GRAIN OF PAIN - Behind Us All
Mehr über Grain Of Pain
- Genre:
- Dark Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Noble Demon
- Release:
- 27.03.2026
- Shattered Peace
- To Burn Inside
- The Offering
- Ruins Of The Heart
- The House
- Dance With Me
- Bless You With Sorrow
- If Morning Never Comes
Nach dem hervorragenden Debüt ein lediglich gutes Album.
Nach dem ersten Durchgang des zweiten GRAIN OF PAIN-Albums habe ich mir mehrfach die Frage gestellt, ob ich das Debüt der finnischen Dark-Metal-Combo womöglich zu stark eingeschätzt habe. Als die Truppe vor zwei Jahren mit "The Moon Lights The Way" den Einstieg in die Szene wagte und mit Referenzen zu Acts wie SWALLOW THE SUN auch einen reichhaltigen Erfahrungsschatz nutzen konnte, war die Freude und letztlich auch die Begeisterung groß - zumal die Konkurrenz aus ehemaligem Hause bei weitem nicht an die melancholischen, düsteren Epen heranreichen konnte. Auf "Behind Us All" verstecken sich die Nordeuropäer nun meines Erachtens ein bisschen zu sehr hinter dem introvertierten Setting, in dem die acht neuen Stücke sich einfinden. Hinzu kommt, dass die meisten Songs parallel einen klaren Mainstream-Einschlag mitbringen und vielleicht auch zu selbstbewusst in Richtung Einprägsamkeit gedrängt werden sollen. Speziell die Kollaborationen mit befreundeten Künstlern in 'To Burn Inside', 'The Offering' und 'If Morning Never Comes' erinnern hier an die etwas eingängigeren Stücke aus dem jüngeren SENTENCED-Katalog, ohne jedoch deren Klasse zu erreichen - vielleicht auch weil die finnische Legende nie mit Berechnung ans Werk gegangen ist.
Und womöglich muss sich GRAIN OF PAIN anno 2026 genau diesen Vorwurf gefallen lassen, denn unterm Strich gibt es doch recht viele Passagen, in denen die Band das Hauptaugenmerk nicht mehr auf verträumte Arrangements, monumentalen Doom und so manchen Todesblei-Abschnitt legt. Stattdessen sind butterweiche Melodien weiter im Fokus, die harschen Ausbrüche in 'Dance With Me' wirken nicht mehr allzu glaubwürdig, und die sehr puristischen Akustiktracks erreichen einfach nicht jene Tiefe, die GRAIN OF PAIN auf "The Moon Lights The Way" noch auf der kompletten Distanz etablieren konnte. Es ist derweil keinesfalls so, dass "Behind Us All" wirklich schwächelt oder gar träge Phasen überstehen muss, aber der Vergleich zum Debüt muss natürlich berechtigterweise herhalten, und hier zieht die zweite Platte definitiv den Kürzeren, weil die Emotionen nicht mehr so intensiv unter die Haut gehen wie noch vor zwei Jahren. Und das lässt sich auchz mit viel Mühe nicht schöner reden.
Dennoch: "Behind Us All" hat viele erstrebenswerte Qualitäten, die im düsteren Metal nicht mehr alltäglich sind und wird vor allem nicht von irgendwelchen Orchestrierungen oder Keyboards zugekleistert. Die Band und auch die Songs bleiben an der Basis, besinnen sich auf das Wesentliche, könnten halt nur eine Spur ergreifender sein. Wer finnischen Dark Metal zu seinen Präferenzen zählt, muss daher auch dringend ein Ohr riskieren, aber eben auch akzeptieren, dass nicht alle Tracks ins Schwarze treffen.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Björn Backes


