MØL - Dreamcrush
Mehr über MØL
- Genre:
- Shoegaze / Blackgaze
- ∅-Note:
- 6.25
- Label:
- Nuclear Blast
- Release:
- 30.01.2026
- Dream
- Sma Forlis
- Young
- Hud
- Garland
- Favor
- A Former Blueprint
- Lying Eight
- Dissonance
- Mimic
- Crush
Vom Pop und Kitsch völlig zerstört.
Womöglich ist es anmaßend, einen solchen Satz zu formulieren, allerdings sei erklärt, dass hier nicht der erzkonservative Kuttenträger spricht, sondern eher jemand, dem bestimmte Werte im modernen Metal auch noch wichtig sind - und die sehe ich auf dem aktuellen Album von MØL nicht verteten. Folglich lasse ich mich gerne dazu hinreißen, den Sinn und Unsinn einer weiteren Genre-Bezeichnung wie Blackgaze in Frage zu stellen und mir Gedanken darüber zu machen, wer diese poppige Variante einzelner Finster-Metal-Einflüsse überhaupt benötigt. Zumindest ein Album wie "Dreamcrush" wirft hier mehr Fragen auf, als dass es Antworten liefert.
Will man die fragliche Creedibility nämlich nur damit gewinnen, dass man einen Schreihals am Mikro parkt, der zumindest hier den Link zu den vermeintlichen Black-Metal-Wurzeln erstellt, kann man im Grunde genommen direkt einpacken. Denn wenn zur gleichen Zeit süßlich-fröhliche Melodien die Szenerie beherrschen und MØL trotz einiger vergleichsweise progressiver Arrangements immer wieder darauf zurückkommt, eine heimelige Kuschelatmosphäre zu kreieren, geht der Reiz schon verloren, bevor die Platte richtig Fahrt aufnehmen kann. Doch leider ist exakt das die Realität.
Vielleicht ist ein Album wie dieses in den Empfindungen vieler junger Hörer eine Art Metal-2.0-Variante, quasi das, was die Szene dezent weiterentwickelt. In meiner Wahrnehmung ist "Dreamcrush" jedoch ein ziemlich nerviges, extrem poppiges Werk, das gerade in den scheußlichen Happy-Parts allen verbliebenen Kredit verspielt. Schade? Ja, eigentlich schon, denn reduziert man die elf neuen Stücke mal auf ihre instrumentale Darbietung und löscht die genannten Schmusekomponenten, erkennt man bei MØL durchaus Potenzial. Doch die Befriedigung der Masse scheint den Dänen letztlich wichtiger zu sein als spannendes Songwriting.
- Note:
- 4.50
- Redakteur:
- Björn Backes


