PINCH BLACK - Dystopian Times
Mehr über Pinch Black
- Genre:
- Death Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 10.01.2025
- The Duel
- Monsters
- The Reaper
- Ghoul
- Necromancer
- Shadows
- Skinwalker
- Whales In The Clouds
Teils richtig spannender, teils etwas überdrehter Death Metal.
Die deutschen Metaller PINCH BLACK bezeichnen ihre Musik selbst als Epic Death Metal. Ihr werdet euch im ersten Moment mit Sicherheit fragen, was das denn genau sein soll, doch ein Blick auf das Comic-Coverartwork des neuen Albums "Dystopian Times" dürfte euch relativ schnell verraten, dass das Quintett musikalisch und auch optisch durchaus offenkundig Bezug zur fiktiven Band DETHKLOK aus der "Metalocalypse"-Zeichentrickserie nimmt. Die Scheibe ist dabei bereits der vierte Release auf Albumdistanz des 2018 gegründet Fünfers, der aus Burkhard (Gesang), Laura (Gitarre), Janine (Gitarre), Stephan (Bass) und Schlagzeuger Rafael besteht.
Los geht es mit 'The Duel' dann direkt wuchtig und mit viel Groove, auch wenn der Track erst einmal ein paar Sekunden des noisigen Intros braucht, um so richtig in Fahrt zu kommen. Danach geben aber insbesondere Janine und Laura an den Sechssaitern ordentlich Gas, während Burkhard mit seinen tiefen Growls für die vokale Brutalität sorgt. Ein paar Keyboards geben dem Riff-Gewitter dann die eingangs versprochene epische Note, auch wenn der Track für mich leider in Passagen doch etwas zu überdreht und ziellos agiert. Deutlich besser schlägt sich da schon 'Monsters' an zweiter Stelle der Trackliste, das dem Todesblei-Korsett ein paar schwarzmetallische Stäbe hinzufügt und mit einer sehr schönen Grundstimmung punkten kann. Beim Refrain würde ich sogar soweit gehen, von einer einprägsamen Hookline zu sprechen, die von den Gitarren und feinen Screams getragen wird, während sich der Breakdown als brutaler Groove-Angriff auf die Nackenmuskeln entpuppt.
Auch danach bleibt "Dystopian Times" eine zwiegespaltene Scheibe, die mich manchmal komplett abholt, teilweise dann aber mit etwas zu wuchtigen Breitwand-Attacken auch wieder abhängt. Dabei kristallisiert sich schnell ein Muster heraus, denn immer, wenn der Fünfer sich etwas mehr Raum für melodische Gitarren erlaubt, bin ich komplett an Bord. Gerade 'Ghoul' und 'Necromancer' drängen sich in dieser Kategorie als Höhepunkte und klare Anspieltipps auf. Andererseits laufen Riff-Abfahrten wie 'The Reaper' oder 'Shadows' auch mal gerne über weite Strecken komplett an mir vorbei, wobei auch diese Tracks ihre starken Momente haben, nur insgesamt etwas zerrissen wirken. Erst 'Skinwalker' bringt die Pole des Bandsounds dann richtig gut unter einen Hut, indem hier zu Beginn mit mächtig Biss agiert wird, nur um später doch die Kurve hin zu einem sehr unterhaltsamen melodischen Ende zu finden.
So ist "Dystopian Times" am Ende ein handwerklich und klanglich starkes Album, für das ihr allerdings eine Vorliebe für wuchtigen Breitwandsound braucht. Kompositorisch gibt es in Teilen aber noch etwas Luft nach oben, weshalb es am Ende von mir "nur" sieben Zähler gibt, denen DETHKLOK-Liebhaber aber mit Sicherheit noch einen Zähler hinzuaddieren können. Selbige werden nämlich sicher auch an den etwas überdrehten Passagen ihre Freude finden.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


