RUINS OF BEVERAST, THE - Tempelschlaf
Mehr über Ruins Of Beverast, The
- Genre:
- Black Metal / Doom Metal / Death Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Ván Records
- Release:
- 09.01.2026
- Tempelschlaf
- Day Of The Poacher
- Cathedral Of Bleeding Statues
- Alpha Fluids
- Babel, You Scarlet Queen!
- Last Theatre Of The Sea
- The Carrion Cocoon
Vielfältig und mit eigener Duftmarke.
Über das Projekt von Alexander von Meilenwald, das nun bereits seit über zwanzig Jahren existiert, muss man sicherlich keine großen Worte mehr verlieren, da man davon ausgehen kann, dass es unserer Leserschaft schon bekannt ist. Eher erwähnenswert finde ich, dass es sich im Laufe der Jahre fortentwickelt hat, ohne dabei seine Ursprünge zu verraten oder seine einst gesetzte Duftmarke außer Acht zu lassen. Soll heißen, wo THE RUINS OF BEVERAST draufsteht, ist auch weiterhin Black Metal enthalten.
Mit der Zeit wurde aber auch Elementen des Doom und Death Metal sowie aus dem Ambient-Bereich Einlass gewährt. Spätestens mit dem letzten Album "The Thule Grimoires" ist sogar ein Gothic-Einschlag erkennbar, der auf dem aktuellen Werk fortgesetzt wird. Mir persönlich kommt das sehr entgegen, weshalb die letzten drei Alben wohl auch meine Meistgehörten aus der Banddiskografie sind.
Ja, aus meinem letzten Satz lässt sich bereits ableiten, dass mir "Tempelschlaf" wieder gut gefallen hat. Und ich bin mir recht sicher, dass sich die einzelnen Stücke wie auch schon bei den beiden Vorgängern bei wiederholtem Hören noch in der Beliebtheit steigern werden. Aus diesem Grunde habe ich mir das Album auch gleich nach dem ersten kompletten Hördurchlauf physisch vorbestellt. Fans können hier also meines Erachtens unbedenklich zugreifen. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass diese vielfältige Scheibe mit ihren überraschenden Wendungen neue Anhänger anlocken könnte.
Stücke wie der eröffnende, fast zehnminütige Titelsong, der genauso gut in das letzte Album gepasst hätte, und der abschließende Finallongtrack, 'The Carrion Cocoon', der sich zu meinem derzeitigen Favoriten gemausert hat, sprechen für sich. Letzterer bietet meines Erachtens eine perfekte Symbiose aus Instrumenten und Stimme - auch bezüglich der Synths, ein Punkt an dem ich sonst üblicherweise gern kritisch reagiere. Der Aufbau ist überzeugend vom ambienten, langsamen Start bis hin zur fulminanten, orchestralen Wirkung an manchen Stellen.
Das zweite Stück der Scheibe, 'Day Of The Poacher', lässt mit seinem Schreigesang und ordentlicher Gitarren und Schlagzeugarbeit von vornherein nichts anbrennen. 'Cathedral Of Bleeding Statues' ist ebenfalls gut hörbar, auch wenn es im Vergleich zu den anderen Albumtiteln etwas weniger Abwechslung bietet. Mir persönlich ist dann 'Alpha Fluids' derzeit noch fast schon zu "voll auf die Zwölf", ich kann mir aber vorstellen, dass andere Ohren es gerade deswegen mögen werden. Die Qualität lässt jedenfalls nicht dabei nach, insbesondere der wabernde Synth gen Ende passt gut zum restlichen Klanggebilde.
Darüber hinaus hat mich auch das abwechslungsreiche fünfte Lied, 'Babel, You Scarlet Queen!', mit seinen schönen, melodischen Klangsequenzen und souveränen Tempowechseln stark überzeugt. Darin sind meiner Meinung nach alle nötigen Zutaten für einen richtig guten Song enthalten. Ebenso hat mich 'Last Theatre Of The Sea' positiv überrascht, sei es durch das anfangs und auch zwischendurch auftauchende, von dem Projekt ungewohnt melodiöse Gitarrenspiel, das eingeworfene Zitat oder der plötzlich andersartige Instrumenteneinsatz.
Kurzum: Ich finde "Tempelschlaf" insgesamt richtig gut gelungen. Eine Kaufempfehlung sei hiermit ausgesprochen.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Susanne Schaarschmidt


