NEFASTIS - Shadows At The Light Of Dawn
Mehr über Nefastis
- Genre:
- Symphonic Metal / Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Rockshots Records
- Release:
- 06.03.2026
- Cosmic Silence At The Edge Of The New World
- Shadow Spell
- Seduced By The Beauty Of Darkness
- Absence Of Illumination
- Tears Of The Past
- Vortex Of Light
- Lights Of Dawn
- Alone Again
- Stardust
- Blackened Vision
- Collapsing Dream
- Flowers Swept Away By The Autumn
Italienisches Bodom-Tribute mit dezentem Bombastproblem.
Eigentlich ist das orchestrale Beiwerk zur zweiten Full-Length von NEFASTIS die Komponente, die auf "Shadows At The Light Of Dawn" die größten Bauchschmerzen hervorruft. Hier werden ganz munter die versiertesten Keyboard-Arrangements eingestreut und an den Tasten herumgewirbelt, so dass schnell vergessen ist, dass eigentlich eine Metal-Combo am Werk ist - und mit der Zeit wird der Release durch die mannigfaltige Verwendung der klangtechnisch nicht sonderlich kitschfrei inszenierten Keys regelrecht erstickt. Würde man die zwölf neuen Stücke jedoch um diese Zusätze reduzieren, wäre "Shadows At The Light Of Dawn" definitiv nur eine durchschnittliche Melo-Death-Scheibe, die auch in der puristischen Form nur im fernen Kielwasser von CHILDREN OF BODOM und NORTHER schwimmen könnte, dazu aber sicherlich einen dickeren Rettungsreifen benötigen würde.
Das Dilemma ist daher schnell beschrieben: NEFASTIS kann auch anno 2026 nicht ohne den Bombast, offenkundig aber auch nicht mit der Zuhilfenahme künstlich aufgeplusteter Symphonic-Parts, und egal welches Extrem die Südeuropäer nun auch bemühen, irgendwie bleibt immer etwas Nerviges und zudem sehr Anstrengendes zurück. Infolge dessen gelingt es der Band aus Mailand auch nicht wirklich, das aktuelle Konzept passend in Szene zu setzen, da die einzelnen Sinnzusammenhänge meistens von der Opulenz der Darbietung gekillt werden und der recht berechenbare Mix aus melodischen Fast-Forward-Fragmenten und virtuos eingespielter, aber dennoch recht kühler moderner Klassik sich irgendwann völlig von klaren Strängen verabschiedet und sich in sich selbst verliert.
Natürlich kann man das als regelmäßiger Besucher des Lake Bodom etwas anders sehen und wird womöglich auch froh sein, dass noch Bands im Kosmos schwirren, die das frühe Werk der Finnen inspirativ verarbeiten. Aber ohne klaren Faden, vor allem aber ohne wirklich eigenständige Ansätze kann auch das ambitionierteste Album nicht zünden - obschon "Shadows At The Light Of Dawn" zugegebenermaßen ein paar erhellende Momente hat. Aber eben auch nur ein paar...
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Björn Backes


