H-BLOCKX - Fillin The Blank
Mehr über H-Blockx
- Genre:
- Crossover
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Solitary Man
- Release:
- 06.03.2026
- Straight Outta Nowhere
- Lights Out
- Beg To Differ
- Desperado
- Corns About 2 Pop
- Me And My Horse
- What The Funk
- Last Summer
- Come Clean
- Licky Licky
- Timeless
Gutes Comeback, wenn es denn eins war.
Wie es der Zufall so will, haben wir im Zuge unserer Listig-Reihe "Time To Move" noch einmal Revue passieren dürfen und fraglos gehört das H-BLOCKX-Debüt als Kind der 1990er Jahre in jede noch so gut sortierte und vor Nostalgie nur so triefende Plattensammlung. Doch tatsächlich empfand ich die Jahre danach als noch relevanter, wenn es um Wehland und Co. ging. So gipfelte mein Interesse an den Münsteranern im 2002er Album "Get In The Ring".
Seitdem sind tatsächlich 24 – und seit dem letzten regulären Studioalbum "HBLX" stolze 14 – Jahre ins Land gezogen, man kann aktuell also von Comeback sprechen. Fraglich ist nur, wie das dazugehörige "Fillin The Black"-Album die einstige Relevanz der Rocker ins Hier und Jetzt hieven und an den wirklich tollen Alben der Vergangenheit anknüpfen kann.
Und wer hätte das gedacht: Wir sind wieder Teenager! Irgendwo zwischen "Discover My Soul" und "Fly Eyes" knüpft das mittlerweile achte H-BLOCKX-Album an und sorgt für allerlei Gedanken an eine unbeschwerte, freiheitsliebende und sorgenfreie Zeit – inmitten der doch besorgniserregenden, unruhigen Gegenwart. Eine Reise also in die Vergangenheit?
Nun, mit Abstrichen. Auch die H-Blöcke sind in die Jahre gekommen, so mancher Hüpfer wirkt etwas steif, so manches Riff nicht ganz so taufrisch und Springinsfeld Henning ist auch etwas ruhiger geworden. Die Songs auf "Fillin The Blank" hingegen wecken den inneren Jugendlichen aus seinem fast 30-jährigen Winterschlaf, versprühen noch immer den interessanten Crossover-Vibe von einst und vermischen Rock-, Metal-, Funk- und Hip-Hop-Elemente mit saftigen Riffs, einer tollen Dynamik und dem wieder erwachten Geist der eigenen Vergangenheit zum Leben ohne lediglich jener lediglich Tribut zu zollen. Nein, die neue, achte H-BLOCKX-Platte macht über sehr weite Strecken Spaß und lässt Köpfe wie Füße reihenweise im Takt wippen.
'Desperado' als erste Single, aber auch das so unbekümmerte, poppige 'Last Summer' und der eröffnende 'Straight Outta Nowhere'-Fingerzeig Richtung "Time To Move" gefallen direkt nach dem ersten Durchgang und lassen müde Männer munter werden, während sich von Durchgang zu Durchgang 'Lights Out' als richtiges Groove-Monster und vor allem 'Me And My Horse' als richtige Ohrwürmer etablieren. Selbst die etwas arg im Hip-Hop feststeckende Nummer 'Beg To Differ (Bully)' verpasst der Platte einen dynamischen und vor allem abwechslungsreichen Touch, auch wenn man sich vor der Realität nicht verstecken darf, dass sich die H-BLOCKX-Musiker bisweilen nicht neu erfinden. Das, was sie auf "Fillin The Blank" machen, machen sie gut und authentisch, haben auch hörbar viel Spaß gehabt und spiegeln dies den Fans wider, auch wenn man aus den Texten keinen allzu tiefsinnigen Kontext ziehen und die ganz großen Kracher, die Türöffner von einst, auch auf der Strecke bleiben. Ein gutes Album ist es also geworden – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Abschließend sei noch ein Wort zur aktuellen Entwicklung gesagt, die mir äußerst gut gefällt: Während ich in den letzten Jahren Bands wie GUANO APES oder EMIL BULLS auf verschiedenen Festivals sah, einstige Gassenhauer wie CLAWFINGER oder eben H-BLOCKX mit neuen Alben ankommen, melden sich auch andere einstige Aha-Momente wie auch ALIEN ANT FARM zurück – Wenn ich das meinem 15-jährigen Ich doch nur noch einmal sagen könnte...
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Marcel Rapp


