KAUNIS KUOLEMATON - Kun Valo Minussa Kuoli
Mehr über Kaunis Kuolematon
- Genre:
- Dark Metal / Black Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Noble Demon
- Release:
- 28.11.2025
- Kaiku
- Merta
- Kun Kyynelistä Muodostuu Meri
- Rauniot
- Maailman Ainut Ihminen
- Kaipaus
- Kun Valo Minussa Kuoli
- Kuura
- Aatos
Vielleicht typisch finnisch, aber dennoch überwältigend.
Die Intensität sticht die mögliche Vergänglichkeit! Was das konkret bedeutet? Nun, die Musiker von KAUNIS KUOLEMATON bedienen sich auf ihrem neuen Album zum wiederholten Male vielen vertrauten Rezepturen der finnischen Dark-Metal-Szene. Sie zitieren sich vom Lake Bodom bis hin zu den Geschichten der tausend Seen und können eigentlich nicht für sich beanspruchen, mit ihrer, wohlgemerkt dynamischen, Mischung aus melodischem Finsterstoff und vereinzelten, sphärischen Black-Metal-Sequenzen etwas grundlegend Neues zu erschaffen - aber wer kann das heute schon noch?
Hat man die musikalischen Strukturen von "Kun Valo Minussa Kuoli" erst einmal durchschaut, findet man sich schneller zurecht, als es das bisweilen recht anspruchsvolle Setting eigentlich vorgibt, jedoch mindert das keinesfalls die kompositorischen Qualitäten der jungen Nordmänner. Denn die scharfen Kontraste zwischen doomigem Death Metal, finsterem Schwarzstahl und diversen Todesblei-Eruptionen gehen Hand in Hand durch das Gesamterlebnis, schaffen ganz nebenbei eine erhabene Atmosphäre und können sich auch in Sachen Hooklines noch einmal gesondert auszeichnen.
Das mag zum einen daran liegen, dass die epischen clean-Vocals in all ihren Einsätzen sofort unter die Haut gehen, umgekehrt aber auch daran, dass die tieftraurigen Noten eine solche Tiefe erschaffen, dass selbst Wegbereiter wie AMORPHIS sich heutzutage strecken müssten, um hier noch mal angreifen zu können. Zudem sind die gelegentlichen Eruptionen extrem heavy und verstärken die gebotenen Gegensätze noch einmal nachhaltig, auch wenn sie wohldosiert in die Arrangements eingebaut werden. Die Emotionen sind greifbar, sowohl in den bewegten Gesängen als auch in den harschen Ausbrüchen und ganz und gar in den aggressiveren Parts, die KAUNIS KUOLEMATON vor allem im ersten Drittel erstaunlich häufig bemüht. Die Symbiose aus all diesen Elementen verwandelt "Kun Valo Minussa Kuoli" schließlich auch in dieses intensive Gesamtwerk, das die möglichen Konventionen ganz locker in die Tasche steckt und vergessen macht.
Typisch finnisch zu klingen und dennoch nicht still und heimlich (und vor allem ausschließlich) den Heroen aus der Jugend zu huldigen, kann immer noch ein Unterschied sein. Zwar schwebt der Name AMORPHIS ebenso wie der Schatten von INSOMNIUM über diesem Album. Aber er wirft keinen Schatten, sondern zeigt lediglich, auf welchem Niveau sich die Band mittlerweile bewegt. "Kun Valo Minussa Kuoli" ist ein tolles Album geworden, und es wächst nach wie vor.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


