HANGING GARDEN - Isle Of Bliss
Mehr über Hanging Garden
- Genre:
- Dark Metal / Post Metal
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Agonia Records
- Release:
- 20.03.2026
- To Outlive The Nine Ravens
- Eternal Trees Of Turquoise
- Isle Of Bliss
- To The Gates Of Hel
- The Death Upon Our Shoulders
- The Blights Nine
- Arise, Black Sun
- Her Waning Light
- Beneath The Fallen Sky
Nach Aufbruchstimmung folgt Lethargie.
Seit mehr als 20 Jahren sind die Musikerinnen und Musiker von HANGING GARDEN aktiv, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Neben insgesamt acht vollwertigen Alben hat die Band stapelweise EPs produziert, sich in der internationalen Metalszene aber dennoch nie durchsetzen können. Stilistische Umbrüche und diverse Labelwechsel haben das ihre womöglich dazu beigetragen, eine gewisse Unsicherheit zu manifestieren, die sich beim Songwriting zur neunten Full-Length leider ein weiteres Mal recht schnell herauskristallisiert.
Die Finnen sind im weitesten Sinne dem Dark Metal zugewandt und ihren Kollegen von AMORPHIS immer noch so treu ergeben wie Legenden namens ANATHEMA, KATATONIA und PARADISE LOST. Doch aus dieser vermeintlichen Bubble heraus experimentiert die Band immer wieder mit modernen Versatzstücken und eher plastischen Elementen aus dem Gothic-Metal-Bereich, die einfach nicht so richtig zünden wollen. Das ist ein altbekanntes Problem, jedoch muss man sich wundern, dass HANGING GARDEN es einfach nicht in den Griff bekommt.
Die Songs von "Isle Of Bliss" wollen grundsätzlich nämlich Spektakel liefern und sind mancherorts extrem dick aufgebläht, soll heißen einige symphonische Strukturen werden auf die harschen Riffs draufgepackt, der Anteil weiblichen Gesangs wächst spürbar an, um die Kontrastwirkung zwischen epischen und brachialen Passagen zu verschärfen, und auch der gelegentliche Blick in den Post-Metal-Sektor scheint das Portfolio zu erweitern. Allerdings wird dies alles so routiniert und irgendwie auch lieblos eingespielt, dass man HANGING GARDEN spätestens ab der Hälfte der neuen Scheibe lediglich als Tribute-Act an vergangene Tage, nicht jedoch als ambitionerte, geschweige denn wegweisende Düster-Metal-Combo wahrnimmt - ein paar nette Melodien und recht harsche Vocals inklusive.
Ich muss leider feststellen, dass die Nordeuropäer seit geraumer Zeit in einer kreativen Krise stecken, irgendwie auch in ihrem eigenen reduzierten Kosmos festsitzen und auch mit allen vergleichsweise stilfremden Mitteln nicht punkten können. "Isle Of Bliss" ist beileibe kein schlechtes Album, es vermittelt aber nicht das Gefühl von Weiterentwicklung oder gar Fortschritt. Es klingt viel mehr wie die wiederholte Auflage eines vorherigen Werkes, dem die Band nicht viel frischen Input hinzufügen kann. Schade, denn über Talent muss man hier eigentlich nicht streiten.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Björn Backes


