modus geht mir partiell auf den Zeiger und darf in Zukunft gerne minimiert oder gar ganz aus dem Sound eliminiert werden. Hat er nicht nötig und verschreckt ('Easier To Die'). Der Brite beweist ein sehr feines Gespür für schöne Melodien, die über den dicken Grooves und fetten Gitarren schweben und tatsächlich Ankerpunkte setzen. Ich mag es kaum sagen, aber das Album wächst von Mal zu Mal, obwohl die Songs so komprimiert und in ein eigentlich vorhersehbares Korsett geschnürt sind. Respekt. Muss man auch erst einmal so hinbekommen.
Insgesamt ist es auf jeden Fall eine interessante und extrem kurzweilige Reise, bei der Liebhaber von modernen Klängen, tiefen Gitarren und schönen Melodien sicher auf ihre Kosten kommen werden. THE HARA hat mit "The Fallout" das Genre zwar nicht neu erfunden, bewegen sich in diesem aber sehr souverän und auf einem qualitativ hohen Niveau. Darüber hinaus dehnen und überschreiten sie die Grenzlinien, was nicht nur sympathisch wirkt, sondern für die Band eventuell auch überlebenswichtig sein könnte. Kommt auf Tour!
Anspieltipps: Trophy, Psycho Killer, Intergalactic Sabotage
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Chris Staubach


