MANOWAR - Battle Hymns
Mehr über Manowar
- Genre:
- Heavy Metal/Heavy Rock
- ∅-Note:
- 10.00
- Label:
- Liberty Records/EMI
- Release:
- 07.06.1982
- Death Tone
- Metal Daze
- Fast Taker
- Shell Shock
- Manowar
- Dark Avenger
- William's Tale
- Battle Hymn
10.000 side by side!
Einige Alben der Achtziger eröffneten mit Motorklängen, so auch das Debüt von MANOWAR "Battle Hymns". Klein-Stendahl kaufte es nach Cover munter ein, es musste hart und laut sein, das versprachen die Titel. Daheim tat sich ein echter Kosmos auf: MANOWAR war melodisch, heavy, hatte Groove, passte zu ANVIL, SAXON und MAIDEN. Damals war die Metalwelt noch recht klein und so schlug MANOWAR ein wie eine Axt im Schädelchen des Gehörnten.
'Death Tone' setzt auf klare Gitarrenleads, spitze, helle Endsilben ("Deathtoooooone") und noch ahnt man nicht, was da noch folgen wird. 'Metal Daze' war geschaffen, live gegrölt zu werden, der Text ist Kult. MANOWAR - das waren die Männer mit screaming guitar, "louder as it can be". Der Sound war ganz eigensinnig, so klang wirklich keine Band damals. Der Bass pumpte quasi als Gitarre, führte mitten hinein in die recht oft beschworenen "Battles".
Eine Spur schneller war dann 'Fast Taker', der erinnerte am ehesten an die NWOBHM. Riffing, Speed, Aggression, Power, mein Fave seinerzeit. Meine arme Familie ahahahaha.... Heute tönt solch ein Track beinahe harmlos, wenn man ihn mit modernen Richtungen vergleicht. Mit Lemmys Gesang könnte der Song auch auf der "Bomber" gelandet sein. 'Shell Shock' rundete die feine erste Seite gelungen ab: Das war der unspektakulärste Song der LP, aber auch lässig.
Die zweite Seite war schon nach kurzer Zeit das Ding, die sich entfaltende Legende: Deren Opener 'Manowar' kam noch rockig daher, fast an KISS erinnernd. Der Chorus ist allerdings richtig fein, Stimmenüberschlag inklusive.
Doch dann tönte es düster aus dem Land der schwarzen Wälder, 'Dark Avenger' ist einer der besten Metalsongs ever, Stendahl hat gesprochen und Widerspruch ist nur mit einem Peacemaker zu klären. Nicht nur die epische Komposition mit drei verschiedenen Teilen, zunächst heavy, sodann Narrationpart, als Finale ungewohnter Speed, sondern auch einem Text, der dem Hörer auch nach 45 Jahren nicht aus dem Kopf geht. Dazu die dichte Atmosphäre, das war und ist phänomenal.
Die Passage mit Schauspieler Orson Welles, der die Erzählstimme in phantastischer Manier übernimmt, quasi den Vater aus dem Off oder Valhalla, ist grandios umgesetzt. Man könnte sie zig Male hintereinander hören, stimmungsvolle Filmmusik im ausufernden Metaltrack. "A Sword made for him called vengeance", hach ja...
Ein kurzer Basspart ('Williams Tale') führt ins Finale 'Battle Hymn': Hierüber noch etwas zu schreiben, hieße Felle, Proteinpulver und Schwertchen in ein MANOWAR-Konzert tragen. Der Sechsminüter reist mit in die Schlacht, Angst fällt weg, wenn 10.000 neben uns galoppieren, eine gefährliche Verführung. Ganz egal, ob man den Istrumentalteil nimmt, die Hauptkampfmelodielinie, das Solo, den auf den Ton genau gesetzten Gesang, hier stimmt alles.
"By moonlight we riiiiiide, 10.000 side by siiiiiide, with swords drawn held hiiiiigh, our whips and armor shiiiine, hail to thee, our infantryyyy, still brave beyond the graaave, all have sworn the eternal voooow, the time to strike is now, kill, kill, oh-oh-oh-oh, kill, kill, oh-oh-oh". Den Text muss jeder können, der sein Schwertchen mutig schwenkt, so denke ich, hahahaha... Ich habe mir mal erlaubt, die Silben zu dehnen, wie Eric Adams sie singt.
Auch die zumeist in der Mitte der Lieder anzutreffenden Soli überzeugten seinerzeit auf ganzer Linie. Das Debüt war eine von MANOWARs besten Veröffentlichungen. Später machten sie sich bisweilen mit ihrem Gehabe etwas lächerlich, veröffentlichten CDs mit halbgaren Songs, seltsame EPs, lebten von ihrem Habitus, ihrem Image. Heute kosten Karten für ihre Konzerte beinahe soviel wie ein Kleinwagen, na, nicht ganz... Doch das Album "Battle Hymns" ist Kult ohnegleichen.
- Note:
- 10.00
- Redakteur:
- Matthias Ehlert


