H-BLOCKX - Time To Move
Mehr über H-Blockx
- Genre:
- Crossover
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Sing Sing Records (BMG Ariola)
- Release:
- 22.08.1994
- Pour Me A Glass
- Revolution
- Say Baby
- Move
- Fight The Force
- Little Girl
- Risin' High
- H-Blockx
- Real Love
- Do What You Wanna Do
- Go Freaky
- Fuck The Facts
- Time To Fight
Das Debütalbum der Crossover-Legenden besteht den Test der Zeit.
Über 30 Jahre ist es jetzt her, dass die H-BLOCKX mit ihrem Debütalbum "Time To Move" um die Ecke kamen. Tatsächlich war es eine meiner ersten Platten (ok, CDs), und hat vermutlich nicht nur mich geprägt. Die Idee "Crossover" war zwar grundsätzlich nicht neu, von einer deutschen Band aber irgendwie doch. Dass Englisch nicht die Muttersprache der Münsteraner ist, hört man an mehreren Ecken, aber darum soll es nicht gehen. Die Platte ist jedenfalls mit Gewalt eingeschlagen, verkaufte sich über 500.000 Mal und hat mittlerweile Platin-Status - und das ganz ohne die typische Major-Label Marketingmaschinerie.
Nach der langen Zeit, in der ich musikalisch eher anderweitig unterwegs war, zeichnete sich eine gewisse Vorfreude ab, das Album noch einmal komplett durchzuhören. Und der Sound überzeugt auch heute noch: satte Bässe wo sie hingehören, und Riffs die tun was sie sollen – grooven und treiben. Alles klingt ein bisschen dreckig und roh, aber mit der sonst doch sehr kompakten Produktion entsteht das, was den "typischen" 90er-Crossover-Sound ausgemacht hat.
Insgesamt besteht die Platte den Test der Zeit bemerkenswert gut. Das liegt wohl auch daran, dass man sich recht deutlich - nicht nur musikalisch, sondern auch lyrisch - an großen Vorbildern wie RAGE AGAINST THE MACHINE ('Fight The Force', 'Revolution') und den BEASTIE BOYS ('Move') orientierte. Damals war man offensichtlich noch deutlich politischer unterwegs. Und dann kommen die Jungs eben noch mit Bangern, die den Erfolg rechtfertigen: 'Risin' High' ist ein verdammter Klassiker, und 'Little Girl' eine Ballade, die sich auch hinter METALLICAs Gefühlsduseleien nicht verstecken muss. Bei 'Say Baby' kommt dann schon ein bisschen Americana-Country-Feeling rüber, so dass der spätere große Hit, das Cover von 'Ring Of Fire', nicht überraschen dürfte. Zu dem treibenden Riff von 'Real Love' lässt sich (auch live, die Jungs sind immer noch unterwegs!) gleich die ganze Bude abreißen, und 'Time To Fight' ist ein komplett gelungenes Outro für das Debüt.
Alles in allem also eine Platte, die nicht nur mich persönlich geprägt hat, sondern - auch wenn das vielleicht eine steile These ist - auch für die deutsche Musikgeschichte insgesamt relevant war und bleibt. Wer’s nicht glaubt muss eben nostalgisch werden und noch einmal reinhören.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Gastautor


