LIGHT BELOW, THE - Georgia
Mehr über Light Below, The
- Genre:
- Post Rock / Modern Folk
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- My Proud Mountain / Cargo
- Release:
- 30.01.2026
- Arulalo
- Tsinskharo
- Kirialesa
- Merisuli
- Mamalma
- Bicho
- Batonebo
- MZE Shina
- Dideba
- Helesa
- Deli Deli
Grandiose Symbiose!
Anfangs versucht man, alles zu begreifen, hat man alles begriffen, versuicht man zu folgen, hat man es schließlich verinnerlicht, startet endlich der Genuss - und dabei war er eigentlich schon vom ersten Ton an spürbar: Was THE LIGHT BELOW auf ihrem aktuellen Longplayer anzubieten hat, ist mit einem steten Balanceakt zwischen innovativem und traditionellem Songwriting wohl noch am einfachsten beschrieben, jedoch kann man diese Umschreibung relativ schnell und dann auch nach Belieben noch mal bis ins kleinste Detail zerpflücken. Auf Basis einiger sperriger, manchmal fast schon Industrial-affiner Post-Rock-Arrangements werden auf "Georgia" Elemente der modernen Folklore relativ aufwendig entfremdet, dann aber wieder an den Ursprung zurückgeführt und mit grandiosen Chören oder gar halbwegs melodischen Fragmenten ins Gedächtnis der Hörerschaft geprügelt - wobei "geprügelt" hier wohl nur beschreiben soll, wie nachdrücklich THE LIGHT BELOW bemüht ist, die schier hypnotischen Kapitel auch wirklich bis in die letzte Gehirnwindung einzufräsen.
Die stilistischen Umwege sind derweil mannigfaltig, führen einerseits an recht komplexen Art-Rock-Gebilden vorbei, sind dann aber auch gerne mal in eindringlichen Alternative-Rock-Strukturen angelegt, bevor die Band schließlich in den Heimathafen der georgischen Folklore zurückfindet und dort diese ureigene Symbiose aus all diesen konträren, aber irgendwie doch prima zueinanderpassenden Versatzstücken mit Leben füllt.
Die Vielfalt ist beträchtlich, ja sie ist auch bezaubernd und lässt deftige Gitarreneruptionen ebenso wenig aus wie verträumte, geradezu melancholische Soundscapes, die hin und wieder ebenfalls an einer Weggabelung mitgenommen werden. Derweil gibt es flehende Gesänge, eine Spur Verzweiflung und manchmal auch ein demütiges Schluchzen, dann aber eben auch diesen mächtigen Frauenchor, der alles übertönt, so ergreifend und betörend klingt, aber auch eine unterschwellige Aggression an den Tag legt, die schließlich den gesamten Energielevel dieses Albums beschreibt. Hier sind so vielfältige Emotionen im Raum, es treffen zahlreiche Gegensätze aufeinander, und zu guter Letzt ist der musikalische Anspruch auch extrem hoch, ohne dabei einen allzu sperrigen Charakter zu entwickeln. Und zusammengefasst ist das schlicht und ergreifend herausragend!
"Georgia" beschreibt in elf kleinen Episoden, welche Gewalt die moderne Folklore haben kann, wenn man sie mit zeitgemäßen Rocksounds mischt und sie aus einem völlig fremden Blickwinkel neu betrachtet. Es gibt so vieles zu entdecken, vor allem aber gibt es so viel zu genießen. Natürlich muss man hoch genug über den Tellerrand schauen wollen, aber dann... ja, dann wird es genial!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Björn Backes


