OLDE OUTLIER - From Shallow Lives To Shallow Graves
Mehr über Olde Outlier
- Genre:
- Black Metal / Death Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Iron Bonehead Productions
- Release:
- 19.12.2025
- The Revellers
- The Pounding Of Hooves
- Swept
- All Is Bright
Es lebe der extreme Eigensinn, es lebe der australische Underground!
Beau Dyer ist im australischen Underground sicherlich eine Hausnummer: Mit INNSMOUTH und GRENADE hat er in den letzten zwei Dekaden einige Spuren hinterlassen, mit keiner seiner bisherigen Combos jedoch den Sprung über den Teich geschafft, um auch überregional auf sich aufmerksam zu machen. Bei OLDE OUTLIER wagt er nun einen neuen Angriff und wählt hierfür eine recht unkonventionelle, eigentümliche Kombination aus schleppendem Black Metal und leicht angerautem Death Metal, die zu Teilen an den frühen Stoff von SAMAEL erinnert, aber auch die musikalischen Stationen von Dyer noch einmal inspirativ aufnimmt. "From Shallow Lives To Shallow Graves" heißt das erste Resultat der neuen Kapelle, und auch wenn man über die gesamte Distanz der hier positionierten vier Songs das Gefühl hat, etwas Spezielles zu erleben, so weiß man doch nie so recht, ob man sich nun wirklich mitgerissen fühlt oder eher ein stiller Zwang im Vordergrund steht, dieses vermeintlich kultige Werk wirklich gut zu finden.
Die inhaltlichen Schwankungen sind nämlich durchaus ein Stolperstein, der die Magie von OLDE OUTLIER bis auf weiteres eindämmt. Wenn die Herrschaften ihr Material recht episch aufbauen und sich auch genügend Zeit nehmen, die hypnotischen Riffs stetig weiterzuentwickeln, ist "From Shallow Lives To Shallow Graves" wirklich gigantisch. Das unglaublich abwechslungsreiche 'The Pounding Of Hooves' beispielsweise hinterlegt eine bemerkenswerte Signatur und lässt vom klassischen VENOM-Groove bis hin zu manchem kauzigen Proto-Metal-Ansatz nichts aus. Und auch das energische 'Swept' nimmt sofort Fahrt auf und klingt wie eine düstere Death'n'Roll-Variante mit dezentem Melodiezusatz - richtig cool, dazu aber auch weiterhin sehr eigenwillig.
Leider jedoch können die übrigen beiden Tracks dieses Level nicht ganz bedienen: Sie nähern sich mit einigen kreativen Kniffen und recht merkwürdig anmutenden Arrangements immer wieder an, ohne die gleiche Größe zu erreichen - doch der Eindruck, dass OLDE OUTLIER hier definitiv etwas Besonderes geschaffen hat, lässt einen auch in diesen Kompositionen nicht los und siegt schließlich über die oben genannte, subjektiv empfundene Verpflichtung dieser Underground-Platte gegenüber. Zwei geniale und zwei gute Songs sind für den Start mehr als beachtlich und daher auch eine klare Empfehlung wert - auch wenn man das Gefühl nicht loswerden mag, dass hier wirklich ein allumfassender Killer hätte entstehen können, wären alle Songs so stark wie 'The Punding Of Hooves'!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


